Jeder von uns benutzt, meistens ohne es überhaupt zu wissen, täglich den Dienst so genannter DNS-Server. DNS steht hier für Domain Name System. Die Aufgabe dieser Systeme ist die Zuordnung von Domainnamen zu IP-Adressen. Möchte man also wieder einmal die Domain www.seo-united.de besuchen und fragt diese über den Browser an, leitet dieser die Anfrage an einen DNS-Server. Dieser weiß, dass sich die Domain auf der IP 85.13.143.103 befindet und leitet die Anfrage entsprechend über die Traceroute durch.
Um den Service möglichst performant zu gestalten, verteilt sich der Dienst über tausende Server auf dem gesamten Globus, die sich gegenseitig auf dem Laufenden halten und über Veränderungen informieren.
An welchen DNS-Server man letztendlich seine Anfrage richtet, entscheidet im Normalfall der Provider. Ist man damit jedoch nicht zufrieden, kann man den DNS-Server selbst bestimmen. Unternehmensnetzwerke greifen in der Regel sogar auf eigene DNS-Server zurück.
Als einen weiteren technischen Service bietet Google nun einen solchen DNS-Service an, den Google Puplic DNS. Wer die Testphase des kostenlosen Services von Google nutzen möchte, kann die IP-Adresse 8.8.4.4 bzw 8.8.8.8 als DNS wählen und somit laut Aussage von Google die eigenen Zugriffszeiten auf Internetangebote beschleunigen. Aktuell ist die Verarbeitungszeit der Requests allerdings noch nichts wirklich besonderes. Bei meinem Test antwortete der Google Public DNS zwar durchaus schneller als der DNS-Server meines Providers, aber das nächste Google-Rechenzentrum ist auch nur wenige Kilometer entfernt. Um den Geschwindigkeitsvorteil also für alle nutzbar zu machen, müsste Google weitere Server verfügbar machen.
Als Betreiber eines solchen Dienstes lässt sich allerdings sehr genau analysieren, wer, wann und von wo welche Domains anfragt. Ist die Nutzungsdichte hoch genug, lässt sich daraus folglich der Traffic einer Internetseite ziemlich genau bestimmen. Für eine Suchmaschine sind diese Daten über das Nuzerverhalten natürlich sehr interessant.
Darüber hinaus hat man als Betreiber eines DNS-Servers selbstverständlich auch die Möglichkeit, die Daten zu manipulieren. Um bei dem obigen Beispiel zu bleiben, kann es also passieren, dass die Domain SEO-united.de nicht mehr an die richtige IP durchgereicht wird. Google selbst beruft sich vorsichtshalber schon einmal darauf, dass man von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen wird.
Neben dem selbstlosen Ziel, die Zugriffszeiten auf Websites zu verkürzen, dürfte aber noch eine weitere Motivation hinter der Veröffentlichung des Dienstes stehen. Wer über DNS-Daten verfügt, der kommt DNS-Cloaking wesentlich besser auf die Spur. So darf der Google Public DNS auch als Warnschuss an die Blackhat-SEOs gesehen werden.
Constantin
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Ich ahne ja auch nichts böses, wenn bei Vertippern auf einmal Suchvorschläge angeboten werden und das wieder ein nicht geringer Anteil an Einnahmen im Weltmachtunternehmen Google wird….