Was würde wohl passieren, wenn die Google-Suche von heute auf morgen kostenpflichtig und jede Suche fortan mit einer Gebühr belegt werden würde? Angesichts mehrerer Millionen Suchanfragen pro Tag, würde dieses Szenario zumindest aus finanzieller Sicht Sinn machen. Die Frage ist aber, ob sich ein deratiges Modell auch langfristig bezahlt machen würde?
Da ich in letzter Zeit einige Male über dieses Gerücht gestolpert bin, möchte ich heute einmal meine Meinung zu der Frage, ob Google kostenpflichtig werden könnte, kundtun. Um es direkt vorweg zu nehmen, Google wird die Suche niemals nur gegen Entgelt zur Verfügung stellen. Aber eines nach dem anderen.
Das Unternehmen Google hat sich selbst das Ziel gesetzt, sämtliche Informationen dieser Welt zu kategorisieren. Hat man sich anfänglich nur darauf beschränkt, frei verfügbare Webdokumente zu indexieren, scannt man mittlerweile auch Bücher ein oder stellt Kommunikationslösungen wie Google Mail oder Officelösungen wie Google Docs zur Verfügung. Das heute vorhandene Portfolio reicht also aus, um sich Zugang zu Informationen zu verschaffen, diese weiterzuverarbeiten und zu verteilen. Es entspricht der Grundphilosophie von Google, die entsprechenden Produkte für den User völlig kostenlos anzubieten.
Völlig kostenlos? Nicht ganz, denn jeder User bezahlt die Nutzung der Google-Produkte mit seinen Daten. Google analysiert das Nutzerverhalten letztendlich auch um passende Werbung in die verschiedenen Produkte einblenden zu können. Am Ende finanzieren also werbetreibende Unternehmen die für den Endverbraucher kostenlosen Produkte. Dieses Geschäftsmodell funktioniert derart gut, dass Google heute das wertvollste Unternehmen der Welt ist.
So gesehen macht es für mich absolut keinen Sinn, wenn Google seine Dienste fortan kostenpflichtig anbieten würde. Vermutlich würde diese, zugegeben etwas salopp formulierte, Art der Doppelbesteuerung mittelfristig zu geringeren Einnahmen führen. Setzt man die Anzahl aller über Google durchgeführten Suchen ins Verhältnis zu den aktuellen Einnahmen, liegt der Verdienst pro Suche bei ungefähr 20,- Cent. Um eine Steigerung der Einnahmen zu erreichen und wegfallende Suchanfragen zu kompensieren, müsste sich eine Vergütung pro Suche also schon auf mehrere Cent belaufen.
Auch ist der Weg zur unmittelbaren Konkurrenz nicht sehr weit. Anders als bei einem sozialen Netzwerk, gibt es bei Google keine Freunde, Follower oder Profile. Man sucht einfach bei Bing und nicht mehr bei Google. Da die Bereitschaft der breiten Masse fehlen würde, für die Ergebnisse einer Suchmaschine zu bezahlen, würde es in kürzester Zeit zu einem rapiden Schwund an Suchen kommen.
Ingesamt halte ich es für völlig ausgeschlossen, dass die Google-Suche eines Tages kostenpflichtig wird. Das Gerücht wird sich wahrscheinlich halten, die Begründung aber bleibt dieselbe. Es wäre schlicht und einfach Humbug.
Constantin





























Eventuell TausenderSuchPreis möglich, dafür keine Einblendung von AdWords. Aber ne. Bisher waren alle Dienste kostenlos, sogar so hochwertige wie Analytics und der 7GB Mail Service. Sicher finden sich andere Monetarisierungsmöglichkeiten wie Werbung zwischen den Suchergebnissen oder gekoppelt an Suchergebnistreffer.
