Wäre das Internet ein Staat, könnte man Google ohne Zweifel als dessen Regierung bezeichnen. Der Suchmaschinengigant gibt die Regeln vor, nach denen man sich im World Wide Web zu richten hat…
Ähnlich wie unsere Bundesregierung momentan über die Zukunft von durch die Wirtschaftskrise in Nöte geratene Unternehmen entscheiden muss, werden auch dem Internet früher oder später einzelne Branchen zum Opfer fallen. Letztendlich aus Steuergeldern finanzierte Staatshilfe sollen laut Gesetz lediglich diejenigen Unternehmen erhalten, welche ein sicheres Zukunftsmodell vorlegen können.
Leitragende des Internets sind in erster Linie die herkömmlichen Medien. Mogule wie Rupert Murdoch fürchten um ihre Zukunft und versuchen alles, um von der Regierung, in diesem Fall also Google, Hilfe zu bekommen. Ähnlich wie große Unternehmen in der realen Wirtschaft damit drohen, ihren Standort ins Ausland zu verlagern, drohen nun auch Verleger, ihre Seiten für Google zu sperren und nur noch anderen Suchmaschinen zugänglich zu machen.
Analog zu unserer Bundesregierung steht auch Google unter einem gewissen Druck. Wo unsere Regierung alles daran setzt, ihre Arbeit in der nächsten Legislaturperiode fortsetzen zu können, muss auch der Suchmaschinenbetreiber stets versuchen, die Bedürfnisse der Bevölkerung, sprich der Nutzer ihrer Suchmaschine, zufrieden zu stellen.
Einflussreiche Unternehmen, egal ob im Internet oder der realen Wirtschaft, wissen um ihre Vormachtstellung und versuchen diese dafür zu nutzen, die Regierung unter Druck zu setzen. Leitragender in der realen Wirtschaft ist der Ottonormalverbraucher. Was sich Manager großer Unternehmen an zusätzlichen Staatsgeldern erzwingen, wird dem kleinen Mann wieder abgezogen. Das Resultat ist ein durch immer neue Schulden der Regierung zusehends verarmender Staat.
Um einer Verarmung der Bevölkerung eines Staates bzw. auf das Internet bezogen, einen Mangel an Informationsfreiheit der Nutzer, zu verhindern, muss die Regierung bzw. demzufolge Google alles daran setzen, die Machenschaften in erster Linie auf Profit ausgerichteter Unternehmen zu unterbinden bzw. deren Zukunftsmodell kritisch zu hinterfragen.
Wenn Medienunternehmer wie Rupert Murdoch mit ihren in unserer heutigen Medienlandschaft nicht mehr profitablen Unternehmen ins Ausland abwandern wollen, dann sollte man sie ziehen lassen. Gesonderte Konditionen für Internetunternehmen mit einem nicht mehr sicheren Zukunftsmodell werden dazu führen, dass der Ottoanomalnutzer als Leitragender hervor geht und immer öfter für Inhalte bezahlen muss.
Ein, nur weil einige Unternehmen die Zeichen der Zeit verschlafen haben, sich nicht auf die Bedürfnisse der Bevölkerung, sprich des Internets einstellen sondern bei der Regierung, also Google um `Staatshilfe´ betteln, zunehmend kostenpflichtiges Internet wird dazu führen, dass die Nutzer diesem das gleiche Desinteresse gegenüber entwickeln wie der Politik. Das Resultat wird eine Verdummung aller sein…
Gretus





























Nun ja, ob die Menschen ohne die herkömmlichen Medien verdummen sei mal dahingestellt. Die verbreiten schließlich auch nicht selten wahre Gehirnwäschemantras
Sieht man gerade wieder an der ach so fürchterlichen Schweinegrippe. Wo die Großen verstummen oder zu teuer werden, haben die kleinen wieder eine Chance und denen liegt vielleicht mal etwas an Information anstatt an Manipulation.
