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Papier ist zu geduldig

Internet | | 16.07.2009, 19:01 | 14 Kommentare

Die Medienlandschaft ist ständig im Wandel. Wo früher Zeitungen über wichtige Ereignisse des Tages informiert haben, ist es heute das Internet. Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, Fotohandy, Twitter und DSL sind schneller als Bleistift, Papier und Druckerwalze…

An folgender Grafik wird sehr schön deutlich, wie das Internet bzw. der Nachrichtendienst Twitter die Medienlandschaft auf den Kopf gestellt hat. Anstelle der Informationskette über Radio, Fernsehen und Zeitungen, werden aktuelle Geschehnisse mittlerweile über das Internet Twitter und andere soziale Netzwerke verbreitet:

Twitter

Die größten Verlierer dieser Entwicklung sind die Printmedien. Bis dato festes Glied der Informationskette, haben auch bekannte Zeitungen mittlerweile kaum mehr eine Chance, sich in punkto Aktualität gegen das Internet durchzusetzen.

Erst gestern hat der Suchmaschinenbetreiber Google mit einem einfachen Blogbeitrag das Gnadengesuch zahlreicher europäischer Verlagshäuser abgewiesen und diese ohne Umschweife darauf hingewiesen, dass nicht Google, sondern der technische Fortschritt für deren Schicksal verantwortlich sei.

Meiner Meinung nach ist es genau dieser technische Fortschritt, welcher bereits tot geglaubten Zeitungen wieder neues Leben einhauchen könnte. Verlagshäuser sollten nicht unentwegt versuchen, sich gegen den technischen Fortschritt zu sträuben, sondern diesen nutzen, um ihre oben dargestellte Position in der Informationskette zu verbessern.

Ich persönlich würde versuchen, Druckerwalzen gegen Zeitungsautomaten auszutauschen, welche nicht mehr nur einmal täglich, sondern im Minutentakt aktualisierte Nachrichten aufs Papier bringen. Twitter und Co. kann man schwer besser, Papier und Stift jedoch leicht schneller machen…

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Constantin sagt:

    Hallo,

    ich denke insbesondere Zeitungen sollten sich auf Qualitätsjournalismus konzentrieren. Heute kann ich in nahezu jeder Zeitung den gleichen Inhalt lesen. Ich könnte mir gut eine Tageszeitung vorstellen, die lediglich 5 Seiten hat…

    Liebe Grüße,
    Constantin

  2. Gretus sagt:

    Hallo Consi,

    die gibt es schon, hat 4 Buchstaben und fängt mit B an. Zeitungen müssen flexibler werden, z.B. gesonderte Ausgaben für spezielle Regionen und Personen veröffentlichen…

    Grüße

    Gretus

  3. Constantin sagt:

    Hallo,

    aber auch Zeitungen wie die Süddeutsche oder die FAZ müssen erkennen, dass sich heutzutage niemand mehr für eine Zeitung interessiert, die 500 Gramm wiegt. Und sollte es doch jemand tun, stellt das Internet das perfekte Ergänzungsmedium dar. Die Welt Kompakt geht hier einen ziemlich guten Weg finde ich!

    Liebe Grüße,
    Constantin

  4. Christine Website sagt:

    Hallo,

    das Lesen einer Print-Zeitung hat für mich was Rituelles (beim Frühstück, in der Bahn…), worauf ich wohl nie verzichten werde. Natürlich können sie in Punkto Aktualität nicht mithalten, da müssten schon mehrere Ausgaben oder Updates pro Tag erscheinen, was ich für unrealistisch halte – wer will schon mehrmals am Tag zum Kiosk rennen. Dann doch eher der Folge-Klick ins Netz. Die Mischung macht’s halt. Ich glaube hier können Zeitungen sich auch noch verbessern. Warum nicht mal der Hinweis unter einem Artikel wie “Neue Erkenntnisse zu diesem Fall dokumentieren wir auf unser Website unter…”

    Ich kann mir aber wie Gretus individualisierte Zeitungen vorstellen (zumindest für Abonnenten). Ich für meinen Teil hätte bspw. statt eines umfangreichen Sportteils lieber mehr Kultur… ;-)

  5. Gretus sagt:

    Hallo Christine,

    ich könnte mir gut vorstellen, mir meine auf mich persönlich zugeschnittene Zeitung wann ich es möchte aus dem Automaten zu ziehen. meinebild.de noch frei?

