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Neue Mechanismen

Google - Constantin am 26. Oktober 2009 - 15:38  |  12 Kommentare »

Wer SEO als Spiel betrachtet, der wird irgendwann an einen Punkt gelangen, an dem ihm dieses Spiel keinen Spaß mehr macht. Wer es hingegen als Business betrachtet, wird womöglich irgendwann an einen Punkt kommen, an dem ihm dieses keinen positiven ROI mehr beschert…

Die Gründe hierfür sind vielfältig. So gibt es auf dem aktuellen Markt, welcher eigentlich gar keiner ist, viel zu viele Spieler und obendrein ein globales Unternehmen, welches die Spielregeln für alle Beteiligten festlegt. Google selbst bestimmt über den Erfolg oder Misserfolg von dutzenden Investitionen.

Waren vor einigen Jahren noch diejenigen die Gewinner, die über entsprechendes Know-How und genügend Kontakte verfügten, ist dieses Wissen mittlerweile überall nachzulesen. Entsprechende Kontakte lassen sich durch den Einsatz von entsprechenden Finanzmitteln darüber hinaus sehr leicht einkaufen.

Dadurch floriert der Handel mit Links aktuell stärker als jemals zuvor. Agenturen oder Inhouse-SEOs betreiben immer öfter Linkeinkauf in der Kaltaquise. Wer über die entsprechenden Mittel verfügt, bietet genau dem Webmaster einen Deal an, der gerade einen Link auf den Wettbewerb platziert hat. Der inflationäre Effekt solcher Methoden liegt auf der Hand und so machen entsprechende Agenturen eben das Spiel bzw. den ROI aller kaputt. Bereits vor einem Jahr habe ich schon mal über das gescheiterte Google Prinzip berichtet

Doch was passiert, wenn sich Suchmaschinenoptimierung nicht mehr lohnt? Die Qualität der Seiten in den SERPs nimmt stark ab, weil man seine finanziellen Mittel besser in kalkulierbare Maßnahmen wie SEM oder performanceorientierte Onlinewerbung finanzieren kann.

An die Vernunft der Marktteilnehmer zu appellieren macht an dieser Stelle keinen Sinn. In meinen Augen braucht es neue Mechanismen zur Bewertung der Relevanz von Webdokumenten. Wo auf der einen Seite immer weniger Webmaster Empfehlungen zu anderen Seiten aussprechen, kommunizieren auf der anderen Seite immer mehr Menschen öffentlich im Web über Produkte, Dienstleistungen oder Informationen.

Natürlich ist die Analyse und Bewertung solcher Daten weitaus weniger technisch als das Auffinden von Links und darüber hinaus auch anfälliger für Spam, denn auch die Meinung eines jeden Einzelnen unterliegt schließlich der Manipulation tausender Werbebotschaften. So ließe sich wohl tatsächlich ein Relevanzsystem zur Bewertung von Dokumenten aus der “Social Media” ableiten.

Blickt man zurück auf die Anfänge des Internets, so ist das Echtzeitinternet schon damals sehr aktiv genutzt worden. Mit Usenet, IRC-Chats und Foren haben sich Menschen schon immer sehr aktiv im Internet ausgetauscht und so die Grundlage für einen Rankingfaktor geschaffen. Mit der stumpfen Abwertung von Links aus Foren hat es Goolge jedoch damals versaut, diese mächtigen Mechanismen auch zu nutzen…

Constantin

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Kommentare / Tweets:

  1. Baynado Website sagt:

    Guter Standpunkt, den es gilt weiter zu entwickeln. Welche genauen Kriterien sollten denn Deiner Meinung nach mit in einem neuen Rankingmodell mit einfließen?

  2. sammelsuriumblog Website sagt:

    Was man bräuchte wären verknüpfte Bewertungskritierien, nach dem Motto: Eine Seite, die sehr häufig in verschiedenen Twitterprofilen erwähnt wird und gut von verschiedenen Domains verlinkt ist, ist höchstwahrscheinlich relevant.

    Eine Seite die nur verlinkt ist oder nur in Sozial-Media erwähnt wird ist vermutlich deutlich weniger relevant bzw. mit höherer Wahrscheinlichkeit SPAM. Mit dem Google-Twitter Deal kommen wir dem wohl einen Schritt näher.

    Auf lange Sicht werden wir aber wohl nicht an den Sprachtechnologen vorbei kommen um Themenrelevanz von Texten, von Verknüpfungen und Diskussionen über Inhalte bewerten zu können. Evtl. mit neuronalen Netzen oder ähnlichem. Rein singuläre Kriterien werden bald ausgedient haben.

  3. Florian Lerch Website sagt:

    Ich bin schon länger überzeugt, dass es in der Suchmaschinenwelt einen Wandel geben wird, der sich wieder mehr auf den Inhalt der Seiten konzentriert. Ich meine wie sollte eine Suchmaschine heutzutage sonst noch durch die überragende Qualität ihrer SERPS herrausstechen? Bisher dominieren natürlich immer die größten Seiten. Ein passendes Mittelmaß aus Größe/Kapital der Seite und ihrer Keywordrelevanz haben die meisten Suchmaschinen ja schon gefunden.

