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Hubert Burdas letzte Schlacht

Internet  |   |  , 11:50 Uhr  |  15 Kommentare

Hubert Burda ist schon ein cleverer Salesman. Wahrscheinlich nach Erkundung aktueller Verkaufszahlen, kam der Verleger und Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger jüngst auf die glorreiche Idee, seinen Goldschatz für geklaut auszurufen und beim angeblichen Dieb Google wieder einzufordern…

Anders ausdrückt, fordert Hubert Burda von Suchmaschinen wie Google eine finanzielle Entschädigung für die kommerzielle Nutzung seiner Leistungen. Google bediene sich ohne zu fragen seiner Inhalte und solle gefälligst auch dafür zahlen.

Das Problem der Verlagsenterung durch Schlachtschiff Google ist nicht neu. Internetdienste wie Google News haben die Medienlandschaft ins Wanken gebracht und immer mehr, auch alt eingesessene Flagschiffe des Journalismus müssen ihre Segel streichen.

Angeführt von Kapitän Burda, stehen bislang für unsinkbar gehaltene Verlagsschiffe nun vor der Frage, wie man alte Dampfer in der Flut des Internets am besten retten könne. Anstatt schnellstmöglich segeln zu lernen, hat sich Kapitän Burda wie beschrieben dazu entschlossen, Google den Stöpsel zu ziehen und sein Schiff auf sicheren Grund laufen zu lassen.

Für Internetsurfer der jüngeren Generation sieht dieser Plan weniger nach einem gezielten Manöver als nach einer Verzweiflungstat aus. Während alte Seebären ihren Seemannsgarn immer noch per Flaschenpost abonnieren, erkunden junge Piraten ihre Seewege längst selbst und spinnen ihre eigenen Geschichten.

Schiffe wie jenes von Kapitän Burda werden sinken. Schuld daran ist jedoch nicht die Internetlandschaft oder Informationsinseln wie Google sie bietet, sondern Hubert Burda selbst.

Mittlerweile kann sich jeder sein eigenes Boot bauen und z.B. mit Hilfe eines Weblogs, via Twitter oder anderen sozialen Netzwerken Kapitän spielen. Hubert Burda und Co. haben sich bis heute nicht den Verhältnissen einer sich ändernden See angepasst bzw. sich auf die waghalsigen Manöver junger Piraten eingelassen.

Wir junge Piraten folgen alten Kapitänen nur wenn auch unsere Parolen Beachtung finden. Bei aller Piraterie im Internet, Kapitäne wie Hubert Burda sind selber schuld an ihrer aussichtslosen Lage.

Ihr habt Euch bis heute nie von Eurer Route abbringen lassen, uns Bloggern und Co. keines Blickes, geschweige denn eines Linkes gewürdigt und verlangt nun, das wir Euch noch lesen? Während wir in den letzten Jahren in rauer See für unsere Rechte gekämpft haben, seid Ihr im Hafen gelegen und habt Euch volllaufen lassen. Das habt Ihr nun davon 😉

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Mißfeldt Website sagt:

    Klasse Artikel. Lol.

    Wieso so kritisch. Wir sollten den alten Hubert unterstützen. Wenn der das durchkriegt, bekommen wir doch wohl auch alle was für unsere Blogs, oder? Ich find das gut, wenn Google mich für meine Artikel bezahlen würde. Ich würde dann einen Verrechnungsmodus pro Zeile vorschlagen, Bilder natürlich extra honoriert 😉

    Gruß, Martin

  2. Raffael Website sagt:

    Google könnte ja auch einfach alle Seiten von Burda aus dem Index nehmen. Dann müssen Sie auch nichts mehr zahlen 🙂

  3. Gretus Website sagt:

    Hallo Raffael,

    auch wenn es nicht wenige sind, würde Google das wohl auch so machen…

    Grüße

    Gretus

  4. F. Drake sagt:

    Nicht so voreilig. Burda fordert auch Transparenz der Suchalgorithmen. Das wäre gar nicht schlecht. Sollten sich die Piraten direkt mal auf ihre Flagge schreiben.

  5. so Website sagt:

    Also, dass Google mit Google-News etwas arg forsch vorgeht, ist auch nicht die feine Art. Man bedient sich fremder Quellen und profitiert dadurch noch mehr. Aktuell dazu, das Interview auf SPON mit dem Google-News Erfinder. Da geht es zwar um top recherchierte News und ähnliches, dennoch macht doch Google nichts anderes als „duplicate content“ zu erzeugen. (Das sollten mal wir machen… 😉 ).

    Auch wenn die Nachrichtenagenturen, wie dpa und Konsorten davon auch profitieren, so ist der Gewinner dennoch G, da die Autoren und Journalisten eben NICHT von G bezahlt werden. Mal darüber nachgedacht?

