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PageRank – Wie es weiter geht

Google | | 01.03.2008, 11:00 | 11 Kommentare

Nach einem PR Update Mitte Januar, hat die Suchmaschine Google die letzten Tage nun erneut ein Update des sichtbaren PageRanks vollzogen. Der kurze Zeitraum zwischen beiden Updates lässt vermuten, dass bei der ersten Neuberechnung nicht alles wunschgemäß verlaufen ist. Die kürzlichen Veränderungen dürften zwar als komplettes Update gewertet werden, der Hauptgrund waren jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach die nicht zufrieden stellenden Ergebnisse des Exports im Januar…

Alles in allem hat auch dieses PR Update wieder einmal dazu beigetragen, dass kaum ein Webseitenbetreiber die Strategie des Suchmaschinengiganten versteht. Die Mehrheit der Experten in einem bekannten Forum für Webmaster wundert sich mittlerweile, warum Google nicht komplett auf den PR verzichtet, d.h. die Anzeige aus der Toolbar entfernt oder den Linkhandel z.B. durch die Zurückstufung bekannter Anbieter in der Ergebnissen nachhaltig einen Schlag versetzt.

Egal, ob der PR letztendlich angezeigt wird oder nicht, das letzte Update zeigt wieder einmal, dass Google den PR zur Bewertung von Webseiten braucht. Wäre dieser lediglich ein Service, um Webseitenbetreiber einen Richtwert für die Qualität einer Webseite bieten zu können, würde man nicht alles daran setzen, den PageRank so genau wie möglich zu berechnen.

Es stellt sich jedoch die Frage, warum Google den PR nicht intern berechnet und die Ergebnisse weiterhin in der Toolbar anzeigt. Auch in diesem Punkt sind sich die Fachleute uneinig. Fakt ist, dass der PR für den Großteil der Webseitenbetreiber noch immer das entscheidenden Kriterium z.B. für die Auswahl geeigneter Linkpartner ist. Selbst für erfahrene Webmaster spielt er bei der Beurteilung der Webseite eines potentiellen Partners zwar eine untergeordnete Rolle, er ist jedoch sehr oft noch ein Ausschlussfaktor. Wenn die eigene Webseite einen PR von 4 und die Seite des Tauschpartners einen PR von 1 besitzt, wird sich oft kaum noch die Mühe gemacht, weiter zu recherchieren.

Meiner Meinung nach ist die Manipulation durch das Tauschen und Kaufen von Links immer noch das größte Problem der Suchmaschine Google. Der weitaus größte Teil der auf den vorderen Plätzen gelisteten Webseiten, nutzt die Möglichkeit, durch Linktausch bzw. -kauf die Position zu halten bzw. zu verbessern. Links werden, bis auf wenige Ausnahmen, kaum mehr freiwillig gesetzt. Man verlinkt gegen Entgelt oder überwiegend auf die Seiten befreundeter Webseitenbetreiber.

Der natürlichen Staffelung der Webseiten aufgrund der Verlinkung ist schon lange der Riegel vorgeschoben. Wenn Google alle offensichtlich gekauften oder getauschten Links bei der Bewertung wegfallen lassen würde, wären die Ergebnisse wahrscheinlich erschreckend schlecht. Tatsache ist, wer mit seiner Webseite Linkbuilding betreibt, hat zumeist auch das zu bieten, was der Besucher unter den relevanten Keywords erwartet. Qualitativ hochwertige und für den Suchenden relevante Webseiten bieten also einen entsprechenden Content und Tauschen bzw. Kaufen in den meisten Fällen Links von anderen Webseiten.

Und genau hier liegt das Problem und eventuell die Begründung für die auf den ersten Blick kaum nachzuvollziehenden Maßnahmen des führenden Suchmaschinenbetreibers. Google muss einen Mittelweg finden, die Verlinkung auf andere Webseiten weiter interessant zu machen und gleichzeitig den Handel mit Links zu gut es geht zu unterbinden.

