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Hut ab vor Onkel Google!

Google  |   |  , 20:40 Uhr  |  17 Kommentare

Eine der wichtigsten Meldungen diesen Jahres dürfte die Ankündigung von Onkel Google sein, schon bald Behavioral Targeting, also aufgrund des bisherigen Surfverhaltens orientierte Werbung zu schalten…

Bislang war es so, dass Google seine Werbung lediglich am Inhalt der Webseite bzw. des jeweiligen Onlineangebots ausgerichtet hat. Zukünftig wird durch Google eingeblendete Werbung zudem auch an den Besucher einer Webseite angepasst, an jeden einzelnen und zwar rückwirkend.

In der Praxis sieht das Ganze dann so aus, dass man in seinem Google-Profil Vorlieben für bestimmte Themen angeben bzw. bestimmte Themenbereiche ausschließen kann, zum anderen aber möglicherweise interessante Themen auch von Google selbst evaluiert und in Werbeeinblendungen angezeigt werden.

Person A interessiert sich also z.B. vermehrt für Geldanleihen, Luxusgüter und teure Autos, und bekommt auf seinen zukünftig besuchten Webseiten Reiseangebote von den Kanaren angezeigt. Person B dagegen besuchte in der letzten Zeit viele Seiten zum Thema Hartz IX, fährt offensichtlich Fahrrad und bekommt auf seinen Webseiten zukünftig Ferienangebote aus Posemuckel präsentiert.

Googles Ankündigung, Behavioral Targeting nun vermehrt einzusetzen, hat wie immer für reichlich Aufsehen gesorgt. Ein Großteil der Kritiker ging hierbei jedoch lediglich auf die hierfür erforderliche Datenspeicherung, also der Speicherung der von den Internetnutzern besuchten Webseiten bzw. genutzten Angebote ein.

Ich persönlich habe mich längst damit abgefunden, dass meine Daten an jeder Ecke gespeichert werden, anderen zur Verfügung stehen und theoretisch auch missbraucht werden können. Ehrlich gesagt, ist es mir egal, da ich der Meinung bin, dass ich den meisten gar nicht so wichtig bin und ich im Zweifelsfall auch nichts zu verbergen habe.

Unwohl wird es jedoch auch mir, wenn jemand meine in der Vergangenheit gesammelten Daten dazu nutzen will, mir zukünftig auf mich zugeschnittene Informationen oder auch nur Werbung anzeigen zu wollen. Wenn ich selbst schon nicht weiß, warum ich irgendwann einmal irgendeine Webseite besucht bzw. mich für irgendein Thema interessiert habe, traue ich dieses auch einer Riesenmaschinerie wie Google nicht zu.

Ich fahre Fahrrad, bin zum Glück nicht auf Hartz IX angewiesen, liebe Posemuckel und würde gerne auch weiter von einem Urlaub unter Palmen träumen. Ob Google das jemals unter einen Hut bekommt?

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. […] Hut ab vor Onkel Google! « Google Tags: behavioral targeting, Cookie, Google […]

  2. Sascha Website sagt:

    Weils anscheinend kein einmaliger Ausrutscher im Text ist: Behavioral Targeting schreibt man mit weichem G 😉

    Schöne Grüße,
    Sascha

  3. Gretus Website sagt:

    Hallo Sascha,

    stimmt. Ich hatte mich so auf die Rechtschreibung von Behavioral konzentriert, dass ich das glatt übersehen habe…

    Grüße

    Gretus

  4. Kopfschüttler sagt:

    Diese Aussage…

    „Ehrlich gesagt, ist es mir egal, da ich der Meinung bin, dass ich den meisten gar nicht so wichtig bin und ich im Zweifelsfall auch nichts zu verbergen habe.“

    …finde ich eher erschreckend. Hatte wir diese Einstellung „ist mir egal“ und „ich habe nichts zu verbergen“ nicht schon mal in ähnlicher Form vor 70 Jahren?

    Also aus meinen Websites fliegt sämtliche Google Werbung raus – es gibt genug Alternativen!

  5. Marcel Website sagt:

    Hab dazu heute schon zwei Emails von Google im Postfach gehabt. Man soll dazu ja die Datenschutzbestimmungen auf seinen Webseiten anpassen. Der Beispiel Text in der Adsense FAQ ist dazu nicht gerade Top. Weil die User erfahren damit nicht welche Daten wie gespeichert werden, sondern nur was generell nicht gespeichert wird.

  6. Gerhard Zirkel Website sagt:

    Auch ich überlege ernsthaft auf Google Werbung künftig zu verzichten. Klar, Google war schon immer böse und hat Menschen ausspioniert – aber irgendwann muss doch mal Schluss sein damit.

    Die Aussage „Ist mir egal“ ist natürlich genau das, was beabsichtigt ist. Hat einer diese Einstellung kann man ihm praktisch alles unterjubeln.

