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Ist die Berichterstattung über Google noch objektiv?

Google - Gretus am 26. Januar 2010 - 18:14  |  28 Kommentare »

Wenn man sich die von bekannten deutschen Onlinezeitungen über Google geschriebenen Artikel der letzten Zeit anschaut, bekommt man immer öfter den Eindruck, die Berichterstattung über den Internetriesen wäre nicht mehr objektiv. Egal was Google macht, sei es ein Statement gegen die Internetzensur in China oder das Sammeln von Millionenspenden für Haiti, kurze Zeit später wird dem Unternehmen erneut bloßes Interesse an unseren Daten nachgesagt…

Hauptkritikpunkte gegenüber Google ist dessen Monopolstellung im Suchmaschinensektor bzw. Bereich der Anzeigenvermarktung sowie deren Datenschutzpolitik. Um die Anzeigenvermarktung weiter lukrativ zu gestalten, ist das Unternehmen auf immer mehr Informationen seiner Nutzer angewiesen. Insbesondere letzter Punkt wird gerne genutzt, dass Geschäftgebaren von Google zu kritisieren und die Notwendigkeit der Existenz eines derartigen Monopolisten in Frage zu stellen.

Wer sich mit der Materie Internet etwas auskennt, der weiß, dass nicht Google schuld an der momentanen Misslage der Verlagshäuser ist, sondern die Internetnutzer, welche nicht länger ihre Informationen von einigen wenigen Quellen vorgesetzt haben möchten, sondern sich aktiv an der Informationsbeschaffung bzw. -generierung beteiligen wollen, die deutsche Medienlandschaft ins Wanken gebracht haben.

Wäre letzte Tatsache nicht schon Grund genug, die dauernde Kritik am künstlich geschaffenen Sündenbock Google zu unterlassen und sich zukunftorientiert mit den Gegebenheiten einer sich im Wandel befindlichen Informationsgesellschaft auseinander zu setzen, schlägt man weiter auf das Unternehmen ein und weiß als Lösung für die Misere nichts Besseres, als es dem Internetgiganten gleich zu tun.

Ist die Berichterstattung über Google noch objektiv?

  • Nein (77.0%, 75 Votes)
  • Ja (23.0%, 22 Votes)

Total Voters: 97

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Während Hubert Burda sich kürzlich auf dem Zukunftskongress `Digital – Life – Design´ erneut über die `lousy pennies´ der via Google generierten Einnahmen durch Internetwerbung beschwert hat, hat die EU-Kommision dieser Tage ein Joint-Venture von G+J EMS (Bertelsmann), IP Deutschland (RTL/Bertelsmann), SevenOne Media (Pro7Sat.1) und TOMORROW FOCUS (Burda) zugestimmt. Mit einer gemeinsamen Reichweite von 75% der deutschen Internetnutzer (!) will man auf Basis anonymisierter Nutzerprofile Internetwerbung zukünftig nicht mehr abhängig von Google, sondern unter dem Namen `AdAudience´ zielgruppenorientiert selbst an den Verbraucher bringen.

Ein starkes Stück, bei einem derartigen Vorhaben Googles Monopolstellung weiter zu kritisieren, sollte es hierbei jedoch letztendlich nur darum gehen, Google die Werkzeuge (IP-Speicherung) zur nutzerorientierten Auslieferung von Werbeanzeigen zu nehmen und damit das eigene, lediglich zielgruppenorientierte Geschäftsmodell konkurrenzfähig zu machen, dann haben wir es bei anfangs beschriebenen Negativmeldungen bekannter Onlinezeitungen mit einer gezielten Stimmungsmache deutscher Medien gegen Google zu tun!

Ob die Kritik an Google gerechtfertig oder tatsächlich längst nicht mehr objektiv ist, möchten wir mit Hilfe oben dargestellter Umfrage von Euch wissen. Was meint Ihr, könnte es tatsächlich sein, dass unsere bekanntesten Zeitungen derzeit gemeinsam gegen Google publik machen um letzten Endes nur ihre eigenen Interessen durchzusetzen?

Eure SEO-united.de Blogger

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Kommentare / Tweets:

 
  1. Marco Rick Website sagt:

    “…dass unsere bekanntesten Zeitungen derzeit gemeinsam gegen Google publik machen um letzten Endes nur ihre eigenen Interessen durchzusetzen…” …ist ganz klar das Ziel, getrieben von Neid und Gier.

    Schön das ihr das Thema aufgegriffen habt.

