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Beim Linkaufbau die Kirche im Dorf lassen

SEO  |   |  , 09:22 Uhr  |  18 Kommentare

Über Linkaufbau wird und wurde ja schon so einiges geschrieben: Die besten Linkquellen, die schnellsten Methoden, die angesagtesten Insider-Tipps & Tricks, um immer wieder an neue, frische und hochwertige Backlinks zu kommen. Manche schwören auf thematisch passenden Content und verbannen unter großer Hektik jeden Link aus möglicherweise unseriösen Quellen. Andere wiederum nehmen, was sie kriegen können (oder was der Linktausch hergibt). Social Bookmarks und Webkataloge? Damit lässt sich heute kein Blumentopf mehr gewinnen! Seltsam, dass es manche Webmaster für Ihre Seite genau damit schaffen, die begehrten Plätze zu erreichen. Jeder kennt genau den einen, den ultimativen Weg, um Google mit seinem Linkmix zu beeindrucken. Doch wenn wir mal ehrlich in die Runde fragen, dann scheint bislang keiner den heiligen Gral gefunden zu haben, wie erfolgreiches Linkbuilding für jeden gleichermaßen erfolgreich funktioniert.

Mehrwerte für User statt Zahlen, Daten, Fakten

Mein Wunsch an dieser Stelle: Bitte die Kirche im Dorf lassen und nicht alles so eng sehen! Beim Linkaufbau geht es um positive Empfehlungen von einem Webmaster zum anderen, nicht mehr und nicht weniger. Der Hypertext lebt von Verknüpfungen, die den Besuchern helfen, sich durchs Internet zu navigieren. Hier steht nicht der `Linksaft´, sondern der Mehrwert für die User im Vordergrund. Das scheinen viele SEO-Experten auf ihrem Weg vergessen zu haben. Wir sind nicht auf der Jagd, wir sind auf der Reise – und dürfen uns auch mal an neuen Eindrücken erfreuen.

Der Schweizer Dichter Heinrich Leuthold (1827-1879) hat gesagt: `Ein guter Ruf ist wie ein wohnlich Haus; das baut sich, Stein um Stein, allmählich aus. Doch mit gewissenloser Hand, im Nu steck es ein Lump in Brand.´ Der Grat zwischen einer positiven Reputation und einem schlechten Ruf muss für viele Webmaster wirklich äußerst schmal sein. Ihre Angst vor der Übermacht des virtuellen Riesen ist so groß, dass ich das Zähneklappern bis hierher hören kann. Wie anders lassen sich Nachrichten wie diese (beispielhaft ausgewählte) sonst verstehen:

Hallo, für url.de haben wir Links getauscht. Leider musste ich nun feststellen, dass unser Artikel verändert und mit anderen Links bestückt wurde. Was ich weniger lustig finde. Wie möchtest du in unserer Linkpartnerschaft verbleiben? Unter diesem Gesichtspunkt ist eine Linkpartnerschaft für mich nicht weiter tragbar, auch habe ich keine Lust permanente Kontrollen durchzuführen.

Klar, wer hat schon Lust `permanente Kontrollen durchzuführen´? Doch worin liegt das Kapitalverbrechen, auf einer Webseite einen weiteren Link hinzuzufügen, wenn dieser den Mehrwert erhöht? Wieso sollte der Content ein Leben lang genau gleich bleiben und sich überhaupt nicht mehr verändern? Was treibt jemanden dazu, wegen einer weiteren Empfehlung die `Linkpartnerschaft´ in Frage zu stellen (bei der es ja ohnehin nur um einen gegenseitigen Gefallen geht, nicht um ein Ehebündnis fürs Leben)?

