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Google, Janosch und der Sündenbock

Google | | 20.02.2010, 19:07 | 14 Kommentare

tazGoogle ist der Sündenbock einer Generation von Medienmachern, die es nie für nötig befunden hat, sich mit neuen Technologien auseinander zu setzen. Mit Janosch-Kaffeebechern hinter dem PC ergraut, unternimmt die Online-Armada bekannter Holzmedien alles, um dem Image des Suchmaschinenbetreibers weiter zu schaden…

Die Krönung der meiner Meinung mittlerweile gezielt stattfindenden Meinungsmache gegen Google, hat gestern unter der Überschrift `Google schaltet weiter NPD-Werbung´ auf taz.de stattgefunden. Zusammengefasst geht es in dem Artikel darum, dass Google der NPD die Schaltung von Werbeanzeigen über Google Adwords erlaubt.

Wie die Sprecherin von Google Deutschland in dem Artikel erläutert, erlaubt Google in Deutschland allen nicht vom Bundesverfassungsgericht verbotenen Parteien bei AdWords zu werben, solange sie sich an die Richtlinien halten. Google dulde jedoch keine Gewalt oder Hass fördernden Anzeigentexte.

Für mich persönlich eine ausreichende Erklärung, für unseren Janosch-Fan von der taz offenbar jedoch nicht. Er beendet seinen Artikel mit den Worten:

Gabriel Landgraf vom Zentrum Demokratische Kultur in Berlin fordert Google Deutschland deshalb auf, sich endlich ernsthaft mit den Inhalten der NPD zu beschäftigen. “Wenn man sich das Wahlprogramm ansieht, werden andere Menschen gezielt ausgegrenzt und ein Systemwechsel propagiert. Das ist eine Form von Gewalt.”

Nicht genau mit der Funktionsweise der Anzeigenschaltung via Google vertraute Leser bekommen schnell den Eindruck, Google würde in irgendeiner Form mit der NPD solidarisieren bzw. rechte Parteien gezielt bei deren Propaganda unterstützen.

Google ist der Sündenbock eines Staates, der nicht mehr dazu in der Lage ist, offensichtliche Missstände auf politischer Ebene zu klären. Solange man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch TV-Spots wie diesen hier und auf taz.de Werbeanzeigen für eine elitäre Singlebörse findet, wird sich kein Janosch, und übrigens niemals auch die NPD, bei der Generation neuer Internetnutzer durchsetzen ;-)

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Gerry sagt:

    … und wenn Google solche Anzeigen nicht mehr schalten sollte schreien wieder alle Google würde zensieren.

  2. F. sagt:

    Naja, von Google zu fordern, es möge doch bitte keine Naziwerbung schalten, wo doch Google selbst in seinen AGBs ausschliesst, “Hass und Gewalt fördernde” Werbung nicht zu schalten, finde ich keine “Meinungsmache gegen Google” sondern völlig legitim.

  3. Gretus sagt:

    Hallo Gerry,

    das mit Sicherheit. Google ist Suchmaschinenbetreiber. Es ist weder deren Aufgabe, für Meinungsfreiheit in China zu sorgen noch Anzeigen einer leider in Deutschland immer noch genehmigten Partei zu sperren…

    Grüße

    Gretus

  4. webSimon Website sagt:

    NPD = böse

    Google = Unternehmen

    Aufgabe eines Unternehmens: Gewinn machen.

    Aufgabe von Eltern, Schulen, Vorbildern etc.: Gut und Böse erklären.

    Es ist ein bisschen zu viel verlangt, Google jede Anzeige auf gesellschaftliche Akzeptanz kontrollieren zu lassen. Myblog hat ja angekündigt, dies zu unterbinden.

    Sehr kluger Einfall, das Ganze als gezielte Reputations-Schädigung zu betrachten.

  5. sl Website sagt:

    @Gerry: Jup, haste in jedem Falle recht.

    @Heiner: Ich denke mal das ist der Knackpunkt. Wo beginnt Verantwortung, wo die Verpflichtung? Wer ist in der Pflicht? Die Schaltzentrale (ich sach mal Google), die Politik oder der Leser, der entscheidet ob er auf derlei Werbung klickt. Angebot macht Nachfrage. (okay nicht immer, vielleicht auch in diesem Falle nicht).

    Kann man Big G. mangelnden Courage vorwerfen? Oder der Politik versagen?

    Ciao Seba

  6. Gretus sagt:

    Hallo,

    Kann man Big G. mangelnden Courage vorwerfen? Oder der Politik versagen?

    Schwer zu sagen, in jedem Fall aber der taz aber einen wirklich miesen Artikel ;-)

    Grüße

    Gretus

  7. Jimbo sagt:

    Angesichts der Macht die Google hat Informationen zu manipulieren ist es völlig legitim Google scharf zu kritisiren. Keine Gnade mit den Mächtigen.

  8. Jimbo sagt:

    Habe vergessen einen wichtigen Beitrag zu Google und Meinungsmache zu linken. Hier ist er…

  9. Alf Website sagt:

    Solange die Politiker es nicht auf die Reihe bekommen eine solche Partei zu verbieten brauch sich Google wohl auch kaum daran Bemühen solche Partein Google Adsende zu verbieten. Die Partei wurde als Legal von der Bundesregierung eingestuft und somit darf sie auch Werbung machen. Da hat Google als Marketingunternehmen nichts mehr mitzutun. DIe machen nur ihren Job. Klar die NPD sollte endlich verboten werden, aber Google kann da wohl am wenigsten für tun.

  10. sl Website sagt:

    @Re:Gretus – “Schwer zu sagen” … lol … hast Du irgendwie Recht – so wie die Schuld von A nach B geschoben wird, bleibt für uns nur ein “undurschichtiger Blick drauf”…

    Ciao Seba

  • Mark: Erstaunliches Ergebnis, damit hätte ich nicht gerechnet!
  • Harald Tschuggnall: Bei uns hat sich nicht viel getan einige nach oben einige nach...
  • azella: Also für die meisten Ergebnisse der Studie reicht auch gesunder...
  • Diet: Ich hab noch nie von einem konkreten Fall gehört in dem das eingetreten ist....
  • Stefan: Dann bin ich mal gespannt…
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