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BUZZriders – Robert Basic im Gespräch

Internet  |   |  , 10:02 Uhr  |  10 Kommentare

Das neue Projekt von Robert Basic nimmt konkrete Formen an. Wir von SEO-united.de hatten die Gelegenheit, uns mit dem ehemaligen Problogger über BUZZriders zu unterhalten…

H. Hemken: Schön, dass Du Dich erneut zu einem Interview mit uns bereit erklärt hast. Dein neues Projekt BUZZriders nimmt langsam konkrete Formen an. Wann geht’s endlich los?

R. Basic: Losgegangen ist es bereits vor mehreren Wochen. Aber Du fragst sicher nach einer klickbaren Webseite. Die Frage kann ich im August mit einem „siehe Link“ beantworten. Ich werde versuchen, mit einem „Basispaket“ zu starten, das die grundlegenden Weiterentwicklungspfade aufzeigt, was die Zusammenarbeit der Redakteure (ob externe oder interne ist nicht so wichtig) mit den Kunden angeht.

Redakteure? Als eines der zentralen Angebote betrachte ich – wovon ich mich nicht abbringen lasse – die Abdeckung der Informationsbedürfnisse der User auf lokaler und thematischer Ebene. Die bisherigen Lösungen im Netz, die maschinell Informationen zusammenstellen, finde ich nicht befriedigend und bin davon überzeugt, dass der Mensch hierbei immer noch der Maschine überlegen ist. Solange die Maschine Sprache und Kontext nicht wirklich versteht.

Daher sehe ich es als eine der wichtigsten Aufgaben von BUZZriders an, eine Lösung zu finden, wie Informationen zusammen in kleinsten Gruppen – auf lokaler und thematischer Ebene – generiert, gefiltert und aggregiert werden können. Ohne, dass man einen kostenaufwendigen Apparat schafft, wie es klassische Verlage getan haben. Die Medienkrise und v.a.D. die Weiterentwicklung des Internets zeigen auf, dass sich dieses Informationsmodell verändern muss. Verbundlösungen von kleinen, lose zusammenarbeitenden Einheiten sind womöglich dem bisherigen Modell einer zentralen Institution überlegen. Und je nachdem, was wir auf Grundlage der BUZZcamps erarbeiten, wird es weitere Basispakete geben, die Stück für Stück das Gesamtbild von BUZZriders konkretisieren.

H. Hemken: BUZZriders wird also eine Community für den Austausch von hauptsächlich lokalen Nachrichten, habe ich das richtig verstanden?

R. Basic: Wie in der ersten Antwort behandelt, wird BUZZriders das auch sein. Da es der Anspruch von BUZZriders ist, das lokale Leben ins Netz zu hieven, geht es nicht nur um Informationsangebote. Bevor ich das erneut schreibe, was ich bereits definiert habe, hier ein Zitat:

Buzzriders will unter Zuhilfenahme moderner Online-Werkzeuge das Internet „lokalisieren“ und zu den Menschen bringen. Damit sie sich lokal über das wichtigste Tagesgeschehen austauschen und informieren sowie untereinander vernetzen, Jobs suchen, Gebrauchtwaren verkaufen, Produkte und Dienstleistungen vor Ort finden oder einfach nur Spaß haben können. Menschen leben, arbeiten und handeln überwiegend lokal. Genau dies greift Buzzriders auf und will sich als die lokale Anlaufstelle im Netz etablieren. (Quelle)

Betrachten wir das ganze von einer höheren Ebene aus: Wie kann man eine Software schaffen, die Menschen und Plätze und Themen miteinander verbindet? In diesem gedanklichen Dreieck ergeben sich faszinierende Lösungen, wenn man beginnt, Möglichkeiten zu kombinieren. So kann es eine Seite auf BUZZriders geben, die ein Mietshaus repräsentiert, auf der sich die Mietbewohner über ihre Gemeinschaftsangelegenheiten austauschen. Auf Straßenebene kann es eine Themenseite geben, die versucht, eine Lösung für die angespannte Parkplatzsituation zu finden. Auf Stadtteilebene kann es eine Seite geben, auf der sich politisch Interessierte zu den Themen ihres Stadtteils übergreifend austauschen. Auf Stadtebene kann es eine Seite geben, auf der sich Menschen einfach nur kennen lernen wollen. Es könnte eine Seite geben, auf der ein User seine Nachbarn informiert, wo es was an Schnäppchen zu holen gibt in ihrer unmittelbaren Umgebung. Eine weitere Seite stellt Fotos von der Umgebung zur Verfügung.