Virtuelle Werte bestimmen unsere Arbeit

Mir drängt sich der Eindruck auf, dass viele Webmaster und SEO-Agenturen nur noch Dollars in den Augen haben, Links nach Pagerank (war der nicht tot?) zu beurteilen und in der virtuellen Währung `Backlinks´ zu rechnen. Natürlich haben Verlinkungen einen Wert (wer schon mal Links gekauft oder verkauft hat, weiß das genau). Doch nehmen wir uns nicht auch hier häufig viel zu wichtig? Wir handeln mit virtuellen Größen, die keinen Pfifferling wert sind, wenn nicht Google ihnen diesen Wert verleiht. Und das kann sich schnell ändern, wie wir aus aktuellen Entwicklungen wissen.

Natürlich bin ich mit unseren Websites und mit den Websites unserer Kunden genauso abhängig von Google wie wir alle. Link-Eintragungen, Gastartikel, Linktausch und andere Dinge gehören zu unseren täglichen Aufgaben als Internetagentur. Aber ich möchte den Linkaufbau nicht ernster nehmen als er ist. Ich will mich nicht nur auf Linkjuice, Trust und `Good Neighbourhood´ verlassen, sondern suche immer nach zusätzlichen Wegen, unsere guten Angebote bekannter zu machen.

`Die Kirche im Dorf lassen´ heißt für mich in erster Linie, den Linkaufbau nicht über alles andere zu stellen. Nicht in jedem Kontakt einen potentiellen Linktauschpartner zu sehen, sondern einen Menschen wie Du und ich. Nicht gleich verstimmt zu sein, weil ein Link vielleicht wieder entfernt wurde, ein Text sich verändert hat oder die Anzahl der ausgehenden Links gestiegen ist. Für mich steckt im Linkaufbau so viel Neugierde, so viel Interesse an spannenden Themen, Kontakten zu anderen Webmastern, neuen Techniken und Ansätzen, dass es mich einfach fasziniert.

Ich lerne täglich etwas dazu, was ein Projekt oder einen Kunden weiterbringt. Ich freue mich über die kleinen Erfolge. Ich beobachte, was andere Webmaster tun. Ich lese Bücher und Artikel zu diesem Thema, ich chatte, skype, telefoniere, xinge, facebooke und twittere mit anderen dazu. So bleibt Linkaufbau spannend. Bitte, liebe SEO-Kollegen, lasst Linkaufbau nicht zum rein bürokratischen Vorgang werden, bei dem Zahlen, Domainpopularitäten und Backlinks zu verwalten sind! Versetzt Euch einfach mal wieder in den User, für den ein guter Link noch viel wertvoller ist als für Euch!

Über den Autor:

Thomas Kilian leitet die Internetagentur Thoxan GmbH in Ostwestfalen und hat sich auf die Neukunden-Gewinnung im Internet spezialisiert. Der studierte Germanist hat ein Faible für Neue Medien, professionelle Texte und freches Marketing. In seinem Buch `Der Igel-Faktor´ zeigt er, wie die Akquise im WWW funktioniert. Auch in seinem Blog `Neukunden-Magnet´ kommt dieses Thema natürlich nicht zu kurz.

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Bastian Website sagt:

    Social Bookmarks und Webkataloge? Damit lässt sich heute kein Blumentopf mehr gewinnen!

    Quelle für diese Behauptung? Beim akt. Kubaseo ranken die Top-Seiten damit recht gut.

    • Andreas Website sagt:

      LOL

    • Marco Website sagt:

      Ja und genau deine Aussage sagt Thomas ja auch in dem darauffolgenden Satz:

      Social Bookmarks und Webkataloge? Damit lässt sich heute kein Blumentopf mehr gewinnen! Seltsam, dass es manche Webmaster für Ihre Seite genau damit schaffen, die begehrten Plätze zu erreichen.

  2. pixelhotel Website sagt:

    …und mir kam vor, als wär ich einer von wenigen, die das Geschriebene genauso erleben. Ich bekomme nur Abfuhren für mein privates Projekt, aber warum rankt dann die Seite so gut bei Google (ohne Keyword Domain auf Seite 2 bei 1.350.000 Einträgen) und bei Alexa?