    In diesem Fall geht es zwar nur um Werbung, aber es ist ein weiterer Schritt, den Menschen daran zu gewöhnen dass seine Daten immer und überall frei verfügbar werden – irgendwann ist der Punkt gekommen an dem es gegen uns eingesetzt werden kann – irgendwann wird uns das Surfverhalten von vor 5 Jahren zum Verhängnis, weil wir damals irgendeine Seite angesurft haben die mittlerweile vielleicht dem Staat nicht mehr gefällt etc …

    Momentan sieht freilich alles noch ganz harmlos aus, aber wer weiß wie es in 5 oder 10 Jahren aussieht – politische Systeme sind schnell mal von „gut“ nach „böse“ gekippt …

    Gerhard Zirkel
    der langsam vorsichtiger wird

  7. Gretus Website sagt:

    Hallo Gerhard,

    tatsächlich hatte gestern nach dem Schreiben dieses Beitrages auch das Gefühl, dass wir langsam aber sicher eine Grenze überschreiten…

    Auf der anderen Seite ist mir die ganze Datengeschichte tatsächlich mittlerweile egal. Ich hasse nichts mehr, als wenn in einem Internetforum irgendwelche Leute den Überwachungsstaat kritisieren und sich im Anschluss ein neues Handy kaufen, nur noch im Internet bestellen und auch sonst jeden Hype mitmachen.

    Mittlerweile ist es schick, immer den Zeigefinger zu heben. Meiner Meinung nach bekennt man sich entweder dazu, auch ein Internetjünger zu sein oder zieht den Stecker.

    Grüße

    Gretus

  8. Gretus Website sagt:

    Hallo,

    kleine Ergänzung noch: Man muss mit dem Übel arbeiten und es Stück für Stück besser machen, nicht immer einfach nur dagegen 😉

    Grüße

    Gretus

  9. […] ich gerade auf SEO-United und eben auch selbst per Email erfahren habe (Post von Google), will und wird Google in einigen […]

  10. Kai Website sagt:

    Soweit ich das gestern gesehen hab, ist es doch sogar möglich diese neue Funktionalität in den Kontoeinstellungen abzuschalten.

  11. Gretus Website sagt:

    Hi Kai,

    genau, mittlerweile lässt Google einem die Wahl. Auf Dauer jedoch wird man natürlich auch gedrungen´, irgendwelche Dienste dann auch anzunehmen…

    Grüße

    Gretus

  12. Constantin sagt:

    Hallo,

    super Beitrag! Ich denke, viele wissen gar nicht, was mit ihren Daten passiert. Der herkömmliche User weiß ja nichtmal was Werbung ist geschweige denn, wo diese herkommt.

    Ich für meinen Teil denke allerdings, dass diese Revolution gar nicht durchsetzbar ist. Eine Maschine ist nicht in der Lage die Intention meiner Suche zu erkennen. Ob ich nun wirklich ein Attentäter bin oder nur auf der Suche nach Informationen für ein Referat bin, bleibt im Verborgenen. Hinzu kommt, dass viele Computer von mehreren Leuten benutzt werden und so keine Differenzierung möglich ist.

    Die angezeigte Werbung wird sich auch nicht in dem Ausmaß verändern, wie vielerorts angekündigt.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  13. Matti Website sagt:

    Ich bin ja mal gespannt wie sich das auf die Klickraten auswirkt. Ich würde meinen daß sehr viele Klicks nur zustande kommen weil Seitenbesucher die Werbung als Teil der Webseite ansehen und deshalb darauf klicken. Wenn nun aber die Werbung nicht mehr zum Seiteninhalt passt müssten die Klickraten eigentlich nach unten gehen. Andererseits sollten bewusste Klicks auf die Werbung steigen. Jetzt ist nur die Frage welcher Effekt stärker ist. Google gewinnt auf jeden Fall da sie weniger versehentliche Klicks und mehr absichtliche Klicks generieren. Für den Seitenbetreiber aber vermutlich ein Nullsummenspiel.

  14. Sebastian Website sagt:

    Google und die Daten! Wenn ich alle meine Wünsche, Daten usw. im Netz gedankenlos hinterlegen würde, bekomme ich wahrscheinlich demnächst Werbeanzeigen oder Nachrichten von google, dass meine Nachbarin in zwei Wochen aus der Wohnung auszieht, die ich schon vor 3 Jahren haben wollte oder ich meinen geplanten Urlaub besser auf ein anderes Land verlegen sollte, weil meine vorletzte Ex mit dem Neuen exakt das gleiche Hotel gebucht hat und ich mir doch den Ärger ersparen möge. Je mehr ich preisgebe umso durchsichtiger wird man. Künftig kann man sich dann vielleicht noch (überspitzt gesagt) Bewerbungsanschreiben inkl. Lebensläufe ersparen oder Biographien. Finde auch die Sache mit dem Behavioral Targeting ist doch nur bedingt oder zeitlich sinnvoll. Ich müsste ja meine Vorlieben ständig ändern um die passenden Angebot für mich angezeigt zu bekommen. Sollte ein Hartz4 den Jackpot knacken, wird er künftig ganz andere Ansprüche haben und wenn er die Millionen rausgehauen hat, dann die wieder die alten.

  15. Gretus Website sagt:

    Hallo,

    das Problem an der Sache ist, dass man durch personalisierte Infomationen bzw. in diesem Fall Werbung in eine Schiene bzw. Schublade gedrückt wird, aus der man schwer wieder heraus kommt.

    Google gibt an, auf meine Bedürfnisse zugeschnittene Werbung anzuzeigen, dabei schneidet die Werbung meine persönliche Entfaltung ein. Der Grat ist schmal, ich würde gerne die und die Werbung sehen, kann es aber gar nicht mehr…

    Grüße

    Gretus

  16. chris Website sagt:

    In Youtube hat man unter Einstellungen bereits die Möglichkeit ob man Werbung angezeigt bekommen möchte, die auf Surf und Schauverhalten passende Werbung anzeigt. […] Hier kann man es ab-und anschalten – komplett.

  17. David Website sagt:

    Hut ab? Du meinst wohl eher „Hosen runter“, oder? 🙂

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