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Ist Google-Autocomplete rufschädigend?

Google  |   |  , 14:58 Uhr  |  12 Kommentare

GoogleDa man im Zuge des medialen Hypes um Bettina Wulffs fragwürdige Vergangenheit mittlerweile nur noch ein Be… in den Suchschlitz von Google eingeben muss, um automatisierte Vervollständigungen wie zum Beispiel Bettina Wulff Esc*** zu erhalten, stellt sich so langsam die Frage, ob die von Google bei angefangenen Suchanfragen automatisiert gemachten Vorschläge zumindest bei Anfragen zu Personen nicht womöglich doch ruf-schädigend sind…

Was ist Google-Autocomplete?

Google-Autocomplete ist eine Erweiterung der Internet-Suchmaschine Google, bei der dem Suchenden bereits während des Tippens eines Suchworts in einem Fenster möglichweise relevante Erweiterungen seiner Suchanfrage angezeigt werden. Die Autocomplete-Funktion ist in Deutschland seit April 2009 verfügbar, deren Funktionalität wird auf Basis der Ajax-Technologie zur Verfügung gestellt. (Quelle)

Wie funktioniert Google-Autocomplete?

Während der Eingabe werden mithilfe des Google-Algorithmus basierend auf den Such-aktivitäten anderer Nutzer und auf Inhalten der von Google indexierten Webseiten Suchanfragen vervollständigt und angezeigt […] Vervollständigte Suchanfragen werden algorithmisch anhand einer Reihe von Faktoren automatisch berechnet. Zu diesen Faktoren zählt unter anderem die Beliebtheit der Suchbegriffe […] In manchen Fällen erscheint der angezeigte Suchbegriff möglicherweise sonderbar, doch nach einer kurzen Online-Recherche kann man oft feststellen, dass es sich um einen gängigen Begriff im Internet handelt. (Quelle)

Neben speziell auf den einzelnen Nutzer zugeschnittenen Vervollständigungen z.B. auf Grundlage seines bisherigen Suchverhaltens oder seines derzeitigen Standorts, berechnet Google die im Zuge der Autocomplete-Funktion für die Allgemeinheit gemachten Vorschläge in erster Linie nach dem derzeitigen Suchvolumen. Wird beispielsweise der Begriff Hotel Berlin häufig von anderen Nutzern gesucht, bekommt man bereits bei der Eingabe von Hotel… den Vorschlag zur Suche nach einem der zahlreich in Berlin ansässigen Hotels unterbreitet.

Strittig ist, ob Google bei der Berechnung seiner Vorschläge neben dem Suchvolumen auch die Entstehung neuer Webinhalte zu einem bestimmten Suchbegriff berücksichtigt. Während es in obiger Beschreibung von Google so klingt, als würden die Vorschläge auch auf Grundlage des hierzu zur Verfügung stehenden Webangebots berechnet werden, deuten andere Untersuchungen drauf hin, dass Google-Autocomplete und Googles herkömmlicher Suchindex nicht miteinander verbunden sind.

Ist Google-Autocomplete rufschädigend?

Gehen wir einmal davon aus, dass Google zur Berechnung der Autocomplete-Vorschläge sowohl das aktuelle Suchvolumen als auch das derzeit vorhandene Webangebot nutzt, ergeben sich in Bezug auf eine womögliche Rufschädigung durch die insbesondere bei bekannten Personen automatisiert gemachten Suchvorschläge folgende Probleme:

1.) Die in Bezug auf die negativen Eigen- bzw. Machenschaften einer prominenten Person von Google gemachten Vorschläge halten sich womöglich länger in der Liste der Vorschläge als neutrale oder positive Suchvorschläge zu der jeweiligen Person.

2.) Längere Zeit in der Liste angezeigte Vorschläge erzeugen ein `künstliches´ Webangebot, da immer wieder Seiten gezielt auf diese Vorschläge optimieren um Besucher darüber zu erhalten.

Schauen wir uns folgende Suchvorschläge einmal ein, so findet sich fast bei jeder Anfrage zu einem Namen einer bekannten Person oder eines Politikers ein mehr oder weniger `rufschädigender´ Vorschlag von Google. Da uns Menschen gerne auch die Schattenseiten einer bekannten Persönlichkeit interessieren und über diese Schattenseiten immer wieder auch berichtet wird, sind die von Google negativ zu einer Person gemachten Vorschläge kaum mehr aus den Vervollständigungen wegzubekommen und verbleiben oft noch Jahre nach Berichterstattung.