  2. Matthias Steinforth Website sagt:

    Ich glaube, es ist eine Mischung aus Neid und Angst, insbesondere im Medienumfeld, die Google erzeugt. Und die Verlage fühlen sich durch die Macht und insbesondere die Verlagerung der Werbebudgets doch von Google sehr stark in die Enge getrieben.

    Ich vermute, dass der durchschnittliche Bürger sich von Google weniger eingeschränkt fühlt, als es die Medienwelt gerne darstellt…

  3. Gerhard Zirkel Website sagt:

    Seit wann ist Berichterstattung objektiv? Schon immer waren Medien, die mit ihren Nachrichten Geld verdienen mussten nur dann objektiv wenn es ihnen genutzt oder zumindest nicht geschadet hat – ganz normales Geschäftsgebaren. Das nutzt jede Branche, allen voran natürlich die mit dem Kleingeld.

    Dass eben jene Medien, die sich von Google bedroht fühlen ihre Möglichkeiten einsetzen um dieser Bedrohung zu begegnen ist doch klar, oder? Würden wir doch auch so machen. Aber man muss ja nicht alles glauben was geschrieben wird.

    Gerhard Zirkel

  4. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo Gerhard,

    von bestimmten Medien erwarte ich eine objektive Berichterstattung. Wenn sich sich eine ganze Reihe bakannter Zeitungen zusammenschließen und womöglich gezielt Meinusgmache gegen einen Konkurrenten betreiben, geht das finde ich ein Stück zu weit…

    Grüße

    Gretus

  5. Gerhard Zirkel Website sagt:

    Hallo Gretus,

    erwarten kannst du objektive Berichterstattung schon – ob du sie bekommst ist eine andere Frage :) Klar geht das eigentlich zu weit, ist aber gängige Praxis, auch in jedem anderen Bereich. Oder wo glaubst du kommen so Dummheiten wie eine Schweinegrippe her?

    Gerhard

  6. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    ein allgemeiner durch das Sommerloch bedingter Sensationsjournalismus ist schon noch was anderes als permanente Meinungsmache um das Loch im eigenen Portemonaie zu stopfen ;-)

    Grüße

    Gretus

  7. stereophone Website sagt:

    Objektive Berichterstattung ist schon immer eine Illusion gewesen, sowas gab es nie und wird es nie geben, nicht einmal annähernd. Daher bin ich eigentlich ganz froh wenn das ganze Mediengebäude endlich in sich zusammenfällt und es in Zukunft keine objektive Wahrheit mehr geben wird. Die Menschen werden endlich gezwungen ihr eigenes Gehirn zu benutzen.

  8. Gerhard Zirkel Website sagt:

    Das eigene Gehirn benutzen wäre ein echt revolutionärer Ansatz :) – zumindest bei einigen Menschen. Aber ich fürchte, man wird andere Dinge erfinden um das zu verhindern. Der wirklich frei denkende Mensch, so weit das überhaupt möglich ist, ist ganz bestimmt nicht politisch gewollt. Wie sollte man solche Menschen kontrollieren?

    Mit dem Zerfall des gewohnten Mediengebäudes wird ein neues entstehen, ob das nun von Google kontrolliert wird oder vom Staat (Zensur gibt es auch hierzulande, nicht nur in China), oder von irgendwelchen Unternehmensgruppen wird sich zeigen. Spätestens wenn das dann wieder panisch wird und im Zerfall begriffen ist … :)

    Gerhard

  9. stereophone Website sagt:

    @Gerhard Also ich denke das jetzt gerade etwas völlig neues entsteht was eben von niemanden mehr kontrolliert werden kann. Das alte Prinzip: Eine kleine Anzahl von Menschen, beispielsweise eine Zeitungs Redaktion, bestimmt die Fakten für eine große Anzahl an Menschen. Diese Menschen ‘werden unterhalten’ und indoktriniert. Twitter zeigt z.B. wie ein Medium aussehen kann wo sich die Masse miteinander unterhält anstatt von einer kleinen Minderheit ‘unterhalten zu werden’. Das verschiebt die Machtverhältnisse und ändert in 30-40 Jahren alles was wir kennen.

    Wenn erst jeder Staatsbürger die Möglichkeit hat seine Meinung in dieser Form in Echtzeit kund zu tun und die Realität von verschiedenen Blickwinkeln aus gleichzeitig zu betrachten kann, dann geht es Staaten irgendwann wie den Zeitungen von heute oder zu guter letzt dem Brockhaus, überflüssig, überholt.

