Aufgrund eines Ultimatums des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Casper, musste das Unternehmen Google Inc. nun doch einräumen, im Zuge seiner Kamerafahrten für Google Street View nicht nur W-Lan-Netze erfasst, sondern auch während der Vorbeifahrt über sie versendete Daten aufgezeichnet zu haben…
In einem diesbezüglichen Statement auf dem offiziellen Google Blog entschuldigt sich der Suchmaschinenbetreiber für diesen nach eigener Aussage schweren Fehler. Man habe gar nicht gewusst, dass die teilweise bereits im Jahre 2006 zunächst für ein ganz anderes Projekt programmierte Software zur Aufzeichnung der W-Lan-Netze auch Payload Data, also z.B. gerade über W-Lan versendete Webseiten oder E-Mail Adressen aufzeichnet und werde diese wenn auch nur bruchstückhaften Fragmente aufgezeichneter Daten unverzüglich löschen.
Da Google zunächst nicht einmal zugegeben hatte, überhaupt W-Lan-Netze zu erfassen und in einem voran-gegangenen Statement ausdrücklich verneint hatte, über diese gerade versendete Daten aufzuzeichnen, laufen Datenschützer nun Sturm gegen das Unternehmen.
Neben dem Vorwurf der Falschinformation, kritisieren Experten in erster Linie die unprofessionelle Vorgehensweise bei der Aufzeichnung der Daten bzw. der Programmierung der hierfür erforderlichen Software. Es dürfe einfach nicht sein, dass durch einen Fehler über Jahre hinweg irgendwelche Daten aufgezeichnet wurden, von denen Google zumindest nach eigener Aussage bis vor kurzem gar nichts wusste.
Die Kritik ist meiner Meinung nach gerechtfertigt. In Zeiten, in denen sich das Internet von einem Informationsmedium hin zu einem Kommunikationskanal entwickelt, kann es nicht sein, dass sich ein Unternehmen wie Google immer noch über kaum auffindbare Blogpost bzw. irgendwo gemachte Aussagen einiger Pressesprecher mitteilt. Die Art und Weise wie Google nach außen kommuniziert, macht leider immer noch den Anschein, als würde es dem Unternehmen weniger darum gehen, seine Nutzer aufzuklären als ihnen ein Image zu verkaufen. Dieses mag in den Anfangszeiten von Google noch `cool´ gewesen sein, ist in Anbetracht der heutigen Bedeutung des Unternehmens jedoch einfach nicht mehr tragbar.
Der andere Kritikpunkt zeigt Googles generelle Schwachstelle. Die Philosophie, einfach erst einmal zu machen und später erst zu schauen, was man mit den zumeist irgendwo und irgendwie gesammelten Informationen überhaupt anfangen kann, wird wahrscheinlich nicht dazu führen, dass sich alles zu einem großen Puzzle vereint, sondern dazu, dass das Kerngeschäft des Unternehmens weiter aufweicht, sich immer neue Fehler einschleichen und man am Ende weniger ein großes Google-Puzzle, als wie oben schon erwähnt, bruchstückhafte Fragmente irgendwelcher `Machenschaften´ in den Händen hält.
Google will nach eigenen Aussagen sämtliche Informationen dieser Welt koordinieren. Ich möchte meine Informationen ehrlich gesagt nur ungern einem Unternehmen anvertrauen, dass sich wie ein pubertierender Teenager präsentiert und manchmal gar nicht mehr weiß, wohin mit sich und seinen Starallüren…
Gretus





























Gestern habe ich in den Nachrichten gehört, dass dabei 600 GB an Daten zusammengekommen sein sollen. Ich kann nicht glauben, dass man das nicht bemerkt. Und das mit dem “Bruchstückhaft” ist ja wohl auch ein Witz. Soll man jetzt hoffen, dass die eigenen sensiblen Daten eben nicht vollständig übertragen wurden?
Nach den Urteil des BVerfG scheint mir ziemlich klar, dass Google die Info schon lange hatte und erst jetzt damit rausrückt: so nach dem Motte: siehste, die Leute sind doch selber Schuld. Ich sehe es genau wie Du: ein Konzern wie Google, der schon lange wegen Datenschutz und Datensicherheit in der Kritik steht, darf sich solche Patzer einfach nicht erlauben.
Hallo,
bei sagen wir mal 250.000 öffentlichen Hotspots weltweit sind die 600 GB immerhin ca. 2 Millionen Zeichen pro Spot. Wenig ist das nicht. Auch ein Unternehmen wie Google darf Fehler machen, man muss dafür verantwortliche Strukturen jedoch so ändern, dass diese minimiert werden…
Grüße
Gretus
Konzerne wie Google sind die Großgrundbesitzer der heutigen Zeit, wer glaubt, dass es diese besondere Klasse nicht mehr gibt, ignoriert, was um ihn geschieht. Wie schon früher glaubt diese Schicht, dass Regeln nicht für sie gelten, sondern für alle anderen gemacht wurden. Sollte doch einmal jemand es wagen, etwas dagegen zu sagen, wird er ignoriert oder es wird versucht, das Anpassen der Regeln zu bewirken. Beispielhaft sei hier Facebook erwähnt, und deren Aussage, dass es heute keine Privatsphäre mehr gebe. Wenn denn doch einmal zrückgerudert wird, wie jetzt hier bei Google geschehen, liegt dies häufig daran, dass der Konzern es wohl nicht mehr für notwendig ansieht, so zu verfahren. Ein Einsehen ist leider damit aber nicht verbunden.
Google ist sowas von tolpatschig in letzter Zeit was Fehler bezüglich Ihres Rufs angeht, dass ich nur mit dem Kopf schütteln kann. So konnten sie sich nach den ersten Datenschutz Diskussionen in diesem Jahr, mit Ihrer China Politik wieder einige Pluspunkte im öffentlichen Ansehen verschaffen und nun das…
Da frage ich mich ob Google denkt es könnte Ihnen egal sein was die Öffentlichkeit angeht oder ob sie einfach nur so ungeschickt sind. Da kann man nur hoffen, dass Google jetzt endlich mal so in Sachen PR so agiert wie man das von einem Weltkonzern erwarten kann.
[...] Gretus von SEO-united.de hat das im Rahmen eines Berichtes über Google Street View ausgedrückt [...]
Ich möchte meine gebündelten Daten nicht nur nicht “einem Unternehmen anvertrauen, dass sich wie ein pubertierender Teenager präsentiert und manchmal gar nicht mehr weiß, wohin mit sich und seinen Starallüren” anvertrauen – ich möchte meine gebündelten Daten generell nicht EINEM Unternehmen anvertrauen.
Selbst wenn das Unternehmen heute supersiös und vertrauenswürdig ist – wer garantiert mir, dass es das morgen auch noch ist? Wer garantiert mir, dass all die dort gebündelten Daten nicht von Dritten geklaut und missbraucht werden? Und wer garantiert mir, dass das Unternehmen immer so fehlerfrei arbeitet und entwickelt, dass keine Schwachstellen auftreten können? Wenn schon alle meine Daten dort gebündelt sind, wären diese drei Fragen allerdings die Mindestanforderung…
Klingt eher etwas naiv als realistisch, aber wie du schon im letzten Teil sehr gut formuliert hast, Google präsentiert sich an manchen Stellen wie ein pupertierender Teenager
Viele Grüße, sk-webentwicklung.de
[...] Gretus von SEO-united.de hat das im Rahmen eines Berichtes über Google Street View so ausgedrückt, dass er seine Daten nur ungern einem Unternehmen anvertrauen will [...]