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In-Depth, Panda, Freshness – Wie Google die Qualität von Webtexten verändert

Internet  |  Gast  |  , 10:03 Uhr  |  13 Kommentare

GoogleFrüher war alles besser, so sagt man doch so gerne. Als Pluto noch ein Planet war, da musste auch ein Webtext nicht die schwierigen Anforderungen von heute erfüllen. Als Website-Betreiber müssen Sie heute schon etwas bieten, um Traffic zu generieren, den Nutzer auf der Seite und den Leser im Text zu halten: Möglichst unterhalten, helfen und informieren, am besten multimedial und interaktiv – billige Massenware ist out, Premiumtexte sind in.

Damit auch jeder Publisher die besten und hochwertigsten Inhalte veröffentlicht, wacht Google mit Argus-augen über das Netz: Bei vielen Themen lässt sich das Ranking nur mit Spitzen-Content verbessern. Mit seinen Neuerungen, Updates und Penaltys sorgt der Suchmaschinengigant regelmäßig dafür, dass SEOs und Website-Betreiber ins Schwitzen kommen und schlechter Content aus dem Internet verschwindet. Nach Updates wie Panda (bessere Inhalte) und Freshness (aktuellere Inhalte) setzt Google seit neuestem mit dem In-Depth-Feature ein klares Zeichen für hochwertige, gut gemachte Artikel. Mit dieser neuen Funktion spielt das Unternehmen in den ersten Suchergebnissen tiefer gehende, ausführliche und gut recherchierte Texte aus – hochwertigen Content eben.

Doch warum müssen Texte heute eigentlich so hohe Qualitätsanforderungen erfüllen? Was will Google mit den Hürden, die es aufstellt, erreichen? Und was bedeutet das alles für die Autoren und jeden, der Texte ins Netz stellt?

Der Mensch, das überforderte Wesen

Das Netz ist überflutet von Informationen und läuft dadurch Gefahr, sich zu einem unübersichtlichen und schwergängigen Datenpool zu entwickeln. Hunderttausende Websites, Bilder, Videos oder Texte stopfen die Server weltweit voll. Gleichzeitig nimmt das gesamte Internet eine immer wichtigere Rolle in unserem Leben ein. Verschiedene Studien geben deutliche Hinweise darauf: 2012 zeigte etwa Mindjet, dass nur 40 Prozent der Arbeitnehmer mit der täglichen Informationsmenge nicht überlastet sind. Auch 2011 ergab eine Bitkom-Umfrage, dass zu viele Informationen im Web, im TV und auf dem Smartphone die Deutschen über-fordern. Trotzdem steigt der Medien- und Onlinekonsum weiter, wie die jährliche ARD-/ZDF-Onlinestudie zeigt.

Da der Mensch nur über ein begrenztes Maß an Zeit und Aufmerksamkeit verfügt, muss er Informationen filtern und wichtige von unwichtigen trennen. Gerade das knappe Zeitbudget führt dazu, dass ein Nutzer seine Wunsch-Inhalte sofort finden möchte, ohne lange zu suchen oder sich durch überflüssige Daten kämpfen zu müssen. Er benötigt daher eine gute Informationsquelle, die ihm präzise und zielführend alles Wichtige erklärt und ihn zufriedenstellt. Ein gut gemachter Text bietet genau das.

Google bringt die Welt in Ordnung

An diesem Nutzer-Bedürfnis orientiert sich Google – zwar nicht ausschließlich, aber vor allem. Dahinter steckt die einfache Rechnung: Sind die Nutzer nicht mit der Suchmaschine zufrieden, verliert Google Konsumenten, Daten und somit (Werbe-)Einnahmen. Um das zu vermeiden, versucht das Unternehmen, seinen Nutzern genau das zu liefern, was sie suchen: exakt passende Informationen. Dazu scannen seine Crawler und sortieren seine Algorithmen unaufhörlich das Netz. Um darin noch besser zu werden, entwickelt Google seine Suchmaschine immer weiter und bringt sie mit regelmäßigen Updates auf den neuesten Stand.

Dem Kunden genau das zu liefern, was er braucht, ist harte Arbeit und ebendiese fordert Google mit seinen Verfeinerungen von denen, die das Web mit Inhalten befüllen: den Website-Betreibern. Der Such-maschinenriese stellt Regeln auf, wie guter Content auszusehen hat. Wer sich nicht daran hält, wird bestraft. Alles zu Gunsten des Lesers – dem Kunden, der Daten und Geld einbringt. Auf diese Weise verbessert Google die Qualität im Netz – wenn auch nach eigenen Standards.

Früher war alles besser! Oder doch nicht?

