Es fallen Begriffe wie Macht, Gewalt, Ohnmacht, Allmacht, Ermächtigung und Identität, wenn Mitglieder des Goethe Instituts über das Phänomen Sprache philosophieren. Seit Jahren befassen sich dort ansässige Wissenschaftler mit unserer Sprache, mit deren Einfluss auf unsere Gesellschaft und der Frage, welche Eigenschaften eine Sprache denn so besonders machen…
Wie der Google Übersetzer funktioniert
In dem Artikel `Googlen in fremden Zungen´ wird dagegen beschrieben, wie die Suchmaschine Google mit Sprache umgeht. Um den hauseigenen Übersetzer Google Translate weiter auf den Weg zu bringen, setzt Google hierbei weniger auf philosophische Herangehensweisen als auf pure Rechenpower.
Google reduziert Sprache auf mehr oder weniger zusammenhängende Wörter bzw. Wortfetzen. Die Funktionsweise von Google Translate ist erstaunlich simpel. Durch einfachen Abgleich mit bereits existierenden Übersetzungen, z.B. denen der Bibel, analysiert die Software noch unbekannte Texte auf das Vorkommen identischer Strukturen und spuckt eine mehr oder weniger fehlerfreie Übersetzung in eine andere Sprache aus.
Wo Sprachwissenschaftler die Hände über den Kopf zusammenschlagen, ist Franz Josef Och, Chefentwickler von Google Translate, der festen Überzeugung, das Erlernen anderer Sprachen bereits in naher Zukunft praktisch überflüssig machen zu können.
Je häufiger seine Software genutzt wird, desto bessere Ergebnisse liefert sie. Ähnlich wie ein Kind den Zusammenhang zwischen einem Wort und einem Gegenstand nach und nach versteht, lernt Google Translate bei jedem Abgleich mit bereits gemachten Übersetzungen den Zusammenhang zweier in unterschiedlicher Sprache geschriebener Wörter und weiß diese mit der Zeit, ähnlich wie das Kind auch, immer besser zuzuordnen.
Dass Google bei sämtlichen seiner Dienste einfache Rechenleistung als Erfolgsgarant ins Rennen schickt, ist nichts Neues. Neu dürfte jedoch die Erkenntnis sein, dass Google mit diesem Prinzip selbst bei der für Maschinen schwierigsten Aufgabe, nämlich der simultanen Übersetzung in eine andere Sprache, als Sieger hervorgehen wird.
Sprache ist mehr als der Abgleich von Daten, werden Wissenschaftler des Goethe Instituts nun anmerken. Das Kind muss nicht nur ein Wort mit einem Gegenstand in Beziehung bringen, sondern kann das Wort in dessen Zusammenhang auch ganz unterschiedlich benutzen. Anders gesagt, wird eine Maschine niemals fehlerfrei sprechen, geschweige denn sich zu einer identischen Sache unterschiedlich äußern können.
Die Zukunft von Google Translate
Dass die Suchmaschine Google immer noch Fehler macht, kann man auf der mit Hilfe von Google Translate gemachten Übersetzung dieses Artikels erkennen.
Die Fehler werden nach und nach verschwinden, da ist sich Franz Josef Och sicher. Emotionale Äußerungen, also Begriffe wie Macht, Gewalt, Ohnmacht, Allmacht oder Ermächtigung, werden von ihm übrigens auch auf einfache Daten reduziert. Im Überfluss vorhandene Rechenpower wird längst auch genutzt, um verbal gemachte Äußerungen auf deren emotionalen Context hin zu untersuchen…
Gretus





























Die Einfachheit, wie Google das macht ist schon bemerkenswert. Das fantastische finde ich ist, dass Google damit das Lernen für Computer neu definiert hat. Denn ich bin auch der Meinung, dass das Lernen der Sprache bei Kindern genauso funktioniert. Sie hören den Eltern zu und sprechen nach. Das macht Google im übertragenen Sinne auch. Es vergleicht die Bibelübersetzungen mit neuen Texten und übersetzt genauso nach dem Vorbild und lernt somit nie aus. Wenn man sich die Übersetzungen von Google betrachtet, dann habe die im letzten Jahr sehr deutlich an Qualität dazu gewonnen und das in nahezu allen Sprachen. Ich denke in Zukunft wird man gesprochenes direkt mit dem Handy übersetzt bekommen und kann dann wirklich mit jedem auf der Welt reden. Für mich eine tolle Vorstellung.
Mein Kompliment, eure Artikel sind immer toll. Danke für die viele Infos.
Viele Grüße Jörg
Och verrät in keinem (mir bekannten) Interview, dass der Google-Übersetzer Englisch als Interlingua verwendet, um zwischen 52 angebotenen Sprachen zu übersetzen. So zumindest unsere kleine Evaluation.
So nimmt wohl jeder an, dass der Google-Übersetzer auf 2.652 statt auf 51 Übersetzungsmodelle setzt und ist davon fasziniert
Gretus, das ist Dir mal wieder ein wirklich guter Artikel gelungen, vorallem die Schreibweise ist spitze! Allerdings muß ich Jörg hier teilweise widersprechen, Kindenr hören vergleichsweise wenig Wörter, verglichen mit den imensen Daten die Google nicht nur bisher schon intus hat.
Ich vermute mal, Google übersetzt jeden Tag mehr Wörter als wir in unserem ganzen Leben hören & sprechen, daher ist die Leistung doch eigentlich immer noch ziemlich dünn. Wir dürfen auf jedenfall gespannt sein, dieser Dienst ist einer von denen, dessen volles Potential heute noch kaum abzusehen ist.
Letztendlich sehe ich darin schon ein gewaltiges Potential. Wenn man die Art zu lernen jetzt noch ein kleines bisschen erweitern würde, wäre es wirklich dasselbe wie das erlenen einer neuen Sprache. Konjugationen ect. lernt ein Kind ja auch nur auswendig und kann sie nicht einfach so. Gerade wir Deutsche sollten das am besten wissen, da unsere Sprache ja scheinbar nur aus Unmengen von Ausnahmen besteht.
“Konjugationen ect. lernt ein Kind ja auch nur auswendig”
Das stimmt nicht. Meine zweijährige Tochter sagt z.Z. immer “gereitet” und “weggeschwimmt”, d.h. Kinder stellen Regeln auf, die anfangs noch zu ungenau sind, aber dann immer weiter verfeinert werden. Im Gegensatz zum Menschen pfeift Google Translate auf Regeln, und lernt alles anhand gigantischer Datenmassen auswendig.