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Die menschliche Suchmaschine

Internet  |   |  , 15:24 Uhr  |  28 Kommentare

Alleine die Tatsache, dass ich ein Suchwort nicht in den Schlitz von Google sondern das Eingabefeld von Twitter getippt habe, ist schon einen Blogartikel wert. So geschehen gestern. Anstelle nach dem Begriff `Prozentrechner´ zu googeln, habe ich ihn ganz in Gedanken bei Twitter eingegeben und als Tweet versendet…

Nachdem ich unsere Follower darauf hingewiesen hatte, dass ich den eben getwitterten Begriff eigentlich googeln wollte, war das Gelächter natürlich groß. Neben einigen Kommentaren, habe ich witzigerweise anschließend auch eine Reihe Links als Antwort auf meinen Tweet erhalten. Tatsächlich war der darin genannte Prozentrechner derjenige den ich sonst auch immer verwende.

Eigentlich ist beschriebener Vorfall nicht weiter erwähnenswert, in Bezug auf derzeitige Entwicklungen im Bereich Internetsuche aber nicht uninteressant. Es stellt sich am Ende die Frage, ob eine auf einen Echtzeitstream aus Suchanfragen und Antworten bestehende Suchmöglichkeit eine Chance hätte, sich gegen bestehende Suchmaschinen durchzusetzen?

Die von mir versehentlich bei Twitter getätigte Suchanfrage verdeutlicht, wie das Suchen im Internet zukünftig vonstatten gehen könnte. Anstatt seine Anfrage in eine Maschine einzugeben und darauf zu hoffen, dass mir der ihr zugrunde liegende Algorithmus eine möglichst gute Grundlage für weitere Recherchen bietet, stelle ich mein Anliegen einfach einem Pool von Menschen zur Diskussion und warte darauf, dass mir die richtige Antwort innerhalb weniger Sekunden geliefert wird.

Eine ähnlich wie Twitter aufgebaute Suchmaschine würde funktionieren. Der fortlaufende Stream aus gerade getätigten Anfragen bzw. Antworten würde die Nutzer dazu animieren, sich an der Suche zu beteiligen, vorhandene Nutzerprofile würden es erleichtern, dass neue Kontakte entstehen und Verdienstmöglichkeiten (Affiliate usw.) oder Bewertungs- und Belohnungmechanismen es garantieren, dass die gemachten Antworten von Qualität wären.

Suchmaschinenbetreiber wie Google versuchen derzeit alles, um im Social Web noch Fuß zu fassen. Die Möglichkeit, sich neben der herkömmlichen Suche per Twitter und Facebook in eine `Echtzeitsuche´ einloggen und seine ohnehin immer diffiziler werdenden Suchanfragen von seinen sozialen Kontakten in Realtime beantworten lassen zu können, wäre für Google eine Möglichkeit, am Social Web zu partizipieren und gleichzeitig ihrem ursprünglichen Geschäftsmodell treu zu bleiben…

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Markus sagt:

    Und der Suchanfragen-Empfänger tippt die Frage dann in Google ein um Dir den Link zu twittern *g*

  2. Oliver Rumpf Website sagt:

    Nette Idee, aber ich glaube das würde schnell beiden Seiten auf den Nerv gehen. Ich würde pausenlos Fragen zu Themen bekommen, mit denen ich micht nicht auskenne. Das Argument, die kann mal ja überlesen/wegklicken wäre so als würde jeder morgen auf Spam-Filter verzichten.

    Nerv-Faktor 2: Nicht alle lesen die Anfragen in Echtzeit. Als Folge (das ist teilweise bei Facebook-Fragen sehr oft der Fall) schreiben „späte Leser“ die gleiche Antwort, die zuvor schon x andere beantwortet haben.

  3. Rockthenet sagt:

    Lustiges Phänomen, doch um noch mal auf die „Prozentrechner“ Suchanfrage zurück zu kommen. Wer sucht denn nach sowas? Die Berechnung gehört direkt in die Suchanfrage. Schneller geht’s nicht 😉

  4. Chef@SEO Website sagt:

    Ich weiß nicht, ob man da qualitativ hochwertige Informationen zu jedem Thema auf Dauer bekommt. Viele Leute arbeiten den ganzen Tag und haben nicht Zeit tagsüber bei Twitter oder sonst wo zeitnah die neuen Support-Anfragen irgendwelcher „Verfolger“ zu beantworten.

