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Stau im Internet

Internet - Gretus am 18. Januar 2009 - 13:09  |  6 Kommentare »

Stauforscher beschäftigen sich mit der Entstehung von Verkehrsstaus. Staus entstehen nicht nur bei einem Unfall bzw. einem Hindernis auf der Fahrbahn, sondern auch bei einem eingeschränkten Verkehrsfluss. Wie der Name bereits sagt, staut sich der Verkehr immer weiter nach hinten auf und kommt früher oder später zum Erliegen…

Würde man das Internet als Straßennetz bezeichnen, wären Hyperlinks, d.h. Verweise zu anderen Teilnehmern, die Kreuzungen dieses Netzes. Gerade wenn es an diesen wichtigen Knotenpunkten zu einem Stau kommt, kann unter Umständen der gesamte Verkehr des Internets zum Erliegen kommen.

Was wir nicht erst seit heute im Internet erleben, kann man ohne Zweifel als die ersten Anzeichen eines großen Staus bezeichnen. Wo auf der einen Seite bekannte Suchmaschinen alles unternehmen, um manipulative Verlinkungen zu unterbinden, sinkt auf der anderen Seiten bei vielen Webseitenbetreiber die natürliche Bereitschaft, auf andere Seiten zu verweisen.

Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Bereits einfache Webseitenbetreiber wissen mittlerweile, das Webseiten zu einem großen Teil aufgrund deren Verlinkungsgrades bewertet und entsprechend in den Ergebnissen von Suchmaschinen aufgeführt werden. Links sind nicht zuletzt auch wegen der Einführung des PageRanks zu einer Währung geworden. Sie werden getauscht, verkauft oder vermietet.

Auf der anderen Seite scheinen viele Webseitenbetreiber noch nicht verstanden zu haben, dass eine Webseite durch relevante Verweise zu alternativen Quellen bzw. anderen Seiten in der Qualität steigt, d.h. von Suchmaschinen besser bewertet wird als eine Seite komplett ohne ausgehende Links.

Diese zwei unterschiedlichen Entwicklungen, d.h. dass auf der einen Seite immer mehr Links durch Suchmaschinen entwertet werden und auf der anderen Seite Webseitenbetreiber von sich immer weniger Links setzen, kann man ohne Zweifel als Vorboten eines Verkehrs- bzw. Besucherstaus im Internet ansehen.

Genau wie man Teilnehmer des Straßenverkehrs immer wieder dazu ermahnt, vorausschauend zu fahren und den Verkehrfluss nicht zu behindern, könnte man auch die Teilnehmer des Internets dazu aufrufen, durch Verlinkungen für genügend Knotenpunkte zu sorgen und den Besucherfluss nicht zum Erliegen kommen zu lassen.

Leider funktionieren derartige Ermahnungen nur sehr selten. In der Stauforschung ist man längst dazu übergegangen, dem wachsenden Aufkommen von Verkehrstaus nicht durch die Belehrung der Verkehrsteilnehmer, sondern durch die Entwicklung neuer Technologien Herr zu werden. Beispiele hierfür sind Sensoren an Autos bzw. an Straßen, die Steuerung einzelner Fahrzeuge oder ganzer Kolonnen per Satellit usw.

Ich bin der Meinung, dass man auch die sinkende Bereitschaft zur Verlinkung im Internet nur mit neuen Technologien bzw. Innovationen entgegenwirken kann. Auf der einem Seite muss man dem Autor eines Textes bereits bei der Erstellung mögliche Quellen aufzeigen und auf der anderen Seite müssen Möglichkeiten geschaffen werden, die Qualität bzw. Wertigkeit bestehender Links besser einschätzen zu können.

Konkret bedeutet dieses z.B. ein Plugin für Wordpress, welches aufgrund des eingegeben Titels selbstständig nach alternativen Informationsquellen sucht und diese anzeigt, eine Erweiterung für gängige Webbrowser, welche zu einem bestehenden Link alternative Verweise listet, die Bereitschaft von z.B. Tageszeitungen eine Auswahl der auf sie verweisenden Webseiten anzuzeigen und schlussendlich aber auch eine klarere Informationspolitik von bekannter Suchmaschinenbetreibern, welche Links wie genau bewertet werden.

Erst wenn Suchmaschinen wie Google ganz klare Hinweisschilder setzen und jeder einzelne Teilnehmer wieder zur Teilnahme am Verbund ermuntert bzw. `erzogen´ wird, wird es auf der Autobahn Internet auch weiterhin nur eine Richtung geben ;-)

Gretus

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Tweets zu diesem Beitrag:

  1. Whoopster Website sagt:

    Naja, ob aber “nur eine Richtung” wirklich DIE Lösung darstellt?

    Denn wie im Straßenverkehr sind auch im Internet die alternativen Routen meistens die interessantesten. Und wenn es keine Hinweisschilder gibt, findet der, der mit eigenem Rechercheaufwand eine alternative Strecke sucht, manchmal genau die schönen Plätze, die dem Autobahnheizer verborgen bleiben.

    Im Internet kann ich damit einen Mehrwert schaffen, wenn ich eben auch diese alternativen Routen aufzeige und nicht immer nur auf Platzhirsch XY verweise.

    Alle die, die jedoch geheimniskrämern und auf GAR NICHTS verweisen wird sowohl von den Suchmaschinen als auch im richtigen Leben weniger Vertrauen geschenkt werden als denen die auch mal Alternativen aufzeigen.

    Schöne Grüße,
    Sascha

  2. Datenwachschutz Website sagt:

    Ich verstehe den Linkgeiz auch nicht. Warum nicht linken wenn es doch interessant ist. Nur die besten bekommen einen Link ist völliger Quatsch und auch ich linke gerne und finde das so etwas doch nur weiterhelfen kann.

  3. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo Whoopster,

    mit Hinweisschilder meinte ich in diesem Zusammenhang, dass Google z.B. einen Linkguide veröffentlicht bzw. konkret sagt, welche Links wie bewertet werden. Etwas weniger Geheimniskrämerei meinte ich einfach…

    Grüße

    Gretus

  4. Ronny Website sagt:

    Also das Plugin gibts ja im Grunde schon. Nennt sich PingCrawl. Ist ja eigentlich das gleiche Prinzip nur Rückwärts. Ansonsten denke ich, müssen nicht neue Technologien her sondern Links müssen entwertet werden!

    Soll doch der Webmaster selbst entscheiden wohin er linkt weil es sinnvoll ist und nicht weil es wertvoll ist!

    Aber mal davon angesehen, mit ein bisschen Geduld haben wir diese Problematik sowieso bald nicht mehr. Oder glaubst Du wirklich, das dass Google-Bewertungssystem ewig hält? Es gibt bereits effizientere Suchmaschinen. Nur kaum einer kennt sie. (Zum Glück)

  5. Björn-Christian Bönkost Website sagt:

    Plugins und Addons gibt es doch schon genug, es gab doch vor 2 oder 3 Jahren auch die Möglichkeit Webseiten direkt zu kommentieren, wobei die Kommentare dann auf einem Zentralen Server lagen und über die Webseiten “drübergelegt” wurden. War vielleicht für ein paar Monate interessant hat sich dann aber nicht durchgesetzt. Liegt vermutlich daran das die meisten nur konsumieren und keine Kommentare hinterlassen wollen. Damit konnte man dann auch verlinken, aber wurde halt kaum gemacht.

  6. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    ich weiß, was Du meinst. Ich meinte so Sache wie z.B. dieses Plugin, immerhin ein Anfang in Sachen Verlinkung ;-)

    Grüße

    Gretus