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Co-Occurrence – Wie Google aus ´ner Mücke einen Elefanten macht

Google  |   |  , 10:53 Uhr  |  12 Kommentare

Bill Slawski beschreibt in seinem auf seobythesea.com veröffentlichten Artikel `How Google May Substitute Query Terms with Co-Occurrence´ ein kürzlich zugunsten Google genehmigtes Patent, welches noch einmal zeigt, dass die Betreiber von Suchmaschinen bei der Relevanzbewertung von Webseiten lange schon über eine lediglich auf den Abgleich von Keywords basierendes Verfahren hinaus denken…

A patent granted to Google this past week also explores the idea of finding terms or phrases to use to expand queries, but calls those terms “substitute terms” rather than “synonyms.” The image above displaying comparing co-occurring words in search results for “french open” and “frenchopen” involves a process that can be used to explore other words as well, though sometimes they aren’t good substitutes for each other, such as “warrant” and “warranty,” as seen in the screenshot from the patent below. (Quelle)

Wo es vor einigen Jahren noch so war, dass Google bei einer Suchanfrage (z.B. Katzen) lediglich geguckt hat, wo bzw. wie häufig dieser Begriff auf bestimmten Webseiten vorkam, hat Google einige Zeit später auch nach Synomymen (z.B. Stubentiger) geschaut und sowohl Webseiten, auf welcher der Begriff Katzen und/oder auch der Begriff Stubentiger vorkam, weiter oben in den Ergebnissen gelistet.

Da das Suchen nach mit der Suchanfrage übereinstimmenden bzw. ähnlichen Begriffen zu einer zwangs-läufig immer größeren Vereinheitlichung der Suchergebnisse geführt hat, Google seinen Nutzern aber natürlich (?) auch `Vielfalt´ bieten möchte, sind die Betreiber bekannter Suchmaschinen längst dazu übergegangen, Webseiten auch nach koexistierenden Elementen zu untersuchen.

Im physikalischen Sinne besagt das Koexistenzprinzip, dass sich die normalerweise einander ausschließenden Erscheinungsformen der Materie, wie lokal und nichtlokal, kohärent und nichtkohärent, in einem bestimmten Übergangsbereich gleichzeitig nachweisen lassen, also messtechnisch vorhanden sind. Man spricht von teilweiser Lokalisierung und teilweiser Kohärenz bzw. von teilweiser Sichtbarkeit und teilweiser Unterscheidbarkeit. (Quelle)

Überträgt man das Koexistenzprinzip der Physik auf unsere Katzen, so bedeutet es übertrieben dargestellt, dass unter dem Suchbegriff Katzen urplötzlich nicht mehr nur Webseiten über Katzen, sondern z.B. auch Seiten über die Farbe Schwarz, Seiten über grüne (!) Augen und am Ende womöglich sogar Seiten über Batman für den Suchenden einen gewissen Grad an Relevanz darstellen können.

Die Suche nach koexistierenden Begriffen bedeutet im Prinzip nichts anderes, als dass Google sich eine bestimmte Anzahl von Webseiten (z.B. die Top 50) anschaut, analysiert, welche Begriffe dort neben den für die Suchanfrage typischen Begriffen (Katzen, Stubentiger) noch auftauchen und von hinten, also von Platz 50 nach Platz 1, versucht, diese noch weiter zu diversifizieren. Wessen Webseite also z.B. auf Platz 25 gelistet ist, im Vergleich zu den davor gelisteten Seiten aber eine Vielfalt an anderen Begriffen (schwarz, Auge usw.) enthält, rutscht möglicherweise ein paar Plätze in den SERPs nach vorne.

Interferenz beschreibt die Überlagerung von zwei oder mehr Wellen nach dem Superpositions-prinzip – also die Addition ihrer Auslenkungen (nicht der Intensitäten) während ihrer Durchdringung. Interferenz tritt bei allen Arten von Wellen auf, also bei Schall-, Licht-, Materie-wellen usw. (Quelle)

Wer den ersten Wikipedia-Auszug über das Koexistenzprinzip aufmerksam gelesen hat, bemerkt an dieser Stelle des Artikels, wo das Problem der Diversifizierung der SERPs aufgrund von koexistierenden Begriffen liegt: Neben der teilweisen Kohärenz von Begriffen, könnte es unter Umständen passieren, dass die SERPs eine Art `Eigenleben´ entwickeln und aufgrund von Inteferenzen (siehe oben) urplötzlich nicht nur Seiten über Batman, sondern auch Seiten über den Hulk (!) in den Top 50 unter dem Suchbegriff Katzen auf-tauchen.

Die Frage, ob es Google schafft, die SERPs aufgrund der Analyse von koexistenten Elementen ohne inteferierendes `Rauschen´ zu berechnen einmal außen vor gelassen, gilt es in Bezug auf das von Bill Slawski beschriebene Google-Patent zu begreifen, dass es für die Optimierung einer Webseite für Suchmaschinen nicht mehr ausreicht, sich einfach nur die Top 10 anzugucken, von jeder Seite das Beste zu kopieren und dann darauf zu hoffen, auf Platz 1 gelistet zu werden.

