Glaubt man neusten Untersuchungen, werden Suchmaschinen immer öfter dafür genutzt, einfach nur Zeit totzuschlagen. Neben der Informational, Transactional und Navigational Search scheint sich eine Suchform herauszubilden, welche sich am besten als Casual Search, also beiläufiges Suchen bezeichnen lässt…
Die Ergebnisse (PDF) zweier unter anderem von der Universität in Erlangen gemachten Untersuchungen zeigen, dass Nutzer bekannter Suchmaschinen immer öfter gar nicht auf ein konkretes Ziel (Informationsbeschaffung usw.) ausgerichtete Anfragen stellen, sondern und Google und Co. einfach nur dafür nutzen, um ihrer momentanem Stimmung entsprechende Inhalte aufzustöbern.
- In Casual search the information found tends to be of secondary importance to the experience of finding.
- The success of Casual search tasks is usually not dependent on actually finding the information being sought.
- Casual search tasks are often motivated by being in or wanting to achieve a particular mood or state. Tasks often relate at a higher level to quality of life and health of the individual.
- Casual search tasks are frequently associated with very under-defined or absent information needs.
Die steigende Anzahl relativ undefinierter Anfragen stellen die Betreiber bekannter Suchmaschinen vor ein Problem. Anfragen wie `lustige Bilder´, `interessante Dokumentation´ oder `unterhaltsamer Film´ lassen sich nur sehr schwer bestimmten Ergebnissen zuordnen. Obwohl die Klickrate auf Werbung im Zuge der Casual Search relativ hoch sein dürfte, scheinen sich die Betreiber bislang noch kaum mit diesem Problem beschäftigt zu haben.
In Bezug auf die Optimierung von Webseiten bedeutet die steigende Anzahl mit einer konkreten Stimmung verbundener Anfragen, dass man zukünftig noch mehr auf die jeweiligen Wünsche seiner Besucher wird eingehen müssen.
Findet z.B. ein gerade gelangweilter Casual Searcher bei der Suche nach `interessante Dokumentation´ nicht wirklich einen Inhalt, der ihn aus seiner eher destruktiven Stimmung befreit, wird er sich kaum die Mühe machen, noch länger auf der Seite danach zu suchen…
Gretus





















Twitter ist kaputt. Bei Euch auch? #lol
Sehr interessante Studie. Suche ist weit mehr als nur ein Ergebnislieferant, sie muss auch vermehrt verschiedene Ansichten auf Inhalte bieten und Usern verführen, Inhalte anzusehen und länger zu verweilen.
Die großen SUMAs versuchen diesen emotional nach Stimmung eingefärbten Suchverhalten schon gerecht zu werden. Insbesondere bing.com zeigt hier schon gute Szenarien zum Verweilen, z. B. zum Thema Movies oder Celebrities.
Aber auch Shoppingportale ziehen verstärkt in der Suche nach, durch Funktionen die das Suchverhalten nach Ablenkung und zugleich Führung durch Ergebnisse gezielt unterstützen (Recommendations, Facetten, Themencluster (Stimmungscluster) etc.)