Ob Google wirklich einen Schaden davontragen würde, wenn ein paar der Großen dort nicht mehr vertreten wären?
Gerhard
Bei Murdoch geht es eher um ein Powershift. Wenn er (und eventuell ein paar andere Medienkonzerne) seine Inhalte in USA, UK und Australien aus Google abzieht und nur Bing zugaenglich macht, dann gehen Millionen von Queries bei Google ins Leere und Google hat ein grosses Problem. Man stelle sich das Gleiche vor, wenn Bild.de und Spiegel.de Inhalte nur noch ueber Bing.de oder zu erreichen waeren. Ich denke der Ansatz ist alles andere als dumm. Hier geht es natuerlich darum, dass jemand mehr vom Online Werbemarkt abhaben will. Also nichts anderes als ein Baecker, der nur noch die Hotelkette exklusiv beliefern will, die ihm einen bestimmten Preis fuer seine Produkte bezahlen.
Naja, Google als die Regierung des I-Nets zu betiteln ist Blödsinn. Wer das Internet und seine schiere Grenzenlosigkeit nur halbwegs erfasst, weiß, wie schnelllebig es ist. Google KÖNNTE schon morgen am Boden sein…
Es ist wie in der freien Wirtschaft, potz blitz kommt irgendwas unvorhergesehenes, sei es ein genialer Gedanke oder einfach nur eine Philosophie gestartet von überzeugten Menschen!
vielen Dank!
Grüße aus Köln
Hallo,
@Sebastian Genau darin liegt das Problem. Google wird auch hier nichts anderes übrig bleiben, als den Wünschen von Murdoch und Co. nachzukommen. Ohnehin schon jetzt bevorzugte Nachrichtenseiten wird noch Geld geboten werden, damit sie bei Google bleiben. Die Frage ist, wie Google diese zusätzlichen Kosten wieder einholt? Hier befürchte ich wie gesagt, dass am Ende der normale Internetnutzer der Gelackmeierte ist. AdSense nur noch am einer bestimmten Anzahl von PIs, höhere Anzeigenpreise usw. könnten z.B. die Folge sein…
@Gerhard Google wird es nicht riskieren, dieses zu testen. Sollten die Verleger wirklich erst machen, wird Google zahlen…
@Frank Das Ganze ist lediglich ein Vergleich, um die Geschichte von einer anderen Seite zu beleuchten…
Grüße
Gretus
Alles auf Internetunternehmer zu schieben ist schon etwas gewagt. Internetseiten finanzieren sich durch Werbung und wenn sogar Contextsensitive Werbung durch Firefox Plugins weggeblockt wird und Werbung sich gar nicht angeschaut wird, wer bezahlt dann die Texter…
Wer meint alles wegblocken zu können und das Internet hat werbefrei und kostenlos zu sein, der wird später auch mal sich an mehr Premium Content gewöhnen müssen. Kostenlose Nacktbilder von xyz wird es auch weiterhin kostenlos geben, aber wer so was “anspruchsvolles” sich nur anschaut, der hat es auch nicht anders verdient.
Bei den ganzen fiktiven reality und dokuscheiss ist es doch auch nichts anderes. Die “hochintellektuellen”, die sich das Ansehen fördern so ein hochwertiges Programm doch weiterhin. Jeder bekommt das was er verdient.
Hallo Mathias,
ich bin fest davon überzeugt, dass einige die Situation ausnutzen und trotz womoglich ´sogar höherer Einnahmen in der Zukunft momentan auf `aussichtslos´ markieren und Geld schinden wo es nur geht.
Zum Beispiel eine zusätzliche Vergütung von Google dafür zu verlangen, dass man bevorzugt in den Google News aufgeführt wird oder seine Seiten zu sperren, obwohl Newsseitenn alle Vorzüge genießen die es nur gibt, ist einfach nur ein Witz.
Google ist kein Selbstbedienungsladen, wollte ich mit meinem Beitrag sagen. Was Murdoch und Co. sich heute erzwingen, wird uns normalen Nutzern morgen das Genick brechen…
Grüße
Gretus