In meiner dreiteiligen Serie der vergangen Wochen habe ich mich ausführlich mit den unterschiedlichen Rankingfaktoren beschäftigt. Dabei dürfte aufgefallen sein, dass die externe Verlinkung, d.h. Backlinks von anderen Webseiten, ein elementares Kriterium für ein gutes Ranking bei Google sind.
Die Tatsache, dass es alleine durch genügend Backlinks möglich ist, eine Seite auf den vorderen Plätzen zu positio-nieren verdeutlicht noch einmal die Wertigkeit der Links. Dieses Phänomen wird zwar von Google bekämpft, auf den Ergebnisseiten der Suchmaschine lassen sich aber immer wieder durch Google Bombing gepushte Seiten finden.
Der Hintergrund dieses enormen Einflusses ist ein ganz bestimmtes Prinzip. Vor einigen Jahren noch durch den PageRank verkörpert, kursiert das Google-Prinzip heute z.B. unter dem Namen Trust-Wert. In beiden Fällen werden einige Domains definiert die als besonders vertrauenswürdig erscheinen. Dieses Vertrauen wird dann über Hyperlinks weiter gegeben.
Das Google-Prinzip beruht also maßgeblich auf Empfehlungen. Der Algorithmus geht davon aus, dass man Informationen, die man selbst als besonders wertvoll erachtet, auch verlinkt. Auf diesem Grundgedanken beruht der komplette Index wie wir ihn heute kennen. Würde man Backlinks als Rankingkriterium außen vor lassen, gäbe es massive Verschiebungen innerhalb der Suchergebnisse.
Soweit die Theorie. In der Praxis funktioniert dieses Prinzip jedoch nicht. Hier blockieren gezielte Manipulationen einiger weniger Webmaster sowie der menschliche Egoismus dessen freie Entfaltung. Mag sich das Prinzip der Empfehlungen bei großen Keywords noch objektivieren, scheitert es bei kleineren Keywords auf ganzer Linie. In Deutschland scheitert es sogar bei den Größeren, die Macht über den Index liegt in der Hand von wenigen Webmastern, die sich gezielt absprechen. Schaut man sich die Ergebnislisten großer Keywords an, sieht man wie spärlich sich diese Kontrahenten untereinander empfehlen.
Daneben gibt es noch die kleinen Webmaster, die verlinken weil sie die Information schätzen, oder das Produkt bzw. die Dienstleistung honorieren wollen, oft jedoch ohne zu wissen, welchen Einfluss ein Link auf das Ranking einer Webseite hat. Die SEOs unter den Lesern dieses Beitrages dürften wissen, wie viele Links wirklich aus Eigeninitiative gesetzt wurden und wie viele gezielt genutzt werden, um das Ranking zu manipulieren. Ich schätze den Anteil auf 80% und mehr.
Also, bei den großen gibt es gar keine Empfehlungen und auf den kleinen Webseitenbetreiber ist kein Verlass. Bleiben noch unabhängige Informationsportale wie Wikipedia, Tageszeitungen oder Social Media Portale. Wikipedia benutzt Nofollow, fällt also weg. Tageszeitungen sind eine interessanter Bereich, da von Webmastern schlecht manipulierbar. Allerdings sind diese grundsätzlich daran interessiert ihre Objektivität zu erhalten und nicht nur einige Quellen zu empfehlen. Bleiben noch die Social Media Portale, bei deren genauerer Betrachtung es jedoch sehr oft um die Generierung von Traffiv und nicht um Empfehlungen geht.
Was als wirkliche Empfehlung zur Verfügung steht und durch einen computergesteuerten Algorithmus auszuwerten ist, bleibt offen.
In meinen Augen funktioniert das Google-Prinzip einfach nicht, es ist schlicht zu anfällig für Manipulationen. Aber was bleibt Suchmaschinen wie Google? Sich wieder ausschließlich auf die Quelltexte berufen und zusätzlich manuell bewerten? In meinen Augen wäre dies vermutlich die bessere Lösung.
Ich will einen Ausblick in die Zukunft wagen. Kleine Webmaster werden es zunehmend schwerer haben ihre Webseiten dauerhaft zu etablieren. Die Luft wird immer dünner und der Traffic für den einzelnen immer weniger. Zusätzlich schenkt Google großen Portalen, insbesondere Wikipedia, immer mehr Vertrauen. Hier verlinkt man allerdings mit Nofollow. Das heißt, das Google-Prinzip wird von Google selbst ausgehebelt.