    Grüße

    Gretus

  6. Manuel Website sagt:

    “Ich persönlich würde versuchen, Druckerwalzen gegen Zeitungsautomaten auszutauschen, welche nicht mehr nur einmal täglich, sondern im Minutentakt aktualisierte Nachrichten aufs Papier bringen.”

    Das ist eine lustige Idee. Aber absoluter Quatsch. Das Problem der “Aktualität” hat die Zeitung als solche nicht erst seit dem Internet. Nein, Fernsehen und das Radio sind ebenfalls viel aktueller. (im übrigen ist das schnellste Medium weiterhin das Radio – Mikro an, reden, fertig. Im Netz muss vorher jemand die Nachricht erst geschrieben haben). Das war auch lange Zeit kein Problem für die Zeitungen. Da diese nämlich etwas boten, was Radio und Fernsehen aufgrund ihrer Aktualität und Ausrichtung nicht bieten konnten (wollten). Die Aufbereitung eines Themas, die Einordnung, Hinterfragung, Erweiterung usw.

    DAS hat die Zeitung groß gemacht, bzw. neben Radio und Fernsehen weiter bestehen lassen. Das aktuelle Problem ist nicht neu, in der Forschung gibt es die Debatte um die “Krise des Qualitätsjournalismus” bereits seit 30 Jahren.

    Wenn natürlich den Journalisten die Möglichkeit genommen wird (Kostendruck, Stress, Aktualitätswahn), selbst zu recherchieren, Geschichten aufzubereiten usw., dann ist es kein Wunder, dass sie links liegen gelassen werden. Agenturmeldungen kann man sich schließlich überall holen, dazu braucht man die Tageszeitung nicht…

  7. Paul Website sagt:

    Naja, Radio mag an sich schneller sein, aber es dauert länger, bis diese Meldungen gebracht werden. Bei den meisten Sachen mindestens bis zur nächsten vollen Stunde (wenn nicht gerade MJ stirbt). Also ist das Internet schon wesentlich schneller, weil Nachrichten hier oftmals keine Redaktion etc. durchlaufen.

  8. Constantin sagt:

    Hallo,

    das Problem ist doch ein völlig anderes. Eine Zeitung wie sie heute existiert brauche ich nicht. Mich interessieren keine 3seitigen Hintergrundberichte über Geschehnisse in China. Mich interessieren völlig andere Dinge, nämlich aus meinem persönlichen Dunstkreis. Diese Aufgabe erfüllen nicht die Onlinezeitungen sondern Medien wie Twitter & Co…

    Das Modell des Menschen, der sich für die Ereignisse der Welt interessiert ist meiner Meinung nach überholt. Die Welt ist friedlich und es gibt keine akute Bedrohung, insofern ist es auch gar nicht notwendig, es kostet lediglich: nämlich Zeit und nerven. Und da spreche ich nicht für mich, sondern für eine Generation.

    Die Zeitungen müssen also deutlich abspecken und sich auf die individuellen Bedürfnisse ausrichten. Da gebe ich Gretus völlig Recht. Gehen sie diesen Weg nicht, ist es eben kein Massenmedium mehr…

    Liebe Grüße,
    Constantin

  9. sammelsuriumblog Website sagt:

    Das ist ja mal wieder eine wunderschöne Grafik, die leider vollkommen frei erfunden ist. Sie sieht pseudowissenschaftlich aus, enthält aber keinerlei Daten. Es ist also nur eine Visualisierung einer persönlichen Meinung des Erstellers. Diese Meinung sollte man erst mal prüfen / in Frage stellen.

    Außerdem gibt Gretus keine Quelle zu der Grafik an (mal wieder).

    Da hab ich gar keine Lust mehr auf den Inhalt einzugehen (der schon vor einem Jahr überall breit diskutiert wurde.

  10. Manuel Website sagt:

    “Die Welt ist friedlich und es gibt keine akute Bedrohung”

    ok, das war der Witz des Tages.

    “Die Zeitungen müssen also deutlich abspecken und sich auf die individuellen Bedürfnisse ausrichten. Da gebe ich Gretus völlig Recht. Gehen sie diesen Weg nicht, ist es eben kein Massenmedium mehr…”

    Und da liegt der nächste Denkfehler. Wie kann ein Massenmedium individualisiert sein? Dann ist es kein Massenmedium mehr, sondern special Interest.