  10. eric Website sagt:

    Soweit ich das beurteilen kann (und ich komme aus der Verlagswelt) ist nichts weiter entfernt, als ein Schulterschluss der Verleger. Egal, gegen wen. Ich sehe aber auch, dass viele Verleger die gleichen Vorwürfe und Vorurteile gegen Google auspacken. Das kann an zwei Dingen liegen: Erstens sie haben Recht. Oder zweitens sie empfinden die Situation identisch und kommen zu ähnlichen Schlüssen. Vermutlich, und das wird hier vielleicht verwundern, ist beides davon irgendwie im Spiel.

    Zu Zweitens: Die Verleger fühlen sich vom Internet (und hier könnte man schon sagen Internet=Google) bedroht und kommen durch ihre Geschichte in einem wohlorganisierten Markt (mit Anzeigenkunden, Grossisten, Druckerein u.s.w.) zum Schluss, dass da wohl jemand böse sein muss. Und, ja, hier gilt dann auch wieder Internet=Google.

    Zu Erstens: Da ist schon auch was dran. Während bis vor etwa zwei Jahren die Rollen gut verteilt waren (Google vermittelt und ist der Wegweiser, die Verleger sind die Lieferanten von Informationen und die Affiliates machen mit geschickten Aktionen Geld) ist Google mit seiner Rolle als “Wegweiser” nicht mehr zufrieden sondern will auch der Weg sein. Google News stiehlt den Verlegern die Aktualität, YouTube den Fernsehsendern die Zuschauer, Maps die Kleinanzeigen und Google Base den Magazinen die Möglichkeit, eine Produktübersicht zu liefern.

    Google will kein Vermittler mehr anzeigen – sondern gleich auf die Marken (siehe letztes Algo-Update). Und alle, die bisher davon profitiert haben, sind sauer.

    Ich kann das verstehen. Und während die Affiliate nur vor sich hinschimpfen können, haben die Verleger sich halt auf die Macht, die sie haben, besonnen und werfen sich nicht mehr Google an den Hals, sondern blecken die Zähne.

    Ob das nun objektiv ist und ob wir von den Verlegern Objektivität verlangen können, wo diese Frage bei Google ja auch keiner stellt, sei dahin gestellt. Google holt sich ja auch mehr Prozente in die eigene Tasche, habe ich heute gelesen. Da hat wohl jeder seine eigene Meinung drüber. Aber ich denke, wir sind an einem extrem superspannenden Punkt angekommen und werden wohl in den nächsten Monaten eine ganze Menge Gehacke erleben.

    Da es hier um hartes Geschäft geht und auch Verleger kalkulieren müssen, finde ich das auch angemessen.

    Außerdem bin ich immer froh, wenn Google richtig heraus gefordert wird. Das hat sich doch jeder Gigant verdient ;-)

    Oder?
    eric

  11. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo eric,

    was einfach fehlt ist eine gewisse Form von Weitsicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Internet auch den Verlagshäuser früher oder später mehr Geld bringen wird als sie jemals zuvor hatten.

    Anstatt sich in Zeiten eines Umbruchs mit etwas weniger zufrieden zu geben, wird an jeder Ecke (Ecke=Google) versucht, kurzfristig Profit zu machen. Dass man damit der allgemeinen Entwicklung des Internets (Internet=Menschen) schadet, ist Burda und Co. egal. Das stört mich…

    Grüße

    Gretus

  12. Domain Website sagt:

    Tach zusammen,

    erstmal vorweg: Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass Google eines schönen Tages mental ins Lager eines großen Softwareherstellers, der Musikindustrie und der GEZ wechselt und wir alle wissen, das Macht korumpiert.

    Momentan sind solche Tendenzen nicht mal zu erkennen und zumindest im Augenblich sorgen Google, Fcaebook und Twitter für einen ungehinderten Informationsaustausch an der Basis. Die “normalen Medien” kommen ihrer Pflicht der objektiven Information schon lange nicht mehr nach.

    Man schaue sich nur die Zensur der Fakten während der finanzkrise an oder etwa die Marketingkampagne für den Schnitzelschnupfen (eine ausschliesslich durch “Druckerschwärze” übertragene Pandemie), von Terror und seinen Ursachen ganz zu schweigen.

    Da ist Google (YouTube) eine willkommen Alternative, auch wenn man natürlich zugeben muss, dass ein unredaktionelles System viel Müll mit sich bringt, den es auszusortieren gibt, bis man bei einer halbwegs objektiven Meinung angekommen ist.

    Das ist mir aber allemale lieber, als mich gleichschalten und verdummen zu lassen.

    Gruß u.

