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Der gläserne Webmaster

Internet | | 15.11.2007, 18:54 | 12 Kommentare

In unseren Breitengeraden der westlichen Hemisphäre erfreut es sich ja immer steigender Beliebtheit, Webprojekte zu monetarisieren, um sich ein paar Euro fufzig für die Kaffeekasse dazu zu verdienen.

Oft steht am Anfang des Gedankens die Aussicht auf ein paar Zusatzeinnahmen. Nachdem man das Webprojekt nun online gestellt hat, fehlt es dem Projekt oft an einem: An Besuchern, die zu einer Monetarisierung aber nun mal notwenig sind.

Also schaut man sich als Webmaster ein bisschen um, was man tun könnte, um Besucher auf die Website zu lotsen. Ein beliebtes Mittel hierzu sind Suchmaschinen. So oder so ähnlich sind sicherlich viele von uns zu Suchmaschinenoptimierern geworden.

Aber da bei der Monetarisierung oft nicht der Weg das Ziel ist, sondern am Ende das Geld auf dem Konto zählt, bedient man sich manchmal Maßnahmen die nicht ganz sauber sind. Zum Einen können dies Black Hat Methoden sein, zum Anderen aber auch ganz harmlose Methoden wie das schlampige Schreiben von Artikeln für Artikelverzeichnisse.

Wenn es einfach darum geht, einen Link abzustauben, dann steht die eigentliche literarische Leistung sicherlich nicht im Vordergrund.

Aber gerade dieses Handeln, kann einem später als Webmaster und Mensch zum Verhängnis werden. Denn immer wieder hört man davon, dass Unternehmen ihre Bewerber und Angestellten „ausgooglen“ oder Nachforschungen im Internet betreiben. Dies funktioniert oft schon sehr gut bei Menschen, die sich einfach nur im Internet bewegen und hier und da mal ein paar Spuren hinterlassen.

Besonders gut funktioniert dies allerdings bei Webmastern einer Internetseite. Durch das Impressum ist eine Zuordnung ganz klar möglich. Die Adresse klärt die letzen Zweifel ob Hans Müller wirklich Hans Müller ist.

Besonders wertvolle Informationen über Hans Müller lassen sich nun natürlich auf dessen Homepage selbst finden. Gerade bei Blogs oder Fotoseiten, werden viele private Auskünfte offen preis gegeben.

Aber auch die entsprechenden Pfade, die zu der Website von Hans Müller führen, können viele Informationen über Hans Müller Preis geben. Wie PR gewandt ist Hans Müller, wie gut ist die Rechtschreibung, vertritt er eine politische Meinung, gehört er evt. sogar einer Gewerkschaft an?

Also viele Fragen, die in einem Bewerbungsgespräch nicht gestellt werden dürfen, können sich die Personalmanager evt. auf diese Weise beantworten. Dies kann zwar Vorteile haben, wenn man entsprechend positiv auffällt, aber auch große Nachteile mit sich bringen.

Und so sollten gerade junge Leute, die mit dem Gedanken spielen, eine Website zu erstellen, eine gewisse Vorsicht walten lassen und sich auch Gedanken machen, welche Auswirkungen die Website für die eigene Zukunft haben kann.

Denn eines sollte jedem bewusst sein: Internetarchive wie archiv.org speichern die Daten jahrelang ab. Und da im Internet oft kein nationales Recht oder das Recht der EU anzuwenden ist, sind diese Daten im Nachhinein auch nicht immer wieder zu entfernen…

Constantin

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Björn Website sagt:

    Das “Ausgooglen” von Leuten ist mittlerweile zu einer Art Sport geworden, der nicht nur Headhunter und Personalchefs verfallen sind. Auch im privaten Bereich wird es immer beliebter, Infos über andere zu ergattern. In diesem Zusammenhang gefällt mir hier besonders dieser Satz, denn er trifft es genau: “Gerade bei Blogs oder Fotoseiten, werden viele private Auskünfte offen preis gegeben.” Der Umgang mit privaten Daten ist derzeit einfach zu sorglos. Und Schuld daran sind die Leute selbst!

  2. Michael Website sagt:

    Wofür gibts private-whois-Anbieter? Da kann man dann auch auf das Impressum verzichten (Ich würde sowas natürlich niemals machen!).

  3. cback sagt:

    Von einem SEO Blog erwarte ich eigentlich, dass der Autor weiß, dass man einfach das Impressum per Robots.txt sperren kann. Dann kann man dieses wohl auch schlecht über Google finden, oder?

  4. constantin sagt:

    Natürlich lässt sich das Impressum an sich per Robots.txt sperren. Nur weiß das vielleicht nicht jeder, der eine Website betreibt. Schon gar nicht, wenn derjenige erst neu im “Geschäft” ist.