Sinn der Strategie ist, die Marke bzw. das Bewertungskriterium PageRank nach und nach zu zerstören. Durch die Abstrafung von z.B. bekannten Webkatalogen oder Artikelverzeichnissen, wird auch dem letzen Webseitenbetreiber anschaulich verdeutlich, dass Links von bestimmten Webseiten kaum mehr einen Einfluss auf das Ranking haben.

In dieser Hinsicht scheint Googles Strategie aufzugehen. Gerade in der letzten Zeit ist es sehr viel schwerer geworden ist, eine Seite nur durch das Setzen von Backlinks nach oben zu bringen. Wer zukünftig dort mitspielen will, muss sich etwas anderes einfallen lassen.

Leider wissen das auch andere Webseitenbetreiber. Längst hat es sich herumgesprochen, dass Links direkt aus dem Content gesetzt werden müssen. SEOs sind nun also damit beschäfftigt, neuen Content zu generieren, um auch weiterhin ihre Linkplätze anpreisen zu können.

Für Google ist diese Tatsache fatal, bedeutet sie doch, dass die Crawler der Suchmaschine zukünftig vermehrt mit zumeist sinnlosen Content zu kämpfen haben und die dort gesetzten Links kaum mehr als Manipulation identifizieren können.

Ich bin der Ansicht, dass die Tage der ausschließlich auf einen Algorithmus basierenden Suchmaschine längst gezählt sind. Google wird es nicht schaffen, die freiwillige Verlinkung wieder zu etablieren. Nach und nach werden die Betreiber vermehrt manuelle Bewertungen mit in die Beurteilung einfließen lassen müssen. Wer als Webseitenbetreiber nicht schon jetzt daran arbeitet, diese Bewertung zu bestehen, wird schon bald in den Suchergebnissen nach hinten `gereicht´ werden…

Gretus

P.S.: Wir lassen Worten Taten folgen und verschenken fünf PR 4 Links  ;-)

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Gerhard Zirkel Website sagt:

    Das mit der manuellen Bewertung von Webseiten wird nicht so einfach sein wie es sich anhört. Klar können sich Bewerter den Aufbau einer Seite ansehen aber den Inhalt können sie nicht beurteilen. Zumindest nicht den von Seiten über Fachthemen. Gegen sinnlosen Content hilft eine solche Bewertung also auch nur bedingt.

    Gerhard Zirkel

  2. Gretus sagt:

    Hallo,

    ich denke schon, dass man mit etwas Übung die Relevanz einer Seite sehr gut einschätzen kann. Angeblich schaffen geschulte Rater mehrere Seiten in der Minute. Darüber hinaus gibt es aber noch andere Möglichkeiten:

    - Besucherverhalten
    - Social Bookmarks
    - DMOZ oder Wikipedia
    - Einbindung eines Votingsystems usw.

    Sicher wird alles schon gemacht, der zur Zeit dominierende Algoritmus wird gegenüber den genannten Alternativen jedoch immer mehr an Bedeutung verlieren…

    Grüße

    Gretus

  3. Gerhard Zirkel Website sagt:

    Hi Gretus,

    das Besucherverhalten zu analysieren birgt auch große Probleme. Wenn sich die Besucher beispielsweise lange auf einer Seite aufhalten kann das bedeuten dass sie sehr interessant ist oder einfach unübersichtlich. Kurze Besuche deuten darauf hin dass sie entweder uninteressant ist oder einfach nur übersichtlich aufgebaut.

    Social Bookmarks sind genauso leicht zu manipulieren wie Links

    DMOZ und Wikipedia unterliegen der Zensur der Macher, besonders bei Wikipedia wird alles rausgehauen was den “Päpsten” nicht passt.

