Nach langem Schweigen zur Klarnamenspflicht bei Google+, hat sich Google erstmalig nun dazu geäußert. In einem Interview auf dem International TV Festivals in Edingburgh erklärte Eric Schmidt gegenüber Andy Carvin, warum es bei Google+ nicht gestattet ist, sich unter einem Pseudonym anzumelden…
Google+ was primarily build as an identity service, so fundamentally, it depends on people using their real names if they’re going to build future products that leverage that information [...] Regarding people who are concerned about their safety, Google+ is completely optional. No one is forcing you to use it. It’s obvious for people at risk if they use their real names, they shouldn’t use Google+. Regarding countries like Iran and Syria, people there have no expectation of privacy anyway due to their government’s own policies.
Eric Schmidt beschreibt Google+ als eine Art `Identitätsdienst´, bei dem es zwingend notwendig sei, dass Mitglieder sich dort mit ihrem richtigen Namen anmelden. Jedem Mitglied stehe die Anmeldung frei, Google würde niemanden zwingen sich bei Google+ anzumelden.
Dass hinter der Klarnamenspflicht von Google+ auch wirtschaftliche Interessen stecken, wurde von Eric Schmidt nicht erwähnt. Die Anonymität ist der größte Feind eines auf personalisierte Werbung ausgerichteten Unternehmens! Um den Nutzern ihrer Suchmaschine bestmögliche Informationen bieten zu können, muss Google seine Nutzer kennen. Um möglichst teure Werbung ausliefern zu können, braucht Google unsere Identität.
Der Schutz ihrer Identität bietet Aktivisten in totalitären Staaten in diesem Moment die Möglichkeit, sich über das Internet zu koordinieren und gemeinsam den Aufstand zu wagen. Wo das Internet in Teilen dieser Welt gerade Freiheitskämpfer dabei unterstützt, ihrem Zorn gegenüber der Regierung Luft zu machen, plädiert Google für eine Klarnamenspflicht. Wo Menschen in Teilen dieser Welt aufgrund eines Blogposts gerade hinter Gitter sitzen, bastelt Google an einem Identitätsdienst.
Die momentane Notwendigkeit der Anonymität im Internet einmal außen vor gelassen, stellt sich in Bezug auf unsere Zukunft die Frage, ob die Entscheidung anonym zu bleiben ein wichtiger Bestandteil des Mediums Internet ist oder ob es für unser aller Wohl wichtig sein wird, dass jeder sich zu dem was er im Internet treibt zukünftig auch klar bekennt? Braucht das Internet für seine optimale Entfaltung eine gewisse Form vom Anonymität oder hintert uns diese womöglich sogar daran, friedvoll miteinander in den Dialog zu treten?
Die Möglichkeiten der Anonymisierung sind die Diskussionsgrundlage einer auf den Informations-austausch via Internet aufbauenden Gesellschaft! Um zur allgemeinen Diskussion anzuregen, möchten wir Euch kurz bitten an folgender Umfrage teilzunehmen. Was ist Eure Meinung, wenn es um das Thema Anonymität im Internet geht?
Sollte man im Internet anonym bleiben dürfen?
- Ja, Anonymität ist wichtiger Bestandteil des Mediums Internet (79%, 94 Votes)
- Nein, Anonymität schadet der Entwicklung des Internets (11%, 13 Votes)
- Schwer zu sagen, ich wage mir kein Urteil darüber zu bilden (10%, 12 Votes)
Total Voters: 119
Eure SEO-united.de Blogger





























Das Internet braucht absolut die Möglichkeit zur Anonymität. Denn das ist ein wichtiger Grundstein um seine Meinung frei äußern zu können. Auch bei Dingen wo man vielleicht nicht möchte, dass jeder weiß das man dies geschrieben hat ist Anonymität absolut wichtig. Außerdem warum sollte es Anonymität im Internet auf einmal nicht mehr geben, aber dagegen Offline im realen leben ist man mehr oder weniger anonym. Ich kann im Laden einkaufen ohne das irgendjemand meinen Namen erfährt und noch wichtiger anonym wählen.
Sämtliche Werbung erreicht mich ‘bestens’ auch unter diesem, meinem ‘falschen’ Namen. Wer wagt zu beurteilen, ob ich wirklich ‘g a gamauf’ bin? Was soll also die ganze diskussion? Allenfalls meine freunde haben’s ein wenig schwer. Die glauben schon, der, den sie aus Kinderzeiten kannten, ist gestorben…
Eindeutiges Ergebniss würd ich sagen…
Die Möglichkeit sich anonym mitteilen zu können, finde ich sehr wichtig. Eine absolute Anonymität kann es aber, aufgrund IPs ect. nie geben. Und das sollte es auch nicht, man denke mal an die älteren Herren die sich in Kinder-Chats rumtreiben und diverse andere Individuen.
Es sollten also schon Möglichkeiten zur de-Anonymisierung vorhanden sein, gerade bei strafrechtlichen Angelegenheiten.
Ist dieser Beitrag (hier!) jetzt von einem ‘echten’ oder einem anonymen Benutzer?
Ich selber benutze überwiegend meinen Klarnamen im Internet, da ich dieses auch für meinen Beruflichen Werdegang nutze. Es würde komisch sein wenn ich als “Polly007″ oder “sex-hh” (Namen eben erfunden) meine Kunden ansprechen würde um ihnen meine Arbeit anzubieten. Ich vermute mal, das das nicht so gut ankommen würde
J
edoch möchte ich das Internet auch ab und zu anonym nutzen dürfen, ohne mich erkennen zu geben, und dieses Recht möchte ich auch weiterhin haben…
Irgendwie lächerlich, das Ganze. Überall im Netz kann man anonym unterwegs sein – nur dort, wo es wirklich sinnvoll wäre, eben nicht. Völlig unvertändlich. Für mich der Hauptgrund, mich nicht bei Google+ anzumelden.
