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Brands waren gestern

Internet | | 21.02.2011, 11:58 | 38 Kommentare

Im Internet aufgetauchte Designvarianten zukünftiger Versionen des Webbrowsers Google Chrome deuten darauf hin, dass die Betreiber bekannter Suchmaschinen die Zugehörigkeit eines Webdokuments zu einer bestimmten URL für immer weniger wichtig erachten…

Designvarianten von Google Chrome

Wie sich erkennen lässt, nimmt der Platz für die URL bei den Designvarianten von Google Chrome einen immer unbedeutenderen Platz ein. Wird die Adresse eines Webdokuments heute noch zentral im oberen Bereich dargestellt, könnte die URL bei zukünftigen Versionen z.B. nur noch in der Sidebar angezeigt werden.

Tatsächlich ist es so, dass selbst die Betreiber bekannter Suchmaschinen deren heutige Funktionsweise als veraltet ansehen. Anstatt bei einer Suchanfrage einfach nur möglicherweise relevante Dokumente aufzulisten, sollte eine gute Suchmaschine ihrer Meinung nach schon heute dazu in der Lage, der Anfrage entsprechende Inhalte aus sämtlichen im Internet vorhandenen Dokumenten zu extrahieren und zu einem neuen, gezielt der Anfrage entsprechenden Inhalt bzw. Dokument zusammenzufassen.

In einem kürzlich von Rand Fishkin von seomoz.org mit Stefan Weitz, dem Director of Search bei Bing, wird die Funktionsweise einer Suchmaschine von morgen näher umschrieben (ab 06:20 min):

Leiten heutige Suchmaschinen ihre Nutzer in der Regel lediglich auf andere Seiten weiter, werden zukünftige Suchmaschinen dazu in der Lage sein, die von Nutzern gestellten Anfragen in Form einer detaillierten Übersichtsseite direkt zu beantworten. Ähnlich wie bereits bei Google Places, wird es auch Nutzern ohne eigene Webseite möglich sein, ihre Inhalte bei Suchmaschinen hochzuladen und an den im Internet generierten Umsätzen teilzuhaben.

Anders als jedoch noch heute, werden es nicht Webseiten sein, die via Suchmaschinen generierte Besucherströme unter sich aufteilen, sondern Nutzerkonten, welche die direkt bei z.B. Google generierten Umsätze untereinander teilen.

Als Beispiel wird man als Betreiber eines Shops oder eines bestimmten Informationsangebots keinen eigenen Webshop bzw. keine eigene Webseite mehr brauchen, sondern man wird seine Produkte bzw. Informationen unmittelbar bei Suchmaschinen einstellen können. Heute noch in erster Linie auf die Verteilung von Traffic aufbauende Vergütungsmodelle werden nach und nach durch auf die Verwendung nutzerspezifischer Daten aufbauende Modelle der Abrechnung ersetzt werden.

Brands und URLs waren gestern. Zukünftig wird es auch in Bezug auf SEO nicht darauf ankommen, seine Informationen bzw. Produkte unter einem möglichst bekannten Dach bzw. auf einer einzelnen Webseite zu vereinen, sondern darauf, den Betreibern bekannter Suchmaschinen die für die Erstellung ihrer eigenen Inhalte notwendigen Daten in großem Umfang bzw. unter der Verwendung möglichst etablierter Nutzerkonten zur Verfügung zu stellen. URLs werden im Internet von morgen durch Nutzer-IDs ersetzt werden, bekannte Brands durch vertrauenswürdige Personen…

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Markus Website sagt:

    Mir fehlt zu dieser Herangehensweise noch der Zugang, glaub ich. Mir scheint das zu sehr auf die jeweilige Suchmaschine konzentriert. Zudem werden sich “gelernte” Verhaltensweisen nicht so schnell ändern.

    Schön, dass es SEO-united.de weiter gibt!

  2. Markus Bauer Website sagt:

    Super Artikel mit nachvollziehbaren Schlussfolgerungen: Trust, Authority & Credibility, die Suchmaschinen neuen Online-Inhalten zubilligen, werden künftig weniger an Organisationen und URLs und mehr an die Personen bzw. IDs und Accounts gebunden sein, die den Content publiziert haben.

    Der bisherige AdSense-Verdienst auf eigenen Webseiten könnte für die Content-Produzenten (wenn eigener Content – als Teil eines Patchwork – künftig direkt in den “SERPs” angezeigt wird) dann zum AdWords-MITverdienst direkt bei Google (& Co.) werden.

  3. Active-Seo Website sagt:

    Ohhhh das ist aber ein Blick in die Glaskugel ;) Ich glaube Profezeiungen zur Zukunft des Netzes nur noch wenn ich sie war werden sehe.

    Nicht alles was Google vorhat, plant, entwickelt ist auch praxistauglich, bzw. setzt sich durch.

  4. Raymond Appels Website sagt:

    Klein war gestern. Wir sind in der Zeiten der MEGA-Unternehmen angekommen. Sogar große namhafte Unternehmen werden verschwinden und es werden Giganten entstehen, von der wir heute noch nie gehört haben.

  5. Jan Website sagt:

    Ich frage mich gerade, was “zukünftig” bei dieser Prognose bedeuten könnte. Ist damit eher 1 Jahr, 5 Jahre, 10 Jahre oder vielleicht irgendwann mal gemeint?

  6. Sluter Website sagt:

    Zuerst: schön, das ihr weiter macht!!! Das Gezehder und Gemecker vieler Kommentatoren fand ich schlimm!

    Zweitens: Wenn die Suchmaschinen schon direkt die Inhalte vieler IDs als eine eigene Webseite darstellt, dann “gute Nacht” für alle Hoster! Ich brauche keinen Webstore mehr, sondern nur noch branded IDs bei den “Großen im Netz” und hoffe, dass sie meinen Uploads trauen.

    Drittens: SEO ist dann doch tot! ;-) Scherz, der war für Mediadonis. Aber ich brauche dann ja keine Webseites mehr zu optimieren. Also “klassisches SEO” wäre dann tot. Dann kommt das optimieren von IDs!

    drdrdrdrdrddrdrdrdrddrdr *Trommelwirbel* Es könnte wider spannend werden! (Ist es jetzt langweilig?)

    cu, Euer Sluter

  7. Dennis sagt:

    Hallo Gretus,

    die Frage ist nur: Möchten Unternehmen abhängig von einem Anbieter sein? ;)
    Die Diskussion gabs ja auch schon bei Facebook und letztlich hört es sich nach
    einer ähnlichen extended Variante der FB-Fanseite an – oder irre ich mich?

    Gruß
    Dennis

  8. Raymond Appels Website sagt:

    @Dennis, die Frage stellt sich gar nicht mehr! Möchten natürlich nicht, aber sie werden nicht mehr gefragt ob sie möchten oder nicht. Hier ein sehr interessanter Beitrag/Ausage von Edgar K. Geffroy.

    Ich denke, diese bring es auf dem Punkt.

    Liebe Grüße
    Raymond

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