  5. Marcus sagt:

    So ähnlich funktioniert es doch jetzt schon bei quora.com. Noch ist die Seite in der closed Beta. Aber trotz der frühen Phase findet man jetzt schon Unmengen von aggregiertem Wissen auf qualifizierte Fragen…

    Das ausgeklügelte System der Follower, Topics und Ratings sucht auch seinesgleichen! Bin mir sicher dass wir alle in Zukunft noch sehr viel von quora.com hören werden.

  6. Tim Website sagt:

    Interessanter Ansatz! In den Kommentaren habe ich aber noch dieses hier vermisst 😛 Manko ist wahrscheinlich echt die Geschwindigkeit, aber bei Fragen die ich vielleicht nicht sofort beantwortet haben muss könnte ich mir so etwas gut vorstellen.

  7. Raymond Appels Website sagt:

    Das ist ja was ich meine. Wenn Facebook (Twitter oder Google) einmal erkennen, wie sie qualifizierte Empfehlungen für Suchanfragen generieren, bricht ein neues Zeitalter aus.

    Schließlich sind wir Menschen und keine Roboter mit Algorithmen.

    Liebe Grüße
    Raymond

    • Gretus Website sagt:

      Hallo Raymond,

      oder auch nicht. Die Alternative ist ein von Google auf Deine Vorlieben und Wünsche ausgerichteter Personal Assist, welcher Dir mit weiblicher Stimme jeden Morgen ein algorithmisch berechnetes `Guten Morgen´ entgegen säuselt…

      Grüße

      Gretus

  8. Mathuseo Website sagt:

    In einer Rede von Eric Schmidt (Wo war das nur nochmal, kam auf N-TV live) vor ein paar Monaten stand genau das zur Debatte: In Zukunft anstatt „Wetter Hildesheim“ in die SuMa reinzuhacken, „Brauche ich morgen eine Jacke in Hildesheim?“ zu schreiben. Antwort wäre dann: „Morgens Ja, 20 Grad wolkig, nachmittags keine Jacke 25 Grad Sonne“. So oder so ähnlich hatte er sich ausgedrückt. Also auch hier schon 2 Schritte weiter. Wenn wir anfangen darüber nachzudenken hat Google die Idee schon fertig und 3 mal verbessert…

    • Mathuseo Website sagt:

      ADD: Witzigerweise nun auch bei Google Labs zu finden: „Google Talk Guru“ nennt sich das im Moment noch, kann ausprobiert werden mit Google Talk Account.

      Man schreibt dann sowas wie: „Aktuelle Zeit in Sydney“ und der Bot antwortet: „In Sydney ist es jetzt 08:40:13Uhr“ oder man schreibt „Fussballergebnis Deutschland Australien“ und der Bot antwortet „Deutschland hat 1:2 in Mönchengladbach verloren“. LOL. Bisher funktionieren nur sehr wenig Dinge, wie z.B. „Wetter Buenos Aires“. Einfach mal ausprobieren, ich denke es spiegelt die Zukunft der Suchmaschinen wider (Wie ja auch Eric Schmidt schon andeutete in seiner Rede 2010 in Deutschland).

  9. Erwin sagt:

    Gibt es schon, nennt sich gutefrage.net. Die Antworten dauern Stunden, manchmal Tage und sind selbst bei fachlichen Themen trotz Vorsortierung oft nicht die Zeit wert.

  10. Empfohlene Internet Marketing Blogs | rankingCHECK Blog sagt:

    […] Erstens die Verlinkungswelle im Zuge der SEO Campixx 2011 und zweitens Gretus Post über die menschliche Suchmaschine […]

  11. Muriel sagt:

    Diese Idee ist absolut hanebüchen und zeigt, dass heutzutage Gedanken zuerst veröffentlicht und eventuell danach irgendwann, oft auch nie zu Ende gedacht werden. MIt Zukunft hat dieser Unsinn nichts zu tun.

    Eine Google-Anfrage kostet vier Watt. Eine Twitter-Anfrage ist letztendlich nicht anderes als eine multiple, referentielle Google-Anfrage, die a) sowohl quantitativ, als auch qualitativ ein minderwertiges Ergebnis bringt und b) ein Vielfaches kostet.

  12. Peterchen sagt:

    Und vor allem wenn man „Geile dicke Russin“ sucht und das von seinen „Freunden“ im Web finden lassen will, äaaaauuuuserst peinlich *g*

  13. mattz sagt:

    Wer braucht denn einen Prozentrechner?