Googles Autocomplete-Funktion zeigt bei bekannten Personen kein (!) faires Abbild des Rufes einer Person, sondern bedingt durch die Sensationsgier einiger Suchmaschinen-Nutzer oft nur seine extrem positiven oder negativen Eigen- bzw. Machenschaften.

Bedenkt man zusätzlich, dass die bei Google-Autocomplete gemachten Vorschläge ein Garant für Traffic sind, bestimmte Webseiten immer wieder `künstlich´ darüber berichten und damit auch wieder Suchanfragen erzeugt werden, ist Google-Autocomplete bei bekannten Persönlichkeiten unter gewissen Umständen tatsächlich rufschädigend und sollte von Google dahingehend verändert werden, dass bei Personen zukünftig gar keine Vorschläge mehr gemacht werden…

Weiterführende Informationen

Eure SEO-united.de Blogger
Sie befinden sind hier: Ist Google-Autocomplete rufschädigend?

Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Sebastian Website sagt:

    Hallo,

    da möchte ich widersprechen. Eben WEIL die Daten von Google Suggest auf Basis der Suchanfragen der NUTZER stammen, ist es nicht rufschädigend. Zu der Ansicht kommen übrigens auch Rechts-answälte wie Herr Stadler.

    Warum B. Wulff klagt ist doch offensichtlich. Sie möchte PR für Ihr neues Buch haben und das funktioniert offensichtlich ja auch prächtig. Normalerweise würde sich nach dem Rücktritt ihres Mannes doch keiner mehr für diese Person in der Öffentlichkeit interessieren. Zudem spricht dafür, dass diese Gerüchte über ihre Vergangenheit schon mehr als 2 Jahre bestehen, lanciert aus CDU/CSU Kreisen. Da hat sie nicht geklagt. Komisch für jemanden, der sich so stark in seiner Ehre verletzt fühlt, oder?

    • Gretus Website sagt:

      Hallo Sebastian,

      das eine (ein womögliches Buch) hat mit dem anderen (einer womöglichen Rufschädigung) zunächst einmal nichts zu tun, warum die Frau Wulff klagt ist also egal. Google muss sich in solchen Fällen einfach kooperativ zeigen und dem Wunsch der Kläger nachkommen. Wer eine derartige Funktion einführt, der muss dafür auch Support bieten. Google kann sich nicht immer nur auf seinen Algorithmus beruhen und die individuellen Belange einzelner Geschädigter völlig außer Acht lassen…

      Grüße

      Gretus

      • Sebastian Website sagt:

        Hallo Gretus,

        Warum sollte sich Google kooperativ zeigen und sich für die Belange einer Privatperson interessieren? Zumal die Dame ohnehin keinen Ruf mehr zu verteidigen hat nach dem, was man mit dem Namen W. verbindet, aber das ist eine andere Geschichte…

        Google trifft hier nicht mal eine eigene Aussage, sondern bildet nur das Suchverhalten der Nutzer ab. Jeder Blogger der den Suchverlauf seines Blogs veröffentlicht tut das selbe. Frau W. sollte sich viel mehr Gedanken machen warum so viele nach diesen Begriffen suchen, wenn sie angeblich doch eine so reine Weste hat. Bei ihrem Buch bei Amazon setzt sich das ganze übrigens gerade fort. Zahlreiche Nutzer haben nach ihrer Aktion nun einschlägige Begriffe/Tags mit ihrem Werk dort versehen. Wie man sieht, wird die Klage also ein „voller“ Erfolg.

        Dennoch finde ich es gut das du diesen Blogpost veröffentlicht hast. Ein gutes Thema zum debattieren.

  2. Lucas sagt:

    Meiner Meinung nach ist das ein Thema, das auf keinen Fall verharmlost werden darf. Ob Frau Wulff aus Marketinggründen klagt, oder nicht, ist hier doch völlig egal. Wichtig ist, das man Google auch mal die rote Karte zeigen muss. Algorithmen sind nunmal nur Algorithmen, die wissen nicht, wo die Grenze zwischen rufschädigen Inhalten und nicht-rufschädigen Inhalten liegt. Auch kann der Algorithmus keine Ironie oder Sarkasmuss erkennen und genau das ist der große Hacken an der Sache.

