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Internet Manifest – Der Witz des Jahres

Internet  |   |  , 15:44 Uhr  |  19 Kommentare

Eines ist klar, das Internet braucht genauso wenig ein Manifest wie der Journalismus einen selbsternannten Heilsbringer a la Hubert Burda. Mag der Inhalt des kürzlich veröffentlichten Internet Manifests auch in weiten Teilen richtig sein, so stellt die Art und Weise der Präsentation den Inhalt auf den Kopf  und lässt die aufgestellten Thesen zu einer Selbstbeweihräucherung einiger mehr oder weniger bekannter Größen des deutschsprachigen Internets verkommen…

Genauso wie in die Jahre gekommene Medienhäuser endlich lernen müssen, mit den Begebenheiten einer sich verändernden Medienlandschaft umzugehen, sollten sich mit dem World Wide Web bestens vertraute Journalisten darüber im Klaren sein, dass eine von einer Handvoll Promibloggern zusammengeschriebene Sammlung von im Grunde genommen längst bekannten Aussagen sehr schnell weniger wie ein Manifest als wie eine Inszenierung wirken kann.

Wenn ich mir als normaler Internetnutzer Zitate wie […] Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus […] oder […] Referenzen durch Verlinkungen und Zitate ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert […] anschaue und dann in der Kommentarfunktion der eigens für das Manifest angelegten Internetseite als SEO […] Die Hyperlinks der Kommentare werden mit einem „nofollow“-Attribut versehen, SEOs auf der Suche nach Google-Suppe werden hier nicht fündig […] lesen muss, frage ich mich wirklich ob die Verfasser der 17 Behauptungen überhaupt begreifen, was sie da geschrieben haben?

Der Journalismus in Deutschland befindet sich unter anderem in einer Krise, weil er sich nie wirklich nach außen geöffnet hat. Bekannte Nachrichtenseiten schwinden die Leser, weil sie es bis heute nicht verstanden haben, trotz vorhandener Techniken den Leser mit in ihre Berichterstattung einzubeziehen. Als Leser will ich mich angesprochen fühlen, d.h. in unserer heutigen Medienlandschaft erwähnt sehen!

Ein von einigen Profiteuren einer sich nach neuen Helden sehnenden Internetgemeinde aufgestelltes Manifest, welches am Ende weniger den Inhalt als die Verfasser transportiert, ist meiner Meinung nach ein Schritt in die falsche Richtung.

Mit dem kürzlich veröffentlichten Internet Manifest, insbesondere mit dessen Aufmachung und Präsentation, bekomme ich von den bislang auf Augenhöhe angesehenen Vertretern einer neuen Internetgeneration ganz klar gesagt, wo ich als normaler Blogger stehe.

Während das Manifest in meinen Augen nur darauf ausgelegt ist, Sascha LoboStefan Niggemeier, Johnny Haeusler und Co. zu bewerben, kann ich als deklarierter Nutzer zweiter Klasse weiter in der Google-Suppe ertrinken…

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Frank Hübner Website sagt:

    Meine Meinung war: …und?

    Dan tun ein paar abgehalfterte Journalisten so als hätten Sie das Internet erfunden. Dabei sind es diese, welche früher diese Entwicklung für lächerlich empfanden. Das ist Scheinheiligkeit pur, denn Leute wie wir haben das eh schon lange vorhergesehen.

  2. Frage Website sagt:

    Wie kommt man auf Google-Suppe? Sieht fast schon nach einem billigen Linkbait aus 😀

  3. Gretus Website sagt:

    Hallo,

    so wird es sein. Da sich SEOs sich immer so leicht aufregen, sprechen wir die doch mal direkt an und provozieren Beiträge wie diesen hier. Den Verfassern des Internet Manifest sei gesagt, dass das Wissen um Reaktionen wie diese hier die zugrunde liegende Handlung nicht rechtfertig.

    Das Manifest ist und nicht viel mehr als eine PR-Aktion, auf der Ottonormalnutzer sich bestensfalls auf der zweiten Seite zu Wort melden kann…

    Grüße

    Gretus

  4. Volker Meise Website sagt:

    Warum so aufregen? Die Zielgruppe für das Internet-Manifest sind weniger die SEOs und die Leute, die das Web selbstverständlich nutzen, sondern auf der einen Seite in ihren Traditionen verhaftete Journalisten und auf der anderen Seite Leute, die das Web sehr egoistisch nutzen – z.B. überall Links auf die eigenen Seiten posten, ob es passt oder nicht.

    Ich würde mir den Schuh nicht anziehen, und die professionellen SEOs sollten das sicher auch nicht.

