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Google lügt nicht

Google  |   |  , 20:11 Uhr  |  16 Kommentare

Kaum etwas anderes lässt so tief in unsere Seele blicken wie die von uns bei Suchmaschinen eingegeben Suchbegriffe. Der Suchschlitz von Google ist der Hüter unserer größten Geheimnisse, unser intimsten Wünsche und unser abartigsten Neigungen…

Sämtliche bei Suchmaschinen eingegebenen Begriffe sind längst keine Geheimnisse mehr. Fein säuberlich werden sie aufgezeichnet, unserer Person zugeordnet und neuerdings auch bei der Ergebnisaufbereitung zukünftiger Suchanfragen mit berücksichtigt.

Datenschützer laufen gegen diese Entwicklung Sturm. Sie befürchten, personenspezifische Daten könnten irgendwann missbraucht werden und verlangen, dass der Mensch sich auch zukünftig frei im Internet bewegen können muss. Sie sind der Überzeugung, man müsse technologischen Neuerungen Einhalt gebieten, welche den Menschen immer mehr nicht als Wesen aus Fleisch und Blut, sondern als Nummer errechnet aus Daten behandeln.

Tatsache ist, dass Milliarden Menschen das Internet mit ihren Informationen füttern, man diese mittlerweile als ein Teil unserer Geschichte ansehen kann, sie aufbereitet und dauerhaft verfügbar gemacht werden müssen. Da wir hierbei nicht um die Hilfe von Maschinen herum kommen, stellt sich im Prinzip nur noch die Frage, ob wir die Informationsaufbereitung im Internet komplett einer Maschine, wie es momentan scheint also Google, überlassen sollten, oder ob wir so weit es uns eben möglich ist, die Informationsflut im Internet selbst kontrollieren, sprich also bestimmte Inhalte löschen, sperren oder nicht speichern sollten?

Einige der im obigen Bild von Google gemachten Vorschläge zu bestimmten Suchanfragen haben mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Zum Verständnis sei noch einmal kurz erklärt, dass Google die in den Suchvorschlägen genannten Alternativen aus den in der Vergangenheit gemachten Suchvorgängen errechnet, uns also schonungslos das präsentiert, nach was wir aller Wahrscheinlichkeit tatsächlich suchen wollen.

Wie etwas weiter oben erläutert, stehen wir nun vor der Entscheidung, die uns von einer Maschine dargebotenen Informationen so zu akzeptieren oder in diesem konkreten Fall z.B. Google darum zu bitten, einige der gemachten Vorschläge manuell zu entfernen.

Auf das gesamte Internet übertragen bedeutet dieser konkrete Fall die Frage, ob letztendlich von uns selbst mehr oder weniger bewusst gemachte Angaben auch zu unserem Nachteil verwendet werden dürfen oder anders ausgedrückt, unsere größten Geheimnisse, intimsten Wünsche und abartigsten Neigungen irgendwann öffentlich gemacht werden sollten?

Eine eindeutige Antwort und damit ein versöhnliches Ende für diesen Artikel ist schwer zu finden. Nach langem Nachdenken bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es womöglich besser ist, die über den Menschen gesammelten Informationen schonungslos darzulegen und gnadenlos gegen ihn auszunutzen.

Machen wir uns nichts vor, auch die Weihnachtszeit kann nicht darüber hinweg täuschen, in welcher Welt wir leben. Der beste Datenschutz ist vielleicht tatsächlich die Offenlegung sämtlicher unserer Daten. Wir können Google zwar bitten, Papas Handlungen ungeschehen zu machen, ob er diese dann aber zukünftig unterlässt steht auf einem anderen Blatt…

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Karin Website sagt:

    Kein Wunder, wenn da die Datenschützer Sturm laufen. Aber warum nur hier? Sind wir nicht demnächst sowieso „gläsern“? Entwicklungen wir RFID-Chips an unserer Kleidung (die dem Verkäufer signalisieren, was wir alles an Kleidungsstücken, inkl. Dessous bevorzugen) oder die Gesundheitskarte, wo der Arbeitgeber bei der Betriebsuntersuchung nicht nur erkennen kann, woran wir leiden, sondern sogar, woran wir zukünftig erkranken könnten (aufgrund Erbinformationen). Wo fängt Datenschutz an und wo hört er auf? Wir sollten das schon selbst entscheiden dürfen, wem wir welche Informationen geben, nur wie wollen wir das tun?

