Jede bei Google getätigte Suchanfrage wird eine Zeit lang gespeichert. Die Speicherung erfolgt zwar anonym, anhand der gesammelten Daten kann der Suchmaschinen-betreiber jedoch z.B. sehen, welche Musik gerade in, welches Urlaubsland gerade beliebt oder welcher Promi gerade besonders gefragt ist…
Wo das Wissen über die allgemeinen Urlaubsvorlieben oder den Musikgeschmack noch vergleichsweise harmlos ist, ist selbst die anonymisierte Speicherung von Suchnafragen z.B. aus dem Bereich Politik, Medizin oder auch Wirtschaft nicht unumstritten.
Eher durch Zufall ist mir gestern eine Möglichkeit aufgefallen, wie sich Google zumindest theoretisch relativ detailierten Einblick in das aktuelle bzw. zukünftige Börsengeschehen verschaffen könnte. Je mehr man darüber nachdenkt, desto komplizierter wird die Geschichte zwar, die grundlegende Idee dahinter finde ich zumindest jedoch sehr spannend.
Die Google-Suche fungiert bekanntlich auch als Taschenrechner. Ob nun Addieren, Multiplzieren oder auch Prozentrechnung, durch Eingabe entsprechender Rechenoperationen liefert Google das exakte Ergebnis und speichert entsprechende `Anfragen´ wahrscheinlich genauso ab wie alle anderen Suchanfragen auch für eine Weile ab.
Gut möglich, dass genau am heutigen Tag die in der Grafik gezeigte Suchanfrage genauso oder zumindest so ähnlich, hier wird es wie erwähnt irgendwann kompliziert, öfters bei Google eingegeben wird. 408,50 ist der aktuelle Kurs der Google-Aktie in Euro, die 100.000 möglicherweise das Budget eines vor dem Kauf befindlichen Aktionärs, der nur noch schnell ausrechnen will, wie viele Stück der Aktie er sich denn für sein Erspartes kaufen kann.
Nun soll es auch noch Leute geben, die genannte Rechenaufgabe im Kopf erledigen, es gibt unterschiedliche Aktien mit nahezu identischen Kursen und theoretisch zumindest könnten die Zahlen auch etwas ganz anderes bedeuten, ich wage jedoch zu behaupten, dass Google durch einen speziell für deartige Suchnafragen geschriebenen Algorithmus die jeweils zweite Ziffer bestimmten Aktien genau zuordnen kann, durch in der Vergangenheit gemachte Vergleiche mit der tatsächlichen Entwicklung von Aktienkursen die Anzahl der getätigten Anfragen auf die Realsituation hochrechnen kann und so, alles natürlich nur rein theoretisch, genau sehen kann, wie sich die Kurse bestimmter Aktien zukünftig entwickeln werden…
Gretus






























Nana, as ist schon sehr theoretisch und ziemlich weit weg vom Börsengeschehen.
Spannend, aber die Idee vor dem Kauf der Aktien die Zahlen ins Google reinzuballern kommt mir etwas zu futuristisch vor. Ich hab für solche Sachen einen echten Taschenrechner auf dem Tisch liegen. Trotzdem ist es ein cooler Ansatz.
Ich denke Google könnte auch schon alleine aus Zusammenziehen aller Suchanfragen Aktionkurse vorhersehen.
Grüße
Spannende Überlegung, natürlich rein hypothetisch, aber praktisch jederzeit umsetzbar – und dann könnte man die Pünktchen am Ende Deines Bandwurmsatzes durch “und davon direkt profitieren.” ersetzen.
Hallo Feind,
so weit weg ist es nicht. Einen gewissen Zusammenhang zwischen den Transaktionen von Ottonormalverbraucher und großen Aktienhäusern wird es schon noch geben
Grüße
Gretus
Das wäre genial, dann könnte man Echtzeithochrechnungen durchführen. Fast wie Wettervorhersagen…
Die Börsen würden sicher voll drauf abfahren. Einen cent pro Umrechnung und Google schiesst in den Börsenhimmel
Viele Grüße
Jörg
Ich denke auch, das man evtl. am Suchvolumen der Aktien etwas ableiten kann, aber an den Rechungen? Immerhin schwankt der Kurs ja auch immer, so dass man ja nicht über Stunden oder Tage hinweg die 408,50 beobachten kann.
