US-Medienforscher Jeff Jarvis hat sich kürzlich in seinem Artikel ` The German privacy paradox´ über kulturelle Unterschiede in der Diskussion rund um das Thema Datenschutz am Beispiel von Deutschland und den USA geäußert. Abgesehen von der Erkenntnis, dass unterschiedliche Kulturen auch hier durchaus voneinander lernen können, bricht er die Diskussion auf die Frage herunter, was wir bei der Veröffentlichung bestimmter Informationen denn überhaupt konkret zu befürchten hätten?
Die Behauptung beispielsweise, im Zuge immer neuer Internetanwendungen (Twitter, Facebook usw.) würde man schneller dazu verleitet werden, für andere brisante Informationen preiszugeben, hält Jarvis für unbegründet. Wo man z.B. auch im realen Leben zum Schutze seines Ehepartners nicht über gemeinsame Intimitäten berichtet, wird man es im Internet auch nicht tun.
Ebenfalls eigentlich unbegründet hält Jarvis den Vorbehalt vieler Menschen, konkrete Angaben zu ihrer beruflichen Tätigkeit (Einkommen usw.) zu veröffentlichen. Abgesehen von der Tatsache, dass das ungefähre Einkommen bei vielen Berufen ohnehin längst bekannt ist, stellt er auch hier die Frage, welche konkreten Nachteile man denn bei bekannt werden derartiger Informationen hätte?
My life is an open blog. So I prefer to turn the question around now and look at the benefits of publicness that we lose when we make something unnecessarily private.
Allgemein versucht Jeff Jarvis anhand der Beispiels zwei in einigen Bereichen doch sehr unterschiedlicher Kulturen anschaulich klar zu machen, dass die Angst über die Veröffentlichung privater Informationen oft gar nicht richtig definiert bzw. begründet werden kann.
Anhand einiger Beispiele zeigt der Medienforscher darüber hinaus, dass die öffentliche Diskussion auch persönlicher Details auch einen Vorteil bringen kann und stellt abschließend die These auf, dass die Angst über die Veröffentlichung privater Informationen in vielen Fällen völlig unbegründet und diesbezügliche Vorbehalte oft einfach nur gesellschaftlich bedingt sind.
Da ich persönlich diese These sehr interessant finde, möchte ich gerne einmal Euch fragen, was konkret Ihr bei der Veröffentlichung welcher Daten für Befürchtungen habt, wie genau diese Informationen zu Eurem Nachteil verwendet werden könnten? Welches konkrete Szenerio also, könnte in Anbetracht der Veröffentlichung welcher privater Informationen von Euch passieren?
Gretus
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“Abgesehen von der Tatsache, dass das ungefähre Einkommen bei vielen Berufen ohnehin längst bekannt ist, stellt er auch hier die Frage, welche konkreten Nachteile man denn bei bekannt werden derartiger Informationen hätte?”
Im Prinzip richtig, aber jeder Mensch weiß ja auch wie das mit den “Bienen und den Blumen” funktioniert. Warum sollte man das nicht auch öffentlich zeigen? Zumindest wenn es nach Mr. Jarvis Worten geht, würde das ja bedeuten: Kennt ja jeder, weiß ja jeder wie das so im Bett funktioniert. Oder wie?
“stellt abschließend die These auf, dass die Angst über die Veröffentlichung privater Informationen in vielen Fällen völlig unbegründet und diesbezügliche Vorbehalte oft einfach nur gesellschaftlich bedingt sind.”
Ja nee, ist klar: Zeigt her was ihr habt. Ist alles garnicht so schlimm. Von welchem Konzern wurde der Typ gekauft?
#FAIL Mr. Jarvis