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Studie – Personalisierte Ergebnisse bei Google

Google  |   |  , 14:17 Uhr  |  9 Kommentare

Obwohl immer mehr Nutzer der Suchmaschine Google im eingeloggten Zustand suchen, sind personalisierte Ergebnisse unter SEOs kaum ein Thema. Die kürzlich von der University of London veröffentlichte Studie `Personal Web Search in the Age of Semantic Capitalism´ (PDF) zeigt nun, wie und in welchem Umfang sich die Suchergebnisse aufgrund der von Google gespeicherten Webhistorie verändern…

Um zu untersuchen, wie sich die Ergebnisse der Suchmaschine Google aufgrund zuvor gespeicherter Suchanfragen verändern, haben Wissenschaftler der University of London drei Testaccounts (Foucault, Nietzsche, Kant) angelegt, insgesamt sieben Testreihen, aufgeteilt in je eine Lern- und eine Suchphase, durchgeführt und die bei den Suchphasen in den Top 10 angezeigten Ergebnisse mit denen bei einer annonym durchgeführten Suche verglichen.

In der ersten Grafik ist zu erkennen, dass sowohl die Häufigkeit als auch der Umfang der von Google aufgrund der Personalisierung gemachten Änderungen im Verlauf der einzelnen Testreihen zunimmt. Bei dem Account `Foucault´ beispielsweise, waren bereits nach 453 Suchanfragen 11% der dann getesteten Anfragen personalisiert; nach 1585 Anfragen sogar bereits ca. 30%. Bei dem Testaccount `Nietzsche´ ergab sich nach 2809 in der Lernphase gemachter Anfragen in der anschließenden Suchphase ein Anteil von 56% personalisierter Ergebnisse.

In der zweiten Grafik sehen wir die prozentuale Verteilung der personalisierten Suchergebnisse auf die einzelnen Ergebnisseiten von Google. 37% der Veränderungen fanden innerhalb der ersten 20 Ergebnisse statt, 43% innerhalb der ersten 100 Treffer und nur 7% innerhalb der Plätze 101-1000. Die Wissenschaftler begründeten die Verteilung so, dass Googles Algorithmus für personaliserte Ergebnisse bislang noch so wenig Einfluss haben muss, dass kaum Ergebnisse aus dem Longtail für die Veränderungen herangezogen werden. Ferner könne es auch sein, dass andere Rankingfaktoren den Einfluss der personalierten Suche zum größten Teil derzeit noch überlagern.

Interessant ist die dritte Grafik. Obwohl bei dieser Testreihe auschließlich Suchwörter verwendet wurden, welche semantisch nichts mit den bis dahin in der Suchhistorie gespeicherten Begeriffen zu tun hatten, zeigte Google auch hier personalisierte Ergebnisse an. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass Google nicht nur Personalisierungen aufgrund zuvor einzelnd gespeicherter Begriffe vornimmt, sondern die Nutzer aufgrund der in der Suchhistorie gespeicherten Keywords auch in themenübergreifende Cluster (Alter, Geschlecht usw.) einteilt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man die mit der personalisierten Suche verbundenen Veränderungen der Ergebnisse auch in Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung nicht unterschätzen sollte.

Die personalisierte Suche führt im Verlauf der Zeit zu erheblichen Verschiebungen auf den vorderen Positionen, hab aber kaum Auswikung auf weiter hinten gelistete Webseiten. Spätestens seit Google teilweise nun auch bei nicht eingeloggten Nutzer eine Personalisierung der Ergebnisse vornimmt, kann man im Prinzip beim Thema Keywords gar nicht mehr von einem festen Ranking sprechen…

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Raymond Appels Website sagt:

    Sehr interessant ist definitiv, dass sich einige Ergebniswünsche aufgrund vorhandenen Nutzerdaten erahnen lassen. Nicht nur Google verwendet dieses Vorgehensweise, sondern auch Amazon und vielen anderen Websites, wenn auch vermutlich nicht in der Umfang, aber immerhin. Wer im Internet surft, darf es mit Datenschutz nicht zu eng nehmen, weil hier die Welt anders „gestrickt“ ist. Was vielleicht einige negative Folge haben kann, aber durchaus auch sehr viele positive.

    Liebe Grüße aus Viersen
    Raymond

  2. […] Studie – Personalisierte Ergebnisse bei Google […]

  3. M. Eisenmann sagt:

    „Wer im Internet surft, darf es mit Datenschutz nicht zu eng nehmen, weil hier die Welt anders “gestrickt” ist. Was vielleicht einige negative Folge haben kann, aber durchaus auch sehr viele positive.“

    Das sehe ich auch so. Ob nun Amazon, eBay oder andere Anbieter – irgendwie ist es schon ganz praktisch. Denn geworben wird da sowieso. Und dann ist es mir lieber, ich werde dort auf Dinge aufmerksam gemacht, die mich interessieren könnten, die ich aber bei meiner Suchaktivität möglicherweise übersehen habe bzw. hätte. Da man es ohnehin nicht vermeiden kann, ist es mir so allemal lieber.

  4. […] Studie – Personalisierte Ergebnisse bei Google […]

  5. B.S. Website sagt:

    Wenn man sich nun überwunden hat und zum Zwecke einer individuelleren Ergebnisliste seine Daten preisgegeben hat, wie kann man sich sicher sein, dass Google diese Daten richtig einordnet?

    Wer im Internet surft, darf es mit Datenschutz nicht zu eng nehmen, weil hier die Welt anders “gestrickt” ist. Was vielleicht einige negative Folge haben kann, aber durchaus auch sehr viele positive.

    Das mag wohl richtig sein, aber leider werden diese Ergebnisse zugeteilt, ohne dass wir das in irgendeiner Form kontrollieren können.

    • M. Eisenmann sagt:

      Das mag wohl richtig sein, aber leider werden diese Ergebnisse zugeteilt, ohne dass wir das in irgendeiner Form kontrollieren können.

      Ja, das stimmt leider. Aber da man es ohnehin nicht ändern kann, versuche ich, es halbwegs positiv zu sehen. Immerhin war schon das eine oder andere wirklich interessante Angebot dabei. Am liebsten würde ich aber komplett darauf verzichten.

  6. […] Studie – Personalisierte Ergebnisse bei Google […]

  7. […] Bericht über die personalisierte Suche und die Untersuchung der University of London – seo-united.de […]

  8. B.S. Website sagt:

    „Am liebsten würde ich aber komplett darauf verzichten.“

    Da hilft nur – nicht einloggen 🙂

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