  2. Gretus Website sagt:

    Hallo Karin,

    das es wahrscheinlich tatsächlich auf ein derartiges Szenario hinaus laufen wird, stellt sich unter den oben aufgeführten Aspekten die Frage, ob eine total auf wirtschaftliche bzw. egoistische Interessen aufbauende Kontrolle der Menschheit nicht des Menschens Schicksals würdig wäre?

    Das Internet bzw. Google ist immer das Böse, das uns doch so lieben Menschen unsere Freitheit raubt. Tatsächlich aber willst Du gesagt bekommen, welche Dessous Dir stehen, Du würdest gerne schon jetzt etwas gegen zukünftige Erkrankungen unternehmen und versuchst bei jeder Gelegenheit, Deine Meinung kunzutun. Ist es nicht so?

    Grüße

    Gretus

  3. Don Sunny sagt:

    Ich verstehe echt nicht warum Goockle es nie schafft, beim „Einführen“ neuer Techniken auch mal auf altbewährtes zurück zu greifen bzw. sich mal Gedanken macht, wie man die neue Erungenschaft mit dem schon vorhandenen verbessern kann. Da gibt es z.B. einen knallharten Bildfilter, wonach alle Bilder von einer Webseite hinter dem Filter landen, nur weil auf der betreffenden Webseite 3, 4 mal das Word „Hardcore“ vorkommt. Und bei den Suchvorschlägen werden einfach mal die perversesten Abstrusitäten dargeboten, wo dann jeder 9jährige natürlich neugierigerweise mal drauf klickt. Wenn interessiert da noch der Datenschutz bei solchen Missständen?! Also gleich Google mit hinter die Kindersicherung verbannen…

  4. Phil Website sagt:

    Servus,

    hab zuvor noch gar nicht drüber nachgedacht. Suggest ist zwar allgegenwärtig – aber die „Beispiele“ sind schon hammerhart. Hab die wohl bis dato immer überlesen.

    „unsere größten Geheimnisse, intimsten Wünsche und abartigsten Neigungen irgendwann öffentlich gemacht werden sollten?“

    Ich denke dass es bei derlei sogar angebracht ist. Das diese Dinge bekannt werden sollten (wenn gleich jetzt nicht ausschliesslich im G Suggest Sinne) – denn sonst gibts immer wieder solche Fälle wie Rothenburg – was wohl ohnehin nicht ausbleiben wird, bei 8 Milliarden Menschen. Tendenz steigend.

    „die über den Menschen gesammelten Informationen schonungslos darzulegen und gnadenlos gegen ihn auszunutzen.“

    Zumindest in derlei Fällen…

    Die einzige vorgeschlagene „Suche“ worüber man echt schmunzeln kann – ist die mit dem Eisbär. Da haben sich wohl zu viele in Knut vernarrt. @Die anderen: Einfach nur derbst.

    „in welcher Welt wir leben“

    lol – das „schlimmste“ wissen wir ja noch gar nicht, denke mal da wird einiges unter den Teppich gekehrt- bei den Reichen und mächtigen dieser Welt.

    Cya
    Phil

  5. Simon Website sagt:

    Versucht es mal mit „wie plane ich einen“ …

  6. Heiko Website sagt:

    Das Ganze ist schon irgendwie bedrohlich zu wissen, dass eigentlich irgendeine Firma oben in Mountain View quasi wirklich alles weiß. Sollten diese Art von Eingaben, wie oben beschrieben, dann noch Personen zugeordnet werden, bspw. H. Schmidt sucht nach gern nach xy…

    OK, gibt’s ja schon in Form der personalisierten Suche, nur dass man halt eine ‚ID‘ inkl. IP hat, na ja. Ok, try „Google ist“ …

  7. Alf Website sagt:

    Erschreckend, einfach nur erschreckend. Zum einem bekommt man Angst wenn man sieht was viele Menschen im Internet tatsächlich so suchen. Zum anderen fühlt man sich beobachtet und kontrolliert bei dem was man tut. Klar in unserer Gesellschafft ist man so oder so gläsern, aber das ist kein Grund für Google auch auf diesen Zug aufzuspringen auch mitzumachen.

