Laut einem Artikel in der New York Times, haben Google und der Internetservice-Provider Verizon kürzlich über die Bevorzugung bestimmter Internetinhalte gegen Bezahlung verhandelt. Die Meldung hat massive Kritik hervorgerufen, da eine deratige Abmachung die Netzneutralität in Gefahr bringen würde…
Was bedeutet Netzneutralität?
Die Netzneutralität soll gewährleisten, das sämtliche Daten im Internet von den Service-Providern gleichberechtigt behandelt werden, unabhängig davon um welche Daten es sich handelt und von wem sie stammen.
Deal or No Deal?
Der Artikel in der New York Times geht davon aus, dass sich Google lediglich den schnelleren Transport eigener Inhalte erkaufen will. Angenommen, Google würde für die Bevorzugung von YouTube-Videos gegenüber Videos anderer Plattformen (MyVideo usw.) bezahlen, würde dieses tatsächlich eine erhebliche Verletzung der Netzneutralität darstellen.
The New York Times is quite simply wrong. We have not had any conversations with Verizon about paying for carriage of Google traffic. We remain as committed as we always have been to an open Internet
Der Artikel in der New York Times sei schlicht und einfach falsch, beteuert das Unternehmen Google kurze Zeit später. Man habe nie mit Verizon über die Bevorzugung eigener Inhalte verhandelt und sei auch weiterhin an einem für alle offenen Internet interessiert. Im gleichem Atemzug widerspricht auch Verizon den Vorwürfen der New York Times und bestätigt ebenfalls, an einem offenen Internet festhalten zu wollen. Man habe zwar Gespräche mit Google geführt, diese hätten sich jedoch um etwas ganz anderes gedreht.
Eric Schmidt über Netzneutralität
Kurz darauf erscheint auf CNBC ein Interview mit Eric Schmidt, in welchem er unter anderem auch auf die offensichtlich nun doch stattgefundenen Gespräche mit Verizon eingeht. Die unterscheidliche Behandlung gleicher Inhaltstypen, in unserem Beispiel also die Bevorzugung bestimmter Video-Plattformen, schließt der CEO von Google zwar aus, die bevorzugte Behandlung bestimmter Inhalte jedoch, also zum Beispiel den Datentransfer von Video vor Voice, sei seiner Meinung nach notwendig und ginge mit den Bestimmungen der Netzneutralität konform.
Was letzendlich wirklich zwischen Google und Verizon besprochen wurde, wissen wohl nur die Beteiligten selbst. Ich persönlich halte es für wichtig, deratige Entwicklungen im Auge zu behalten. Die Netzneutralität sollte einheitlich definiert werden, auf einer Datenautobahn müssen alle immer Vollgas geben dürfen.
Alex Sczakiel





























Ich frage mich immer warum alle in dem Zusammenhang von Video-Traffic reden. Klar erzeugen Youtube & Co ordentlich Traffic aber sind die ganzen Crawler nicht die viel größeren Trafficfresser?
[...] Als Promotoren der Webgemeinde sollten diese Entwicklungen, wie seo-united.de es gefordert hat, weiter beobachtet werden [...]
Mal ehrlich, und bei allem Idealismus: Ich denke schon, dass die Netzneutralität Google in gewissem Maß ein Dorn im Auge ist. Jedes große Internetunternehmen träumt doch wohl heimlich davon, dass seine Inhalte einfach schneller sind als die der anderen… und Video vor Voice – auch das sind, wenn man sich die Dominanz von Youtube anschaut, Google Inhalte vor anderen.
Aber lustig an der Geschichte finde ich vor allem die Entwicklung der Nachrichtenlage. Google hat so geschickt dementiert, dass zuerst einmal der Eindruck entstand, es hätte nie Gespräche gegeben und der ganze Artikel sei falsch – das haben sie aber nie gesagt. Hier hätte man von Journalistenseite ruhig mal nachbohren können (hat man vielleicht auch?) und wäre dann schnell zu der Erkenntnis gekommen, dass schon einiges an Wahrheit in dem Times-Artikel steckte – was Schmidt ja dann freundlicherweise im Interview auch nochmal bestätigt hat