    Wenn man sich die Frau Wulff einfach wegdenkt und sich selbst an die Position von Frau Wulff setzt und solche Behauptungen über einen selbst in die Welt gesetzt werden, dann wird sich jeder hier gegen Google stellen. Google wird hier ja auch nicht aufgefordert, bestimmte Seiten aus dem Index zu nehmen, sondern nur die Autocomplete-Einträge zu überarbeiten. Denn dann landen auch nur die Nutzer bei den Ergebnissen, die wirklich direkt danach gesucht haben und die anderen werden durch die Vorschläge nicht beeinflusst.

    Der Mensch ist neugierig, deshalb werden diese ominösen Vorschläge auch gerne angeklickt und jeder Klick heißt für Google, dass es sich um einen guten Vorschlag handelt.

  3. David sagt:

    Wenn man sich da manche Sachen anschaut, finde ich das schon grenzwertig. Bei sehr vielen bekannteren Personen kommt bei der Suche irgendetwas negatives. Ansonsten interessante Ansichten hier auf dem Blog.

  4. Oink sagt:

    Ich stimme Sebastian zu. Wo soll man da beginnen und wo hat es seine Grenzen? Wenn jeder kommt und seinen Namen gefiltert haben möchte, hat es doch nie ein Ende. Übrigens erinnert mich das ein bisschen an das Vollmüllen vom Google-Index von Seiten die bei der Subdomain alles zulassen.

  5. Johannes Website sagt:

    Aber man muss es doch trotzdem unter Kontrolle bekommen können Algorithmus hin oder her. Wenn Google eine Suchmaschine bereitstellt in der solche Ergebnisse Angeboten werden ist das definitiv sehr grenzwertig.

  6. Ley Website sagt:

    Rufschädigend mag das Ganze natürlich sein. Aber die Autocomplete Funktion von Google liefert nun mal das nach dem die Leute am meisten suchen.

    Leute die in der Öffentlichkeit stehen müssen damit nun mal klar kommen. Dafür verdienen diese Leute auch in einem Monat das was unsereiner in einem Jahr, Jahrzehnt oder in einem ganzen Leben verdient. Das ist der Preis der dafür gezahlt werden muss.

    90-99% dieser Meldungen sind meiner Meinung nach sowieso nur gut angelegte PR Aktionen um die Person wieder in den Medien zu pushen oder in dem Fall von Frau Wolff um ihr Buch zu verkaufen.

  7. […] Bei dem ganzen Hype um Frau Wulff wundert es nicht, dass seo-united.de einen Artikel mit dem Titel Ist Google-Autocomplete rufschädigend? veröffentlicht hat […]

  8. Nico Website sagt:

    Die Autocomplete Funktion dient nur zur schnelleren Eingabe und zeigt wonach die Menschen wirklich suchen.

  9. Harald Website sagt:

    Natürlich ist das rufschädigend. Google stellt diese Daten in die Öffentlichkeit, ganz gleich, wie sie zustande gekommen sind. Also ist Google verantwortlich.

  10. Markus Schall sagt:

    Ich kann die Argumentation gut nachvollziehen, da ich in gewisser Weise selbst davon betroffen bin. Ich betreue einen Onlineshop, der 2009 u.a. wegen betrügerischen Bestellungen Insolvenz anmelden mußte und daraufhin von einer anderen Firma gekauft wurde und bis heute weiter betrieben wird. Der heutige Inhaber ist ein deutschlandweit tätiges Unternehmen mit zig Filialen und mehr als 100 Mitarbeitern und sicher sehr solvent. Trotzdem erscheinen, wenn man in Google nach dem Shop sucht, die Vorschläge:

    Onlineshop
    Onlineshop Insolvenz
    Onlineshop Betrug

    Nun, es dürfte außer Frage stehen, daß sich diese Art der Vorschläge sicher nicht positiv auf den Geschäftsverlauf dieses Onlineshops auswirken. Meiner Meinung nach streut Google hiermit völlig aus dem Zusammenhang gerissene Gerüchte und fördert in besonderem Maße Schubladendenken. Gar nicht gut!

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