Die Möglichkeiten sind unendlich, das lokale Leben abzubilden. Die Kunst ist, dass die Menschen BUZZriders als eine digital-lokales Instrument verstehen, das vielseitig nutzbar ist. Und es wird immens wichtig sein, dass man die Seiten einfach und schnell durchsurfen kann, ohne sich zu verlieren. Dazu gibt es bereits verschiedene Lösungen, die andere Anbieter im Web aufgezeigt haben. Angefangen von Activity Streams als eine Art Leitwegfunktion bis hin zu Vernetzungsmöglichkeiten zwischen den lokalen Seiten (selbstverständlich kann man den six degrees Ansatz nutzen, um z.B. eine Straße mit einem Stadtteil „zu befreunden“, sprich zu vernetzen).

H. Hemken: Die Grundpfeiler sind Regionalität, Aktualität und Interaktion. Ist das das neue Internet?

R. Basic: Die grundsätzliche Klammer ist in der Tat das Lokationselement. So wie die Menschen bei Suche an Google denken und bei Einkaufen an Amazon (und eBay), sehe ich es als wichtigste Herausforderung an, BUZZriders als die lokale Anlaufstelle in den Köpfen zu etablieren. Eine große und großartige Herausforderung, die anspruchsvoll genug ist, viele Jahre darauf hin zu arbeiten. Gelingt das nicht, stellt sich nicht die Frage, was man mit BUZZriders machen kann. Auch nicht die Frage, ob dies das neue Internet ist. In der Kategorie „neu“ denke ich nicht. Da ich nicht wüsste, wie mir das bei den Entscheidungen helfen soll, BUZZriders voranzubringen. Ich sehe lediglich und simplifiziert, dass es auf dem deutschen Markt keine etablierte Lokationsseite gibt, die es Menschen ermöglicht, ihr lokales Leben auch im Netz abzubilden. Dazu muss man nicht perfekte Werkzeuge schaffen, sondern ein Werk, das BUZZriders als lokale Anlaufstelle etabliert.

H. Hemken: Welche Vor bzw. Nachteile siehst Du in der Entwicklung des Internets vom Informations- zum Kommunikationsmedium?

R. Basic: Hab Stirnrunzeln bei der Frage bekommen, da ich zunächst nicht wusste, was ich darauf antworten soll. Ich denke, Du beziehst Dich auf die Anfangsjahre des grafischen Webs, in dem Informationsseiten prominent wurden? Was ich so nicht sehe. Von Beginn an ist das Internet für mich im wesentlichen ein Kommunikationsmedium, das mit jeglichen Informationscontainern umgehen kann. Was man also von A nach B sendet, entscheidet der Mensch. Das kann etwas Informatives sein, eine Aktion (kaufe Ware), ein Gespräch, ein Bild, etc.

So sehe ich nicht eine Entwicklung vom „Informations- zum Kommunikationsmedium“. Das Internet war schon immer ein Informations- Kommunikations- und Aktionsmedium. Was sich jedoch verändert, sind drei Dinge: Die Anzahl der Menschen, die das Internet nutzen, die Variabilität der Möglichkeiten und die Bedeutungsempfindung. Wie viele User haben das Netz vor 15 genutzt und heute? Nach den letzten Schätzungen sind wir nun bei 1,5 Mrd. Menschen angekommen. Das mobile Netz wird nochmals den Push verstärken. Und früher konnten wir Bilder von Waren anschauen, heute kaufen wir die Waren ein, während im Hintergrund komplexe Prozesse digital unterstützt ablaufen. Vor 10 Jahren hätte niemand den Fernseher gegen das Netz komplett ausgetauscht, heute tun wir das zunehmend.

Du fragst mich nach den Vor- und Nachteilen. Ich kann Dir unzählige Nachteile nennen, ebenso Vorteile. Aber unterm Strich zählt für mich nur eines: Wenn wir jemals eine Chance hatten, als Mensch unsere begrenzten, biologischen Fähigkeiten zu erweitern, dann Dank dieser Maschine, die nie schläft. Nenn mich einen unverbesserlichen Optimisten, aber wir werden diese erweiterten Fähigkeiten zum Guten nutzen. Was wir heute bereits tun. Und wenn es grundlegende Probleme geben wird, werden wir diese lösen. Was wir auch bereits heute schon tun.