  5. eisy sagt:

    Wie lange wird es dauern bis auf dieser öffentlichen, nicht privaten – da ja nicht nur für die Familie durch ein Passwort zugänglichen – Seite ein Impressum zu finden sein wird? Jeden kleinen Webmaster macht man ja auch direkt von der „Seite“ an, also bin ich nun gespannt wo das Impressum bleibt. Seite ist ja durchaus bereits online von einer breiten Masse abrufbar. :)

  6. Friday sagt:

    Schon wieder eine Webseite, die man nicht kennen muss. Sack Reis in China umgefallen usw. Mehr fällt mir dazu net ein.

  7. Olaf Stichtenoth Website sagt:

    Ich finde es völlig in Ordnung, dass sich ein paar mittelbekannte Internetpromis zusammentun, um ihren Ruhm zu mehren. Wahnsinnig spannend ist ja nicht, was sie geschrieben haben (eine Mischung aus Plädoyer für die Freiheit und Consultant-Report für die Medienbranche, aber kein Manifest), sondern die Reaktionen darauf. Immerhin haben Sie es geschafft, dass auf enorm vielen Seiten und auf Twitter eine Menge über das „Manifest“ geschrieben wird. Womit sie ja nur beweisen, dass sie wissen, wie PR im WEB funktioniert.

  8. Marco Rick Website sagt:

    @ Olaf Stichtenoth Richtig gesagt! Schlechte PR ist auch PR ist auch Traffic 😉

    @ Gretus Find ich gut, dass das Thema angesprochen wurde. Dieser SEO-Google-Suppen-Nofollow-Quatsch ist einfach nur peinlich

  9. so sagt:

    1. Was ist daran neu?
    2. Was kommt als nächstes? „Wir haben uns alle lieb?“ Oder „Deutschland sucht den nächsten Internet-Superstar?“
    3. Nicht aufregen 😉

  10. Gretus Website sagt:

    Hallo,

    bei einem derartigen Spruch könnte man sich schon aufregen. Wer alle SEOs pauschal in einen Topf steckt, der braucht mir nicht zu erzählen, wie das Internet zu funktionieren hat. Für mich ist und bleibt das Ganze ein PR-Gag…

    Grüße

    Gretus

  11. Daniel sagt:

    Was regt ihr euch denn so auf? Wenn ihr nicht auf der Suche nach Sinnfreien Backlinks von so einer Seite seid, betrifft euch der Spruch doch garnicht. Wer natürlich Comments auf jeder Seite hinterlässt um Links zu ergattern darf sich da von mir aus gerne angesprochen fühlen.

    Insgesamt ist das Ding ne Sache die wohl jeder von uns weiß, aber vielleicht schaffts man so ja, dass die Herren Burda und co mal merken was für großen Unsinn sie erzählen.

  12. […] Seo-United: Internet Manifest – Der Witz des Jahres […]

  13. Oliver B. Website sagt:

    Ich werte die zweite Überschrift als gegeben und sehe das Internet-Manifest als Entwurf eines Leitfadens für Journalisten. Mehr nicht. Ein Manifest hat zwar häufig politischen Beigeschmack, einen Grund zur Aufregung kann ich allerdings nicht erkennen. Nun ja…

  14. Michael van Laar Website sagt:

    Ich habe da so ein Déjà-vu. War da nicht mal was mit Cluetrain und Manifest und so, das sich sehr ähnlich las 😉 Nur dass das schon zehn Jahre alt ist und damals noch wirklich revolutionär war. Aber was soll’s, eine Website mit viel Text mehr im Netz macht die Google-Suppe auch nicht fett.

  15. so sagt:

    @Daniel: Glaubst Du im Ernst, dass es damit getan ist ein solches „Manifest“ zu verfassen, um derartige Leute wie Herrn B. und Konsorten zu überzeugen?

  16. Daniel sagt:

    Nö, die sind Beratungsresistent, aber man kanns ja mal versuchen.

  17. Schön, dann muss ich es nicht tun — Querblog.de sagt:

    […] Sind die Ghostwriter von 15 deutschen Promi-(Blogger)-Journalisten von allen […]

  18. siggi kraue Website sagt:

    Das Interet braucht ein Manifest, das hier…

  19. Torsten Website sagt:

    […] trotz vorhandener Techniken den Leser mit in ihre Berichterstattung einzubeziehen. Als Leser will ich mich angesprochen fühlen[…]

    Den goldenen Mittelweg zwischen Informationsqualität, und -aktualität zu gewährleisten, dabei nicht in reines Infotainment abzugleiten und dennoch gezielt Leser ansprechen oder eben mit einzubeziehen, das ist schon schwieriger, als manch einer denkt.

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