  13. eric Website sagt:

    hi Gretus,

    tiptop – da sind wir einig! Nur ist die Konzentration auf den eignen Profit üblich und systembedingt auch absolut unerlässlich ;-)

    Ich versuche ja auch erst seit kurzem, Google-Optimierung zum Wohle der Menschheit zu betreiben. Das ist auch ganz schön anstrengend *grins*

    Du hast aber völlig Recht, dass man das verstehen kann und trotzdem diskutieren muss.

    Grüße, eric

  14. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    dass Medien wirtschaftliche Interessen Dritter vertreten, das mag systembedingt sein. Gefährlich ist es jedoch, wenn Medien zum Werkzeug des Staates werden und noch gefährlicher ist es, wenn Medien ihre eigenen Interessen vertreten.

    Grüße

    Gretus

  15. eric Website sagt:

    Wird zunehmend spannend! :-)

    Gretus, das ist eine spannende Aussage, die ich absolut unterstütze. Das Problem ist: So geht das heute nicht mehr, und genau das ist es, was die Verlage ja anprangern: Da wird ihnen von einer Aktiengesellschaft in den USA das Geschäft weg genommen (das ist ja unverkennbar, ich denke darüber sind wir uns einig, dass Google ein Stück vom Medientopf der Verleger geholt hat). SIE, als Medien müssen aber weiterhin unabhängig und mit hoher Qualität arbeiten (das erwarten wir ja auch von ihnen) und damit auch den Stoff liefern, mit dem Google arbeitet.

    Und, wie gesagt: Google vertritt – absolut zu Recht – ausschließlich eigene Interessen. Wenn das nicht der Fall wäre, hätten sie gleich die Börsenaufsicht an den Hacken.

    Wenn also Bedarf an einer unabhängigen Berichterstattung besteht, müsste man ja die Verlage unterstützen (wie schon die Banken oder die Hoteliers oder die Öffentlich Rechtlichen). Ist aber auch schwierig, weil das eh nichts hilft und die Innovationsfreude der Verleger sicher nicht gerade fördert.

    Was tun? *grübel*

  16. Matthias Hühr Website sagt:

    Schlecht berichten nur diejenigen welche sich nicht genug beachtet fühlen. Statt etwas an ihrem Internetauftritt zu feilen, nörgelt man an den schlechten Positionen herum, auf deren ihre schlechten Seiten ranken. Nachrichten sind eh immer subjektiv und in gewisser Weise manipulativ. Man sollte daher nicht alls glauben was über Google geschrieben wird.

  17. thodie Website sagt:

    Das ist die Form von Qualitätsjournalismus ;-) , die die Medienhäuser in den Ruin treiben wird. Selbst Schuld!

  18. Anonymous sagt:

    Ich halte die Berichterstattung über Google immer noch für – weitgehend – objektiv. Das hängt aber weniger damit zusammen, dass die Berichtenden objektiv sein wollen, als damit, dass sie mit ihrer Kritik eher zufällig in eine Kerbe schlagen, die den Tatsachen durchaus entspricht. Das ist allerdings auch genau der Grund, weshalb diese Kritik so gut funktioniert.

  19. Moritz Website sagt:

    Ich finde die Berichterstattung schon seit langem subjektiv, immer heisst es “Böses Google” und Leute die wenig Ahnung von der Materie haben, haben angst vor z.B. Google Handys etc, da die Nachrichten Ihnen angst machen .

    “Nein ich will kein Handy das jede SMS/E-Mail nach Google schickt” etc…

    Wurde jemals ein Datenleck bei Google bekannt? Wurden irgendwann bekannt, das Google Daten verkauft? Nein bisher hat Google eigentlich eine weiße Weste (im Gegensatz zu anderen großen Deutschen Unternehmen, z.B. das große T …), trotzdem wird das Unternehmen dargestellt als würden Sie nichts anderes tun als Daten zu verkaufen und missbrauchen.

    Das unsere Daten (Sucheverhalten etc) elektronisch ausgewertet werden und von Google genutzt werden um uns bessere Ergebnisse zu liefern finde ich nicht schlimm. Wer will schon wenn man etwas googelt bis Ergebnisseite 20 springen, bis man das findet was man sucht?

    Das die Verlage sich ärgern wenn Sie nicht auf Rank 1-2 stehen ist ja irgendwo nachvollziehbar, nur sind Menschen so, dass Sie Fehler nicht bei sich selber suchen, sondern bei anderen und da ist Google ein gefundenes Fressen…

    Ich lese Nachrichten über das böse Unternehmen “Google” seit längerem mit großer Skepzis und wenn man ein wenig in der Materie steckt kann man sich seinen Teil ja denken!

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