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Retweet @ Twitter

Post für Robert Basic

Bloggen - Gretus am 19. Dezember 2009 - 00:59  |  24 Kommentare »  | Artikel vorlesen

Da ich bereits einige Interviews mit Robert Basic führen durfte, nun sogar die Bildzeitung über den Verkauf seines Twitteraccounts berichtet hat und er weiß, dass ich kein Blatt vor den Mund nehme, wird es mir Robert sicher nicht übel nehmen, wenn auch ich an dieser Stelle einige kritische Worte über den angekündigten Verkauf von @robgreen verliere…

@robgreen

Zunächst einmal sei gesagt, dass der Verkauf eines Twitteraccounts bzw. dessen Followern laut den Allgemeinen Geschäftsbedingen von Twitter nicht erlaubt ist:

Selling user names: Unless you have been specifically permitted to do so in a separate agreement with Twitter, you agree that you will not reproduce, duplicate, copy, sell, trade or resell the Services for any purpose.

`Services´ ist nicht eindeutig definiert, gut möglich aber, dass hiermit auch der Verkauf eines eigenen Acounts bzw. dessen Followern gemeint ist. Ein Mitarbeiter von Twitter hat übrigens kurz nach Veröffentlichung der Verkaufsankündigung auf Roberts Blog einen Kommentar geschrieben und auf die AGBs hingewiesen.

Wenn ich mir nicht sicher wäre, dass Robert seinen Twitteraccount nicht wegen der zu erwartenden Einnahmen von im übrigen wahrscheinlich allerhöchstens 5000 Euro, sondern wegen des erneuten Hypes um seine Person bzw. als Werbung für sein zukünftiges Projekt Buzzriders verkauft, hätte ich mir diesen Post, insbesondere den Hinweis auf die rechtliche Situation, erspart. Da ich jedoch denke, dass Robert mit derartigen Reaktionen gerechnet hat und er früher oder später über diesen Beitrag stolpern dürfte, hier einige ganz persönliche Worte:

Lieber Robert,

Deinen über Jahre mit viel Herzblut geführten Weblog zu verkaufen, hat Dir damals keiner übel genommen. Viele Deiner Leser haben Basic Thinking zwar nur wegen Dir gelesen bzw. abonniert, letzten Endes aber war es Dein gutes Recht, Deinen Blog zwecks Weiterführung eines Dritten abzugeben. basicthinking.de hatte einen echten Wert, entstanden durch Deine Artikel, dem hohen Grad der Verlinkung usw.

Einen Twitteraccount bzw. womöglich sogar nur dessen Follower zu verkaufen, ist damit nicht zu vergleichen. Da sämtliche Deiner in der Vergangenheit gemachten Tweets im Realtimeweb quasi keine Bedeutung bzw. keinen Wert mehr haben, verkauftst Du im Prinzip nur Deine Follower, also Deine gemachten Kontakte.

Wie Du an der erneut sehr hohen Resonanz auf die Ankündigung des Verkaufs von @robgreen erkennen kannst, genießt Du noch immer eine überdurchschnittlich große mediale Präsenz. Um das Wort `Vorbildfunktion´ geschickt zu umschreiben, finden Deine gemachten Handlungen rein theoretisch zumindest mehr Nachahmer als die Handlungen vieler anderer (Mircro-)Blogger.

Mit dem Verkauf Deiner Follower machst Du deutlich, dass Dir Deine im Internet gemachten Kontakte nicht mehr wert sind als ein wenig PR um Deine Person bzw. für Dein Projekt. Als bekennender Fan des Internets stellst Du dessen wesentlichstes Merkmal, nämlich die Möglichkeit über Grenzen hinweg mit anderen in Kontakt treten zu können abadsurdum und degradierst gemachte Kontakte, womöglich sogar (potentielle) Freundschaften zu einer jederzeit austauschbaren Ware herunter.