Google selbst hat anscheinend erkannt wie schlecht sich ihr eigentlich geniales Prinzip in der Praxis umsetzen lässt. Es ist wie bei so vielem, der Mensch an sich funktioniert eben immer anders als man es sich vorher ausrechnet. Ich vermute, dass Google vermehrt auf große und steuerbare Portale wie Wikipedia sowie eigene Angebote setzen wird. Dem kleinen Webmaster wird es damit schwer werden Inhalte zu platzieren und entsprechend zu monetarisieren. Was meint ihr, wo geht die Google-Reise hin?
Constantin





























Darum wird es wohl immer wichtiger werden auf Nischen zu setzten. Die “großen Keywords” sind bereits abgegrast. Auch wenn wir heute noch Traffic zu einigen guten Keyword bekommen, bin ich auch der Meinung, dass sich in Zukunft die großen Portale zu vielen Keyword vorne positionieren werden. Das macht mit Sorgen, da ja auch dabei Existenzen gefährdet sind.
Googles Zielgruppe sind die Nutzer, nicht die Website-Betreiber. Solange die Nutzer finden, was sie suchen, wird es Google egal sein, wie die Suchergebnisse aussehen. Und wenn die ersten zehn Ergebnisse alle zu Wikipedia zeigen. Webmaster werden sich allerdings immer benachteiligt fühlen. Schließlich hat man ja die beste Website im Internet und müsste eigentlich ganz oben stehen.
Sehr schöner Artikel, der es genau trifft
Hallo,
man kann das Ganze auch von der anderen Seite betrachten. Wer oben mitspielen will, muss nicht erst seit heute viel Zeit und auch Geld in Linkbuilding investieren. Wer beides in ausreichendem Maße zur Verfügung hat, hat meist auch eine interessante Webseite bzw. im Vorfeld dafür gesorgt, dass sich die Investitionen in Links und Co. auch bezahlt machen…
Grüße
Gretus
Hier wird das gleiche passieren wie es in der Welt der Printmedien ja auch passiert. Versuch doch mal eine kleine Zeitung auf die Beine zu stellen. Ohne Hilfe von großen Verlagen ist das verdammt schwierig. Das Internet füllte diese Lücke auf, es war lange Zeit recht einfach dort nach oben zu kommen.
Jetzt wird auch das Internet von einigen großen Verlagen beherrscht und wer Informationen bringen will die dort nicht erwünscht sind, fällt unten raus.
Ich sehe das gerade in einem meiner Bereiche. Seiten die korrekte und vielseitige Informationen bieten fallen nach hinten und ein paar Verlage die teilweise krasse Fehlinformationen verbreiten kommen nach vorne. Der Kunde der sich zum Thema informieren will, muss dann das nehmen was er findet und wenn es noch so falsch ist. Korrekte Informationen sind teilweise nicht erwünscht, weil man damit seinen Ramsch nicht verkaufen kann.
Gerhard Zirkel
Schöner Artikel der das Problem gut veranschaulicht. Wie Du aber ja selbst sagst hat Google das Problem mit sicherheit auch selbst erkannt. Ich denke die Jungs in Moutain View haben da schon das ein oder andere Szenario in der Hinterhand. Fraglich ist nur ob man es sich leisten kannn den Index von heut auf morgen umzustellen oder einfach mal so komplett neue Rankingfaktoren festzulegen. Damit würde Google ja mit Sicherheit ettliche große Player verärgern. Andererseits kann es Google ja egal sein
Ändert Google jedoch seinen Alogrithmus und weißt dann andere Ergebnisse aus, gewinnen vielleicht auch Suchmaschinen wie cuill.com an Bedeutung. Einfach weil man sich als User sowieso auf etwas Neues einstellen muss..
Kaum angefangen darüber nachzudenken tun sich da ganz neue Dimensionen auf…denke da könnte man nun lange darüber philosophieren. Spannend bleibt es auf alle Fälle der Entwicklung zuzusehen. Aber egal was passiert, immer dran denken: do no evil!
