SISTRIX Toolbox
SISTRIX Toolbox

Mehr erfahren
AdWords, KMU, wir machen den Unterschied!
Mehr erfahren

Sind soziale Suchergebnisse wirklich besser?

Internet  |   |  , 09:43 Uhr  |  20 Kommentare

Die Suchmaschine Bing wird zukünftig noch mehr Informationen des sozialen Netzwerkes Facebook in ihre Ergebnisse einfließen lassen. Wer seinen Facebook-Account mit Bing verbindet, dem werden nun immer öfter auch Suchergebnisse gezeigt, die besonders häufig von Facebook-Freunden empfohlen wurden…

„Wir versuchen, den Aspekt der Emotion in die Entscheidungs-Engine zu integrieren“, erklärte Stefan Weitz von Bing gegenüber zdnet.de. „Bing bekommt durch den uneingeschränkten Zugriff auf Empfehlungen bei Facebook eine Funktion, die es in dieser Form bei Google nicht gibt“, erklärte er weiter.

Da sich bekanntlich auch die Betreiber der Suchmaschine Google mit `Google +1´ darum bemühen, deren Ergebnisse um Empfehlungen des sozialen Umfeldes ihrer Nutzer zu erweitern, stellt sich die Frage, ob die mit Hilfe eines komplexen mathematischen Algorithmus berechneten Ergebnisse einer Maschine durch soziale Komponenten tatsächlich besser werden oder deren Qualität womöglich sogar wieder verschlechtern?

Ist Social Search wirklich besser?

Die zunehmende Integration von Menschen gemachter Empfehlungen in den Bewertungsmechanismus von Webseiten wirft die Frage auf, ob Empfehlungen ein verlässliches Indiz für die Qualität einer Webseite darstellen. Empfehlen die Nutzer sozialer Netzwerke eine Seite weil sie ihnen tatsächlich gefällt oder womöglich nur, weil sie bereits sehr oft auch von anderen empfohlen wurde?

Wissenschaftler der Universität Zürich haben kürzlich eine Studie veröffentlicht, deren Ergebnisse zeigen, wie leicht sich der Mensch in seiner Entscheidung von anderen Menschen beeinflussen lässt. Auf die Bewertung der Qualität von Webseiten übertragen, könnte dieses Ergebnis bedeuten, dass die Empfehlungen der Nutzer eher darauf beruhen, wer bzw. wie viele andere Nutzer die jeweilige Webseite bereits empfohlen haben als darauf, welche tatsächliche Qualität die Seite hat.

Ist Social Search wirklich sicher?

Spricht man in Zusammenhang mit den Ergebnissen von Suchmaschinen von Sicherheit, so ist damit gemeint, inwieweit sich von Menschen gemachte Empfehlungen manipulieren lassen. Empfehlen die Nutzer sozialer Netzwerke eine Seite weil sie ihnen tatsächlich gefällt oder womöglich nur, weil sie in irgendeiner Form dazu aufgefordert wurden?

Während es vergleichsweise lange gedauert hat, bis die Betreiber von Webseiten verstanden hatten, den mathematischen Algorithmus von Suchmaschinen für eigene Zwecke zu missbrauchen, erleben wir im Bereich Social Media bereits jetzt tausendfach den Versuch, die Nutzer sozialer Netzwerke durch Marketingmaßnahmen zu Empfehlungen zu nötigen. Verlosungen, Geschenke bis hin zu der Möglichkeit, Empfehlungen käuflich zu erwerben, ist das Ausmaß der Manipulation im Bereich der sozialen Suche bereits jetzt an einem Punkt, wo ein nicht geringer Prozentsatz der innerhalb sozialer Netzwerke gemachten Empfehlungen nicht echt sein dürfte.

Fazit

Suchmaschinen tun sich meiner Meinung nach keinen Gefallen damit, ihren über Jahre entwickelten, teilweise mehrere Hundert Faktoren beinhaltenden Algorithmus zur Bewertung von Webseiten wegen ein Paar `Likes´ oder `Retweets´ über den Haufen zu werfen. „Wenn Menschen sehen, wie andere Menschen denken und entscheiden, konvergieren die Meinungen„, äußerte sich ein Forscher der Universität Zürich gegenüber spiegel.de. „Sich an anderen Menschen zu orientieren, sei nicht automatisch gut„, warnt er…

Gretus

Sie befinden sind hier: Sind soziale Suchergebnisse wirklich besser?

Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Markus Website sagt:

    Wenn ich nicht nur die via Social Media bzw. die von meinem Social Circle empfohlenen Ergebnisse bevorzugt angezeigt bekomme, sondern auch sehen kann, welche „Influencial Members“ meines Circle dieses Ergebnis empfohlen haben, kann die von mir EMPFUNDENE Qualität (die ja immer subjektiv ist) m. E. durchaus höher sein (vs. kein Social SERP Influence). Ein weiterer Vorteil für Google & Co.: Misst man Social Mentions Rankingrelevanz bei, wird auch mehr Content für die (Realtime) SERPs produziert.

