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Bild.de überholt Spiegel.de – Ursachenforschung

Google | | 12.12.2009, 21:39 | 8 Kommentare

Kaum eine andere Branche macht derzeit so massiv Stimmung gegen den Suchmaschinenbetreiber Google wie die Medienunternehmer bzw. Verläger. Hierbei geht es letztendlich nicht um die Durchsetzung der persönlichen Meinung von Burda & Co, sondern um die Generierung neuer Besucher bzw. um die Erhaltung des eigenen Status Quo.

Bei einer Sache ist man sich einig: Google ist böse und Produkte wie Google News führen dazu, dass dieser Status Quo gefährdet ist. So führt man derzeit an den unterschiedlichsten Fronten eine Schlacht gegen Google, anstatt sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren und den Benutzer über möglichst viele Kanäle davon zu überzeugen.

Während die Einen versuchen Google aufzuhalten, haben andere längst die Zeichen der Zeit erkannt, die Ellenbogen ausgefahren und verstanden, dass Google, wenn man es denn richtig macht, mehr Traffic liefert als ihn zu stehlen.

Beachtenswert in diesem Zusammenhang ist das Rennen um die Nachrichtenseite mit den meisten Besuchern in Deutschland. Dieses Rennen konnte laut einer aktuellen Erhebung der AGOF erstmalig Bild.de für sich entscheiden. Mit 6,29 Millionen (Zuwachs von 12,5%) Unique Visitors konnte man ungefähr eine halbe Millionen Besucher mehr für das eigene Portal begeistern, als Spiegel.de mit 5,65 Millionen Unique Visitors (Zuwachs von 0,7%).

Auf Platz drei folgt Focus.de mit 3,77 Millionen (Zuwachs von 7,4%) Visitors, auf Platz vier welt.de mit 3,27 Millionen Visitors (Zuwachs von 4,5%) und auf Platz fünf sueddeutsche.de mit 3.01 Millionen Unique Visitors (Zuwachs von 2,4%).

Wie bereits angedeutet, ist dieser Trend weniger auf die Entscheidungen des Users über Aufmachung und Inhalt der Portale zurückzuführen, als vielmehr auf die Generierung von Traffic über Google durch die Portale selbst.

Aber lassen wir Bilder sprechen:

Chart News

Die Grafik zeigt die Platzierung der beiden Portale Bild und Spiegel innerhalb von Google News in absoluten Zahlen. Hier kann Bild.de gerade bei High-Traffic Keywords gute Platzierungen erreichen und viel Traffic generieren.

Zusätzlich bucht Bild.de alle möglichen Keywords über Adwords:

Chart Bezahlt

Auch ein Vergleich der Einblendungen bei Video-Search Einfeedungen spricht für sich:

Chart Video

Lediglich im organischen Bereich kann Spiegel.de Bild.de derzeit noch Paroli bieten:

Chart Organisch

Das Gesamtergebnis zeigt sich dann im Trafficindex, der Hochrechnung aus Platzierungen und Traffic pro Keyword:

Chart Traffic-Index

Insgesamt lässt sich gut erkennen, dass Bild.de die drei Google-Trafficquellen (organisch, bezahlt und Universal Search) wesentlich besser ausnutzen kann als Spiegel.de. Es zeigt sich wie gesagt aber auch, dass nicht einzig der Benutzer über den Erfolg eines Portals entscheidet, sondern zunehmend die Suchmaschinen und die hinter den Portalen stehenden Optimierer.

Constantin

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Micha Website sagt:

    Der Spiegel scheint sich mehr auf seinen Ruf den er in der breiten Bevölkerung nun mal hat zu verlassen, anstatt verstärkt auf Online-Marketing zu setzen. Das kann auch mit den Inhalten von Spiegel.de zu tun haben, die die Leser weniger in Suchmaschinen suchen und sich stattdessen auf renommierte Seiten verlassen die diese mit seriösem Journalismus in Verbindung bringen.

