Es gibt immer noch Webdesigner deren Arbeitsmethoden sich seit 1998 nicht verändert haben. Bei gutem Wein und traditionellem Handwerk mag Tradition und Alter von Wert sein, viele Webdesigner in 2010 machen sich allerdings nicht nur lächerlich, sondern schaden durch zum Teil extrem veraltete Techniken auch ihren Kunden…
Es sieht immer noch schlimm aus
Es gab einmal eine Zeit in der ich meine Layouts via HTML Tabellen, Frames und Flash-Menüs entwickelt habe. Da diese Zeiten für mich jedoch schon lange vorbei sind und ich mich in einem Umfeld bewege wo man ordentliche Webseiten gewohnt ist, habe ich wohl vergessen was es sonst noch so im Internet gibt.
In letzter Zeit, gerade heute wieder, treten Kunden mit ihren nagelneuen Flash oder iFrame-Konstruktionen direkt vom Webdesigner auf mich zu und interessieren sich für mehr Besucher über Suchmaschinen und Social Media. Auf einigen dieser Systeme ist SEO schlichtweg unmöglich, die Seiten werden niemals relevante Besucher über eine Suchmaschine generieren ohne das ganze Projekt von vorne neu zu gestalten. Der Kunde, der sich durch eine Webpräsenz viele Besucher aus dem Internet verspricht, ist im Grunde einem Schwindel zum Opfer gefallen, denn viele Webdesigner verkaufen immer noch wunderschöne Webseiten die klassische Plakatwerbung und TV-Spots bräuchten um wahrgenommen zu werden.
Wer nicht gefunden oder nicht richtig verlinkt werden kann, ist nicht vernetzt und befindet sich mit seiner Webseite im Grunde nicht im Internet. So gesehen grenzt die so genannte Dienstleistung einiger professioneller Agenturen für Webdesign fast schon an Betrug. Es gibt insbesondere drei Dinge für die es im Jahre 2010 keinen Platz mehr gibt, die mich persönlich ärgern und die jeder Entwickler tunlichst unterlassen sollte.

Ein Flash-Objekt ist keine Webseite
Wer seine komplette Webseite in Flash entwickelt, hat in den Augen der Suchmaschinen keine Unterseiten, keine Menüstruktur und überhaupt keine Inhalte. Genauso wenig kann ein bestimmter Inhalt auf dieser Domain direkt angelinkt werden, da die verschiedenen Inhalte keine eigenen URLs haben. Zwar hat sich Google dem Problem angenommen und versucht nun auch Flash-Seiten auszulesen, aber das geht nur wenn eine Flash-Datei korrekt angelegt wird und auch dann nur mehr schlecht als recht.
Flash bietet Designern tolle Möglichkeiten Dinge zu tun die sonst nicht möglich wären. Anstatt aber wirklich etwas Neues zu versuchen, werden viel zu oft Flashmenüs gebaut die man auch hätte mit CSS oder beispielsweise Ajax verwirklichen können. Die Möglichkeiten die Flash wirklich bietet, werden nur selten genutzt.
Unser Tipp kann nur sein, Webseiten in HTML zu entwickeln. In eine HTML Seite lassen sich problemlos auch Flash-Elemente einfügen, quasi als bessere Bilder. Eine Webseite die zu 100% aus Flash besteht, ist für meine Begriffe keine Webseite.
Framesets und iFrames gehören verboten
Mit einem Frameset wird eine Webseite in mehrere Bereiche aufgeteilt. So hat man früher z.b. Sidebar und Content getrennt dargestellt. Der Content konnte weiter nach unten gescrollt werden, ohne dass sich die anderen Bereiche verändert haben.
Der Besucher hat das Gefühl, eine einzige Webseite zu betrachten, sieht eigentlich aber zwei Webseiten. In jedem Frame wird bei gleicher URL im Browser ein anderes HTML Dokument geladen. Aus diesem Grund kann man bestimmte Unterseiten eines Framesets nicht verlinken und Suchmaschinen können die Seiten nicht richtig indexieren. Wenn die Suchmaschine beispielsweise den Contentbereich so einer Seite indexiert und rankt, bekommt der Besucher von der Suchmaschine nur den Content zu sehen. Die Sidebar und der Header befinden sich in anderen Frames und sind damit weg. Jeder Bereich ist wie gesagt ein eigenes HTML Dokument.
Es gibt heutzutage meiner Meinung nach keinen Grund mehr mit Frames zu arbeiten. Sämtliche Effekte die man mit Frames erzielen kann, lassen sich auch mittels CSS verwirklichen. Agenturen die ihren Kunden heute noch Framesets anbieten, sollten einen sehr guten Grund haben. Ansonsten würde ich behaupten, dass diese Leute von ihrem Job nicht das Geringste verstehen.
