Nach jedem Hype folgt irgendwann ein Einbruch. Schaut man sich das augenblicklich förmlich explodierende Interesse am Microbloggingdienst Twitter an, wird wahrscheinlich auch hier schon bald die Blase platzen…
Twittern ist theoretisch kinderleicht. Als angemeldeter User kann man Freunden und Bekannten folgen und sich in einer Art Gruppenchat untereinander austauschen. In der Praxis sieht die Nutzung von Twitter jedoch anders aus. Der typische User twittert nicht um sich mit Freunden auszutauschen, sondern das System auszunutzen und für eigene Zwecke zu missbrauchen.
In den letzten vier Wochen ist die Zahl der Neuanmeldungen bei Twitter in Deutschland um 38% gestiegen. 60% der neuen Nutzer verlieren statistisch nachgewiesen nach kurzer Zeit die Lust und kehren dem Dienst den Rücken zu. Der verbleibende Rest stellt sich zumindest vorübergehend der mathematisch unmöglichen Aufgabe, bei selbst nur 50 folgenden Usern mindestens 500 Follower des eigenen Profils zu generieren.
Um die unlösbare Aufgabe doch zu meistern, ist insbesondere Marketing affinen Usern fast jedes Mittel recht. So werden iPhones gepflanzt, Bäume verlost, gefakte Wohnungsgesuche verbreitet, Englischkurse für Anfänger belegt und vieles mehr.
Dementsprechend chaotisch sieht das momentane Zwitschern leider dann auch aus. Wo Twitter ursprünglich dafür gedacht war, mittels einfacher Technologie seine Freunde und Bekannte vom augenblicklichen Tun bzw. momentanen Befinden zu berichten, gleicht der Microbloggingdienst bislang noch eher einem dichten Dschungel aus Verlinkungen, vermeidlichen Nachrichtenmeldungen und übereilten Marketingkampagnen.
Die schneeballartige Verbreitung der Beiträge macht Twitter zweifelsohne zu einer Trafficmaschine. Beim momentanen Hype sollte man jedoch nie außer Acht lassen, sich ein geeignetes Ziel aufrecht zu erhalten, um diesen Traffic auch verwerten zu können.
Wer meint, irgendwann über Twitter z.B. durch geschaltete Werbung oder der Verbreitung von profitbringenden Links zu Drittanbietern mehr als ein Taschengeld verdienen zu können, der sollte vielleicht doch zuerst einen Grundkurs in Mathematik belegen.
Twitter hat entgegen der Meinung einiger Experten nichts mit Web 2.0 zu tun, weil mittels Twitter keine echten Webinhalte generiert werden. Wer nicht nebenbei dafür sorgt, dass diese Inhalte z.B. gerade hier an dieser Stelle weiter generiert werden und Twitter nicht als Spielweise sondern mögliche Einnahmequelle ansieht, wird früher als später vom System gefressen werden ![]()
Update: Twitter hat heute verlauten lassen, an einem eigenen Index bzw. Rankingsystem zu arbeiten. Damit könnte aus der bisher im nur bei aktuellen Geschehnissen interessanten Twittersuche eine aufrgund der Verlinkungen der einzelnen Tweets nach Relevanz sortierte Suche entstehen. Mit einem geeigneten Algorithmus ist Twitter urplötzlich von einer vermeidlichen Blase zu einem potentiellen Google-Killer mutiert…
Gretus





























Ich sehe das nicht so.
Hallo,
und warum nicht, lol?
Grüße
Gretus
Hi Gretus, wenn man sich den Artikel und das Video von ritchie durchliest und anschaut könnte man da locker zu einer anderen Meinung kommen.
Ich glaube nicht, dass wenn man Twitter als Einnahmequelle ansieht, früher oder später das System einen frißt. Genau wie in anderen Bereichen zählt hier Fleiß, Beständigkeit und gute Ideen dann klappt es auch mit den Einnahmen.
Ob diese jedoch RIESIG sind sei mal dahin gestellt.
