Da ich bereits einige Interviews mit Robert Basic führen durfte, nun sogar die Bildzeitung über den Verkauf seines Twitteraccounts berichtet hat und er weiß, dass ich kein Blatt vor den Mund nehme, wird es mir Robert sicher nicht übel nehmen, wenn auch ich an dieser Stelle einige kritische Worte über den angekündigten Verkauf von @robgreen verliere…

Zunächst einmal sei gesagt, dass der Verkauf eines Twitteraccounts bzw. dessen Followern laut den Allgemeinen Geschäftsbedingen von Twitter nicht erlaubt ist:
Selling user names: Unless you have been specifically permitted to do so in a separate agreement with Twitter, you agree that you will not reproduce, duplicate, copy, sell, trade or resell the Services for any purpose.
`Services´ ist nicht eindeutig definiert, gut möglich aber, dass hiermit auch der Verkauf eines eigenen Acounts bzw. dessen Followern gemeint ist. Ein Mitarbeiter von Twitter hat übrigens kurz nach Veröffentlichung der Verkaufsankündigung auf Roberts Blog einen Kommentar geschrieben und auf die AGBs hingewiesen.
Wenn ich mir nicht sicher wäre, dass Robert seinen Twitteraccount nicht wegen der zu erwartenden Einnahmen von im übrigen wahrscheinlich allerhöchstens 5000 Euro, sondern wegen des erneuten Hypes um seine Person bzw. als Werbung für sein zukünftiges Projekt Buzzriders verkauft, hätte ich mir diesen Post, insbesondere den Hinweis auf die rechtliche Situation, erspart. Da ich jedoch denke, dass Robert mit derartigen Reaktionen gerechnet hat und er früher oder später über diesen Beitrag stolpern dürfte, hier einige ganz persönliche Worte:
Lieber Robert,
Deinen über Jahre mit viel Herzblut geführten Weblog zu verkaufen, hat Dir damals keiner übel genommen. Viele Deiner Leser haben Basic Thinking zwar nur wegen Dir gelesen bzw. abonniert, letzten Endes aber war es Dein gutes Recht, Deinen Blog zwecks Weiterführung eines Dritten abzugeben. basicthinking.de hatte einen echten Wert, entstanden durch Deine Artikel, dem hohen Grad der Verlinkung usw.
Einen Twitteraccount bzw. womöglich sogar nur dessen Follower zu verkaufen, ist damit nicht zu vergleichen. Da sämtliche Deiner in der Vergangenheit gemachten Tweets im Realtimeweb quasi keine Bedeutung bzw. keinen Wert mehr haben, verkauftst Du im Prinzip nur Deine Follower, also Deine gemachten Kontakte.
Wie Du an der erneut sehr hohen Resonanz auf die Ankündigung des Verkaufs von @robgreen erkennen kannst, genießt Du noch immer eine überdurchschnittlich große mediale Präsenz. Um das Wort `Vorbildfunktion´ geschickt zu umschreiben, finden Deine gemachten Handlungen rein theoretisch zumindest mehr Nachahmer als die Handlungen vieler anderer (Mircro-)Blogger.
Mit dem Verkauf Deiner Follower machst Du deutlich, dass Dir Deine im Internet gemachten Kontakte nicht mehr wert sind als ein wenig PR um Deine Person bzw. für Dein Projekt. Als bekennender Fan des Internets stellst Du dessen wesentlichstes Merkmal, nämlich die Möglichkeit über Grenzen hinweg mit anderen in Kontakt treten zu können abadsurdum und degradierst gemachte Kontakte, womöglich sogar (potentielle) Freundschaften zu einer jederzeit austauschbaren Ware herunter.
Im Gegensatz zum damaligen Verkauf von Basic Thinking, kann ich die negativen Reaktionen auf die Ankündigung des Verkaufs von @robgreen sehr gut nachvollziehen. Es mag zwar sein, dass Du lediglich Reaktionen wie diese provozieren und eine allgemeine Diskussion um den `Wert´ von im Internet gemachten Kontakten anregen willst, damit jedoch zu rechtfertigen, dass es letztendlich Du bist, der den Handel mit Kontakten gerade salonfähig macht, fällt ehrlich gesagt nicht gerade leicht…
Grüße und natürlich trotzdem alles Gute…
Heiner
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Wenn du diesen Kommentar meinst, der ist nach wie vor zu finden, mann muss nur richtig schauen.