Als vor einiger Zeit der Wikipedia Gründer Jimmy Wales mit seiner Suchmaschine Wikia Search kläglich gescheitert ist, hatte ich bereits geschrieben, dass es nie wieder eine Suchmaschine mit derart guten Vorrausetzungen geben wird, Google und Co. das Wasser zu reichen…
Neben dem enormen Bekanntheitsgrad von Wikipedia und einer Horde motivierter Wikis, könnte es vielleicht nur noch das Genie bzw. das innovative Denken einer einzelnen Person schaffen, eine völlig neue Art der Suche zu etablieren und bekannte Suchmaschinen zu gefährden.
Stephen Wolfram, ein schon früh als Wunderkind bezeichneter englischer Wissenschaftler, könnte so eine Person sein. Nach jahrelanger Arbeit, wird er im Mai diesen Jahres mit Wolfram Alpha eine Suchmaschine veröffentlichen, welche nicht wie andere Suchmaschinen die Ergebnisse aus einer zuvor aufbereiteten Datenbank auflistet, sondern Antworten auf konkrete Fragen individuell berechnet bzw. in Echtzeit entwickelt.
Ob die Einführung einer Suchmaschine generell Erfolg hat, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist letztendlich, ob die Bedienung bzw. die Ergebnisse von Ottonormaluser angenommen werden. Wenn dieses bei Wolfram Alpha der Fall sein sollte, entscheidet neben einer gut konzipierten Markeinführung letztendlich die Dynamik des Internets, also eine mögliche `Welle der Begeisterung´ in Blogs, Foren und anderen Communities über den nachhaltigen Erfolg der neuen Suche.
Wie es den Anschein macht, wird es diese Welle jedoch nicht geben. Erste Tester von Wolfram Alpha haben zwar berichtet, dass die Suche erstaunlich gute Ergebnisse liefert und tatsächlich den Ansprüchen einer von einem Wunderkind entwickelten Suchmaschine gerecht wird, aber genau hier liegt das Problem.
Wolfram Alpha dürfte aufgrund der Komplexität der Ergebnisse wohl etwas für Wissenschaftler, weniger etwas für den normalen Internetnutzer werden. Ich befürchte, Stephen Wolfram wird mit seiner neuen Suchmaschine weniger den Bedürfnissen der Masse, als seinen eigenen Ansprüchen an eine Suchmaschine gerecht werden.
Die Suchmaschine von Stephen Wolfram wird keine Konkurrenz für Google werden. Wer heutzutage eine Suchmaschine oder einen anderen Service auf dem Markt etablieren will, sollte sich nie an seinen eigenen Ansprüchen, sondern immer an den Gewohnheiten und Bedürfnissen der breiten Masse orientieren.
Die meisten neuen Suchmaschinen scheitern daran, dass die Darstellung der Ergebnisse in vielen Fällen eher einem Verzeichnis als einer `echten´ Rangliste ähneln. Wolfram Alpha wird vermutlich daran scheitern, dass die Internetgemeinde weniger aus Wunderkindern denn aus Ottonormalverbrauchern besteht. Schade eigentlich…
Gretus
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Gerhard Zirkel
Hallo Gerhard,
ob wir für Wolfram Alpha zu dumm sind, wird sich heraus stellen. Interessante Frage wäre, ob uns bisherige Suchmaschinen eher dumm als schlau machen (werden) …
Grüße
Gretus
Zu diesem Thema interessant, die Forenbeiträge ganz unten…