Eigentlich ist Veränderung gar nicht so schlimm, so lange man weiß, wie man damit umgehen muss. Auch wenn die Vorgehensweise von Google gelegentlich fragwürdig ist und jeder Nutzer mit einer ordentlichen Portion Skepsis auf die Entwicklungen aus Mountain View schauen sollte, hässliche Webseiten mit schlechten Texten werden so nach und nach seltener. Und schließlich ist ja jeder „Publisher“ auch selbst ein Nutzer, wir alle haben also etwas davon, wenn Inhalte im Netz besser werden.

Die wachsenden Qualitätsanforderungen bringen jedoch einige Umbrüche mit sich, auf die Texter und Text-publisher reagieren müssen.

Gute Texte? Was bedeutet das für Texter?

Für Online-Autoren bedeutet diese Entwicklung – wenn nicht bereits geschehen – Abschied nehmen von hingeschluderten, unmotivierten Texten. Der Anspruch jedes Texters sollte ohnehin sein, immer den besten und leserfreundlichsten Premiumtext zu schreiben, den seine Tastatur hervorbringt. Trends wie das In-Depth-Feature von Google sprechen hier eine deutliche Sprache.

DEN Premiumtext gibt es allerdings nicht. Qualität ist auch immer ein Stück weit Geschmackssache, gerade bei einem kreativen Produkt. Trotzdem wertet es einen Text immer auf, wenn der Autor sich an be-kannte Grundregeln hält:

  • Einem roten Faden folgen: Ein guter Text ist inhaltlich und formal gut durchstrukturiert. Ein Autor sollte sich bereits vor dem Schreiben darüber im Klaren sein, wie der Text aufgebaut sein soll. Gute Zwischenüberschriften erleichtern das (Quer-)Lesen. Diese sollten verständlich genug sein, um den Inhalt des Absatzes deutlich zu machen, aber auch spannend genug, um die Neugier des Lesers zu wecken.
  • Oberstes Gebot: Verständlichkeit. Ein guter Text ist angemessen kurz und klar, ohne unnötige Schachtelsätze geschrieben.
  • Die Tonalität und die optimale Ausrichtung auf die Zielgruppe sind wichtige Kriterien jedes guten Textes.
  • Starke Verben (z. B. schreiben, finden, erhalten), wenig Hilfsverben und möglichst wenig Passiv beleben einen Text. Zu viel Nominalstil stört dagegen den Lesefluss.
  • Ein guter Autor schreibt (möglichst) fehlerfrei, beachtet Interpunktion, Ausdruck und Grammatik.
  • Gute Webtexte sind suchmaschinenoptimiert und beachten Keyword- und HTML-Vorgaben.
  • Multimediale Elemente – Videos, Fotos, Infografiken, Tabellen, Listen etc. – werten einen Text auf.
  • Der Leser, sein Nutzen und seine Unterhaltung stehen bei jedem guten Text im Vordergrund.

Gute Texte? Was bedeutet das für Textpublisher?

Nicht nur für Autoren, auch für jeden, der Texte im Web veröffentlicht, hat die Qualitätsoffensive von Google Folgen. Gute, hochwertige Inhalte ranken besser und sorgen so für mehr Traffic. Wer seine Texte nicht selbst schreibt, sollte bei der Textbestellung verstärkt darauf achten, dass die gelieferten Texte hochwertig und gut geschrieben sind.

Ein präzises und verständliches Briefing ist hier oberste Pflicht, egal ob der Text von einem Freelancer oder von einer Textbörse kommt. Die genaue Länge des Textes, das Thema, die Textgattung, Angaben zur Zielgruppe sowie der Abgabetermin sind da nur die Mindestangaben. Je klarer, detaillierter und ausführlicher der Auftraggeber sein Briefing erstellt, desto mehr entspricht auch der gelieferte Text seinen Vorstellungen.

Gute Texte lassen sich nicht nur sehr gut für Googles In-Depth-Feature einsetzen, sie bilden auch die Grundlage für jede Content-Marketing-Kampagne. Der Grund: Sie haben den Leser und seine Bedürfnisse im Fokus. Website-Betreibern, Unternehmen oder jedem anderen „Publisher“ bieten hochwertige Texte so ein weit größeres Einsatzgebiet verglichen mit billigen Massen- und langweiligen Werbetexten.