  8. Gretus Website sagt:

    Hallo Alf,

    Google macht nicht bei irgendetwas mit oder nicht, sondern präsentiert uns lediglich das Spiegelbild unserer gemachten Angaben im WWW. Wenn tatsächlich so viele entsprechende Suchen bei Google eingeben, dann sollte es Google meiner Meinung auch so stehen lassen…

    Grüße

    Gretus

  9. t. schmidt sagt:

    Die Vorschläge von Google können sowohl komisch, als auch erschreckend sein. Bin auch schockiert, was man am meisten im Internet sucht…

  10. Ulrich Trum Website sagt:

    Mich schokiert das auch. Vor allem finde ich es schlimm, wie der Datenschutz verloren geht, vor allem eben für die betroffenen Personen.

  11. Ralf Zmölnig Website sagt:

    Eine Zensur dessen ist nur wieder ein Wegtauchen vor der Realität und ein oberflächliches Behandeln der Symptome. An den Ursachen ist damit nicht zu rütteln. Hier gehe ich mit der Meinung konform, dass das nicht Google anzulasten ist.

    In Sachen Kinder ist dass natürlich bedenklich, hier sind in meinen Augen aber Verantwortungsgewußte und aufgeklärte Eltern gefragt entsprechend zu reagieren. Sie schleppen Ihre Kinder ja auch nicht in die Peepshow, dementsprechend müssen sie hier halt auch Sumas wie http://www.blinde-kuh.de/ bedienen, und ggf. die Nutzung von Google „untersagen“. Dann sollten sie aber gleich beim Fernsehkomsum weitermachen!

  12. Martin Schmieder Website sagt:

    Ich schließe mich meinem Vorredner an, eine Zensur kann keine Lösung sein. Vielmehr sollten uns diese Ergebnisse nachdenklich machen und daran erinnern, dass wir in einer Welt leben , die von keiner rosaroten Brille rosarot gesehen werden darf.
    Außerdem darf man nicht vergessen, dass auch Betroffene und Opfer dadurch einen Vorteil davon haben, wenn Sie bemerken, dass sie nicht allein sind und viele Menschen ihr Leid teilen.

  13. Olaf Kopp Website sagt:

    Ich finde bei diesem Beitrag auch eher erschreckend nach was so viele User suchen. Diese Diskussion über Datenschutz & Co. finde ich hingegen ein bisschen zu opportunistisch durch Medien gesteuert. Wozu sammelt Google in erster Linie die Daten? Um sich durch diese Wissen einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu sichern. Natürlich kann es irgendwie Angst machen, was Google alles meiner IP zuordnen kann. Mir allerdings nicht, da ich mit mir und meinem tun und handeln im Reinen bin und deshalb nicht das große Problem damit habe, wenn jemand weiss was ich im suche oder mache…

  14. Frank sagt:

    Kurze Verständnisfrage: Das hinter jedem Suggest mit angezeigte Ergebnis zeigt doch aber nicht die Suchhäufigkeit der Suchphrase sondern vielmehr die Trefferanzahl an oder? Oder wie ist der Ergebniswert genau zu verstehen?

  15. Daniel Website sagt:

    Mit Google Trends lässt sich auch ein echtes Bild der Menschheit machen: Selbstmord zu Weihnachten 09

  16. Perso sagt:

    Das stimmt – ich habe mich auch schon oft gefragt, was diese Vorschläge sollen. Interessant aber, was die Menschen so bewegt, gerade bei intimeren Themen!

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