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Internet - Gretus am 11. Februar 2010 - 17:45  |  17 Kommentare »

Social Media Marketing bedeuted hierzulande zumeist immer noch, mit möglichst wenig Aufwand, möglichst viele Kontakte, über möglichst viele Plattformen, möglichst effizient für eigene Interessen zu missbrauchen. In der Realität dann, tippt z.B. ein Praktikant irgendwelche Meldungen parallel bei Facebook, Twitter und Co. ein und wundert sich, dass die Anzahl seiner Kontakte zwar mehr werden, die Resonanz auf seine Aktivitäten aber immer weiter nachlässt…

Mit immer neuen Echtzeitanwendungen stellt sich so langsam die Frage, ob man im Zuge eines nachhaltig erfolgreichen Social Media Marketings nicht damit anfangen sollte, seine im Internet gemachten Kontakte zu differenzieren? Macht es anders ausgedrückt überhaupt Sinn, z.B. seine Meldungen bei Twitter parallel auch bei Facebook, XING oder womöglich noch Google Buzz einzustellen?

Genau wie ein Webseitenbetreiber darum bestrebt sein sollte, sein Angebot auf die unterschiedlichen Interessen seiner Besucher abzustimmen, können in Bezug auf die sozialen Aktivitäten im Echtzeitinternet die Rezipienten nicht alle über einen Kamm geschert werden. Wo man im realen Leben zwischen wahren Freunden und flüchtigen Bekanntschaften unterscheidet, sollte man auch im Internet nicht alle seine Kontakte lediglich als einfache Multiplikatoren verstehen.

Zu diesem Beitrag veranlasst haben mich bereits gestern aufkommende Tweets in der Form `Nun auch bei Google Buzz. Bitte folgen!´ Möglicherweise über Jahre gesammelte Mailkontakte werden kurzerhand den Followern bei Twitter vorgesetzt, wahrscheinlich dann per Abgleich mit den Freunden bei Facebook addiert und als Ganzes bei der Businessplattform XING hochgeladen. Setzt man dieses Spiel munter fort, finden sind möglicherweise beste Freunde schnell in einem Einheitsbrei von irgendwo einmal, irgendwie einmal gemachten Kontakten wieder.

Um nicht wie unser Praktikant vom Anfang irgendwann feststellen zu müssen, dass mehr Kontakte sogar unter Umständen zu weniger Resonanz führen, bietet sich auch bei im Internet gemachten Kontakten z.B. eine Unterscheidung in Freunde, Partner, Multiplikatoren und Potentielle Multiplikatoren an.

Kontakte im Internet müssen im Zuge eines nachhaltig erfolgreichen Social Media Marketings in ihrem `Wert´ und `Nutzen´ unterschieden und dementsprechend auch bedient werden! Wo man z.B. einen Freund nicht mit lediglich zur Verbreitung gedachten Links nerven sollte, sollte man einen zunächst als einfachen Multiplikator eingestuften Kontakt nicht irgendwelche Firmeninterna preisgeben.

Auch wenn ein Multiplikator durchaus irgendwann einmal ein echter Freund werden kann, darf man beide im Zuge zumeist kommerzieller Aktivitäten im Bereich Social Media Marketing nicht gleich behandeln. Es mag zwar Freunde geben, die stets gerne bereit sind, einem bei der Verbreitung irgendwelcher Meldungen zu unterstützen, genauso aber gibt es potentielle Multiplikatoren, die nach einigen Bitten um Support bereits die Nase voll haben…

Gretus

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Tweets zu diesem Beitrag:

 
  1. SEO-untied.de Constantin Website sagt:

    Das Geschehen nährt sich eben meiner Meinung nach immer stärker der Offlinekommunikation an. Der Kanal (Kneipe, Twitter, Mail, Sportplatz, Büro, Sauna) spielt eine zunehmend unwichtigere Rolle, er ebnet allenfalls die Atmosphäre für bestimmte Dinge ändern aber nichts grundsätzlich an dem Empfinden zueinander (Sympathie oder Antipathie).