    Warum wollen alle, dass jede Seite gleich ausschaut ? Fürchterlich, dieser Einheitsbrei. Ich kassiere keinen Cent für die auf meinen Anfragen gesetzten Links, und dabei habe ich bis zum bisherigen Webmasterleben die beste Erfahrung gemacht, die mit Geld nicht zu bezahlen ist. Von heute auf morgen geht eben nichts. Gut so!

  3. Frank Website sagt:

    Sehr schöner Artikel, des Inhalt in der heutigen Praxis wohl immer seltener wird. Schade!

  4. Mark sagt:

    Danke für den Artikel und deine Denkanstöße. Tatsächlich mutiert der Linkaufbau im Netz zeitweise zu einer Art „Treibjagd“. Ich denke, im Netz verhält es sich ähnlich wie in der Mode, oder in anderen Bereichen. Die Masse neigt dazu, sich an Leitbildern und Ideen zu orientieren, dabei bleibt die Individualität auf der Strecke.

    Fakt ist allerdings auch, dass jede noch so kleine Veränderung im Google Algorithmus für viele kommerziellen Webseitenbetreiber auf ihren wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg entscheidenden Einfluss haben kann.

    Generell sollte ich natürlich den Mehrwert und Nutzen für die Besucher meiner Webseite in den Vordergrund stellen. Das ist meines Erachtens auch kein Widerspruch zum Erwerb von gekauften Links und zu einem professionellen Linkaufbau – beides lässt sich miteinander vereinbaren.

  5. Jose sagt:

    Super Anleitung. Ich hab selbst schon zwei mal nicht aufgepasst und es mit dem Linkaufbau übertrieben. Zwar hatte ich die ersten zwei Monate den super Erfolg, doch dann über Nacht – Ende! Ich wurde vom Google Index gestrichen.

  6. Maximilian Waizmann Website sagt:

    Danke für den Denkanstoß. Die eine oder andere Wahrheit enthält der Artikel zwar. Aber mit allem bin ich nicht einverstanden, z.B. das Beispiel mit dem Linktausch.

    Wenn ich mit jemandem einen Link tausche und dieser jemand fügt der Seite mit meinem Link weitere externe Links hinzu, dann nimmt damit automatisch die Wertigkeit meines Links ab, das ist nun mal einfach so. Ich finde das nicht so OK, zumindest wenn es vorher anders vereinbart war. Ich habe keine Lust als Tauschlink in irgendwelchen Linklisten neben 5 Konkurrenten zu landen. Wenn, dann will ich den Link exklusiv haben, sonst bringt er ja nicht wirklich viel.

    • Thoxan Website sagt:

      Kurz zur Erläuterung meines Beispiels: Es war hier gar nichts „vereinbart“ und es ging auch nicht um 5 weitere Links, sondern um *eine* Ergänzung, die dann auch noch thematisch gut passte. Ansonsten gebe ich Dir recht – Linktausch bringt wenig, wenn sich die Artikel zu Linkfarmen entwickeln. Aber ein „Exklusivrecht“ mag ich bei einem einfachen Linktausch nicht einräumen. Mir geht es ja gerade darum, nicht alles so „verbissen“ zu sehen …

  7. Frank sagt:

    Doch, Thomas. Ich besitze ihn, exklusiv – den heiligen Gral.

  8. Hildegard Website sagt:

    Soso?

    So funktioniert das also…

    Danke für den informativen Artikel.

  9. Dirk sagt:

    Alles Quatsch. SEO ist mit Social Bookmarks und Webkataloge zu machen. Sogar bei Top-Keys. Und zum Thema Linktausch: Wenn ich einen Artikel schreibe, habe ich das Recht da dran. Dann hat da keiner noch nen Link zu setzen!

