Wie die Financial Times berichtete, sprachen Microsoft und News Corp über die Möglichkeit, Medien-Unternehmen und Zeitungen dafür zu bezahlen den Google Index zu verlassen. Schon Anfang November erwägte Rupert Murdoc, CEO der News Corp, seine Medien für Google zu sperren und warf der Suchmaschine vor sie würde seine Inhalte stehlen…
Ein paar Tage später verkündete der Milliardär Mark Cuban, unter anderem Besitzer des NBA-Basketballteams Dallas Mavericks, einen Plan dem zufolge man nur den 1000 beliebtesten Webseiten insgesamt 1 Milliarde Dollar auszahlen müsste um den Google Index zu verlassen. Außerdem schlug er vor, dass Microsoft und andere Suchmaschinen diesen 1000 Webseiten als zusätzlichen Anreiz noch mehr Traffic versprechen könnten.
Als ich dieses damals gelesen habe, musste ich noch ziemlich lachen. Das Geld würde niemals ausreichen um den Webseiten das zu ersetzen was sie verlieren würden, weil keine andere Suchmaschine ihnen soviele Besucher liefern kann wie Google. Unterm Strich verdienen die Top-Webseiten mit diesen Traffic mehr als ihnen irgendjemand zahlen könnte.
Microsoft und News Corp machen ernst
Wie die Financial Times allerdings nun berichtet, wird jetzt doch ernst gemacht. Microsoft und News Corp scheinen sich zu verbünden und die Financial Times hat Quellen welche behaupten, Microsoft hätte bereits einige Webseiten angesprochen und versucht sie davon zu überzeugen Google zu verlassen. News Corp und Microsoft verweigern bis jetzt jeden Kommentar dazu.
Microsofts CEO Steve Ballmer hat schon vor einiger Zeit gesagt, dass Microsoft bereit ist, einige Jahre eine Menge Geld auszugeben um Bing zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für Google aufzubauen. Jetzt wissen wir, wo ein Teil das Geld hinfließen könnte.
Da es sonst niemand macht, könnte es für Zeitungen erfreulich sein, dass Suchmaschinen bereit sind ihnen Geld für ihren Content zu geben. Google scheint sich davon allerdings noch nicht beeindrucken zu lassen. Matt Brittin, Chef von Google UK, sagte auf einer Konferenz, dass Google die Zeitungen nicht zum Überleben brauche und der News-Bereich kaum Einnahmen einspielt.
Meine persönliche Meinung
Bing kann mich nicht überzeugen. Die Suchergebnisse sehen bis heute noch immer so aus wie in der MSN/Live Search und das bedeutet, dass man dort nur Spam findet, insbesondere den von schlechten SEOs, die zuviel Gewicht auf Onpage-Faktoren legen. Bing wird Google so nicht gefährden können und hat es mit dieser miserablen Qualität auch nicht verdient. Bunte Layouts, neue Features und Spielereien können nicht darüber hinweg täuschen, dass Microsoft weder die Infrastruktur noch die Technologie besitzt, das Web in Echtzeit vernünftig ordnen zu können.
Wer sich Google verweigert, verliert meiner Meinung nach einen immer größer werdenden Teil der Öffentlichkeit. Ob einem diese Tatsache gefällt oder nicht, es ist die Zeit in der wir Leben. Google hat das Web wie wir es heute kennen vorangetrieben und entscheidend geprägt, Google herauszufordern bedeutet auf ihrem Spielfeld zu spielen.
stereophone





























Hallo,
guter Beitrag. Ich habe gestern bei zeit.de einen Kommentar geschrieben, welchen ich hier einfach einmal 1zu1 einstellen möchte. Er trifft das Ganze meiner Meinung nach recht gut:
Grüße
Gretus
Ich frage mich, ob sich Microsoft der möglichen Tragweite dieses Schrittes bewusst ist. Der Suchmaschinenmarkt bzw. die Ergebnisse daraus sind derzeit noch frei und jeder bekommt druch gute Optimierung die Möglichkeit im Netz gefunden zu werden. Durch solche Maßnahmen werden bewusst Inhalte vor Suchern verborgen. Wenn das jeder macht, wird doch irgendwann einmal der Grundgedanke der Suche im Web zerstört. Am Ende sägt Microsoft damit an dem (eher jungen, schwachen) Ast, auf dem sie sitzen.
Klar hat Google eine Dominanz am Markt. Aber das liegt wohl an den Inovationsdichte dieses Unternehmens. Wenn die Konkurrenz stärker werden will, sollte sie neue Wege gehen, die letztendlich allen nützen. Gerade MS sollte da ja Potential haben im Vergleich zu irgendwelchen kleinen No-Name Suchmaschinen. Aber bitte nicht mit solchen Mitteln wie oben beschrieben…
Grüße
Christian
Nenne mich verrückt, aber ich glaube die Idee könnte tatsächlich aufgehen, nämlich dann, wenn folgendes eintritt: Meine SEO-Intuition sagt mir, dass Wikipedia diesen Köder schlucken könnte. Wenn MS jetzt von der 1 Milliarde 50 % Wikipedia bietet, dann reichen denen vielleicht 500 Millionen aus um dezent den Index zu wechseln. Die suchen doch gerade wieder Spenden und außerdem bleiben sie weiterhin frei. Das wäre der Oberkracher!
Die Frage aus technischer Sicht ist doch die:
Wann werden die SEO’s anfangen, die Seiten für BING zu optimieren? Gibt es schon irgendwelche Hinweise, wie BING die Seiten indiziert und auf was geachtet wird?
Was sind denn die 1000 beliebtesten Webseiten? Woran soll das gemessen werden? Am Traffic? Dann gehören diese 1000 nach ein paar Monaten ohne Google sicher nicht mehr zu den 1000 beliebtesten…
Ich denke, wenn (wie Martin vermutet) Wikipedia tatsächlich mitzieht, dann wäre das sicherlich ein echter Booster für das Projekt. Aber sind die dann wirklich noch “frei”?
Bing hat einen tollen Ansatz & Stil finde ich und das sollten sie ausnutzen. Was Bing derzeit macht ist sich eher wieder auszuruhen! :-/