H. Hemken: Qualitäts- vs. Massenjournalismus, wer gewinnt denn nun?

R. Basic: Gab es jemals einen Gewinner? Definieren wir Massenjournalismus als das, was viele Menschen erreicht und Qualitätsjournalismus als das, was Menschen mit Bedarf an hoher Qualität an Informationsaufbereitung erreicht, sehe ich kein Gegeneinander im Sinne eines Wettkampfs. Sondern lediglich Bedürfnisse des Marktes, die je nach Größe des Bedarfs abgedeckt und geformt werden.

Das was Du womöglich meinst, bezieht sich auf die Reduktion von Redaktionsteams, so dass man unter einer gleichen Zeitvorgabe mit weniger Ressourcen die gleiche Anzahl an Informationen zu produzieren hat. Entweder leidet der Output oder die Qualität des Outputs darunter. Das ist naturbedingt, wenn man an der Schraube Produktionsressource dreht. Wenn es die Qualität ist, kann es durchaus sein, dass der Markt eine Antwort findet. Schon heute korrigieren Blogger Informationen, die Redakteure zusammenstellen. Auf der anderen Seite beobachten wir ein zunehmendes Informationsüberangebot, das wir mittels der Maschinen mehr Informationen aus der Umgebung heraus produzieren können. Nicht umsonst ist ein Anbieter wie Google aktuell zu dem dominierenden Informationsfilterer geworden, ökonomisch extrem erfolgreich.

H. Hemken: Bislang war das Internet in erster Linie ein Nachschlagewerk. Werden die BUZZrider nachhaltige Inhalte schaffen?

R. Basic: Wie gesagt, ich folge Deine Theorie nicht, was das Netz ist. Aber lass mich den zweiten Teil Deiner Frage beantworten. Nachhaltigkeit definiere ich anders: Wenn BUZZriders sich nachhaltig in den Köpfen der Menschen als lokale Anlaufstelle etabliert und nicht zu einem modischen `hot shit´ wird, dann habe ich mein Ziel erreicht. Nachhaltigkeit ist für mich dann gegeben, wenn die Menschen ein Werkzeug in ihren Habitus übernehmen. Dauerhaft.

H. Hemken: Ich meinte das Echtzeitinternet, welches keine wirklichen Inhalte schafft. Kommen wir aber wieder auf BUZZriders zu sprechen. Du setzt bei Deinem Projekt voll und ganz auf den Mitmachgedanken. Jeder kann BUZZrider werden und sich sogar an der Entwicklung des Projektes beteiligen. Funktioniert das Konzept?

R. Basic: Die Lernkurve ist sehr steil, stehe ich doch erst am Anfang. Ich kann weder Bücher noch andere Anleitungen dazu finden, wie man ein Unternehmen aufbaut, das dermaßen radikal offen und unter Mitwirkung Dritter vorgeht. Ökonomisch gesehen kann man das erst dann sagen, wenn BUZZriders in den nächsten fünf Jahren (der kritische Phase) existiert und eine gute Rendite abwirft. Den Beweis kann ich also noch nicht liefern, dass ein Unternehmen in der heutigen Zeit erfolgreicher ist, wenn es offen und mitgestaltbar ist. Und es wird uns noch ewig viel Schweiß und Gehirnschmalz kosten, ein System auf die Beine zu stellen, das tatsächlich effizient funktioniert.

H. Hemken: Kürzlich war das erste BUZZcamp. Was ist dabei rumgekommen und wann ist das nächste Treffen?

R. Basic: Das nächste BUZZcamp findet am 01. und 02. August in Essen im Unperfekthaus (Link) statt und baut auf den Learnings des ersten BUZZcamps auf. Das Open Space Konzept ist weiter zu verfolgen, aber wesentlich strukturierter. Konkret: Wir haben am zweiten Tag eine Art Rollenspiel aufgebaut. Mit den Gruppen „User“, „Redaktion“, Produktion“ und „Marketing“. Das hat sich als extrem produktiv erwiesen, was die Ableitung von Ergebnissen angeht. Es hat den Teilnehmern geholfen, sich in eine weiche Zielvorgabe einzudenken, wie BUZZriders zur lokalen Anlaufstelle werden kann und welche Produktbestandteile dazu notwendig sind. Das würde ich gerne zum zweiten BUZZcamp aufgreifen und weiter verfolgen.

H. Hemken: Neben vielen freiwilligen Helfern, konntest Du auch einige bekannte Investoren für Dein Projekt begeistern. Welche sind das genau?

R. Basic: Hab ich das? Wäre mir so nicht bekannt. Außer losen Gesprächen über BUZZriders gab es da nix, was mich von Begeisterung oder einem echtem Engagementinteresse ausgehen lässt. Dafür ist das Projekt noch viel zu jung.