Servus,
bestes Beispiel was ich grad zur Hand hab ist “dermillionaer.com”! Vor 2 Monaten oder so, stand es bei eBay zum Verkauf, 25k sollten mindestens hingelegt werden. Platz 1 bei “Geld”, nach dem Verkauf nicht mehr in den Top 100 zu finden. Soviel zum Pushen…
Gruß
Moin,
ich seh’ es inzwischen so: Links zu einer Website sind Werbung. Wenn man also, auf welche Art auch immer, viele Links zu einer Website sammelt, dann macht man halt viel Werbung. Das ist wie Werbung im Fernsehen, Radio, auf Plakaten etc.
Die “Kleinen” werden es immer gegen die “Großen” schwer haben. Das ist in der gesamten Geschäftswelt so und kein besonderes Phänomen bei Google. Und wie in der normalen Geschäftswelt auch, habe ich als Konsument die Möglichkeit, zum “Großen” zu gehen oder zum “Kleinen”. Und wenn – auf die Google-SERPS übertragen – auf der ersten Seite nur die Großen stehen, ich aber bei nem Kleinen kaufen will, dann klicke ich eben auf die zweite Seite, genauso wie ich mich z.B. dafür entscheiden kann, in den kleinen Laden zu gehen statt in ein großes Kaufhaus.
So gesehen, funktioniert das Prinzip m.E. schon, passend zum Rest der Gesellschaft. Dass Google es gerne anders hätte, damit es an den Großen bei Adwords verdienen kann und trotzdem in den organischen die (vermeintlich) besten Webseiten stehen, ist eine andere Sache. Aber solange der User bei Google das findet, was er sucht, egal wessen Website es ist, dann hat Google m.E. auch zukünftig kein Problem.
Gruß
Ich halte diese Schlussfolgerung für zielmlichen Quatsch. So wie es Scriptblogger sagt: Es geht um die Meinung der Nutzer und nicht um die Meinung einiger frustrierter Webmaster.
Natürlich muss Google den Algorithmus ab und an anpassen, aber das Prinzip funktioniert doch gut. Ich muss sagen, dass meiner Meinung nach die Suchanfragen für den Nutzer oft eine gute Qualität haben.
Sehr schöner Beitrag, dem ich komplett zustimmen darf.
Gruß,
Jens!
nein die User spielen mit, die die solche Portale einfach noch mit follow verlinken
Wikipedia wirkt professionell, es erweckt einfach den Eindruck hier schreiben Profis, daher ist der Inhalt seriös,
wer guten Inhalt unseriös -für den Finden-Wollenden-präsentiert – wird verlieren
Präsentationsexperimente kann sich der private Blogger leisten, der Profi nicht,
lg
“Das Google-Prinzip ist gescheitert” Sehe ich eigentlich ganz anders und das beantwortest Du Dir tatsächlich auch selbst im Artikel. Man lese: “Was als wirkliche Empfehlung zur Verfügung steht und durch einen computergesteuerten Algorithmus auszuwerten ist, bleibt offen.” Es bleibt also offen, weil das “Google-Prinzip” erfolgreich Verschlusssache ist und das schon seit vielen Jahren. Nur weil man von außen keinen richtigen und befriedigenden Einblick bekommt, heisst es noch lange nicht, dass es ingsgesamt nicht funktioniert; ganz im Gegenteil!
Schauen wir uns die Ergebnisse von Googles Schaffen an, stellen wir fest, dass es noch immer die populärste Suchmaschine ist und das mächtige Internet quasi beherrscht.
Du wechselst während des Schreibens auch öfters die Perspektive, das zeigt wohl auch, dass es Gewinner und Verlierer geben wird. Dies läßt sich nicht vermeiden bei einem Weltkonzern, der nun doch tatsächlich über das Internet hinausgewachsen ist.
“Zusätzlich schenkt Google großen Portalen, insbesondere Wikipedia, immer mehr Vertrauen. Hier verlinkt man allerdings mit Nofollow. Das heißt, das Google-Prinzip wird von Google selbst ausgehebelt.” Momentan ist Wikipedia, was Content angeht, bestimmt unangefochten die Nummer 1. Aber eben nur momentan, schon in naher Zukunft können neue vielversprechgende Projekte wie z.B. Knol ernstzunehnmende Konkurrenten werden und damit zu Authoritäten heranwachsen.