Fazit: Google ist schuld … irgendwie

Die Anforderungen an gute Webtexte, die Texter und auch die Textbestellung haben sich in den letzten Jahren zweifellos geändert. Sicherlich gab es im Web schon immer hochwertige Inhalte, doch dank aktueller Trends wie In-Depth, Panda oder Content-Marketing sind sie wichtiger denn je. Ob Google schuld ist? Ein ganz klares Jein. Das Unternehmen treibt die Gestaltung des Internets nach seinen eigenen Vorstellungen und Maßstäben voran. Allerdings richtet es sich dabei (anscheinend) nach seinen Nutzern, auch wenn sich dahinter eher finanzielle Beweg-gründe vermuten lassen. Wirklich „schuld“ ist also der Leser, der sich in einer vernetzten Welt voller Information zurechtfinden möchte. Premiumtexte erfüllen die Anforderungen, die dieses Problem aufwirft. Warum auch wollen die Nutzer nur so gut informiert sein?! Früher hätte es das nicht gegeben.

Johannes, textbroker.de
Johannes Braun arbeitet im Content- und Community-Management beim Content-Marktplatz Textbroker. Das Mainzer Unternehmen liefert seit 2005 suchmaschinenoptimierte, individuelle Texte an textsuchende Auftraggeber. Zehntausende Autoren bieten beim Pionier unter den Textbörsen ihre Schreibdienste an, z. B. für Blogartikel, Produktbeschreibungen und Webtexte jeder Art.
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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. designfeever Website sagt:

    Sehr schön dargelegt – und schon im Text recht gut dran gehalten. Texte werden ja doch in der SEO unterschätzt. Die können einen schönen Push zur Folge haben, man muss aber eben auch wissen wie – die Anleitung ist schonmal nicht schlecht.

  2. Armin sagt:

    Vielen Dank für den gut geschriebenen Artikel und viele Grüße an die Jungs und Mädels nach Mainz.

    Ich sehe die Veränderungen durchaus positiv. Vielleicht reduziert sich so die Zahl der langweiligen SEO-Texte. In unserer Firma haben wir bei manchen Kunden auch mit Abstrafungen zu kämpfen. Die Backlinks (und die zugehörigen Texte) stammen noch aus Zeiten, als Google viele Augen zudrückte.

    Hier sehe ich aber gerade auch die Kunden in der Pflicht, die mit ihren Autorenbriefings sehr nachlässig umgehen. Wenn ich Texte für Textbroker schreibe, freue ich mich immer über anspruchsvolle Kunden. Allerdings sollte den Kunden auch klar sein, dass ein Texter für knapp 2 Cent pro Wort nicht das liefern kann (oder möchte), was nötig wäre. Wer kein Geld in die Hand nimmt, sollte auch nicht all zu viel erwarten.

  3. […] Verhunzen die Suchalgorithmen des Suchmaschienengiganten aus Amerika die deutsche Sprache? Nein, meint das Blog von SEO-united.de […]

  4. SabWahl Website sagt:

    Ich schließe mich Armin gern an, ein Lob auf die gute Schreibe, die ausführliche und ausgewogene Darstellung und Grüße an das tolle Team in Mainz! Auch mich ärgert nichts mehr, als inhaltsleere Texte, die auszusortieren mich täglich unendlich viel Zeit kostet. Ich möchte aber gern einen Schritt zurücktreten und als Nicht-SEOlogin mal fragen: Warum gibt es eigentlich so viele schlechte Texte im Netz? Wer hat die beauftragt und eingestellt? Sind das überhaupt Texte, die irgendwer lesen soll? Oder folgte man damit nicht zuvor schon dem Gebot der Suchmaschinen, indem man einfach ein wenig Papperlapapp um relevante Keywords klebte?

    Und nun? Besinnung auf eigene Standards? Nö. Kehrt marsch und wieder alle Augen und Ohren auf die große Gebieterin ausgerichtet. Die gebärdet sich launisch und will jetzt Qualität, also her damit. Die informierte Welt wird schöner, da lesbarer. Und damit das leicht umzusetzen ist, gibt Google auch gleich noch vor, was Qualität ist und was Information bedeutet. Wählt aus, welche Beiträge „depth“ sind. (Dabei heißt es doch immer, die Forderung nach „Tiefe“ sei ein urdeutsches Phänomen). Wenn Google Qualität definiert und festlegt, was ich als Nutzer brauche, dann gibt es vielleicht bald überhaupt keine Qualität mehr. Nur noch als Information getarnte Werbung.

    Warum fällt mir jetzt das Märchen vom Rotkäppchen ein? Weil die gute Mutter dem Kinde aufträgt, dem vorgeschriebenen Weg zu folgen, sich von allem, was am Rande blüht und lockt, fernzuhalten. Mit dem Ergebnis, dass das gut behütete Kind dem Wolf direkt ins Maul läuft.