    • Mark sagt:

      „SEO mit Social Bookmarks und Webkatalogen zu machen“, das mag vielleicht ausreichen, wenn ich privat blogge oder mit meiner Webseite keine kommerziellen Interesse verfolge.

      Es wäre ja schön und einfach, wenn es damit getan wäre. Leider ist das definitiv schon heute für viele Firmen nicht ausreichend. Bei der steigenden Anzahl an Webseiten und Fokussierung auf Verkäufe im Netz wird sich der Trend zu nachhaltigem und kontinuierlichen Linkaufbau noch verstärken.

      Natürlich habe ich als Urheber eines Artikels die Rechte darauf. Wenn ich darüber hinaus aber, sei es um Geld dafür zu bekommen oder aufgrund thematischer Relevanz o.ä., einen Link dazu setze, dann spielt es hierbei definitiv eine Rolle, was mit dem Inhaber der Ziel-URL vereinbart wird. Ein Exklusivrecht darauf, dass mein Link auf einer Seite nur einer von wenigen bleiben wird, kann ich daraus allerdings nicht ableiten.

  10. Markus Schall sagt:

    Wie Recht der Autor hat – Linkaufbau ist schließlich nur einer von vielen SEO-Bausteinen. Wer Onsite seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, wird das mit Linkaufbau kaum rausreißen können 😉

  11. Stefan Heidrich Website sagt:

    Ich bin im Bereich SEO zwar noch recht frisch und habe noch viel zu lernen, aber guter und nachhaltiger Content mit relevanten und semantischen Keywords verschafft in meinen Augen erst die nötige Substanz. Es ist verdammt schwer guten und individuellen Mehrwert in seiner Nische zu bieten, weil man sich immer wieder aufs Neue in die User hineinversetzen muss.

    Im Suchradar gab es Ende letzten Jahres eine Artikel mit der Kernaussage, dass man nicht auf jeden Zug aufspringen muss.

    Meine Meinung: Wer nur getrieben ist und herumhetzt um sich – jetzt auf den oben aufgeführten Artikel herunter gebrochen – brauchbare Backlinks zu verschaffen entbehrt SEO die wesentliche Grundlage: Dem Nutzer den passenden Inhalt und individuellen Mehrwert zu bieten.

  12. Meik sagt:

    Ich teile die Meinung des Autors in allen Belangen. Wie ich meine herauszuhören, hat der Autor des Artikels ein sehr ähnliches, wenn nicht sogar gleiches Denken, wie ich. Er hat schon recht mit seiner Aussage die Kirche im Dorf zu lassen und sich nicht immer auf Statistiken usw. zu verlassen. Man sollte auch nicht alles glauben, was man hört und liest. Da SEO kein Beruf im eigentlichen Sinne ist und das Internet auch gerade einmal 20 Jahre jung ist, kann niemand auf der Welt behaupten SEO etc. zu beherschen, dafür ist das Netz noch nicht alt genug.

    Natürlich sollte man sich beim Linkaufbau im Klaren sein, dass man Links nur aus einem einizigen Grund setzt und setzen lassen möchte. Der User muss in der Verlinkung einen informativen Sinn sehen, der ihn auf weitere interessante Sites mit dem gleichen Thema verweist.

    Im Grunde genommen, würde ich behaupten, das SEO durch das stetige Verbessern der Crawler immer einfacher wird. Es ist immer mehr zu beobachten, dass Google und Co. ihre Crawler so gestalten, dass sie fast, wie ein Mensch das Internet durchstöbern. Und genau darauf sollten sich alle, meines Erachtens besinnen. Konzipiert eure Seiten so, dass sie ansprechend, informativ und schön sind und zum verweilen einladen. Ich behaupte einfach mal, dass dies der beste Weg für jede Seite ist eine hohe Platzierung in den Suchergebnissen zu bekommen.

    Wie ich schon immer sagte:“Schreibt für Menschen, nicht für Suchmaschinen“

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