Searchmetrics
SEO DIVER

Angebot anfordern

Ranking von Marken und Brands ad absurdum geführt?

Internet | | 06.01.2008, 15:35 | 4 Kommentare

Seit einiger Zeit kursieren einige Gerüchte bezüglich einer Veränderung im Google Algorithmus im Internet. Immer wieder spannend zu beobachten, wenn einige große und von der Masse als seriös angesehene Quellen über Algorithmusveränderungen insbesondere von Google berichten. Viele nehmen die Meldung einfach so hin, übernehmen diese evt. sogar in ein eigenes Posting und leben die neue Strategie.

Gut, das kann man natürlich machen. Jedem das seine.

In dem aktuellen Fall geht es um die Aktualität von Content als Rankingfaktor. Wer mehr über das Gerücht und dessen Entstehung lesen möchte, kann sich bei Sistrix darüber informieren.

Da ich aber selbst auch Veränderungen im Bezug auf die Aktualität festgestellt habe, habe ich mir mal ein paar Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Erst einmal möchte ich die Frage klären, was Aktualität eigentlich ist und zeigen, dass aktuell nicht gleich aktuell bedeutet.

Aktualität ist für eine Suchmaschine immer das, was als erstes zu diesem Thema gefunden wird. Dabei spielt auch die Masse der Suchanfragen hierzu eine Rolle. Steigt die Masse nach einer Suchphrase stark an, dann scheint es im Moment einen Hype auf diese Suchanfrage zu geben. Dies ist oft zu beobachten, wenn ein Popstar ein neues Album veröffentlicht, oder sich irgendein A, B oder C-Promi mal wieder in einen Skandal verwickelt.

Wird Promi-XY also nackt auf der Straße überfahren, und ist dies noch nie zuvor passiert, spielt die Aktualität eine entscheidende Rolle. Getreu dem Motto: Wer zuerst kommt, malt auch zuerst. Dies ist erst mal auch völlig logisch, denn so ist der erste Berichterstatter oft die Quelle der Information. In unserem Beispiel evt. der Fahrer oder der erste Reporter am Unfallort. Alle nachfolgenden Berichte beziehen sich häufig auf die Quelle und sind somit nur noch Darstellungen des Ereignisses.

Soweit sogut. Doch leider hat sie Sache einen Haken:

Da die Beiträge von Blogs über Feeds extrem schnell indexiert werden, haben Blogs im Allgemeinen einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Contentprojekten, da es hier mehrere Stunden, sogar Tage dauern kann, bis der Content im Index ist. Ein weiterer Vorteil von Blogs ist, dass diese für neuen Content auch jeweils neue – meist suchmaschinenoptimierte – Seiten anlegen. Bei klassischen Contentprojekten kann es auch schon mal sein, dass eine bereits bestehende Seite geändert wird. Hier dürfte die Suchmaschine es weitaus schwieriger haben, den Content als neu einzustufen, denn vielleicht wurde die Meldung in eine bereits bestehende Seite integriert und sämtliche Metadaten sind gleich geblieben.

Dieses Indexierungsverhalten ist für Blogger zwar gut, aber schießt Google sich damit nicht selber ins Knie? Denn so ist die erstgefundene Information zu einem Thema vielleicht gar nicht die Quelle, sondern nur eine Darstellung, bzw. nur ein Abklatsch der eigentlichen Information und somit gar nicht das, was die Besucher suchen?

Dieser Effekt tritt nicht nur bei generischen Suchen auf, sondern auch bei Brands oder sogar Domainnamen. Viele Benutzer von Suchmaschinen geben Markennamen oder gar komplette Domainnamen direkt in den Suchschlitz der Suchmaschine ein, um so auf die gewünschte Seite zu gelangen.

Berichten Blogs nun aber über eine Marke, die gerade frisch in den Markt eingetreten ist, können diese noch vor der Marke ranken. Bei kompletten Domains geht dies natürlich auch.

Dann aber entsteht Traffic, der gar nicht entstehen sollte und der sich nebenbei gesagt auch schlecht monetarisieren lässt. Und trotzdem versuchen immer mehr Blogger unter allen möglichen Markennamen, Brands und was weiß ich hoch zu ranken.

Ähnlich wie in der Entstehungszeit von Artikelverzeichnissen hat Google es mal wieder geschafft, die Leute Content-Müll produzieren zu lassen, den niemand braucht. In der Gesellschaft will niemand was mit Müll zu tun haben und im Internet sind alle ganz eifrig dabei, einen riesigen Berg immer größer werden zu lassen. Jeder stürzt sich mit Stolz in die Fluten des Content-Mülls und leistet seinen Beitrag am Müllberg.

Nach einigen eigenen Tests frage ich mich wirklich was das soll. Traffic lässt sich zwar damit generieren, aber der ist absolut gar nichts wert. Okay, gut fürs Ego ist er vielleicht noch.

Fazit der ganzen Geschichte ist, dass Google wieder eine neue Baustelle geschaffen hat, die es Leuten ermöglicht, etwas von Traffic-Kuchen abzubekommen. Einen Kuchen von dem öffentlich niemand etwas abhaben möchte, hintenrum aber jeder versucht, sich das größte Stück zu sichern. Und was ich einmal im Mund habe, kann mir keiner mehr nehmen, lautet die aktuelle Mentalität. Klar, das war nie wirklich anders. Der Unterschied zu früher ist nur, dass Blogs kinderleicht zu erstellen sind und die Indexierungszeiten sich teilweise extrem unterscheiden.