  2. Adrian Keller sagt:

    Die suchmaschinen werfen doch ihre Algorithmen nicht über den Haufen, sondern integrieren weitere Variablen/Faktoren, die alle unterschiedliche Gewichtung erhalten. Und das tun sie ständig.

    Dass ein Link geteilt wird, bloss weil er von vielen geteilt wird, ist auch etwas weit hergeholt. Viel eher könnte an dieser Stelle der two-/multi-step-flow greifen. Also, dass Links von Meinungsführern häufiger geteilt werden. Ich glaube aber, dass die Zahl derer, die Links ohne den Inhalt zu lesen teilen doch eher gering ist. Zumal an dieser Stelle auch noch soziale Erwünschtheit und andere faktoren greifen

    Bloss weil alle irgendeine Po***seite (auch wenn sie ironisch gemeint ist) liken und sogar ICH sie eigentlich mag, überlege ich mir gut, ob ich auf den Button drücke. Immerhin bekommen potentiell alle meine Freunde davon Wind.

    • Gretus Website sagt:

      Hallo Adrian,

      guck mal hier, da werden Likes im Rotationsverfahren abgefrühstückt. Oder hier, die ersten 50.000 Fans hatte Burger King nach einigen Tagen zusammen, dass nur weil jeder einen Whopper bekommen hat (!) Das Social Web ist anfällig für Manipulationen ohne Ende, hinzu kommt noch der Herdentrieb…

      Grüße

      Gretus

    • Oliver Springer Website sagt:

      Das ist ein wichtiger Aspekt! Man kann davon ausgehen, dass manches erst gar nicht öffentlich empfohlen wird. Und jeder sollte sich sowieso sehr gut überlegen, welche Rückschlüsse er durch auch harmlose Empfehlungen in der Summe der vielen Empfehlungen und anderen über ihn öffentlich zugänglichen Informationen ermöglicht.

      Schon von dieser Seite her habe ich massive Bedenken gegen das Konzept an sich.

  3. Rike Website sagt:

    Die von Gretus gezeichnete Entwicklung spiegelt eine Theorie der Medien- und Kommunikationswissenschaft wieder: Die Schweigespirale. Eine kleine Minderheit schreit so laut (bzw. teilt so fleißig Links), dass man diese Minderheit als die Mehrheit empfindet. Seine eigene Meinung empfindet man als Minderheitenposition und traut sich nicht, diese kundzutun. Damit wird die Meinung der eigentlichen Minderheit (die, die am fleißigsten Links teilen) zur Meinung der Mehrheit.

  4. Natascha Website sagt:

    Nach dem Motto „Schuster bleib bei deinen Leisten“ würde ich es begrüßen, wenn die Suchmaschinen auch in Zukunft die SERPs „konservativ“ mit ihren Algorithmen befüllen. Wenn ich soziale Empfehlungen wünsche und brauche, dann frag ich halt im Bekanntenkreis oder bei Facebook nach.

  5. Ulli Website sagt:

    Klar, eine gewisse Gefahr der Manipulation durch Werbegeschenke und andere Aktionen ist gegeben. Trotzdem sehe ich das nicht allzu negativ. Es ist nur ein Faktor unter vielen. Sollte sich dieser eine Parameter als „übermächtig“ herausstellen, ist es für die Suchmaschinenbetreiber auch nicht schwierig, ihn wieder zu dämpfen. Letztlich ist jeder Algorithmus manipulierbar. Warten wir es ab.

    Ulli

  6. Markus Website sagt:

    Ich glaube, dass vor allem die Reichweite (Freunde? Freunde von Freunden?) dafür entscheidend sein kann, ob die ganze Sache hilfreich ist oder nicht. Denn je nach Fall ist die Wahrscheinlichkeit einfach zu hoch, dass eigentlich eher „objektiv schlechtere“ Ergebnisse zu viel Aufmerksamkeit bekommen – eben nur durch Empfehlungen von Personen, die man zwar kennen mag, deshalb aber noch lange keine Experten auf dem jeweiligen Gebiet sein müssen.

    Oder einfacher: Wer ein Depp ist und auch nur Deppen kennt, bekommt künftig potentiell auch weniger wertvolle Suchergebnisse als zuvor 😉

    Und diese Gefahr besteht m. E. auch für Suchende, die man nicht zwingend als „Depp“ (streichen und gegen „Fachidiot“ austauschen hilft auch nicht viel) bezeichnen würde.