    Bild.de versucht bekanntlich seine Leser mehr über die emotionale Schiene zu gewinnen. Die Themen die Bild dem Leser anbietet (häufig Promi-Geschichten) sind sicher eher solche die die Nutzer auch in Suchmaschinen suchen.

    Deshalb wäre es auch interessant die Nutzerzahlen der einzelnen Portale zu entsprechenden Themen zu vergleichen.

  2. Sebastian Website sagt:

    Yellow press always wins! Suchmaschinenoptimierung hin oder her.

  3. eric Website sagt:

    Ich sehe hier ganz andere Gründe: Spiegel hat pro Tag einige neue Artikel, die auch immer wieder aktualisiert werden. Bild.de hat pro Tag mehrere hundert Artikel, und die werden nicht aktualisiert sondern in neuer Form noch mal veröffentlicht.

    Google honoriert an diesem Punkt eher Masse als Qualiät.

    Grüße
    eric

  4. Phil Website sagt:

    MMh, interessanter Artikel: Aber generell ist mein Fav, der stern. Hab jetzt keine Zahlen und Daten zur Hand. Aber mich würd insbesondere interessieren wie sich das relaunch ausgewirkt hat, und die neue Koops, mit wefind (auch wenn die wenig Einfluss haben dürften).

    @BILD Zeitung – Wir BILDen uns doch alle gerne unsere Meinung. ^^

    Cya
    Phil

  5. Constantin sagt:

    Hallo eric,

    genau das ist für mich Suchmaschinenoptimierung. Den Content so aufzubereiten, dass er möglichst gut in Suchmaschinen gefunden wird.

    Google honoriert allerdings insgesamt weder Masse, noch “Qualität”, sondern Inhalt, die einer guten Onpage- sowie Offpage-Optimierung unterliegen. Klar, dass mehr Content potenziell dann auch mehr Traffc bringt. Ein Kriterium für sich ist dies jedoch nicht.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  6. Alf Website sagt:

    Es ist die richtige Entwicklung, den man sollte es sich endlich mal aus dem Kopf schlagen das Google solche Dienste zerstören will. Man sollte einfach nur mit Google mitfahren und optimieren so wird der Traffic sich auch weiter entwickeln, Google hat seine eigenen Regeln und alle die dabei nicht mitspielen sind die Feinde. Ansonsten kann Google durchaus ein sehr guter Freund sein. Das Prinzip hat jetzt Bild wohl endlich erkannt, der Spiegel hält wohl eher an seinen alten Strategien fest. Schade!

  7. Constantin sagt:

    Hallo Alf,

    solange Google tatsächlich innerhalb der SERPs politisch neutral bleibt ist dies kein Problem. Allerdings ist es auch eine Gefahr, sich von einer Trafficquelle abhängig zu machen. Da muss man unternehmerisch ein gutes Mittelmaß finden.

    Auch für kleinere Webmaster gilt: Eine Website ist nur dann tragfähig, wenn auch ohne Googletraffic noch genug Trffic entsteht, um die Unternehmeung halten zu können.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  8. Ralf Zmölnig Website sagt:

    Klar, bei Bild geht Masse vor Klasse, was aber nicht zwingend bedeutet, dass die werbliche Auslastung aufgrund des hohen Traffics deshalb so viel stärker sein muss. Und schliesslich sind hier komplett unterschiedliche Leser angesprochen, sprich Bild bedient eben die die Masse, und Google lässt sich von dem vielen, teilweise eben nur recycelten, aber zusätzlichen Inhalten zu sehr “beeindrucken”. Und die zahlungskräftigere Zielgruppe turnt eben beim Spiegel rum!

  • Mark: Erstaunliches Ergebnis, damit hätte ich nicht gerechnet!
  • Harald Tschuggnall: Bei uns hat sich nicht viel getan einige nach oben einige nach...
  • azella: Also für die meisten Ergebnisse der Studie reicht auch gesunder...
  • Diet: Ich hab noch nie von einem konkreten Fall gehört in dem das eingetreten ist....
  • Stefan: Dann bin ich mal gespannt…
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