Das regelmäßig unabhängige Studien veröffentlichende Pew Research Center hat in den vergangenen Monaten untersucht, welche Inhalte zu welchem Prozentsatz auf welchen Web 2.0 Plattformen diskuttiert bzw. geteilt werden und dieses nun unter dem Titel `New Media, Old Media´ auf journalism.org veröffentlicht…
Vom 19. Januar 2009 bis zum 15 Januar 2010 wurde mit Hilfe spezieller Dienste (Technorati, Tweetmeme usw.) beispielsweise untersucht, welche Inhalte die Betreiber von Weblogs verlinken, mit welchen Themen sich die meisten Videos auf YouTube befassen oder welche Topics die User von Twitter am meisten interessieren.

Wie in obiger Grafik zu erkennen ist, befassen sich Weblogs z.B. zu 17% mit politischen Themen. Bei Twitter dagegen spielen politische Themen mit 6% nur eine untergeordnete Rolle, hier ist Technik mit 42% das favorisierte Gesprächsthema.
Neben weiteren interessanten Ergebnissen, wie z.B. der Tatsache, dass aktuell bei Twitter viel duskutierte Themen sich im Gegensatz zu tradionellen Medien kaum mehr als eine Woche dort halten, Dienste wie Twitter die Schnelllebigkeit unserer Medienlandschaft also immens beschleunigen, hat mich persönlich ein Ergebnis der Studie besonders schockiert:
Bei den Millionen während der zwölf Monate untersuchten Weblogs führten sage und schreibe 99% der ausgehenden Links zu traditionellen Medien bzw. redaktionell erstellten Inhalten. Alleine die Webseiten von BBC, CNN, der New York Times und Washington Post konnten während dieser Zeit 80% der untersuchten Links auf sich vereinen.
Auch wenn bei Twitter nur knapp 50% der Links zu tradiotinellen Newsseiten führen, so muss man doch sagen, dass die gesamte Web 2.0 Gemeinde, mit genannten 99% insbesondere aber natürlich die Blogger, unter der Krankheit zu leiden scheiden, sich nicht gegenseitig verlinken bzw. unterstützen zu wollen.
Das Ganze wäre nicht schlimm, wenn die herkömmlichen Medien hin und wieder auch einige Blogs erwähnen würden. In Anbetracht aber der Tatsache, dass z.B. unser Weblog fast noch nie auf einer bekannten Newsseite erwähnt wurde, sollten wir Blogger es uns zukünftig zweimal überlegen, wen wir unsere Linkliebe zukommen lassen…
Gretus




























Ja, das stimmt. Die meisten Blogger sind leider sehr sparsam was das Verlinken betrifft
Ist aber wenn es sich mal ohne Emotionen betrachtet und psychologisch sieht, kein Wunder. Wir leben heute in einer Zeit in der alles rückläufig ist. Es wird weniger verdient, es gibt weniger Möglichkeiten etwas zu verdienen. Partnerschaften werden schneller geschieden usw.
Fazit, jeder muss schauen wo er bleibt und das führt zu einem ungesunden Egoismus. Nur noch diejenigen, die genügend Reserven haben für Investitionen, bei denen wird es deutlich schneller und das Angebot an Möglichkeiten immer grösser. Das bekommt der kleine auch immer vor die Nase gehalten und versucht natürlich diesen Stand zu erreichen und ist der Meinung, nix hergeben alles behalten (also keine Links rausgeben aber Links bekommen) bringt ihn dem Ziel naher. Das ist allerdings ein Trugschluss und klappt nicht. Wer gibt, bekommt auch. Das ist ein natürliches Gesetz und funktioniert.
Viele Grüsse
Jörg
Ich habe 2 mal auf eine bekannte regionale Onlinezeitung verlinkt. Als der 2te Link auch nicht als Trackback angenommen wurde habe ich dort angerufen um das technische Problem anzudeuten ^^
Es stellte sich heraus das der Verantwortliche für diesen Bereich kein Plan davon hatte was ein TB ist, obwohl es angeboten wird ^^
Nachdem die Win Win Situation klar war, war auch der TB frei. Nicht jedem Portal ist klar was hinter “Linkliebe” steckt. Manchmal ist Egoismus einfach nur Unwissenheit.
Hallo Thom,
bekannte Newsseiten setzen bei ihrem Einstieg ins Web 2.0 genau das fort, was sie schon immer gemacht haben. Verlinkt werden nur Weblogs mit journalistischem Hintergrund, man will ja schließlich unter sich bleiben…
Grüße
Gretus
[...] In einem interessanten Artikel hat Gretus heute vorgestellt, dass 99% aller ausgehenden Links von Weblogs zu Angeboten von traditionellen Medien führen [...]
[...] Heiner Hemken von SEO-united.de hat einen sehr informativen Artikel veröffentlicht, der sich mitunter auf letztere unabhängige Studen beruft [...]
Aber es fängt doch schon bei den ganzen nofollow-Links an und immerhin ist diese Funktion bei WordPress schon von Anfang an eingeschaltet. Ist ja auch nicht gerade einer fairen Verlinkung förderlich.
Mag es vielleicht einfach sein, dass der große Teil der Blogger einfach auf dem eigenen Blog kommentiert und als Quelle dann eine “vernünftige Quelle” angibt? Womöglich sich dabei nicht mal für das Niedergelegte anderer Blogger interessiert, sondern nur auf seinen Blog begrenzt ist? Die, die Diskussionen eröffnen, sind doch eher in der Minderheit…
[...] Hier findet Ihr unseren Artikel für die Scroll Edition der WELT Kompakt in der langen Version mit der Linkliste [...]