  7. Florian I. Website sagt:

    Folgender Satz beschreibt genau den entscheidenen Punkt: “Sich an anderen Menschen zu orientieren, sei nicht automatisch gut“

    Denn wie viele Klicken einfach wahrlos im Internet rum und hin und her. Anhand dessen soll dan die Relevanz gemessen werden? Nicht wirklich sinnvoll meiner Meinung nach.

    Naja, man wird sehen inwiefern sich die Algorythmen verändern werden. Hoffentlich ins mehr oder weniger sinnvolle Unterscheiden von relevanten Daten!

  8. Marcus Website sagt:

    Sehr guter kritischer Beitrag. Bin deiner Meinung. Wenn man bedenkt mit vielen nicht so engen Freunden man bei Facebook „befreundet“ ist, dann können die Ergebnisse gar nicht gut sein.

    Danke dir,
    Marcus

    • Gretus Website sagt:

      Hallo Marcus,

      keine Sorge, wenn ich was empfehle, kannst immer getrost draufklickern 😉

      Grüße

      Gretus

  9. Jörg Kunkel Website sagt:

    Ich halte davon nicht besonders viel, es ist nur wieder eine weitere Möglichkeit zu Manipulieren, man kann bereits Fans für einen Fanpage bei Facebook kaufen noch sind die Kosten dafür gering, aber die werden rasant steigen je wichtiger Fans werden. Es wird nicht lange dauern und man kann sicher auch den Google +1 für Geld klicken lassen…

    Bin zwar auch der Meinung, dass dies nur ein weiterer Faktor im Bereich Ranking bei Google darstellt, aber je weiter Personen einbezogen werden, je einfacher wird auch die Manipulation und so entsehen nur neue Möglichkeiten daraus wieder Profit zu schlagen.

    Ich denke das wird viel zu hoch bewertet und legt sich auch wieder.

    Viele Grüsse
    Jörg

  10. Rolf Website sagt:

    Ich glaube, der ganze Social-Kram geht den meisten Usern jetzt schon auf den Keks. Daher sollten die SERP´s so belassen werden, wie sie sind.

  11. Frank Website sagt:

    Ich glaube, dass ist keine gute Entwicklung.

  12. Facebook + Bing versus Google - Curacautin sagt:

    […] estive lendo um post discutindo sobre a integração que houve entre Facebook e os resultados do Bing e consegui finalmente formar uma opinião sobre a influência do Social Media nos resultados […]

  13. Andreas sagt:

    Ich denke mal das sich die ,,zunehmende Integration der sozialen Netzwerke“ in den Suchergebnissen der Suchmaschinen schon bald stärker wiederspiegeln wird. Hier wird auch wieder gezeigt wie hart umkämpft der Suchmaschinen Markt doch ist.

    In diesem Fall versucht Bing natürlich gewissse Vorteile für sich zu nutzen um seine schwache Marktposition etwas auszubauen.
    Zu verlieren haben sie nichts. Ob es gelingt dadurch zu punkten wird sich zeigen. Das das rasante Wachstum der sozialen Netzwerke über früh oder spät die Suchergebnisse stärker beeinflussen würde, war meiner Meinung auch nur eine Frage der Zeit.

  14. Mantiz sagt:

    Ich finde den Grundgedanken – Bereiche, Empfehlungen, Gewohnheiten von Freunden aus den Social Networks in die Serps einfließen zu lassen eigentlich ne ganz nette Sache – wenn man das ganze als Alternative anbietet. Normale Suchergebnisse hier, nebendran ein Social Media Plugin.

    Muss Marcus da ansonsten ganz recht geben mit „Oder einfacher: Wer ein Depp ist und auch nur Deppen kennt, bekommt künftig potentiell auch weniger wertvolle Suchergebnisse als zuvor“

    Auch wenn an den Algorythmen bestimmt einiges auszusetzen ist, will ich nicht auf die Empfehlungen meiner zig Freunde zurückgreifen müssen von denen wohl nur ein kleiner Teil viele meiner ANsichten und Interessen teilt.

    Greetz

  15. […] Dieses wird auch in einem Beitrag von SEO-united.de diskutiert. […]

  16. SEO-REZEPTE.de Website sagt:

    Ich kann mich dem Blog-Fazit nur anschliessen. Wieviel Marktanteil hat Bing derzeit? Die Frage die sich stellt: Ändert sich dies mittelfristig. Ich vermute mal die Marketingspezialisten von Microsoft glauben eher: NEIN. Also versucht man jetzt alle möglichen Strategien um seine Suche vielleicht differenzierter zu gestalten und sich somit von google abzuheben. Oder was meint ihr?

  17. UppS sagt:

    In den USA immerhin 10%, Tendenz weiterhin: langsam steigend.

Kommentieren

Loading Disqus Comments ...

Ihre Agentur noch nicht dabei?

Ihr Job noch nicht dabei?

Ihr Beitrag noch nicht dabei?