Die Reaktionen über die Veröffentlichung unserer Liste mit No Nofollow-Blogs, möchte ich zum Anlass nehmen, um einmal einige Worte über das Thema `Linkbaiting´ zu verlieren. Ein Linkbait ist ein Beitrag bzw. ein Inhalt einer Webseite, welcher darauf abzielt, dass die Leser bzw. Konsumenten auf den Beitrag bzw. die Seite verlinken.
Der Begriff ist noch relativ neu. Prinzipiell sollte zwar jede Webseite darauf ausgerichtet sein, dass die Besucher den Inhalt interessant finden und freiwillig darauf hinweisen, Linkbaiting bezeichnet jedoch verschiedene Methoden, den Leser zu einer entsprechenden Reaktion zu bewegen, beinahe zu zwingen. Generell unterscheidet man zwei Arten von Linkbaiting. Zum einen kann man durch qualitativ hochwertige, einzigartige oder aktuelle Inhalte Backlinks generieren, zum anderen indem man polarisiert, d.h. kontroverse Inhalte für bestimmte Zielgruppen publiziert.
Entgegen einiger Behauptungen sei noch einmal ausdrücklich gesagt, dass wir unsere Liste nicht veröffentlicht haben, um jemanden zu schaden, geschweige denn um Backlinks zu generieren. Da ähnliche Listen bereits an anderen Stellen zu finden sind, haben wir derartige Reaktionen einfach nicht erwartet.
Leider macht die ganze Geschichte jedoch eines deutlich. Ein `echter´ Linkbait ist in unserer heutigen Gesellschaft, auch in Bezug auf die eher geringe Linkbereitschaft der meisten Webseitenbetreiber kaum mehr möglich. Links sind mittlerweile bares Geld wert, werden kaum noch freiwillig gesetzt. Zudem existiert ein permanenter Irrglaube. Wer einen interessanten Inhalt veröffentlicht, hat nicht etwa gut recherchiert, sondern will einen Linkbait provozieren.
In unserer heutigen Medienlandschaft ist ein Linkbait fast nur noch möglich, indem man den Verlinkenden einen klaren Vorteil bietet (z.B eine Verlosung) oder indem man sich oder andere bloß stellt. Ähnlich wie in anderen Medien, erzielen nicht mehr die interessantesten Informationen, sondern der größte Klatsch die höchsten Verkaufszahlen bzw. Einschatquoten. Eine über Monate recherchierte Story hat gegenüber einem Schnappschuss eines leicht bekleideten Promis kein Chance.
Der Begriff Linkbait muss neu definiert werden. Ein erfolgreicher Linkbait bietet nicht zwingend qualitativ hochwertige Inhalte, sondern er spricht die niederen Instinkte des Lesers an. Bei einem Linkbait werden Falschmeldungen heraus gegeben, Überschriften zu Eyecatchern und Moderatoren zu Topmodels.
Eigentlich ist es schade, dass wirklich gute Informationen kaum noch etwas wert sind. Auch in der Bloggerzsene werden wir wohl damit leben müssen, dass Klatsch und Tratsch im Vergleich zu wirklich informativen Beiträgen immer mehr zunehmen wird. Vielleicht sollte ich Consi einfach mal 3 Jahre in den Keller sperren ![]()
Gretus
P.S.: Stay tubed…




























Gerade in der Bloggerszene ist dieser Trend deutlich zu beobachten. Die Blogs, die über andere herziehen und nur allgemeines Geplänkel bringen, haben die meisten Kommentare unter den Beiträgen weil einfach jeder mitreden kann.
Die Blogs, die Inhalte anbieten für die man sein Hirn einschalten müsste, treiben oft unter der Oberfläche und sprechen nur einen ganz kleinen Teil der User an.
Gerhard Zirkel
Ich glaube das ist ein engstirniges SEO-Denken, dass man ohne Gegenleistung keinen Link mehr setzt…
Ist Linkbait nun positiv oder negativ zu bewerten? Klatsch und Tratsch gabs schon immer, ebenso wie gut recherchierte Inhalte. Ob die immer zum Ziel hatten, viele Links zu generieren ist eine andere Frage und welcher ‘Inhalt’ hat nicht den Anspruch, verlinkt zu werden und dadurch Bestätigung bezüglich Qualität oder Aktualität zu erhalten?
An sich ist es nichts anderes als Angebot und Nachfrage. Derjenige, der die meisten Nachfrager auf sich zieht, gewinnt. Erfolg gibtrecht. Damit muss sich nicht nur die Blogspähre auseinandersetzen, sondern auchandere Branchen (siehe TV und Sender wie Phoenix). Damit muss man umgehen können, so traurig es auch ist.
AHHH … da war es wieder. Sorry, Jungs. Runter kommen!
“In unserer heutigen Medienlandschaft ist ein Linkbait fast nur noch möglich …”
Liebe Leute, die Medienlandschaft besteht zu 99,99 Prozent nicht aus SEO, trotz aller Selbstbeweihräucherung. Die richtig fetten Projekte im Web sind alle ohne SEO so groß geworden. SEO ist nur ein Baustein im Marketing, einer unter vielen. Und das Wort “Medienlandschaft” würde ich bei den vielen Affili-Adsense-bestückten Low Quality Projekten (von den Black Hat mal ganz aussen vor) gar nicht reden.