HTML ohne CSS und PHP
Sauberes HTML und ausgelagertes Design in CSS ist der Schlüssel zum modernen Webdesign. In der HTML Datei steht so lediglich der eigentliche Inhalt, Position, Größe und Farbe werden in CSS gestaltet. Der Vorteil unter anderem ist, dass man das ganze Design austauschen kann ohne die HTML Datei bzw. den Inhalt zu verändern.
Mittels CSS können Elemente die im Quelltext unten stehen trotzdem oben angezeigt werden und andersherum. Früher nutzte man beispielsweise HTML Tabellen um ein ganzes Webseiten-Layout zu erstellen, weil man so recht einfach Spalten und Zeilen definieren konnte. Wollte man dieses aber später ändern, musste man die HTML Datei vollkommen umschreiben. Tabellen sind nicht dafür gedacht, so genutzt zu werden, mit CSS ist es heutzutage ganz einfach, den gleichen Effekt zu erzielen.
Selbst wenn man kein komplexes Content Management System braucht, ist es sinnvoll PHP zu verwenden, beispielsweise um Sidebar, Header, Content und Footer zu trennen. So braucht man den Header nur einmal ändern ohne danach die Änderung auf jeder einzelnen Seite des Projekts händisch zu wiederholen.
SEO gehört zum Webdesign
Onpage-SEO gehört für mich in den Bereich Webdesign. Es kann nicht sein, dass Webdesigner ihren Kunden Webseiten anbieten, die später dann noch einmal von einer SEO Agentur bearbeitet werden müssen. Wer behauptet Webdesign zu können, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nicht genügt, schöne Grafiken zu erstellen. Eine Webseite ist in erster Linie ein mit anderen vernetztes Dokument im Internet. Jeder Kunde der eine Webpräsenz haben möchte, will damit auch präsent sein. Dieses bedeutet für den Webdesigner, sich den Standards des Internets zu fügen.
Für die Zukunft wird barrierefreies Webdesign sowie die hundertprozentige Trennung von Inhalt und Design immer wichtiger. Das Mobile Web erfordert, dass eine Webseite sich dem mobilen Endgerät anpassen kann. Mich nervt es heute schon, wenn Seiten und Blogs kein einspaltiges Smartphone-Design liefern. Ich persönlich werde das in Zukunft auf allen meinen Webseiten anbieten.
stereophone




























Bleibt zu hoffen, dass Flash- sowie auch Frameseiten auch weiterhin erstellt werden. Nicht jeder Designer macht sich halt zu einem Erfüllungsgehilfen einer Suchmaschinenfirma. Es gibt genug Leute die über WordPressinstallierer auch so ihre Witze machen!
Hi Alexander,
super Artikel. Auch wenn in manchen Projekten von mir doch noch mal ein iFrame auftaucht, stimme ich Dir vollkommen zu. Wenn ich aber seo-united.de mit meinem iPhone aufrufe, bekomme ich aber noch kein einspaltiges Design für’s Smartphone angezeigt!?
. Gilt das nicht für die eigene Seite? oder Hm, unter constuction? 
LG
Andreas aka Sluter
Hervorragender Artikel!
Wie du sagst ist es oft sehr schwierig dem Kunden das überhaupt begreiflich zu machen. Sie denken eine bomben Website zu haben weil alles schön blinkt und toll interaktiv ist. Und Sie ranken mit Ihrem Firmennamen ja auch auf Platz 1. Also wo soll das Problem sein. Ein Klassiker den ich auch oft höre ist, dass man doch bitte die Keywords eintragen soll um dann mit Kunst, Versicherung, Sport etc. auf Platz 1 in Google “eingetragen” zu sein.
Hi Alexander,
super Artikel, besten Dank dafür.
Im Grunde genommen geben wir Dir vollkommen recht! Besonders auch, dass OnPage-Seo zum Bereich WebDesign dazu gehört – eben, wie die Butter zum Brot. Es ist der Einstieg und sollte den Grundstein für Suchmaschinenoptimierung darstellen.
Kleine Ergänzung – es gibt aber auch Portale, die einfach kein SEO benötigen. Flash hat seine Vorteile, inbesondere bei einer Veranschaulichung einer starken Marke. Hat das Unternehmen also bereits ein Standing im Markt und jeder kennt diese Marke, könnte man die Marke eher mit einer aufwendigen Flash-Programmierung stärken – natürlich nur, wenn die Programmierer/Designer auch einen gewissen AHA-Effekt zaubern können.