    Der einzige Weg jetzt herauszustechen ist es, wenn eine Suchmaschine mir als Suchergebniss theoretisch auch den letzten noch so kleinen, schlecht beworbenen Blog mit einem einzigen Artikel an erster Position ausgibt, wenn Google entscheidet dass das Thema perfekt meine Keywords abdeckt und die Qualität und Ausführlichkeit als gut bewertet wird. Wie man diese Punkte jetzt am besten nachmisst weiß ich selber auch noch nicht so genau und es wird mit sicherheit mehr Performance brauchen, aber ich bin überzeugt dass das mit ein wenig Inovation lösbar ist.

  4. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Hallo Florian,

    im Groben stimme ich da mit deinem Statement überein. Wenn ich allerdings auf Analysen wie die heutige von Johannes blicke, zweifle ich diese Entwicklung doch stark an.

    In der letzen Zeit gibt es immer wieder Bestrebungen von Google, die recht stumpf erscheinen und alles andere als innovativ sind…

    Liebe Grüße,
    Constantin

  5. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    wenn es nicht son ein Hype wäre, würde Google auf den ganzen Social Kram verzichten. SearchWiki usw. zielen nur darauf ab, dass der Besucher aus freien Stücken bei der Bewertung von Webinhalten mithilft. Deratige Dinge werden niemals funktionieren…

    Google hat mit jeder neuen Anmeldung eines Kontos den ultimativen sozialen Rankingfaktor, die komplette Webhistorie des jeweiligen Users. Unbewusst durch das Surf- bzw. Suchverhalten sortierte Serps sind an Qualität nicht zu toppen.

    Grüße

    Gretus

  6. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Hallo Gretus,

    versteh ich nicht. Werden solche Dinge jetzt niemals funktionieren oder sind sie der ultimative Rankingfaktor?

    Liebe Grüße,
    Constantin

  7. Manuel Website sagt:

    Guter Artikel! Ich finde die bounce rate z.B. sollte stärker bzw. überhaupt mal ins Gewicht fallen. Dann würden sich einige SEOs auch etwas mehr Mühe mit ihren Satellitenseiten geben… :)

  8. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    solange der User nichts davon weiß bzw. nichts dagegen machen kann, sind auf Grundlage seines Verhaltens gesammelte Daten nützlich. Die Mechnismen sind bereits vorhanden (Login), müssen eben nur noch von der Masse genutzt werden…

    Grüße

    Gretus

  9. Alf Website sagt:

    Das ist wohl der wahre weg, den du hier beschreibst. Leider können wir diese nicht festlegen, das liegt allein in Googles Händen und ich denke kaum das die eine solche Unstellung in ihrem System wagen werden. Warum auch? Für sie läuft ja alles glatt…

  10. torsten Website sagt:

    Google kriegt die Geister die es gerufen hat nicht mehr los. Links als extrem wichtiges Kriterium festzulegen war zwangsläufig die Grundlage für den jetzigen Zustand. Da passt es auch rein, dass Google die PR Anzeige nicht mehr füttern will. So wird vor allem Linkverkäufen das Leben schwer gemacht, da der mögliche Kunde nicht einfach beurteilen kann, ob der Link von einer Schrottseite kommt oder nicht.

    Ich glaube, Google arbeitet wie verrückt daran eine Alternative zu der Linkwichtigkeit zu finden. Wie es scheint ist der Motor aber etwas ins Stocken geraten. Mal sehen, es bleibt spannend.

  11. Florian Lerch Website sagt:

    @Constantin
    Naja momentan mag Google da sich noch nicht ganz so weit herrauswagen bzw. noch nicht allzuviel herrausgebracht haben. Aber ich persönlich sehe das Eis schon immer dünner werden. Mit Bing kommt schon ein echter Konkurent dazu. Projekte wie Wolfram Alpha gehen dann sogar komplett andere Wege. Irgendwann wird eines dieser neuen Projekte vielleicht der durchschlagende Erfolg sein.

    Darüber hinaus sehe ich in divseren Werbeforen immer öfter Menschen, die eine eigene Suchmaschine veröffentlichen. Die mögen zwar meist recht unproffessionell sein, aber auch da könnte irgendwann jemand hervorstechen, der wie Google aus seiner Garage herraus das Perfekte innovative Konzept entwickelt hat. Für eine Suchmaschine braucht es ja schließlich nicht unbedingt solche gigantischen finanziellen Grundlagen und wenn tausende von Menschen ihre ganz persönlichen Ideen ohne finanziellen Hintergrund einfach mal ausprobieren, steht google denke ich unter starkem Druck, schon bald zu reagieren.

  12. Mariusz Website sagt:

    @Sammelsuriumblog: Textmustererkennung wird versagen. Dazu sind die Algorithmen zu einfach zu knacken.

    Auch die Bewertung bei Soc Media Diensten wird nicht funktionieren. Die Manipulation (Scripte, Bots etc.) ist auch hier relativ schmerzlos.

    Besser wäre es das FOAF Protokoll mit einem Trustrank zu verknüpfen. Vielleicht könnten auch Schwarmverhalten (Peaks in Statisken des Nutzerverhaltens) und kuenstliche Intelligenz dem Ganzen (mittelfristig) einen Riegel vorschieben. Aber das ist einfacher gesagt, als getan.