    Darüber hinaus sollte man dem Empfänger wesentlich mehr Filtermöglichkeiten zusprechen. Ein Freund von mir liest diesen Kommentar ganz anders als ein unbekannter, so gibt es eine völlig automatische Filterung des gesagten.

    Und so geht die Entwicklung meiner Meinung nach dahin, wo sie auch bei Menschen geht. Wer sich viel zeigt, erfüllt die erste Voraussetzung. Wer überzeugt und sympathisch ist, erfüllt weitere Kriterien und andere reden über einen als „Kanal“. Man sollte es also immer als gegenseitigen Kommunikationskanal verstehen, nicht als einseitigen. Aber ich glaube, das sagtest du bereits :-)

    Liebe Grüße,
    Constantin

  2. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo Constantin,

    leider geht es beim Social Media Marketing nur zumeist nicht um einfache Kommunikation, sondern um das Durchsetzen kommerzieller Interessen bzw. die Einforderung konkreter Leistungen (Retweet usw.).

    Im `geordneten´ Deutschland hat das Ganze viel mit Leistung und Gegenleistung, eine Hand wäscht die andere usw. zu tun. Um mir aber bei einer bestimmten Person durch eine Vorleistung eine maximale Gegenleistung zu verschaffen, muss ich die Person zuvor auf ihren Wert bzw. Nutzen analysiert haben. Klingt jetzt auch für mich etwas `heftig´, aber einfach nur nett sein reicht nicht immer…

    Grüße

    Gretus

  3. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Hallo Gretus,

    und worum geht es bei Offlinekomunikation? Ist diese nicht weitaus diffiziler und dem Echtzeitinternet stets voraus, was analysieren angeht? Weil sie quasi mehr Features bietet?!
    Selbst beste Freunde hat man ja nicht zum Selbstzweck, sondern fordert was auch immer für eine Gegenleistung ein, nicht heftig, sondern ganz natürlich :-)

    Liebe Grüße,
    Constantin

  4. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    genau, um aber auf Deine besten Freunde noch diffiziler eingehen zu können, behälst Du sie am besten in Deinem E-Mail Client und vermischt sie nicht mit 2000 Followern bei Twitter. Ansonsten steht bei Deiner nächsten Geburtstagsparty nämlich kein Stein mehr auf dem anderen ;-)

    Grüße

    Gretus

  5. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Dann ändert sich ja nichts :D

  6. Malte Website sagt:

    Zu Gretus…

    Im Zusammenhang mit dem Praktikanten von Social Media Marketing zu sprechen, finde ich etwas überzogen. Zugegeben, es ist Eigenmarketing. Ich finde, man sollte hier aber lieber allgemein von Networking sprechen und da finde ich das persönlich gesprochene Wort bzw. Telefonat doch immer noch sympatischer und glaubwürdiger als das geschriebene, adressiert an einige Follower. Da sollte jeder allerdings seine eigene Strategie entwickeln. Ich halte Social Media alleine allerdings für völlig ungeeignet für tiefer gehendes Networking.

    Soweit meine Meinung. ;)

    Gruß, Malte

  7. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    man muss schon zwischen Networking, Nettsein oder Social Media unterscheiden. Bei womöglich sehr aufwendig geplanten Social Media Kampagnen kann ich mich weder auf die Nettigkeit noch mein vorheriges Networken verlassen. Sowas muss geplant werden…

    Grüße

    Gretus

  8. tom Website sagt:

    Gutes Thema. Hatte ich erst heute wieder mit einem Kollegen. Auch ich denke, dass man differenzieren muss oder zumindest sollte. Wir haben doch sicher alle schon festgestellt, dass es mitunter auch eine Flut ist, wenn am Tag x-mal die gleiche Nachricht reintrudelt, das hat doch dann nix mehr mit Marketing zu tun. Andererseits gibt es aber sicher auch Themen, die sich dafür eignen, gerade dann wenn es als begleitende und stärkende Kommunikation heran gezogen werden soll oder auch dann wenn man in dem einen oder anderen Bereich noch gar nicht aktiv ist. Denke aber, dass man Social Kampagnen mit dem Viralen Inhalt immer wieder interessant und damit nett gestalten kann (zumindest etwas netter fürs Auge ;) )

    Best Tom