Ich stimme zu! Allerdings wird sich nicht nur Google darüber Gedanken machen, und falls andere Suchdienste wie BING ebenfalls auf diesen Zug aufspringen, wäre es theoretisch möglich. Wenn die Paid-Search Zusatzvorteile für den User bringen würde, wäre es doch durchaus denkbar! Z.B. manuell vom Anbeiter optimierte Suchergebnisse, keine Werbeeinblendungen mehr…
…aber dennoch sehr unrealistisch!
Hallo activetraffic,
ich glaube sogar, dass viele Nutzer gar kein Interesse an einer werbefreien Google-Suche haben. Es gibt ja schon länger entsprechende Plugins, die sich kleinerer Beliebtheit erfreuen als man allgemein annehmen würde. Ich denke vielmehr, dass ein Großteil der User die Werbeeinblendungen entweder gar nicht als solche wahrnimmt oder diese sogar als Mehrwert betrachtet. So gesehen würde ich auch nicht für eine werbefreie Version zahlen wollen.
Liebe Grüße,
Constantin
Das klingt zu absurd. Google fährt Millardengewinne, warum sollte man sich also die dominierende Marktposition kaputtmachen. Der komplette Markt würde doch zusammenbrechen. Nutzerzahlen sinken rapide, weil es genügend Kompetenten gibt. AdWords-Kampagnen würden runtergefahren werden. Es würde sich alles verlagern.
Freilich könnte Google Premium-Dienste anbieten. Was weiß ich, ein besseres Google Mail, Documents mit besonderen Funktionen oder auch interessante SEO-/SEM-Tools.
Aber das „Kerngeschäft“? Naja, drüber nachdenken kann man immer
@Constantin: Dass es Nutzer gibt, die das Wort „Anzeige/Anzeigen“ nich lesen können und auch die generell andersartige Gestaltung von AdWords nicht begreifen, beweisen solche Artikel: http://bit.ly/auglgh
Google wird künftig – ganz unschüchtern, aber wohldosiert – noch mehr in Richtung Einblendung von “Eigenwerbung” gehen und zunehmend direkt bzw. über die Provisionen verdienen, die für die Vermittlung von Services (wie Reisen -> ITA-Übernahme) vom Anbieter bezahlt werden – immer vorausgesetzt, die jeweiligen Tests zeigen, dass die dann höheren Einnahmen pro Klick den Rückgang des Traffics aufgrund der Verschlechterung der SERPs überkompensieren werden.
Ich sag nur SOMMERLOCH !
Hallo,
wenn man sich vorstellt, dass es Google irgendwann nur noch als App geben könnte, ist eine kostenplichtige Premiumversion gar nicht mehr so weit weg…
Grüße
Gretus
Hallo,
wieso sollte es Google irgendwann nur noch als App geben? Kann ich mir nicht vorstellen.
Liebe Grüße,
Constantin
Hallo Consi,
viel mir gerade so ein. Fragt jemand die Krake Paul, warum Spanien gewinnt?
Grüße
Gretus
So lange Google von den User-Daten profitiert werden sämtliche Produkte kostenlos bleiben. Das sieht man auch an Google Products; Google tritt nicht asl Verkäufer sondern als (kostenloser) Vermittler auf. Auch durch die Übernahme von ITA wird Google selbst keine Flüge verkaufen, sondern wieder nur vermitteln. Siehe auch Google Powermeter oder Google Voice. Alle Dienst sind und bleiben – meines Erachtens – auch kostenlos.
Ich glaube kaum, dass eine Suchmaschine auf die Idee kommt sich die Suchergebnisse bezahlen zu lassen. Eher schütten Sie einen Betrag aus, wenn jemand sucht
@Gretus Wieso sollte es Google nur noch als App geben? Da würde sich ja Google selbst in die Finger schneiden – und das nicht unerheblich. Oder bist Du schon im Jahr 2030, wo es keine Desktop-PCs mehr gibt?
Es wäre schlicht und einfach Humbug.
Sehe ich ganz genauso, Constantin.