Und so ist es nahezu jeden möglich, den Googleindex auf diese Weise zu verschlechtern. Also dann, einen schönen Sonntag noch King Content…

Constantin

VN:F [1.9.13_1145]
Bewertung: 0.0/10 (0 Bewertungen)

Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Gerhard Zirkel Website sagt:

    Da hat der Traffic irgendwie was mit dem Pagerank gemeinsam. Keiner will ihn haben, aber alle tun alles um ihn zu bekommen.

    Es kommt halt auch drauf an, was man für eine Seite betreibt. Einer meiner Blogs richtet sich an eine ganz spezielle Zielgruppe. Hier ist es mir lieber, weniger Traffic zu haben dafür aber den richtigen.

    Der andere Blog macht auf Mißstände aufmerksam nach denen so gar nicht gesucht wird, weil die Leute ja noch gar nichts davon wissen. Der sollte natürlich schon viel Traffic haben, denn dann bleiben vielleicht auch ein paar Leute hängen und lesen was da steht – ich weiß, lesen ist schwer aber versuchen kann man’s ja mal :)

    Trotzdem versuche ich nicht auf Teufel komm raus irgendwelche Marken einzubauen. Denn die Leute die nach etwas suchen und es nicht finden sind meist sauer – und Leute die sauer sind, lesen nicht sondern schimpfen. Auch nicht unbedingt das was man haben will (Außer man ist eine Zeitung mit vier Buchstaben).

    Gerhard Zirkel

  2. David Website sagt:

    Hi,
    bei welchen Marken hast du das schon beobachten können? Im Normalfall verlinken Blogger in ihren Artikel ja direkt auf die bezogene Webseite – da sollte es für Google doch kein Problem sein, eben genau diese auch vorne zu platzieren.

    Dein Beispiel von einem neuen Release eines Künstlers: Ist die Meinung eines Bloggers für den Suchenden vielleicht nicht relevanter als die Pressemitteilung des Plattenlabels auf der Künstlerseite?

    Und was hält die klassischen Contentseiten davon ab, einen RSS Feed zu erstellen und die Google Blogsearch anzupingen?

    Ich halte das Feature für sinnvoll, zumal es ja auch nicht gerade inflationär benutzt wird sondern nur in relativ seltenen Fällen.

  3. [...] gestern habe ich aber schon mal berichtet, welche Folgen diese Entwicklung [...]

  4. Manuel Website sagt:

    Grundsätzlich hast Du recht. Gerade die ganze DuPorno-me2-Seiten zeigen hervorragend, wie wertloser Traffic entstehen kann :-) Allerdings gibt es auch Gegenbeispiele, wo ein “vorbeiziehen” an den Marken durch des kleinen Mannes-Blog auch dem Sucher etwas bringt. Einen solchen Fall habe ich gerade in meinem Blog. Die Bionade wurde im Ökotest gestetst und kam nicht so gut davon. Das ist natürlich erst einmal spannend für die Leser – denken die doch, dass Bionade bei Bio-Brause ganz vorne mit dabei sein müsste.

    Bionade hat, im Gegensatz zum Ökotest schon begriffen, wie man seine PMs schnell in die Kanäle haut. Und so gibt es kurz nach der Veröffentlichung die Pressemitteilung in allen freien (und nicht freien) PR-Portalen. Tenor: Bionade ist besser als im Testergebnis dargestellt.

    So, was macht nun der Surfer, der gehört hat, dass Bionade getestet wurde, aber nicht weiss, wie das Ergebnis war? Nein – natürlich nicht zu ökotest gehen, wäre ja zu einfach ;-) Sondern “Ökotest Bionade Ergebnis” oder sowas eingeben. Und dann landet er wo? Richtig, entweder bei den PM-Portalen, die nur die Sicht von Bionade wiedergeben, oder aber bei verschiedenen Blog- und Newsquellen, die beide Seiten zu Wort kommen lassen.

    So auch hier. Das Google mich da relativ weit oben ansiedelt, ist doch für den Suchenden vollkommen ok, oder? Schließlich gibts im Artikel die Links zu den jeweiligen Positionen und die Ergebnisse schonmal zusammengefasst. Muss also nicht immer schlecht sein, wenn das bekannte Ranking kurz aufgebrochen wird ;-)

  • Noel: Ist denn der Pagerank noch aktuell? und kann dieser auch sinken obwohl die...
  • Mark: Erstaunliches Ergebnis, damit hätte ich nicht gerechnet!
  • Harald Tschuggnall: Bei uns hat sich nicht viel getan einige nach oben einige nach...
  • azella: Also für die meisten Ergebnisse der Studie reicht auch gesunder...
  • Diet: Ich hab noch nie von einem konkreten Fall gehört in dem das eingetreten ist....
  • Katharina Wo Webseite in Suchmaschinen anmelden?
  • Torsten Lohnt sich ein Domainumzug?
  • Tom Wirken Links nach Aufhebung eines Passwortschutzes?
  • Mike Ranke ich mit SSL besser als ohne?
  • Matthias: Domain mit oder ohne Bindestrich?
  • Tobias Schadet invalider Quellcode meinem Ranking?
  • Fabian Meta-Tags dynamisch erstellen?
Ihre Agentur noch nicht dabei?

Ihr Job noch nicht dabei?