    Dennoch, guter Artikel 😉

  6. Constantin sagt:

    Hallo so,

    sicherlich sollte man nicht alle Vorgehensweisen von Google ungefragt tolerieren. Das man sich fremder Quellen bedient klingt zwar erstmal hart, bietet aber eben auch die entsprechenden Chancen für Agenturen und Journalisten. Erfolgsbeisspiele der jünsten Zeit zeigen, die Journalisten diesen Trend nutzen können. Ob sie dabei nun direkt von Google bezahlt werden oder nicht, spielt erstmal keine Rolle. Lediglich wer – Gretus hat es so schön gesagt – im Hafen liegt und sich volllaufen lässt, wird nicht von diesem Trend profitieren…

  7. Gretus Website sagt:

    Hallo,

    schwer zu sagen, was ohne Google wäre. Im Moment möchte unser Kapitän Burda es bezahlt bekommen, dass Scharen von Besuchern über Google auf seine Seiten kommen und da dann zusätzlich noch mit Werbung geschröpft werden. Wie gesagt eine Schnapsidee…

    Grüße

    Gretus

  8. Holger Website sagt:

    Blogs sind schön und gut, aber sie sind für die meisten dennoch: Hobbys. Ich glaube nicht, dass eine Entprofessionalisierung der gesellschaftlichen Informationsvermittlung durch wegbrechende Einnahmen der Verlage gut für die Gesellschaft ist.

    Welche „Erfolgsbeispiele der letzten Zeit“ gibt es denn? Und wie profitiert denn dpa davon? Die Agentur hat auch immer davon gelebt, dass sie ihre Inhalte verkaufen konnte. Jetzt kriegt jeder alles kostenlos geliefert.

  9. so Website sagt:

    @Gretus & Constantin: Ihr habt natürlich damit Recht, dass der Traffic, den Kollege Burda damit abschöpft nicht unerheblich ist. Dennoch frage ich mich, wie das in einigen Jahren mal aussehen soll, wenn Suchmaschinen den Journalismus ersetzen. Schon jetzt „recherchieren“ ja einige, saubere Schreiber ausschließlich über SuMas. Das kann es auch nicht sein.

    Und Herr Burda ist eigentlich mit seinem Unternehmen in guter Gesellschaft, nicht nur er, sondern auch andere große Unternehmen erkennen noch immer nicht die Zukunft des Webs. Sogar die Unternehmen wie „Ich bin doch nicht blöd“, haben bis heute KEINEN Onlineshop (obwohl da etwas in Planung ist). 😉

    Wir werden sehen…

  10. haakon Website sagt:

    Also die Artikel der Zeitungen sind doch auch nur die Artikel von der dpa. Manche machen sich die Mühe und schreiben Sie noch um oder fügen Dinge hinzu. Aber selbst recherchieren oder gar Skandale aufdecken, das war mal vor über 10 Jahren!

    Zeitungen in dem Stil wie früher sind irgendwann Geschichte. Das will aber niemand wahrhaben. Deswegen die Panikmache und Schuldzuweisungen auf Google News und Co. Einen Alibi-Schuldigen braucht man halt. Das Problem liegt ganz woanders…

  11. Seb Website sagt:

    Interessant, dass immer die „Großen“ zuerst heulen wenn sie was falsch machen und alle „müssen“ darauf reagieren. Wenn Burda & Co. irgendwelche Trends verpasst haben, müssen sie eben damit leben. Vor deren Glanzzeiten im Magazin-Geschäft, haben andere den Trend verpasst und mussten auch damit leben.

    Ich hoffe den ganzen Verlegern ist es klar, dass die die Druckerei in wenigen Jahren schließen können und sich komplett auf das Online Geschäft konzentrieren sollten. Spiegel Online & Co. verdienen ja auch mit ihren Internetseiten Geld – nicht mehr mit der Zeitschrift.

  12. Flips sagt:

    Der Herr ist ziehmlich witzig. Würde er das ganze ernst meinen, dann würde er ja wohl Google per robots.txt ausschließen und keine Google-Produkte, wie DoubleClick, mehr auf seinen Seiten verwenden.

  13. Jan Website sagt:

    Ich verstehe Herrn Burda auch nicht. Für mich als Internet-Nutzer werden zwei Dienstleistungen erbracht: Erstens das Erstellen von interessantem Content. Zweitens das Auffindbarmachen dieses Contents. Beides hat einen Wert. Wie wertvoll welche dieser beiden Dienstleistungen ist, entscheidet der Markt. Wie ich diese Dienstleistungen monetarisiere, entscheidet meine Kreativität. Wie die Qualität meines Contents ist auch. Wenn der Kapitän also Probleme mit seinem Schiff haben sollte, dann sollte er sich lieber über die Qualität seiner 08/15 Inhalte sowie über die Monetarisierung seiner Dienstleistung Gedanken machen.

  14. […] wir bereits an anderer Stelle unsere Meinung zum Streit zwischen Google und zahlreichen Verlagshäusern kundgetan haben, möchten wir […]

  15. Fabian Website sagt:

    Denke auch, dass Google die Seiten einfach entfernen wird. Mit sowas sind die schnell fertig -.-

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