Schöne Beispiel ist:
http://www.mustafas.de
Super Artikel – es gibt wirklich viel Elend im Internet, was das Seitendesign und die SEO-tauglichkeit angeht…
Hallo Trainer,
wie Du schon sagst, gibt es tatsächlich auch Projekte bei denen SEO ganz klar dem Webdesign untergeordnet werden muss. Webdesign und SEO sollte getrennt betrachten, ein Webdesigner muss nicht zwingend SEO können, ein SEO nicht zwingend Webdesign. Wichtig ist, dass beide sich der Bedeutung des anderen bewusst und ggf. zusammenarbeiten…
Grüße
Gretus
Da kann ich mich nur anschließen. Auch ich habs schon mit Kunden zu tun gehabt, die es dann aber auch partout besser wissen und genau das wollen, wo sich uns die Haare sträuben. Frames, Scrollbars, mehr als eigenartige SEO-Ideen. Die Kunst ist dann natürlich, das ganze zu einem für beide Seiten zufriedenstellendem Ende zu bringen.
@ShopTrainer – Sicherlich gibt es mehr als gelungene Flash-Seiten, aber ich würde nicht soweit gehen, zu sagen es gibt Auftritte, die kein SEO benötigen. Ich versuche eigentlich, möglichst ohne Flash auszukommen, denn um AHA-Effekte zu zaubern, gibt es mittlerweile wohl genug andere Lösungen.
@shoptrainer Da hast du schon recht, wenn ich BMW bin, kanns mir egal sein ob meine neue Modell-Flashseite in Google rankt oder nicht.
Das Problem kommt eben bei kleinen und mittelständischen Untenehmen auf. Sie bekommen für 3 ( mit 3 Nulllen ) eine Flashseite vom Designer empfohlen, ohne Beratung über Suchmaschinenfähigkeit aus Unwissen oder schlichtweg aus Profitgier. An einer normalen Seite würde man ja weniger verdienen.
Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass sich selbst Inhouse-Designer nichts von einem SEO sagen lassen, obwhol sie ja für den Auftritt ihrer Firma verantwortlich sind und auch die Geschäftsleiter verhalten sich oft wie in der Sparkassen Werbung mit den “Bunten Fähnchen”.
Im Endeffekt muss man sich als Auftraggeber über das was man bestellt selbst genaustens informieren, da es zwar schön wäre wenn die Webdesignagenturen einen Kunden in allen Aspekten fundiert beraten würden, dies aber niemals der Fall sein wird.
PS: Hey Gretus, du bist heute aber auch immer schneller als ich
Hallo Max,
nur der frühe SEO fängt bekanntlich den…
Grüße
Gretus
Speziell zum Thema Flash möchte ich noch etwas anmerken. Es ist durchaus möglich, eine Website komplett in Flash zu entwickeln und trotzdem suchmaschinentauglich zu machen. Ich habe das selbst für unsere Corporate Site umgesetzt – mit hervorragenden Ergebnissen. Natürlich muss man tricksen, aber auch hier gilt: Geht nicht, gibt’s nicht.
Letztlich ist es aber natürlich auch eine Frage der Kosten. Für den Aufwand, den ich für unsere Corporate Site betrieben habe, hätte wohl keiner unser Kunden das Geld fließen lassen. Und gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sind die Finanzmittel für solche Projekte ja eher knapp bemessen.
Insofern ist es natürlich Aufgabe des Website-Entwicklers, vernünftige Beratung zu bieten, aber es liegt eben auch am Kunden, ob er bereit ist, das nötige Geld dafür zu investieren…
Bei Artikeln wie diesem, frage ich mich immer, ob das jetzt was gebracht hat. Klar Content und Diskussion usw. sind entstanden, aber wurde jemand belehrt?
Worauf man übrigens auch einmal hinweisen könnte: Die teilweise jämmerliche Usability von (bekannten!) deutschen SEO-Blogs. Manche sitzen da wirklich im Glashaus.