H. Hemken: Du arbeitest jetzt schon sehr lange an der Realisation Deines neuen Projektes. Macht es noch Spaß und bist Du noch genauso von BUZZriders überzeugt wie am ersten Tag?

R. Basic: Interessante Frage. Ich habe schon viele Ideen gehabt. Viele davon auch wieder verworfen, da ich nicht wirklich davon überzeugt war, mich dauerhaft einzubringen. Bei dem Projekt verhält es sich umgekehrt. Je länger ich mich damit beschäftige, umso mehr bin ich davon überzeugt, dass die Grundüberlegung richtig ist und auch der Weg dahin. Obgleich ich mir durch den offenen Aufbau ein Problemkomplex geschaffen habe, das extrem herausfordernd und schwierig zu knacken ist.

H. Hemken: Wo können unsere Leser mehr über BUZZriders erfahren, an wen können sie sich wenden?

R. Basic: Die wichtigsten Infos findet man auf der Seite blog.buzzriders.com, das ich als Anlaufstelle für Interessenten zunehmend etablieren möchte.

H. Hemken: Wir von SEO-united.de waren irgendwann als `SEOrider´ im Gespräch, steht das Angebot noch?

R. Basic: Die Tür steht allen offen, die bei BUZZriders mitmachen möchten, um sich einzubringen, mit ihren Ideen, Vorstellungen und Know-How. Ich kaufe prinzipiell keine Katze im Sack, beurteilt wird das, was geliefert wird. Lob gibt’s demnach nachher 😉

H. Hemken: Danke für das Interview. Ich wünsche Dir und BUZZriders alles Gute.

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Andre von Logolook Website sagt:

    Sehr interessantes Interview, macht Spaß zu lesen! Ich bin so gepannt und freue mich schon wenn es erstmal richtig abgeht mit Buzzriders!

    Let´s rock

    P.S. Das passendde Logo haben wir ja schon! Das macht sich bestimmt prächtig auf den Shirts.

  2. […] sonderlich spannend waren. Jetzt helfen mir die Fragen:) Aktuell liegen zwei neue Interviews vor: – SEO United/ über Buzzriders & das Buzzcamp (Heimer Hemken hat mich ausgequetscht) […]

  3. SEOnaldo Website sagt:

    Vielen Dank für das Update. Spannend zu hören, was R.B. mittlerweile so macht, auch wenn ich im Hinblick auf den voraussichtlichen Erfolg des Konzeptes eher skeptisch bin.
    SEOnaldo

  4. BUZZriders-News vom 20.07.2009 sagt:

    […] Interview Nummer 1 hat Heimer Hemken mit Robert geführt und das 2. gibts direkt auf dem offiziellem Blog. Beide sehr interessant,wenn auch letzteres noch nicht abgeschlossen ist […]

  5. LordOfPage sagt:

    Liegt es an mir, dass ich nicht verstehe, wo überhaupt das „Konzept“ sein soll?

    Das, was B. da als „Buzzriders“ konzipiert, gibt es schon. Man nennt es das Internet.

  6. Phil Website sagt:

    Ich bin mal gespannt …

    Abwarten, Tee trinken und schauen wie es dann „buzzed“ …

  7. Hobby SEO Website sagt:

    Gespannt warte ja alle auf das Projekt von Robert, doch die Frage die ich mir bei allen seinen Projekten stelle, wie vermarktet er diese? Bei basicthinking war schon immer das Problem, dass er alles gebloggt hat was Ihn interessiert hat und somit kein richtige Richtung da war wo alle Themen hingehen. Um einen Blog oder Projekt erfolgreich zu betreiben braucht man einen klare Themen Richtung wie Techcrunch oder SEO-United. Mal schauen wir das finanziert, vielleicht hat er noch was übrig von Basic 😉

  8. Paul sagt:

    Buzzriders finde ich nicht so besonders spannend, schon seit Jahren gibt es lokale Kultur im Netz und Plätze wo man sich darüber austauschen kann.

  9. Matt Website sagt:

    Hört sich spannend an aber ein Knackpunkt wird sicherlich sein genug Leute zum mitmachen zu bewegen. Denn damit das Konzept aufgeht muss sicherlich erstmal die kritische Masse der Helfern erreicht sein. Bin gespannt wie sich das Projekt in Zukunft entwickelt.

  10. […] Weitere News zum Thema: BUZZriders Robert Basic macht Kasse Basic Thinking verkaufen? BUZZriders – Robert Basic im Gespräch […]

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