Hallo,
eine kleine Ergänzung noch. Es ist übrigens eine `Rettung´ für Twitter in greifbarer Nähe. Sollte Twitter von Apple übernommen werden, kann es im Zuge der Mobilität durch iPhone, Twittpod und Co. tatsächlich wieder das werden, was es ursprüglich einmal sein sollte. Nur, das muss man sich vor Augen halten, sind wir dann hier angekommen…
Grüße
Gretus
Hallo littleSEO,
Twitter ist ein Trafficlieferant. Das Problem ist nur, das der ausgelieferte Traffic zumindest im Moment zu großen Teilen nur über Leute `reinkommt´, die wiederum selbst nur Traffic generieren wollen…
Grüße
Gretus
Man soll da “momentane Befindlichkeiten” austauschen??? Wer macht denn so was? Ich hab mich schon gewundert, warum ich mit Twitter nicht klarkomme – jetzt wird mir vieles klarer
Für mich ist das eigentlich nur ein Überschriften-System. So, als wenn ich auf Spiegel.de nur Überschriften und Links eingeblendet bekäme. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass man selber bestimmt, von welchen Autoren man die Überschriften bzw. Artikel und Empfehlungen lesen will.
Der Argumentation, dass Twitter untergeht, weil sie keine Inhalte erzeugen, kann ich nicht ganz folgen. Google erzeugt auch keine Inhalte. Beide bieten nur Plattformen, über die man sie bekommen kann.
Aber ich geb zu: ich mach auch nur mit, weils alle machen.
Gruß, Martin
Hallo Martin,
da hast Du Recht. Man sollte eben nach wie vor auf beide Pferde setzen…
Grüße
Gretus
Wo kann ich ein “Grundkurz” besuchen ??
Hallo Hansi,
direkt dahinten, gegenüber von `Haarspalterei für Fortgeschrittene´
Grüße
Gretus
Wenn Twitter schon nicht direkt Umsatz generiert, dann doch über Traffic wie Shoemoney kürzlich berichtete. Twitter hat Yahoo (in USA ja immer noch relativ stark) den Rang abgelaufen!
Hey Gretus,
super Artikel – hat mich zum schmunzeln gebracht. Ich bin auch noch beschäftigt mit der Matheaufgabe der Follower…
Gruß
Ulf
Wenn ein System Schwachstellen hat, gibt es immer Leute die diese schamlos ausnutzen. Aber der Gedanke hinter Twitter ist sicherlich sehr interessant für zukünftige Projekte.
Ich habe Twitter noch nie besorgt, aber ich gehe davon aus, dass Twitter den Bach runtergehen wird…
was soll man da wieder sagen???
Mal wieder wir so ein web 2.0-3…. was auch immer missbraucht. Wichtiger ist doch mal Ansätze für Bewertungssystem zu finden, damit würde man endlich dieser masse mal gerecht werden.
Ich hoff mal das Twitter mit dem neuem algo erfolg haben wird.
Bitte nicht boese sein aber dieser Artikel ist erschreckend fern ab der Realitaet.
Anstatt dir nun den Bug komplett wegzuschiessen, konfrontiere ich dich mal schnell mit einigen Zitaten aus deinem Artikel:
Der typische User twittert nicht um sich mit Freunden auszutauschen, sondern das System auszunutzen und für eigene Zwecke zu missbrauchen.
In den letzten vier Wochen ist die Zahl der Neuanmeldungen bei Twitter in Deutschland um 38% gestiegen. 60% der neuen Nutzer verlieren statistisch nachgewiesen nach kurzer Zeit die Lust und kehren dem Dienst den Rücken zu. Der verbleibende Rest stellt sich zumindest vorübergehend der mathematisch unmöglichen Aufgabe, bei selbst nur 50 folgenden Usern mindestens 500 Follower des eigenen Profils zu generieren.
Twitter hat entgegen der Meinung einiger Experten nichts mit Web 2.0 zu tun, weil mittels Twitter keine echten Webinhalte generiert werden.
Soviel Irrwitz in wenigen Saetzen, meinen Glueckwunsch. Ich muss zugeben, dass meine arrogante deutsche Mentalitaet mich auch daran gehindert hat, das System Twitter direkt zu begreifen. Ich scheine da ja wohl nicht der Einzige zu sein
Hallo Sascha,
da hast Du kurioserweise genau die Textpassagen ausgewählt, die aufgrund von Statistiken nachgewiesen sind. Tatsächlich ist der typische Twitteruser schon älter, hat eine gute Schulbildung und nutzt den Service hauptsächlich um `Business´ zu betreiben…
Grüße
Gretus