Im Gegensatz zum damaligen Verkauf von Basic Thinking, kann ich die negativen Reaktionen auf die Ankündigung des Verkaufs von @robgreen sehr gut nachvollziehen. Es mag zwar sein, dass Du lediglich Reaktionen wie diese provozieren und eine allgemeine Diskussion um den `Wert´ von im Internet gemachten Kontakten anregen willst, damit jedoch zu rechtfertigen, dass es letztendlich Du bist, der den Handel mit Kontakten gerade salonfähig macht, fällt ehrlich gesagt nicht gerade leicht…

Grüße und natürlich trotzdem alles Gute…

Heiner

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Kommentare / Tweets:

  1. Twitter
  2. Twitter
  3. Twitter
 
  1. Frank Website sagt:

    Wenn du diesen Kommentar meinst, der ist nach wie vor zu finden, mann muss nur richtig schauen. ;)

  2. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    den meine ich, hab den Artikel entsprechend geändert…

    Grüße

    Gretus

  3. shan_dark sagt:

    “Mit dem Verkauf Deiner Follower machst Du deutlich, dass Dir Deine im Internet gemachten Kontakte nicht mehr wert sind als ein wenig PR um Deine Person bzw. für Dein Projekt.”
    –> Jepp, genauso ist es. Kein Grund ihn mehr ernst zu nehmen. Guter Post, Gretus!
    –> Noch mehr gespieltes Mitleid habe ich aber für denjenigen, der den Account kauft ;o)

  4. Sascha sagt:

    Langsam aber sicher wird mir Mr. Basic richtig unsympathisch und ich denke eher das dieser, evtl. gewollte Effekt, schwer nach hinten losgehen kann. Seinen Ruf bei den Bloggern wird er früher oder später auch weg haben und ich kann dieses ganze Tamm Tamm von dem echt nicht mehr ab.

  5. Robert Website sagt:

    @Gretus,

    danke für die Gedanken. Es stellt sich recht simpel dar: Ich verkaufe meinen Account, die Awareness ist da, das hat schon einmal geklappt. Verkaufen kann ich dahingegen nicht “meine” Follower, da es eben nicht “meine” sind. Was ich verkaufe, ist ein Interesse an einem Kanal, der sich hauptsächlich um IT News dreht. Das war bei Basic Thinking bereits so, das hat sich bei Twitter nicht geändert. Es gibt natürlich auch andere Sichtweisen, dass Twitter ein rein privater Kuschelkanal ist und andere Sichtweisen. Doch der puren Lehre der “Freundes”-Theorie muss ich nicht folgen. Wer sich nur für mich interessiert, wird mich eh überall finden. Wenn daraus Freundschaften entstehen, so liegt das nicht an einer Softwaretechnik, sondern an der Art der Kommunikation, die Plattform unabhängig ist. Nix Weltbewegendes, an sich seit den Urzeiten des Internets längs etablierte Mechanismen des sich Informierens, des Kontakt Aufnehmens, der Sozialisierung.

    Was in der Tat spannend ist, wie Menschen digitale Identitäten wahrnehmen. Angefangen von einseitigen Beziehungen (Folgen = Zuhören) bis hin zu gegenseitigen Beziehungen (Kommentieren = miteinander reden). Das wird in Deiner Sprache als “Kontakt” bezeichnet. Nur, dahinter verbirgt sich viel mehr als “Kontakt”. Ein Leser, der sich niemals meldet, was ist das? Ein Freund? Ein Kunde? Ein Musikliebhaber? Ein Stalker? Ein Leser eben? Was ist jemand, der sich hin und wieder zu Wort meldet, kritisch? Ein Freund? Ein Leser? Ein Bekannter? Solange ich diesen Kontakt meinerseits nicht zuordnen kann, behandel ich ihn als Informationsrezipient mit einem Interesse an wie auch immer gearteten Informationen. Bis zum Wort “Freund” ist es ein ewig weiter Weg.

  6. [...] Robert Basic verkauft seinen Twitteraccount [...]