Linkbait … naja … “Mein Parteibuch” hat wirklich viele Links auf sich gezogen, aber das ist kein Selbstzweck.
Könnte es sein dass ihr unter Linkbait eigentlich das Nebenprodukt von erfolgreichem Guerillia Marketing versteht, bei dem als Nebenprodukt auch Links abfallen? Und diese Links kommen dann eben nicht von einer handvoll Bloggern, sondern von traditionellen Medien (ein Link von der Mittelbayerischen ist mir immer noch lieber als einer von Basic, auch SEO Sicht).
Das Problem ist nur, dass Guerillia Marketing eben wirklich gute Ideen voraussetzt, trotz allen Beteuerungen wirklich Geld kostet und Vorbereitungszeit bedingt.
Wahrscheinlich hört sich das jetzt enorm überheblich an, aber wenn auch nur ein paar darüber nachdenken, hat der Kommentar schon seinen Zweck erfüllt.
Hallo Mtthias,
zunächst einmal denke ich, dass sich nur eine Hand voll Webseitenbetreiber mit SEO beschäfftigen, ist mittlerweile nicht mehr richtig. Jeder, der eine Seite ins Netz stellt, fragt sich irgendwann, warum diese denn nicht bei Google ganz oben steht. Dass hierfür Links erforderlich sind, bekommt man schnell mit…
Mir ging es hier in erster Linie um die Entwicklung in der Bloggerszene, mit Linkbait ist hier also z.B. ein Beitrag gemeint. Im Prinzip gibt es zwei unterschiedliche Arten von Bloggern, die Infoblogger und die Trafficblogger. Letztere werden meiner Meinung immer mehr.
Betrachtet man sich so einige Entwicklungen, ist das Web immer mehr ein Medium, wo jeder seine Statements platziert, egal ob nun informativ oder nicht. Wer in einer richtigen Bibliothek zu finden ist, hat zumeist wirklich etwas zu sagen. Wer im Internet steht, leider immer weniger.
Es wäre schade, wenn das Web irgendwann einfach nur noch eine weitere Plattform ist, wo sich alle darstellen und profilieren und wie im normalen Leben aneinander vorbei bloggen, posten, twittern usw.
Grüße
Gretus
Hallo Gretus,
dann schränke bitte Deine Aussage auch dahingehend ein. Die Anzahl der Blogs in DE ist im Vergleich zu der Menge der im Web veröffentlichten Daten bescheiden. Von Medienlandschaft zu sprechen und nur Blogs zu meinen ist … nennen wir es mal … ein äußerst eingeschränkter Blickwinkel.
Natürlich ist SEO ein Baustein im Marketing und gutes Ranking wünschenswert. Nur zu meiner Aussage stehe ich: Die großen Projekte sind nicht durch SEO groß geworden, sondern durch andere (Online / Offline) Marketingmaßnahmen. Ich rede hier nicht von einer Adsense/Affili bestückten Reise-/Versicherungs-/Poker-Seite.
Aus diesem Grund wiederspreche ich auch Deiner Aussage, mit Qualität wären keine Links zu bekommen. Vielleicht dauert es nur länger, ist jedoch dafür nachhaltiger. Aber auch mit Schrott sind Links zu bekomme (ganz ohne Linkbait Absichten), wie der DSDS Blog zeigt. [Ich kanns mir nicht verkneifen, der Blog ist denke ich DoFollow, SPAMT IHN ZU]
Zu Deiner These mit den Traffic Bloggern, dei hauptsächlich aus ökonomischen Antrieb handeln: Ich muss wirklich in mich hineinschmunzeln, wenn ich von Erfolgen höre, dass sie mal 10 Euro pro Tag verdient haben. In dieser Region bewegen wir uns aber, wenn wir die Mehrzahl der Traffic Blogger betrachten.
Geld zu verdienen ist mit der Bloggerei m.E. nur indirekt, in dem man Blog als modernes Kommunikationsmittel mit (potentiellen) Kunden betreibt. Genau da muss man allerdings seriös (JA!) und qualitativ hochwertig schreiben. Mir ist es egal ob ich 2000 oder wie aktuell lediglich 400 Unique pro Tag auf meinem SEO Blog habe wenn ich weiss, die mir wichtigen vielleicht 50 interessanten Entscheidungsträger bei (potentellen) Kunden lesen mit.
Grüße
Matthias
Nachtrag: Mit “meinem SEO Blog” ist natürlich rentaseo.de gemeint, nicht seo.ms
Hallo,
das ist die richtige Einstellung. Wer bloggt, sollte nicht in erster Linie Geld verdienen wollen, sondern einfach Spaß am Schreiben haben. Vielleicht entschließen sich ja einige SEO-united.de Leser, wenn sie es nicht schon längst haben, Deinen Feed in ihren Reader aufzunehmen. Der Blog ist wirklich empfehlenswert…
Grüße
Gretus
[...] Linkbait vs. Gossip Mehr zu den Themen Google, Linkaufbau, Linkbuilding, Qualität, Quality Rater, [...]
Nun, es gibt solche und solche (Website- bzw. Blogbetreiber). Machen verlinken auf jeden Mist, wenn sie dafür einen Backlink bekommen. Anderen wiederum freuen sich, wenn sie sinnvolle Inhalte im Internet finden und setzen freiwillig einen Link, ohne gleich eine Gegenleistung dafür zu erwarten