Hallo!
Ich denke das sollte jeder für sich selber entscheiden, ob und warum er anonym sein will oder nicht! Das Internet bietet jedem die Möglichkeit anonym zu sein oder seine Identität preis zu geben. Ich glaube manchmal ist es besser wenn man anonym etwas sagt, man denke da an bestimmte Staaten usw.! Leider lässt sich aber so auch nicht verhindern das es falsch genutzt wird…
MfG
Csaba
Stellt euch mal vor, als SEO dürfte man sich nicht mehr anonym im Internet bewegen. Auch auf persönlicher Ebene ist Anonymität das A und O. Niemand möchte, dass alle privaten Aktivitäten im Internet öffentlich nachvollziehbar sind.
@DDI G A Gamauf: Es spielt keine Rolle ob der Beitrag von einer echten Person geschrieben wurde, sondern ob eine echte Meinung vertreten wurde.
Schade, dass niemand meinen Punkt aufgreift. Ich versuche es noch einmal: Wer weiss, ob ich (z.B. jetzt im Augenblick) ‘anonym’ schreibe oder nicht? Niemand! So what’s the point?
Frage an ‘Maxim’: Wie bringt man ein Photo hier rein?
Antwort an ‘Alex’: Wenn schon die Identität frei erfunden sein könnte, um wieviel mehr dann die ‘Meinung’!
Die Anonymität im Internet ist ein wesentlicher Bestandteil und nicht mehr weg zu denken. Als ich mit dem Internet angefangen habe (199x) war es auch verpönt, sich im Usenet (NNTP) mit Alias Namen anzumelden und man hat praktisch nie eine Antwort bekommen, wenn man nicht mit dem richtigen Namen angemeldet war. Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert. Allerdings kann ich auch Google verstehen und im Zweifelsfall meldet man sich bei Google als “Frank N. Stein” oder “Ali As” an.
Herr/Frau ‘Clippi’: Sie könnten WIRKLICH ‘Clippi’ heissen oder dies nur vorgeben. Wo liegt (für mich) der Unterschied?
Ob jemand anonym bleiben möchte oder nicht, ist jedem selbst überlassen – und sollte jedem selbst überlassen bleiben. Die Möglichkeit dafür sollte immer gegeben sein. Zwar hat Schmidt recht, Google+ ist optional, aber andererseits, wenn es entsprechende Reichweite besitzt, irgendwann auch nicht mehr, wenn es darum geht, Informationen bekannt zu machen, insbesondere was Missstände in vielen Ländern angeht. Anonymität ist für diese Menschen extrem wichtig.
Anonymität ist und bleibt wichtig – die Frage ist, wo wird Anonymität für “falsche” Zwecke ausgenutzt und wo schützt sie z.B. die demokratische Gesellschaft? Genauso ist es möglich einen “Zwang” auszunutzen “Gesicht zu zeigen”. Es ist nicht nötig, dass ich überall anonym bin, ich sollte aber die Möglichkeit haben mich auch anonym zu äußern.
In wieweit eine Anonymität überhaupt noch möglich ist, ist allerdings schon wieder die sich anschließende Frage. Man hat kaum noch einen Überblick, wer welche Daten von einem kennt…
Wenn man das Internet komplett personalisiert, müssten auch Künstler unter ihrem richtigen Namen Musik publizieren, Brasilianer den kompletten Namen auf dem Trikot tragen, Gamer sich richtig nennen, dass man lesen kann “Fritz Peter killed Markus Meier” und generell Spitznamen verboten werden O.o
Klarnamen haben absolut nichts mit Datensammelei zu tun. Ob ich mich jetzt Hans-Dieter oder sonstwie nenne ändert doch nichts an meinen Trackingdaten, die ich beim Surfen übermittele. Der Klarname ist für mich einfach nur eine Hemmschwelle andere Menschen wahllos zu beleidigen und vollzuspammen. Viele Menschen nutzen doch die Anonymität aus, um mal richtig Dampf abzulassen – auf Kosten anderer. Jemand, der unter Klarnamen schreibt, hält sich eher an die Netiquette.
Ob Google ein Interesse an meinem bürgerlichen Namen hat, um mir auf dem Postwege Werbebriefe zu schicken, wage ich eher zu bezweifeln. Der Cache und die Browsereinstellungen werden aber auch unter Phantasienamen ausgelesen…
Endlich jemand, der versteht, dass es absolut keinen Unterschied macht, ob man sich ‘Max Adler’ oder ‘Gerald Gamauf’ nennt. Die ganze Diskussion ist zutiefst unnötig, aber durchaus lustig!
Das ist sehr situationsabhänig. Klar sollte es möglich sein, das das ich auf Wusch auch einfach mal im Internet etwas machen kann, ohne das sofort die ganze Welt davon weiß. Wenn ich nur mal über die Straße gehe muss es ja auch gleich nicht jeder wissen.
Trotzdem denke ich, das die Anonymität oft missbraucht wird um illegale Dinge zu tun. So gesehen würde mehr peronalität im Internet auch gut sein. Der Umgang untereinander wäre viel besser. Bei Facebook und co verhalte ich mich ja auch so, das ich niemanden “störe” da es ja zum großteil meine echten Freunde sind. In normalen, anonymen Foren ist es jedoch oft anders. Da wird rumgerüpelt und gespammt was das Zeug hält. Und wenn man gesperrt wird, legt man sich einfach einen neuen account an…
Ich denke private Sachen sollten auch privat bleiben. Aber überall wo ich öffentlich oder im Kontakt mit anderen kommunizierte, wäre es gut mit der echten Identität auf zu treten.