  7. seo-programmierer Website sagt:

    Ich finds voll ok, wenn er verkauft.

  8. Benjamin Website sagt:

    Die Rampensau Robert B. lässt wirklich keine Gelegenheit aus, um sich in den Mittelpunkt zu stellen. Er hat gezeigt, dass er sich und seine Kontakte für Geld verkauft und ist damit für mich eine Internethure.

  9. [...] Post für Robert Basic (seo-united.de) [...]

  10. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo Robert,

    vielen Dank für Deine Antwort. Der Begriff `Internetkontakt´ ist in der Tat schwer zu umschreiben und wahrscheinlich in den meisten Fällen ganz klar von einer realen Freundschaft zu unterscheiden…

    Meiner Meinung nach kann man jedoch den Verkauf eines Weblogs nicht mit dem Verkauf eines Twitteraccounts vergleichen, bzw. Leser und Follower nicht über einen Kamm scheren. `Jack Dorsey hatte eine einfache Idee: Er wollte wissen, was seine Freunde gerade machen´, so beschreibt der Gründer selbst die grundlegende Idee von Twitter.

    In der Realität ist Twitter wie Du schon sagst ein bunter Mix aus zum Teil persönlichen und zum Teil newsähnlichen Meldungen. Viele wählen ihre Quellen nach der Qualität der dort gelieferten News, viele aber auch weil sie die unter dem Account twitternde Person kennen oder gut finden.

    Deine Follower haben Dir durch ihr Folgen gezeigt, dass sie die Bereichterstattung genau wie Du sie machst sehr gut finden. Sie wollen nicht irgendwelche News, sondern sie wollen News wie genau Du sie aufbereitest und darüber hinaus womöglich noch etwas über den Menschen Robert Basic erfahren.

    Man muss schon auch zwischen im Internet gemachten Kontakten unterscheiden. Mit Deiner Sicht der Dinge könnte man ja anschließend auch noch seine `Freunde´ bei Facebook und und obendrein noch zwei, drei Mailbekanntschaften verhökern. Seit es keine echten Brieffreunde mehr sind, sind sie sowieso nichts mehr wert?!

    Grüße

    Heiner

  11. Phil Website sagt:

    twitter ist zum reinen informationskanal mutiert. news, werbung und spam. was am interessantesten rübergebracht wird dem wird gefolgt und wo es nachlässt, der wird gekickt. in meinen augen alles weit entfernt von kontakten bzw. freunden und auch nicht zu vergleichen mit dem “verhöcker” von freunden auf facebook & co. da sind die beziehungen, in denen die menschen zu einander stehen viel tiefer. finde es von daher ok.

  12. Robert Website sagt:

    @Gretus, man kann vieles tun und vieles nicht, wenn man sich bestimmte Schuhe anzieht. Ich ziehe mir den Schuh nicht an, dass “Kontakte” mit mir als Person was zu tun haben, nur weil sie mich lesen, das haben mich meine Erfahrungen auf BT Blog gelehrt. Du sprichst von Facebook und wirbelst erneut Kontaktdefinitionen durcheinander, obwohl wir es nun gemeinsam durchgegangen sind. Auf Facebook schließe ich explizit etwas beidseitiges ab, auf Twitter wird etwas Einseitiges getan, was manchmal in gegenseitige Connects mündet, abgesehen vom beknackten “folge mir, ich folge dir”-Geschleime.

  13. Martin O. Hamann Website sagt:

    Ich finde, dass Ihr total übertreibt. Ihr solltest Robert kein schlechtes Gewissen einreden. Wer es schafft, sein Twitteraccount für 5 Riesen zu verkaufen, dem kann man nur auf die Schulter klopfen.

  14. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hi Robert,

    seh es doch mal von der anderen Seite. Jemand bekommt das ganze Spektakel um den Verkauf gar nicht mit und wundert sich warum er plötzlich Nachrichten vorgesetzt bekommt, die er gar nicht haben will. Wenn jeder seinen Account oder seine Follower verkaufen würde, wäre Twitter im wahrsten Sinne des Wortes tot.