Szenario: Ich lese einen Artikel, und muss nach einem Link zur Startseite suchen, da man zu faul war das Logo zu verlinken. Egal, nun bin ich dort einmal angekommen, finde die Sache aus ganz interessant, ich möchte die Seite abonnieren. Twitter und RSS sind getrennt, na Spitze. Egal, ein beherzter Klick auf das RSS-Symbol des Firefox. Oh, ein keywordgefüllter RSS-Titel, der hebt sich ja von den anderen 100 super ab…
In der Tat ein guter Artikel. Natürlich ist ein Flash Objekt keine Website, aber erkläre das mal den Flash-Freunden, die jede flashfreie Zone verteufeln. Andereseits ist es gut so wie es ist, denn es macht es uns in vielen Fällen leichter, anständig Geld zu verdienen
Also IFrames würde ich nach wie vor nicht unbedingt restlos verteufeln. Ab und zu gibt es durchaus Anwendungsgebiete, wo sie die beste Lösung darstellen. Und auch dieser Hass auf Tabellen ist nicht immer bedingungslos gerechtfertigt. Zwar lässt sich mit CSS das gleiche Ergebniss erzielen, aber mit einem zigfachen an Aufwand. Daher ist das hier auch einfach eine Kostenfrage. Da muss man eben überlegen, ob das die Beseitigung der Nachteile von Tabellen wirklich das Geld wert ist. Ansonsten kann ich bei allen anderen Punkten zustimmen. Vor allem diese reinen Flash-Seiten sind wirklich ein Gräuel. Nicht nur aus SEO-Sicht sondern eben auch einfach aus Nutzersicht ist das nicht komfortabel.
@Florian Da gebe ich dir recht, iFrames machen hier und dort noch Sinn, vor allen Dingen im Affiliate-Marketing fallen mir da einige Anwendungszwecke ein. Die ganze Seite damit gestallten sollte man aber nicht. Das gleiche gilt für Tabellen. Die sind sehr nützlich wenn man wirklich mal eine Tabelle im klassischen Sinn auf seiner Seite braucht. Aber ein ganzes Seiten Layout mit einer Tabelle zu gestallten wäre so als würde ein Zimmermann versuchen sein Holz mit einem Plastiklöffel zu bearbeiten anstatt mit einem Hobel. Es ist einfach das falsche Werkzeug und dafür nicht gedacht.
Ob es sich lohnt das im Nachhinein zu ändern muss man gegebenenfalls immer schauen. Aber ich würde mich freuen wenn Webdesigner das gleich von Anfang an richtig machen. Ich habe im letzten Jahr ein paar Leuten (ohne vorkenntnisse) HTML und CSS beigebracht. Die Arbeitsweise 100% des Layouts in die CSS auszulagern ist meiner Meinung nach schneller und einfacher zu lernen als alte Techniken und letztendlich auch schneller in der Umsetzung.
Die gute alte Proggerzeit!
Ich liebe diese Bilder, so sahen alle Sites früher aus. Laufschrift mit Marquee, Blingbling, die jute alte Zeit (aber eigentlich völliger Mist)
Hallo zusammen,
ein absolut guter Artikel. Ich stimme dem zu. Nur die Aussage von “Actionscript” kann ich nicht verstehen. “Erfüllungsgehilfe einer Suchmaschine” hört sich vielleicht nicht so toll an, trifft aber den Punkt. Wozu hat man denn eine tolle Website, wenn man nicht gefunden wird? Und aus den Kinderschuhen ist das Internet doch raus. Oder? Wir leben nicht mehr in den 90-ern. Damals wurde es überschätzt, heute dagegen unterschätzt. Ob im eBusiness oder im Privaten, man will, dass Andere die Seite lesen, kommentieren und sich ins Gästebuch eintragen.
Das Zitat – “If your business is not on the Internet, then soon you will be out of business!” – von Bill Gates – trifft es ganz gut.
Schöner Artikel. Bin mal gespannt, wenn als zusätzlicher Punkt die Resourcenverschwendung dazu kommt. Wenn ich mir angucke, wie viele Seiten dank schlechter PHP-Programme (wie WordPress) einfach bei jedem Seitenabruf immer und immer wieder Dinge tun, die locker als statische Seiten abgelegt werden können. Da wird unnütz Rechenleistung verbraten. Zum Glück legt Google auf die Ladezeit immer mehr wert.
IFrames sind übrigens für den Einsatz als IFrame wunderbar. Ich denke das ist auch der Sinn von IFrames.
[...] findet auf SEO-united.de eine sehr interessante Diskussion statt. stereophone hat einen Artikel veröffentlicht [...]
Toller Artikel und so wahr. Wie oft bekomme ich noch heute bei oldschool Webseiten Augenkrebs.
Und der berühmte Under Construction Button begegnet wir auch immer wieder.
Sehr gut formuliert! Wenn das nur auch allen Kunden so bewust wäre. ich bekomme heute noch anfragen für reine Flash-Webseiten. Es ist ein Jammer.
Interessanter Artikel, dann bin ich als Designer, der in den SEO Bereich abgewandert ist, ja vollkommen brauchbar in der heutige Zeit.
Kenne das aber selber von einigen Agenturen, wenn deren Auftritt an sich shcon schlecht ist, wie will man dem Kunden dann was brauchbares anbieten können.