  5. Christian Website sagt:

    Danke für den Beitrag. Eines fehlt mir allerdings: Gute Inhalte müssen auch einen hohen Grad an Neuheit aufweisen. Das kommt zwar implizit im letzten Punkt zum Ausdruck (Ein guter Text muss unterhalten), aber leider wird gerade diese Prämisse sehr oft verletzt.

    Insbesondere im SEO-Umfeld wird vieles mehrfach wiedergekäut und, in neuer Form verpackt, recycelt.

    Ich sehe daher die in diesem Text genannten Anforderungen als notwendig, bei weitem jedoch nicht als hinreichend an.

    Viele Grüße,
    Christian

  6. Susie sagt:

    Aktuell ist nicht gleich immer wieder neu! Ich kenne genügend Beispiele wo gut recherchierte Texte unverändert seit Jahren super ranken. Kommt auf das Thema an!

  7. H.-P. Kraus Website sagt:

    Ich kann mich den anderen Kommentaren nicht anschließen, weil ich die ganze Zeit auf die Ironietags gewartet habe. Was der Autor beschreibt, ist eine Welt, die Google vielleicht als Ziel anstrebt, vielleicht, die Realität ist eine andere. Noch immer ist Google nur eine dumme Maschine, die Texte nicht versteht und darum auch Qualität nicht beurteilen kann, aber Wert darauf legt, dass ihr stichwortgenau und mehrfach mitgeteilt wird, worum es auf einer Seite geht. Deshalb gibt es so viel Mülltexte im Internet.

  8. Adrian Website sagt:

    Lustigerweise ist Google ja indirekt für die meisten Müll Texte im Web verantwortlich – ist doch das Mindeste das jetzt wieder gerade zu rücken

  9. Peter sagt:

    Hm. Ich benutze viel passive Formulierung bei einem Fachportal mit Fachtexten. Werden jetzt z.B. Seiten von Anwälten abgestraft, weil Ihre Texte einfach nicht verständlich sind? Ich bezweifle, dass Google hier (schnell) ein Rezept finden wird. Z.B. müsste man schon in der Suchanfrage bzw. der Suchgeschichte hinterfragen, ob ein Laie sich für das Thema interessiert oder ein Profi und dann entsprechende Texte liefern.

    Es ist schwierig 😉 Und je spezifischer ein Text ist, desto mehr wird die Sichtbarkeit auch schwanken, weil Google herumschraubt.

  10. Martin Website sagt:

    Da ich oft gehört habe das den Leuten meine Berlin Bilder gefallen, habe ich vor 2 Jahren HTML und CSS gelernt und eine eigene Seite ins Netz gestellt – bekomme aber leider kaum Besucher.

    Mir völlig fremde Personen nutzen aber die Kontakt Möglichkeit auf meiner Seite und sagen mir das sie gut finden was auf meiner Seite ist. Google scheint das aber anders zu sehen!

    Ist es überhaupt möglich das eine Seite mal gut von Google gerankt wird ohne das ich mich mit noch einem Spezialgebiet (SEO) auseinandersetzen muss?

  11. Marc Website sagt:

    Was mir noch immer unklar ist: Inwiefern lassen sich die Forderungen von Google auch wirklich in andere Sprachen übertragen? Wir bloggen auf Deutsch, und entstammen einer komplett anderen Sprachtradition und -kultur als die Amerikaner. So schnell lassen wir uns nicht unsere Wortwahl und unseren Satzbau amerikanisieren, und unsere Lesegewohnheiten noch viel weniger.

    Um wirklich bessere Suchergebnisse zu gewährleisten, müsste Google insbesondere im Bereich interkulturelles Verstehen deutlich nachlegen. Hier läge vielleicht sogar noch ein letztes Mal(?) eine Chance für einen alternativen deutschsprachigen Suchmaschinenbetreiber!?

  12. Alexander Rus Website sagt:

    Also mir gefällt die Richtung in die es mittlerweile geht sehr gut, auch wenn noch nicht alles so ist wie in diesem Beitrag beschrieben. So ist dies zwar Googles Endziel, erreicht wurde dies aber bei weitem noch nicht.

    Das man es mit der Freshness auch übertreiben kann, beschreibt dieser Beitrag umfangreich: http://www.viperchill.com/google-storm/

    Zwar geht es hier um die google.com SERPs, aber auch bei uns tummelt sich noch so einiges an Müll. Ich sag nur Frage & Antwort Seiten. Die ranken teilweise für Suchbegriffe in den Top 10, wo ich nur den Kopf schütteln kann.

    Deine Liste mit Eigenschaften eines guten Artikels ist wirklich top und wird in meinen bestehenden Autorenleitfaden miteingeflochten. Danke dafür!

    Viele Grüße aus Innsbruck,

    Alex

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