    Allerdings geht das Sperren nicht mit den Pfaden selbst, die zu einer Website führen. Und so hinterlässt wohl jeder Webmaster Spuren. Ob er jetzt das Impressum per Robots.txt sperrt oder nicht.

  5. markus Website sagt:

    Vielleicht wäre eine Erklärung wie man die Robots.txt sperrt für einige der User hier von Vorteil?

  6. Franz sagt:

    Sicher hinterlässt jeder Webmaster spuren und das ist ja auch durchaus so gewollt. Soweit macht deine Schlussfolgerung ja durchaus Sinn.

    Doch sobald ich mein Impressum irgendwie schütze, indem ich z.B. einfach statt Text ein Bild mit den erforderlichen Angaben einblende, zerfällt die ganze Logik.

    Sicher, auch dann sind noch alle Links, Verweise, Trackbacks, etc. auf meine Seite auffindbar, jedoch ist dies mehr oder minder irrelevant da Suchende viel schwieriger meine Seiten vie Google & Co identifizieren können. Was dann (hoffentlich) dazu führt das die Leute wegen den Themen und nicht wegen meinem Namen auf meine Seiten kommen *gg*

    Wo du und die anderen Kommentatoren absolut recht habt ist die Sache mit der Privatsphäre… das muss man sich einfach immer mal wieder vor Augen halten:
    bei lokalisten.de z.B. sieht jeder “neue Freund” den ich dort habe sofort wen ich alles kenne, was ich gerne mache, aus welcher Region ich komme, … im RL stell ich mich normal “nur” mit Namen vor und käm mir auch komisch vor wenn ich meinem Gegenüber sofort all diese Sachen erzählen würde…

    @cback: leider bzw. glücklicherweise kümmern sich nicht alle Suchmaschinen um “nofollow”- & “noindex”-tags.

  7. Markus Website sagt:

    Sehr guter Beitrag. Wenn man eine Webseite betreibt sollte man sich freilich im Klaren darüber sein, was man veröffentlicht. Der potentielle neue Chef wird mit Sicherheit den Namen googlen, kommen dann Bilder zum Vorschein, auf denen man bockbesoffen zu sehen ist, kann das von Nachteil sein.

    Auf der anderen Seite kann man mit dem Betreiben von Webseiten auch Vorteile ziehen. Zum Beispiel man betreibt einen Blog zum Thema des zukünftigen Jobs und hat schon eine ganze Weile immer mal qualitativ hochwertige Beiträge geschrieben, so sieht das der Potentielle Arbeitgeber auch.

  8. Marc Website sagt:

    Daher sollte man als Webmaster bestimmte Informationen niemals veröffentlichen. Das beginnt schon bei der politischen Meinung oder einem Foto. Die Rechtschreibung kann man ja relativ leicht prüfen. Erstens hilft einem da Word und ich für meinen Teil lasse die Texte immer von meiner Freundin lesen. :)

    Wenn man sich also darüber im Klaren ist, dass jede veröffentlichte Info weltweit abrufbar ist, dann passt man auch dementsprechend auf und offenbart nicht alles über seine Person.

  9. Franz sagt:

    @Marc: Problematisch wird das dann wenn man einen Blog über politische Themen betreibt, wa? *gg*

  10. constantin sagt:

    Hallo Marc,

    das ist natürlich der Idealfall. Aber ich glaube leider, dass da nicht alle so vorsichtig sind wie du und sich so positiv darstellen.

    Constantin

  11. markus Website sagt:

    Wieso habt ihr so Angst davor? In den Blogs zeigt man doch wie man ist. Sollte man sich deshalb verstellen? Auf der Arbeit ist man 8-10 Stunde. Wenn man sich in dieser Zeit verstellt, dann ist man irgendwann nicht mehr sich selbst.

    Leute, bleibt ehrlich zu euch selbst dann klappt es auch mit allem anderen!

  12. Felix Website sagt:

    Der mahnende Artikel hat seine Berechtigung – vielen machen quasi Seelenstriptease im Netz. Eine gewisse meinungsneutrale Form kann sicherlich in Anbetracht von “interessierten” potentiellen Arbeitgebern nicht schaden :D

  • azella: Also für die meisten Ergebnisse der Studie reicht auch gesunder...
  • Diet: Ich hab noch nie von einem konkreten Fall gehört in dem das eingetreten ist....
  • Stefan: Dann bin ich mal gespannt…
  • Axel Sam: Aus langer sich Nein, aber für eine kürzere Zeit ist das natürlich möglich...
  • Olga: Der Pagerank hat mich auch irritiert. Bei den Suchergebnissen stehen oft die...
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