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Das Ende einer Suchmaschine

Google - Gretus am 19. Januar 2009 - 19:50  |  8 Kommentare »

Mit Preferred sites hat Google dieser Tage einen weiteren Dienst gestartet, mit dessen Hilfe Nutzer die Ergebnisse der Suchmaschine individuell gestalten  bzw. anpassen können. Preferred sites ist im Prinzip nicht anderes als ein Bookmarkdienst, dessen gemachte Eintragungen mit den eigenen Suchergebnissen verknüpft werden und diese entsprechend anpasst…

Neben Features wie Google Suggest, einer Funktion mit welcher die Betreiber die steigende Anzahl der Suchanfragen zu koordinieren versuchen, dient Preferred sites ähnlich wie SearchWiki dazu, die vorher auf bestimmte Anfragen einge-schränkten Ergebnisse weiter zu verifizieren.

Da der prozentuale Anteil der Nutzer, welche die genannten Features zu Bewertung der Suchergebnisse tatsächlich nutzt, relativ gering sein dürfte und Google immer wieder beteuert, die Ergebnisse ausschließlich nach einem Algorithmus zu bewerten, muss man sich fragen, warum Google derartige Dienste überhaupt anbietet?

Google hat immer damit geworben, in keiner Weise manuell in die Suchergebnisse einzugreifen. Dass dieses in einigen Fällen längst getan wird, ist außer Zweifel, zumal die Grenze zwischen einem manuellen Eingriff und einer entsprechend ausgerichteten Anpassung des Algorithmus fließend ist.

Schaut man sich die gerade in letzter Zeit veröffentlichten Dienste etwas genauer an, wird man jedoch das Gefühl nicht los, dass Google Probleme zu haben scheint, die wachsende Anzahl der gemachten Suchanfragen bewältigen zu können. Da das Speichern von Nutzerdaten immer weiter eingeschränkt werde dürfte, scheint es vielmehr so, dass Google durch immer neue Dienste möglichst schnell so viele Daten wie möglich sammeln will.

Ob die ausschließlich mathematische Sortierung der Ergebnisse nun zu ungenau ist, zu viel Zeit in Anspruch nimmt, zu viele Ressourcen verbraucht oder schlichtweg zu teuer ist, Tatsache ist, dass Google mit allen Mitteln versucht, die Bewertung der Ergebnisse auf die Nutzer abzuwälzen.

Darüber, inwieweit die gesammelten Daten in die Ergebnisse mit einfließen, gibt es kaum verlässliche Aussagen. Wenn dieses jedoch zukünftig immer mehr der Fall sein sollte, kann man kaum mehr von einer auf einen Algorithmus aufbauenden Suchmaschine sprechen…

Gretus

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Tweets zu diesem Beitrag:

  1. CashBlog Website sagt:

    Vielleicht möchte Google auch besser rausfinden, was und wie Menschen etwas suchen. Auch der Punkt was als wichtig, interessant und richtig empfunden wird, ist für Google wichtig. Vielleicht erhofft man sich von den Diensten eine Verbesserung des Algorithmus, den Google nutzt.

  2. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass Google gerne testen. Man probiert Dinge gerne direkt am Nutzer aus. Zumal mal so dem Nutzer ein Spielzeug in die Hand gibt, was nicht zuletzt die User an die Suchmaschine bindet. Ob es nun einen Einfluss hat, oder nicht.
    Ich denke nicht, dass Google Probleme hat, Suchanfragen zu bewältigen. Die Gewinne pro Suchanfragen sind so groß, dass dafür die entsprechenden Ressourcen bereit gestellt werden.
    Für mich ist es das Ausprobieren eines neuen Features, nicht mehr und nicht weniger. Google hat das immer so gemacht und man sollte derartige Entwicklungen nicht allzusehr in die Goldwage legen.
    Liebe Grüße,
    Constantin

  3. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    ich seh da schon den Versuch, den User immer weiter in die Arbeit mit einzubeziehen. Naja, mal gucken ;-)

    Grüße

    Gretus

  4. Carlos Website sagt:

    Kein mathematischer Algorithmus kann genau herausfinden, was der User tatsächlich sucht. Ich denke das spielt ein bisserl testen mit rein und sicherlich auch die Hoffnung, die eigenen SERPs zu verbessern.

  5. Constantin sagt:

    Hallo Carlos,

    ich bin der Ansicht, dass ein statistisches Verfahren über einen Algorithmus in vielen Bereichen bessere Ergebnisse liefert. Menschen sind in Ihre Bewertung oft irrational. Wer sich ein bisschen mit Marktforschung auskennt, dem sagt der Trend zur Mitte etwas. Je öfter Menschen nach einem Bewertunngsschema antworten, desto ehr tendiert die Aussage zu einem “Mittelwert”.

    Daher glaube ich nicht, dass diese Methode tatsächlich geeignet ist, um den Algorithmus zu verbessern. In Deutschland kommt ja noch erschwerend hinzu, dass die kritische Masse wohl nicht überschritten werden kann.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  6. Tobi Website sagt:

    Ich denke nicht das solche Daten in den Algo groß mit einfließen, das würde Manipulationen doch viel zu einfach machen. Mir persönlich gefällt die Sache mit den personalisierten Suchergebnissen aber gut. Ich will z.B. bei Google kein Wikipedia finden und wenn ich die Möglichkeit habe Wikipedia aus den Suchergebnissen raus zu schmeißen finde ich das eine gute Sache.

    Ich denke das ist ein Dienst der nur für den Nutzer gedacht ist und nicht um irgendwelche Daten zu bekommen um den Algo zu verbessern.

  7. C. Kiefert Website sagt:

    Hallo und guten Tag,

    ich bin der Meinung, dass Google probiert, die neuen Funktionen am User auszutesten. Anhand der Ergebnisse stellt Google sicher, inwiefern man was an neuen Tools ändern muss.
    Es kann sein, dass die Bedienung so vereinfacht ist, dass sich der Nutzer freut- Google es merkt bzw speichert- und problemlos weitergearbeitet werden kann.

    Generell stört es mich, wenn Suchergebnisse angezeigt werden, die nach meiner Auffassung, erst auf den letzten Seiten auftauchen dürfen.
    Der Filter, den Google verwendet, wird ständig aktualisiert, so dass diese Probleme zukünftig nicht weiter auftauchen dürften!

    Mit freundlichem Gruß

  8. folden Website sagt:

    Dafür, dass dies aber tatsächlich realisiert wird, sehe ich andere, pragmatisch strategische Gründe. Mit den zahlreichen reichweitenstarken Social Media Diensten (mit 100 Millionen von Nutzern und damit bei 1 Billion Internet Nutzer vielleicht um 20 % der Internet Population) hat Google eine erhebliche Konkurrenz bekommen. Auch sind Social Media bzw. Web 2.0 Anwendungen einfach im Trend, zeigen neue Nutzungsgewohnheiten und sind Bestandteil der laufenden Entwicklung. Da ist es für ein modernes Unternehmen schlicht zweckmässig diesem Trend zu folgen und ebensolche Dienste anzubieten.

    Trotzdem sind die aufgeworfenen Aspekte mit dem für und wider zur Optimierung von SERPs durchaus interessant. Irrationalität bzw. individuelle Bedürfnisse und Eigenwerbung scheinen dagegen zu sprechen, Vermeidung von Spam vielleicht dafür.