Gruß
Seba
Also ich kann es mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, das die Suche bei Google jemals kostenpflichtig wird, egal mit welchem Kostenmodell. Die Konkurenz wartet doch nur darauf, das Google solch einen Fehler macht. der Marktanteil wird sicher rapide abnehmen und zu gunsten von yahoo oder bing gehen. Das wird Google niemals riskieren, sooo viel Macht hat der Suchmaschinenriese dann auch wieder nicht.
Google lebt davon, dass die Nutzer deren Dienste nutzen, denn sie sammeln ja, wie schon im Beitrag gesagt, die Daten aller User. Gehen die User zur Konkurenz, werden sie natürlich auch ihre Daten bei der Konkurenz lassen und das wird Google niemals riskieren. Sollte Google wirklich mehr Geld machen wollen, werden sie sicher erstmal an ihre umfangreichen kostenlosen Tools rangehen und evtl. einige mächtige Zusatzfunktionen kostenpflicht machen, aber auch das kann ich mir in geraumer Zeit nicht vorstellen. Ich denke es bleibt alles beim alten was die Kosten der Suche angeht.
Gruß
Sehr interessant Überlegung. Eine werbefreie Premiumversion finde ich auch gar nicht soo unrealistisch und würde bestimmt auch angenommen werden. Wüsste man nur über das Bezahlmodell nachdenken – eine Flatrate im Stile von 10€ / Monat oder 10 Cent pro Suchanfrage? Zweiteres würde vermutlich deutlich mehr Geld einbringen, würde aber vermutlich auch nicht so gut angemommen werden.
Google würde sich selbst abschießen wenn sie die Suche kostenpflichtig machen würden. Allerdings wie Domi schon sagte, einen Premium-Account mit Werbefreiheit und vielleicht weiteren Extras wird es bestimmt irgendwann geben!
Mein erster Gedanke war: “wäre ich bereit, für Suchanfragen zu bezahlen?” Mein zweiter Gedanke war dann: “Nur wenn die Ergebnisse relevanter wären.”
Diese spontane Erkenntnis fand ich dann schon ganz erstaunlich. Zeigt auch, dass sich bei der Relevanz noch einiges tun muss. Für einen kostenlosen Dienst ist sie hervorragend. Wenn man dafür bezahlen soll – womöglich sogar noch pro Suche – steckt sie noch in den Kinderschuhen.
Unabhängig davon glaube ich aber auch nicht, dass dieser Fall jemals eintreten wird.
Das Sommerloch läßt grüßen. Warum soll das Suchen Geld kosten? Es muss ja erst mal beschrieben werden wie man oder auch Frau das “Suchen” lernen kann. Man kann es getrost als “Ente” ansehen.
Grüße
Uwe
Ich halte das Szenario für gar nicht soooo unrealistisch. Wenn eine werbefreie Suche die besseren Ergebnisse bringen würde, z.B. bei Suchabfragen, bei denen man hinsichtlich der Neutralität der SERPS ein verlässliches Ergebniss braucht, dann wäre sowas imho schon vorstellbar. Es wird ja auch immer mehr zum Trend, dass man zum unabhängigen Finanzberater auf Provisionsbasis geht statt zur Bank, und ich denke in ähnlich sensiblen Bereichen könnte das auch bei einer Suchmaschine Sinn machen.
Also ich denke nicht das Google kostenpflichtig wird. Das wäre der Untergang für Google – und zwar von heute auf morgen! An einen Google-Premium-Account mag ich im Moment nicht denken. Da müsste aber schon mehr rüber kommen, als eine werbefreie Nutzung.
Die Google Suche wird sicherlich auch in Zukunft für die Suchenden kostenlos bleiben. Solch ein erfolgreiches Geschäftsmodell sollte man nicht ohne Not verändern.
Interessanter Artikel – stimme vollkommen zu. Mich würde nur einmal interessieren, wie du auf die 20 Cent pro Suche gekommen bist?!