Wer auf Platz 1 gelistet werden möchte, der sollte sich insbesondere auch die Ranking-verschiebungen auf den hinteren Plätzen der Top 50 oder auch Top 100 anschauen, gucken, welche Seiten Google dort als `diversifiziert´ relevant erachtet und stets ein Auge darauf haben, inwieweit man seine eigene Webseite diesen Relevanzverschiebungen anpassen muss…

Gretus

P.S.: Das auf dem Bild oben ist übrigens meine kleine, liebe Katze Leo ;-)

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Diskussion zu diesem Beitrag:

Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Mißfeldt Website sagt:

    Sehr schön, sehr logisch. Das ist letztlich das, was hinter WDF-IDF steckt, oder? Zumindest in der Theorie. Ob bzw. was die Tools davon auswerten können und wie sie es gewichten, steht noch auf einem anderen Blatt.

    In meinen Worten würde ich sagen: schau Dir die Top-10 an, schreibe eine Quintessenz davon, aber besser, kürzer und elganter. Garniere das mit guten Bildern und Videos – und bring eine eigene Note hinzu, die deinen Text von allen anderen unterscheidbar macht :-)

    • Gretus sagt:

      Hallo Martin,

      joo, hat sehr viel auch mit WDF*IDF zu tun das Ganze. Inwieweit man die Tools auf die Analyse nur bestimmter Webseiten einschränken bzw. erweitern kann, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Das Problem ist halt, dass Google und Co. immer alles haben, während die Tools nur einen Bruchteil davon abbilden. Individuelle Einstellungsmöglichkeiten wären da schon gut…

      Grüße

      Gretus

  2. Mißfeldt Website sagt:

    Ergänzung: Natürlich kann man sich von den Ergebnissen bis in die Top 100 inspirieren lassen, aber ich denke, man kann sich auch was eigenes ausdenken.

  3. Christian Kunz Website sagt:

    Google wird sicherlich einen Weg finden, bei den koexistenten Elementen die Spreu vom Weizen zu trennen, in dem es noch andere Faktoren einbezieht. Auf jeden Fall ein interessanter Ansatz, der zeigt, dass es immer weiter in Richtung Semantik geht.

    • Gretus sagt:

      Hi Christian,

      am Ende entwickelt sich das Ganze in Richtung Zeichen- (Texten), Pixel- (Bilder) bzw. Sequenzen-abgleich (Videos)…

      Grüße

      Gretus

  4. Sabrina Website sagt:

    Ein Blick in die Tiefen der SERPs (Platz 1-100 muss reichen) ist wirklich spannend. Man entdeckt dort viele Dinge, die man so gar nicht erwartet hat. Dennoch lohnt sich diese Tiefenanalyse meiner Meinung nach nur für einige wenige Begriffe. Man kann schließlich nicht immer alles im Blick haben, oder wie seht ihr das? Für mich muss der Fokus stimmen ;)

    • Gretus sagt:

      Hi Sabrina,

      den Fokus weiterhin auf die Top 30, sich dazu aber ein Tool besorgen, welches die aktuellen Highflyer aus den tiefen der SERPs überwacht ;-)

      Grüße

      Gretus

  5. Armin Website sagt:

    Auch für mich hört sich das ein wenig nach der WDF*IDF Geschichte an. Der Zusammenhang aus Katzen und dem Hulk ist amüsant. Wenn ich einen Stubentiger hätte, würde ich ihm wohl zur Sicherheit nie das Futter verweigern.

    Ich werde das mal im WDF-Tool von Xovi testen. Eventuell wird mir dann bei einer Katzenseite auch “Hulk” als ergänzendes Keyword empfohlen.

    Irgendwo hab ich die Tage mal gelesen, dass (je nach Gewichtung) auch Sascha Lobo im Zusammenhang mit Katzen auftaucht. Hat der rotschopfige Lobo eventuell auch eine Beziehung zum grünen Hulk? *grübel*.

  6. Michael Website sagt:

    @Christian Die Frage ist nicht “Ob” Google den Weg finden wird, sondern wann. Derzeit schaffen sie es ja nicht mal völlig sinnfreie Affiliate Domains aus den Sucherergebnissen zu bannen. Es gibt doch einen Haufen Domains die praktisch null Inhalt bieten und in den Top Ten ranken.

    Diversifikation ist sicherlich bis zu einem gewissen Grad in Ordnung, aber irgendwann könnte das die SERPs ad absurdum führen.

    • Gretus sagt:

      Diversifikation ist sicherlich bis zu einem gewissen Grad in Ordnung, aber irgendwann könnte das die SERPs ad absurdum führen.

      Hi Michael,

      könnte dabei rumkommen, wobei Google eben auch noch andere Rankingfaktoren beachtet. Was, wie, wann und warum der Algorithmus von Google was, wo ausspuckt, weiß am Ende wohl aber keiner so genau :-D

      Grüße

      Gretus

  7. Stefan Website sagt:

    @All: Co-Occurence hat nichts mit WDF*IDF zu tun. Während WDF*IDF “je häufiger und knapper ein Wort” (1-dimensional) beschreibt, ist Co-Occurence eine Korrelation von zwei Wörtern (2-dimensional).

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  • Hauke Keyworddomains für Affiliate-Seiten gefährlich?
  • Thomas Breadcrump-Navigation eher etwas für Webshops?
  • Markus 301 Weiterleitungen wieder entfernen?
  • Sascha Was beachten bei System- bzw. Server-Umstellung?
  • Stephan Seiten ohne www aus dem Index entfernen?
  • Dirk Parameter-Seiten aus Google entfernen?