    Aber egal, ich denke eine derartige Diskussion ist in einem Seo-Forum fehl am Platze und führt auch zu weit ab vom Ursprungsthema.

  11. Paul Website sagt:

    @constantin: Ich weiß jetzt nicht genau, welche Generation Du da meinst, aber aus meiner Erfahrung an der Uni kann ich sagen, dass dort sehr viel Zeitung gelesen, z.B. die Süddeutsche und die Zeit.

    Zudem: Die Ereignisse rund um Michael Jacksons Tod zeigen doch, das ein Interesse außerhalb des eigenes Dunstkreises sehr wohl da ist. Es geht ja nun nicht nur um Krieg in der Tageszeitung ;)

  12. Constantin sagt:

    Hallo,

    auch ein Massenmedium kann sehr wohl individualisiert sein, muss es sogar um in der Zukunft bestand zu haben. Orientiert sich die klassische Medienlandschaft nicht am Longtail, geht es mit den Kennzahlen deutlich bergab. Genau dieser Trend findet ja aktuell auch statt.

    Klar gibt es immer Leute die eine konventionelle Zeitung lesen und sich informieren wollen und auch Massenereignisse wie der Tod von Michael Jackson nehmen ihren Einfluss, es ist aber nicht mehr der größte Drops in der Dose. Ich kann zehn Artikel über Opel lesen oder einen Nachmittag mit Freunden verbringen und Fußball spielen, anschließend Grillen und ein Bierchen trinken. Ich wähle den Nachmittag mit Freunden und weiß am Ende trotzdem genug über Opel…

    Liebe Grüße
    Constantin

  13. Stephan sagt:

    Ich kann mich hier Manuel und anderen nur anschließen. Geht es allein um die Aktualität, dann haben die Printmedien nicht erst seit Twitter das Nachsehen. Das hat Manuel schon richtig gezeigt. Die Aktualität ist nicht das alleinige Kriterium, ansonsten gebe es keine Zeitungen am Kiosk mehr. Und nebenbei: die “Zeit” (Druck) hat steigende Leserzahlen, auch wenn klar sein dürfte, dass das nicht bei allen klassischen Zeitungen der Fall sein kann. Allerdings ist die “Zeit” ein gutes Beispiel für eine Tisch-füllende Zeitung mit mehr als 5 Seiten.

    Da man den Informationsgehalt (von der Seriösität mal ganz zu schweigen) von Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen Länge nicht mit einem gut recherschierten Artikel vergleichen kann, bleibt wieder nur die Aktualität und das Thema hatten wir ja schon.

    @Constantin:
    “Eine Zeitung wie sie heute existiert brauche ich nicht.”
    Das ist deine ganz persönliche Sichtweise. Mache nicht den Fehler, indem du diese Sichtweise auf die Massen überträgst.

    “Mich interessieren völlig andere Dinge, nämlich aus meinem persönlichen Dunstkreis.”
    Wieso sollte ein Massen-Print-Medium über Dinge berichten, die in deinem persönlichen Dunstkreis stattfinden? Genau dafür ist m.E. Twitter ideal und dann kommen eben so sinnbefreite Meldungen bei raus wie “Gehe grad aufs Klo”.

  14. Stephan sagt:

    “Das Modell des Menschen, der sich für die Ereignisse der Welt interessiert ist meiner Meinung nach überholt. Die Welt ist friedlich und es gibt keine akute Bedrohung, …”
    Diesen Teil habe ich vorhin in den Kommentaren übersehen. Ziemlich weltfremd würde ich meinen und evtl würde es was bringen, das ein oder andere mal eine Zeitung in die Hand zu nehmen, um den anscheinend dichten Nebel im “persönlichen Dunstkreis” etwas zu lichten.

    “Und da spreche ich nicht für mich, sondern für eine Generation.”
    Manchmal haben deine Aussagen tatsächlich etwas von Größenwahn, und da spreche ich für eine ganze Generation ;-)

  • azella: Also für die meisten Ergebnisse der Studie reicht auch gesunder...
  • Diet: Ich hab noch nie von einem konkreten Fall gehört in dem das eingetreten ist....
  • Stefan: Dann bin ich mal gespannt…
  • Axel Sam: Aus langer sich Nein, aber für eine kürzere Zeit ist das natürlich möglich...
  • Olga: Der Pagerank hat mich auch irritiert. Bei den Suchergebnissen stehen oft die...
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