Gruss
M. O. Hamann
Wie ich in meinen Artikeln zu den Rankingfaktoren ja bereits geschrieben habe, reicht eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung heute weit über die guten Positionen als Momentaufnahme hinaus. Und damit meine ich das was Gretus ja auch schon gesagt hat. Wer eine Website betreibt die gut rankt, beschäftigt sich mit großer Wahrscheinlichkeit eben auch mit dem puplizierten Inhalt und sorft für entsprechende Qualität.
Aber das ist gar nicht das, was ich sagen will. Klar ist es für uns SEOs schwer anzuerkennen, dass wir Jahrelang einer Suchmaschine folgen, die auf einem Prinzip funktioniert, das nicht funktioniert.
Ich denke, der Ansatz Links als Werbung zu verstehen, kommt dem recht nahe. Man muss sich die Gunst anderer Webmaster erkaufen um gut zu ranken. Und eben das ist die Kernaussage meines Artikels. Die Verlinkungen als elementares Rankingkriterium funktionieren nicht als menschliches Netzwerk (was sie müssten, um stets die “beste” Website vorne zu listen), sondern als Businessnetzwerk.
Constantin
Moin,
einer These in deinem Beitrag möchte ich widersprechen. Es ist richtig, dass Nofollow-Links keinen Trust vererben. Allerdings eignen sie sich hervorragend dafür, den schon vorhandenen Trust einer Seite auf bestimmte Keywords zu fokussieren.
Kleines Beispiel:
Eine Seite mit dem Keyword “Zahlen” will in Google unter “Zahlen” gefunden werden, hat aber drei follow-links mit dem Keyword “Ziffern”, “Rechnen” und “Zehn”
Jetzt kann der Webmaster auf der Suche nach Nofollow-links gehen und sich dort verlinken oder verlinken lassen… und zwar mit dem Linktext “Zahlen”… dies macht er vier bis fünf mal und hat somit diverse Links mit “Zahlen” auf seine Website. Google sieht dies und assoziiert das Wort “Zahlen” mit der Website des Webmasters. Gut zu sehen in den Webmastertools unter “Wie sieht google-bot meine seite”
soviel auch zum thema themenrelevante links… es ist durchaus möglich, themenfreme links auf seine seite zu schicken… auch ohne das hauptkeyword… hauptsache es kommt trust auf die seite… die fokussierung auf das hauptkeyword muss dann eben nachträglich erfolgen…
alles eigene erfahrung und es funktioniert prima…
Ich glaube du überschätzt den Einfluss der SEOs bei weitem. 80% manipulierte Links? Einige wenige Leute beherrschen den Index? Für die wichtigsten Money-Keys vielleicht – das ist aber nur ein Bruchteil des Index Und wenn du dir die Trends im Suchverhalten anschaust, weicht der gemeine Nutzer immer mehr auf den Long Tail aus. Oder wird ist der nach deiner These auch ein Oligopol?
Sorry, aber ich finde den Text ziemlich dürftig. Googles System ist von den ganzen Suchmaschinenansätzen noch am wenigsten manipulierbar und hat sich daher durchgesetzt.
Dass Tante G. auch gezielt solche Faktoren besser gewichted, die swieriger zu beeinflussen sind, hast Du immmerhin gut erkannt. Damit widersprichst Du allerdings deiner Überschrift.
ok… prinzip erkannt
Nein, ich widerspreche nicht meiner Überschrift. Das Google-Prinzip baut eben auf Links auf, zumindest so wie ich es verstehe.
Vermutlich sind sogar noch mehr als 80% der Links manipuliert, zumindest wenn man mal den dahinerstehenden Trust als Kennzahl nimmt. Genau werden wir es nie wissen, dann würden wir keinen SEO-Blog mehr schreiben, sondern eine Suchmaschine programmieren
Klar, Google ist zwar die derzeit beste Suchmaschine und hat sich durchgesetzt. Allerdings ist der gesamte Index manipuliert und nicht die Seiten mit den besten Informationen (so wie die User sie einordnen würden), sondern die Seiten mit den besten Webmastern. Dass es hier Überscheidungen gibt, ist klar. Wie hoch diese sind allerdings nicht.
Prinzipiell ist es egal nach welchem Prinzip Google Seiten bewertet. Fakt ist, jeder nutzt Google, also muss man sich anpassen.
Aber echt guter Artikel zu nem sehr interessanten Thema.