    Twitter lebt von den unterschiedlichen Usern und ist aufgrund deren Radien (Anzahl Follower) sogar in gewisser Weise meinungsbildend. Du hast einen der `einflussreichsten´ Accounts (viele Follower), schießt ihn in den Wind oder überlässt ihn womöglich einem der nur noch Müll twittert. Die Kontaktaufnahme bei Twitter ist zwar einseitig, denen die Dich aber z.B. durch ihre Retweets supportet haben, stößt Du nun vor den Kopf…

    Grüße

    Gretus

  15. Mißfeldt Website sagt:

    @Gretus: gute Reaktion, ich sehe es wie Du.

    @Robert: was verkaufst Du denn? Einen Twitter-Account kann man sich kostenlos einrichten. Die Marke RobGreen? Hmmm…Als wenn RobGreen der einzige Tech/IT-Twitter-Account wäre…Und ob die Follower reale Freunde oder “Internetkontakte” oder was auch immer sind, ist m.E. völlig egal: es sind Menschen.

    Letzlich verkaufst Du doch das Vertrauen, das andere in Dich gesetzt haben. Naja, vielleicht denkst Du Dir ja: besser ein schlechtes Image als gar kein Image. Aber ob Dir das beim Bussreiten was nützten wird? Ick wes ja nich…

  16. Alf Brünn Website sagt:

    Davon abgesehen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand so umnachtet ist für einen Twitter-Account überhaupt vierstellig zu zahlen, ist der Hype und die daraus resultierenden Links und Aufmerksamkeit auf sein neues Projekt jetzt schon um einiges mehr wert.

    Von dieser Seite hat er alles richtig gemacht.

  17. Ralf Zmölnig Website sagt:

    …ich finde es übertrieben, auch wenn ich die “PR-Aktivitäten” teilweise auch nicht ansprechend finde. Nur ist es ja auch so, dass sich ein follower ja nur abmelden muss, fertig. Wenn eine Zeitung den Chefredakteur ändert, und mir der Inhalt deswegen nicht mehr gefällt, dann kaufe ich halt die Zeitung nicht mehr. That´s it. Grundsätlzich gehe ich aber davon aus, dass Twitter den Account kickt, da der Verkauf ja den AGB´s widerspricht. Hier sollte der Käufer überlegen wie er das handhaben will.

  18. LordOfPage sagt:

    Für mich ist dieser “Verkauf” des twitter-accounts die mehr oder weniger phantasielose Wiederholung des blog-Verkaufs. Nachdem buzzriders floppt, das in meinen Augen auch schon kein besonderer Einfall war, hat R.B. derzeit halt keine sonstigen Ideen mehr.

  19. Mike sagt:

    @LordOfPage: das sehe ich genauso wie du!!

    Abgesehen davon, finde ich dieses ganze Theater sowieso völlig übertrieben. Nur weil jemand für ein paar € seinen Twitteraccount verscherbeln möchte. Was kommt dann als nächstes? Vielleicht verkauft ja demnächst jemand seine gmail-adresse inkl. Kontakten um 50€?

  20. Eric sagt:

    Buzzriders.com ist zur Zeit eigentlich ein großes Nichts, ein großes Nichts mit Pagerank 4. Und mit jeder weiteren PR Aktion steigt die Verlinkung von Buzzriders.com noch vor dem Start des Projektes. Da kann Robert die negativ-Kritik doch egal sein ;)

  21. Krawatteneisbär Website sagt:

    Insgesamt kann es uns doch egal sein, wie die Leute Geld im Internet verdienen. Robert hat ja auch viel Zeit und Mühen in den Aufbau seiner Onlineidentität gesteckt – das war als er anfing, sehr innovativ. Dass er sich seinen Erfolg nun vergütet ist doch völlig okay. Er soll sich die Vorwürfe der Internetprostition nicht zu Herzen nehmen.

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