  14. Sabine sagt:

    Ich fände es erschreckend meine privaten Suchworte auch noch in öffentliche Hände zu legen. Es ist schon schlimm genug, dass heutzutage fast jeder seine URLs ins Google Suchfeld einträgt anstatt in die vorgesehene Adresszeile. Wenn man dann noch bedenkt was Google bei seinen Streetview-Aufnahmen alles so aus den Wlans mitgeschnitten hat, sollte man eher mal darüber nachdenken, was Privatsphäre noch für eine Bedeutung hat.

  15. Petra sagt:

    Die Suche über andere User gibt es schon länger, nur nicht über Twitter.

    Wer sich aber einmal bei der Community von GuteFrage.net vorbeischaut, wird feststellen, dass dort im Minutentakt Fragen beantwortete werden, die auch mit der Suche bei Google begründet sind. Nicht immer ist die Suche so einfach wie „Prozentrechner“.

    Wer kommt bei der Suche nach „formschönen Vitrinen“ auf die Idee bei „Ladenbau“ zu suchen?

  16. Ulf Website sagt:

    So nett die Idee ist, wird sie sich kaum durchsetzen. Wo sucht man denn, dort wo man gute Ware – sprich Ergebnisse – bekommt. Und da gibt es bisher nur 2-3 gute Adressen.

    Ulf

  17. Foodfreak sagt:

    Als Gegengedanke dazu: ich kenne einige Leute in meiner Timeline, die statt selbst zu suchen ihre Fragen twittern. Wenn man ein sehr spezifisches Problem hat, das man selbst nicht lösen kann, und damit Leute erreicht die sich damit auskennen ist das super, in 90% aller Fälle hätte es aber eine simple Suche getan, die weniger Zeit kosten würde und vor allem andren nicht auf die Nerven geht – ein Dienst wie LMGTFY ist nicht ohne Grund entstanden. Cloud- oder Crwodsearch ist nicht automatisch besser nur weil da Menschen anstelle eine Algorithmus mitfiltern, eher im Gegenteil.

  18. Jemand anderes sagt:

    Das Beispiel mit Google geht eher in die Richtung Data-irgendwas. Wolfram Research hat da wohl was marktführendes aufgesetzt, was alle möglichen „Statistikdaten“ kennt und verknüpfen kann. „Nenn mir den größten Bundesstaat von USA“ oder sowas geht damit angeblich ganz gut. „Nenn mir die Koalitionsmöglichkeiten von Wahl …“ wäre auch mal nett, wo doch in ganz Afrika (und Deutschland) jetzt überall ständig neu gewählt werden wird…

    Wikipedia hat leider keinen Ableger WikiHowto wo z.B. erklärt wird, wie man z.B. Silberfische mit Honig fängt oder durchsichtiges Plexiglas klebt oder was man in Haus und Garten sonst so braucht.

    Mit mehreren Techniken könnte so eine Idee gut funktionieren. 80-95% der Fragen wurden ja letzte Woche oder letzten Winter schon mal beantwortet. D.h. man verweist auf anderer Leute ihre Frage+Antworten+Bewertungen ob es geklappt hat. Die restlichen 5%-15% werden dann den „Profis“ vorgelegt, die Bezug dazu haben. Evtl auch rundenbasiert das immer nur die ältesten Fragen ein weiteres Publikum bekommen wenn sie wieder mal 2 Stunden lang nicht (brauchbar) beantwortet wurden. Fragen die 20 Stunden nicht beantwortet wurden, beantwortet dann z.B. DrDish persönlich und werden ihm durch die Crowd „vorgelegt“ bzw. „kriechen“ bei jedem „Schritt“ der Frage thematisch in seine „Richtung“. Beispielsweise, weil sie passende Tags verpasst bekommen.

    Wenn man seine Frage beschleunigen will, kann man sich produktiv im Mash der Fragen/Antworten und Fragen betätigen und kriegt Punkte welche die eigene Frage nach vorne schieben oder speziellere Fragen erst ermöglichen: „(Photo) Welche Krankheit hat mein Kirschbaum“ wäre sowas das man eher gegen Gegenleistung mit einem Link auf den passenden Eintrag+Photo bei Wikipedia beantwortet weil es keinen allgemeinen Nutzen hat. Die Frage wird natürlich möglicherweise schneller beantwortet, wenn man sein Photo zur Creative-Commons-Dokumentation dieser Krankheit freigibt.

