Soziale Netzwerke wie studiVZ, schuelerVZ, Lokalisten und MySpace gewinnen zunehmend immer mehr Mitglieder. Die Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (AGOF) bestätigt mit der Markt-Media-Studie internet facts 2008-I (Messzeitraum I. Quartal 2008) dieses Wachstum. Der Studie zufolge erreichen diese vier Netzwerke folgende Plätze auf der AGOF Rankingliste:
- Platz 10: studiVZ mit 5,54 Mio. Unique Usern*
- Platz 16: MySpace.de mit 4,61 Mio. Unique Usern*
- Platz 22: schuelerVZ mit 3,75 Mio. Unique Usern*
- Platz 57: Lokalisten mit 1,33 Mio Unique Usern*
* = Unique User steht für einen “einzelnen Internetnutzer” durchschnittlich im Monat
Interessant dabei ist, dass die beiden Netzwerke der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gute Ergebnisse beim Ranking erzielen. Vielleicht hätte der kleine Bruder von studiVZ sogar noch etwas besser abgeschnitten, denn AGOF berücksichtig nur Nutzer ab 14 Jahren.
Des Weiteren sind vor allem Frauen bei wichtigen Sozialen Netzwerken in der Überzahl – einzige Ausnahme MySpace.
- studiVZ: 46,7% Männer/ 53,3% Frauen
- MySpace.de: 52,1% Männer/ 49,7% Frauen
- schuelerVZ: 45,9% Männer/ 54,1% Frauen
- Lokalisten: 45,4% Männer/ 54,6% Frauen
Bei der Alterstruktur sprechen drei der vier untersuchten Netzwerke vor allem die Zielgruppe der 20-29-Jährigen an:
- studiVZ: Altersgruppe 20-29 Jahre (55,3%)
- MySpace.de: Altersgruppe 20-29 Jahre (32,8%)
- schuelerVZ: Altersgruppe 14-19 Jahre (63,0%)
- Lokalisten: Altersgruppe 20-29 Jahre (39,4%)
Auffällig ist, dass studiVZ kaum von der Altersgruppe 30-39 Jahre genutzt wird. MySpace und Lokalisten werden auch von den über 30-Jährigen in Betracht gezogen. Ausschlaggebend ist sicherlich der Studenten-Fokus bei studiVZ. Da kommt doch die Frage auf, welches Netzwerk im Fokus der über 30-, 40- und 50-Jährigen steht? Das Business Netzwerk “Xing” wäre für mich ein geeigneter Kandidat, doch leider kommt dieses in der Studie nicht vor ![]()
Die nutzerorientierten Kerndaten aktueller Internetstudien, sowie die Profildaten der Netzwerkmitglieder, stellen eine optimale Ausgangsbasis für erfolgreiches Marketing in Sozialen Netzwerken dar. Wem sonst, außer guten Freunden und der Familie, offenbare ich so viele, teils auch private Informationen? Im Business Netzwerke Xing können bspw. alle anderen Mitglieder etwas über meinen Lebenslauf, bisherige Arbeitgeber, Interessen, Auszeichnungen, Arbeiststatus usw. erfahren. Im Freundschafts- bzw. Freizeitnetzwerk studiVZ erhalten Mitglieder Informationen über meine Hobbies, Gruppenmitgliedschaften, Musikinteressen, Lieblings-Urlaubsziele, usw..
Bei wenigen erfolgreichen Kampagnen steht der Dialog zwischen dem Werbetreibenden und seiner Zielgruppe im Vordergrund. Dieser kann beispielsweise in Form eines Gewinnspiels, eines Wettbewerbs oder einer Einladung zu einer Gruppe stattfinden. Bei allen Beispielen wird die Bindung zur Marke oder dem Unternehmen verstärkt:
- Porsche-Fans erhalten eine Einladung zur Gruppe “Porsche Mythos”
- Madonna-Fans erhalten Werbeanzeigen zu einem Konzert in der Region
- Batman-Fans können durch die Teilnahme am Gewinnspiel zur “The Dark Knight” exklusiv zwei Karten für die Erstvorstellung in ihrer Stadt gewinnen
- Bei Singles werden Partneranzeigen eingeblendet
Demnach liegen große Menge individueller Informationen vor, die vielfältige Möglichkeiten für Werbetreibende bieten können. Wenn diese aktuell nicht voll ausgeschöpft werden, liegt die Begründung sicher darin, dass Marketingkampagnen oft falsch konzipiert werden und einer herkömmlichen Kampagne aus dem Online Marketing (keine Personalisierung) ähneln. Des Weiteren stellt auch der Recherche-Aufwand der benötigten Daten in den einzelnen Netzwerken eine weitere Herausforderung dar.
Ich bin gespannt welche Werbekampagnen auf mich noch in meinen Sozialen Netzwerken warten ![]()
Eure Alexandra Sobek
P.S.: Ich hatte die letzte Zeit viel zu tun, versuche nun aber wieder öfter zu schreiben…





























Danke sehr interessante Daten. Mich hätte der Bildungsstand der Personen in den einzelenen SN noch interessiert…
Klasse finde ich auch: “Vielleicht hätte der kleine Bruder von studiVZ sogar noch etwas besser abgeschnitten, denn AGOF berücksichtig nur Nutzer ab 14 Jahren.”
Sicher könnte man die Social Networks beser vermarkten. Studivz will es ja jetzt mit Social Commerce versuchen – seien wir gespannt, ob sie das mal richtig machen oder wieder Leute verscheuchen.
Werbung für Singlebörsen in SNs sehe ich als Verschwendung an, denn schließlich sind es ja die SNs, die den Singlebörsen das Geschäft kaputt machen.
Ansonsten ist wer-kennt-wen wohl das Social Network, dass auch in die “älteren” Generationen überschwappt. Xing ist im SN-Bereich ja nicht das Netzwerk mit der breitesten Zielgruppe (wenn auch sie als einzige profitabel sind – eben in der finanzstarken Zielgruppe).
@Mirko: Hier der Nachtrag zum Bildungsstand und der ausgeübten Tätigkeit
In allen SN überwiegt der Mitgliederanteil mit Mittlerer Reife:
studiVZ: 42,0% Mittlere Reife
MySpace.de: 44,3% Mittlere Reife
Lokalisten: 45,8% Mittlere Reife
schuelerVZ: 49,9% Mittlere Reife
Tätigkeiten der Mitglieder:
studiVZ: 51,2% berufstätig
MySpace.de: 53,2% berufstätig
Lokalisten: 61,3% berufstätig
schuelerVZ: 64,7% in Ausbildung
Viel Spaß bei der Interpretation
Alexandra
Danke für die schöne Analyse! Der FAZ-Netzökonom hat übrigens gerade ein sehr interessantes Interview mit Marcus Riecke, CEO StudiVZ, geführt.
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