    Voting kann genauso leicht manipuliert werden wie die Links

    Die Qualitätsprüfer werden es auch mit viel Übung schwer haben, den Inhalt einer Seite zu bewerten. So bald eine Branche Fachwissen voraussetzt, kann ein Prüfer nur dann den Inhalt beurteilen wenn er das Fachwissen hat.

    In meiner Branche gibt es eine Menge gute Seiten und eine Menge die nur Blödsinn verbreiten. Beide Gruppen sind in den Top 10 vertreten und ich behaupte mal, kein Prüfer kann die “guten” von den “schlechten” unterscheiden. Zumal soga Wikipedia in diesem Fall eher zu den schlechten gehört.

    Dann kenne ich eine Menge sehr guter Seiten zum Thema die nicht annähernd an die Top10 herankommen, weil sie einfach nicht genug Power haben.

    Gerhard Zirkel

  4. Martin Website sagt:

    Mal ganz ehrlich, DMOZ ist doch sowas von schlecht. Die haben entweder zu wenig / keine Editoren oder da ist ein Editor drin, der deine Seite einfach nicht drin haben will, weil er selbst eine ähnliche Seite betreibt.

  5. August Website sagt:

    Mhh – ich kann nicht versprechen ob es tatsächlich hilft, aber ich klettere in Google von Monat zu Monat nach oben, allerdings bei Suchwörtern die mich überhaupt nicht interessieren, andere aber total umkämpfen. Nach meiner kurzer Analyse sind dafür Verweise mit beliebigen (!) Linktext in Texten verantwortlich, die zum Thema des Suchworts passen. Mein PR ist absolut stabil seit 3 Jahren. Ich denke mal, Google will die SEO’s einfach nur mit dem PR beschäftigen, dass diese nicht zu nah an den Algorithmus kommen.

  6. [...] SEO-united.de – SEO Blog « PageRank – Wie es weiter geht [...]

  7. Daniel Website sagt:

    PR ist das Kriterium zum beurteilen von Links und Webseiten, daran gibt es nichts auszusetzen.

  8. Wulffy Website sagt:

    Man kann vermehrt lesen, dass die PR-Anzeige in der Google Toolbar nicht nur den PageRank anzeigt, sondern eine Kombination aus mehreren Faktoren darstellt. Hier soll der Google TrustRank die größte beeinflussende Wirkung auf die PR-Anzeige haben. Ein PR4 würde somit nicht einen PageRank 4 bedeuten, sondern vielleicht ein PR3 mit zusätzlichem Score für Trust.

  9. [...] ist es schon komisch, das mein Pagerank nicht weiter gesunken ist, denn es soll wiedermal ein Update gegeben [...]

  10. [...] interessanten Artikel zum neuen Pagerank und zu Pagerank überhaupt kann man beim SEO-United-Blog nachlesen. [...]

  11. Jürgen Website sagt:

    Also die manuelle Untersuchung wird m.E. wohl nicht die Zukunft sein, eher das Surfverhalten zu analysieren. Warum promoted Google denn die Toolbar bei Adsense?

    Wenn man an dem PR Balken in der Toolbar interessiert ist, dann muß man der Rückübermittlung des Surfverhaltens zustimmen. Somit kann man bestimmen, wie lange der User auf den Seiten bleibt, und wie er sich bewegt. Schaut er sich viele Seiten an, dann wirds wohl guter Content sein, sonst eher nicht. Und wenn er noch über die Google Suche zu den Ergebnissen kommt, dann hat man noch den Link zu den Keywords…

  • azella: Also für die meisten Ergebnisse der Studie reicht auch gesunder...
  • Diet: Ich hab noch nie von einem konkreten Fall gehört in dem das eingetreten ist....
  • Stefan: Dann bin ich mal gespannt…
  • Axel Sam: Aus langer sich Nein, aber für eine kürzere Zeit ist das natürlich möglich...
  • Olga: Der Pagerank hat mich auch irritiert. Bei den Suchergebnissen stehen oft die...
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