    Dieselbe Idee müssten Firmen und Open-Source-Projekte für Support oder Banken mit ihren (bald oder schon entlassenen) Mitarbeitern in Frankfurt anbieten anstelle von Foren mit zu viel halbem Halbwissen. Ein normaler Filial-Banker muss „nur“ Kredite berechnen und Hausfinanzierungen und übliche Geldgeschäfte (Überweisung an Vermieter in Mallorca,…) erledigen können. Anlage-Ideen von Kunden können die Zentraler per Online-Chat in der Filiale bzw. online-Banking oder halt falls nötig per Chat machen. Weil Anfänger/Praktikanten/Ünkündbare die Vorfilterung übernehmen und 90% der Anfragen mit Fertigen Antworten qualitativ korrekt „abspeisen“ können. Die anderen Fragen landen dann bei spezielleren Bearbeitern und sind danach abrufbar. Beispiel: „Gibt es ETF auf Industriemetalle in Euro ?“ „Wie kann ich auf steigende Ölpreise setzen ? In Euro bzw. währungsgesichert.“ und dann käme die RückFrage „Zertifikate ? siehe hier… Oder lieber physisch, dann siehe hier.“.

    Dasselbe ginge halt auch für andere Themen. „Suche Staubsaugerschlauch für … . Gibts was billigeres als die 15-Euro-Angebote bei Ebay ?“ oder „Wie kriege ich Kirschsaft-Flecken aus bunten T-Shirts“ ist eine Frage die immer wieder kommt und mit ein paar Links als FAQ ablegbar ist.

    Durch Provisionen der verlinkten Shops (auch Amazon und Ebay auch wenn Ebay keine Provision zahlt) könnte man das finanzieren. Die „Kunst“ ist die Strukturierung und Konzeption der großen Findbarkeit aller archivierten Frage-Antworten. Der „dumme“ Computer muss halt staubsauger-schlauch, schlauch für staubsauger, staubsaugerschläuche usw. als gleich erkennen. Oder! (das ist der Trick) z.b. durch Vorschläge dazu führen, das bei der Suche bzw. Formulierung und Archivierung der Frage einheitlich „staubsaugerschlauch“ als Keyword kommt und sobald man staubsauger eintippt, auch die schläuche angezeigt werden. D.h. man motiviert die Leute dazu, gleiche Keywords zu benutzen bzw. nach Möglichkeit auf den ausgetretenen Pfaden zu bleiben. Dann sind 80%-95% der Fragen längst erledigt.

    Leider wird man für alles mögliche abgemahnt weil manche (Berufsgruppen) das für (Eigen)Wirtschafts-Förderung halten. Wer also z.B. einen Sekundär-Ticket-Markt für Konzert-Karten oder importierte (!legale!) Ersatzteile oder Projektoren/Beamer-Lampen verlinken würde, müsste vielleicht gleich ein paar tausend Euros Abmahn-Gebühren zahlen.

  19. Alf sagt:

    Also quasi einen virtual Assistant wie man sie heute schon kennt, der solche Aufgaben für 5 bis 10 Euro die Stunde erledigt. Nur mit dem Unterschied dass es doch bitte kostenlos sein soll.

  20. Starthief sagt:

    Mehr oder weniger machen das Foren schon über Jahre.

  21. Dschingis sagt:

    Dieses Beispiel würde generell nur wieder zu dem Ergebnis führen daß 99% der Antworten vollkommen nutzlos sind. Mindestens 30% würden fragen „Wozu brauchst Du einen Prozentrechner?“, weitere 30% „nimm doch lieber einen Taschenrechner“, weitere 10% würden sich beleidigend zu den Kommentaren aüßern und – wie schon gesagt – 20 Prozent würden den Begriff bei Google eintippen und die Menge der Daten im Internet nur sinnlos weiter verdoppeln. Dass es hilfsbereite Menschen gibt wird nicht bestritten. Daß aber 70% der Daten im Internet keinerlei Nutzen haben auch nicht.

    Also bitte in Zukunft den Brockhaus fragen, die Website gidf.de nutzen oder einfach akzeptieren daß die Welt nicht perfekt ist und die Anfragen weiterhin bei Maggi, Twitter oder WerKenntWen nachfragen.

    D.

  22. Andre Website sagt:

    OK, aber solange die Antworten nicht im Millisekundentakt reinkommen wird google die nase vorn behalten 😉

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