BTW: Ich wusste bis eben nicht, das Google die TR-Funktion hat, und so sicher viele (viele) andere auch.
Hallo,
einen nachweisbaren Zusammenhang wird es sicherlich geben. Die Frage ist nur, wie macht man diesen überhaupt nutzbar, bzw. kann ihn auch im Vorfeld erkennen?
Ich glaube, die Daten der großen Internetseiten zum Thema – insbesonderer derer mit Mitgliederbereich und Börsenspiel, sind in diesem Zusammenhang mächtiger. Hier gibt es nämlich auch einen direkten Zusammenhang zum Wert (Erfolg des Users) und nicht nur den stumpfen Zusammenhang mit dem Suchvolumen.
Liebe Grüße,
Constantin
Darüber haben die Google-Leute auch schon nachgedacht:
Schmidt: “There are many, many things that Google could do, that we chose not to do. One day we had a conversation where we figured we could just try to predict the stock market. And then we decided it was illegal. So we stopped doing that.”
Ich glaube nicht, dass die Käufer und Verkäufer von Aktienpaketen in kursverändernden Größenordnungen, mit Google Ihre Rechenaufgaben lösen.
Aber netter Gedankengang
Das große Geld wird von den Fondmanagern bewegt. Wenn man weiß wo Sie sitzen (FRA, LDN, NYC etc.) koennte man ueber Geolocation Abweichungen der Abfragen zu S&P oder DAX Unternehmen filtern. Rein theoretisch natuerlich…
Oder doch nicht? Schaut mal hier…
“One day we had a conversation where we figured we could just try to predict the stock market,” he said. “And then we decided it was illegal. So we stopped doing that.”
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie ja bekanntlich behalten
Ich behalte mir ein “p” vor. Kann man immer mal gebrauchen 
“Eingabe entsprechender Rechenoerationen liefert Google”
Hallo,
lol, ist eingefügt…
Grüße
Gretus
Apropo Taschenrechner. Dieser Spamschutz ist echt komisch. Da steht “Summe aus 10 + 9″ und ich gebe 19 ein, aber mein Kommentar wird nicht angenommen. Stattdessen der Hinweis man würde hier auch Taschenrechner verkaufen
Man könnte mit der umgekehrten Rechnung und genug “Suchenden” auch genau das Gegenteil bewirken. Und Google etwas in Panik versetzten. Verkauf
Naja pfff, ist schon etwas weit hergeholt. Aber sehr süß.
Google kann auf jeden Fall markttechnisch EINIGES aus seinen Daten ablesen.
Siehe Domestic Trends, wo Suchwörter einer Branche zu einem Marktlagenindex zusammengeführt werden. Hier z.B. der Werbeindex US…
Je mehr Anfragen nach “Schuhe” / “Schuhe kaufen” / “Nike” auflaufen, desto mehr wird auch gekauft. Vielleicht noch die aktuellen Newssites nach Keywords durchstöbern, eine habwegs vernünftige Regressionsanalyse drüber laufen lassen und voila – wir wissen besser als jeder andere auf der Welt in welchem Teil der Erde wovon in den nächsten Wochen wie viel gekauft wird. Das soll Forsa erstmal nachmachen.
Und jetzt wendet das mal auf’s Börsengeschehen an. Afaik hat Google geschrieben (finde den Link gerade nicht) dass sie eine Verbesserung der üblichen Vorhersagen um die 50% erreichen, wenn die Domestic Trends Daten hinzugezogen werden. Visualisiert bedeutet das: Die Durchschnittslinie welche Google erstellt liegt meist ziemlich genau zwischen der üblichen gleitenden Durchschnittslinie und dem tatsächlichen Endwert. – Um nur mal ein einfaches Beispiel zu nehmen. Das ist der Hammer! Und jetzt stellt euch mal vor die würden mit Hebelprodukten handeln…
Man weiß ja nicht, ob der User kaufen oder verkaufen will! Das ist der entscheidende Punkt!
Hier scheint die Rechnung richtig.