Anhand des kürzlich von Johannes auf sistrix.de geschriebenen Artikels `Wohin entwickelt sich der Linkgraph?´ lässt sich erkennen, welche unterschiedlichen Ansätze einer Suchmaschine bei der Relevanz-bewertung von Webdokumenten mittlerweile zur Verfügung steht…
War es Suchmaschinen wie Google bis vor einiger Zeit noch möglich, die reine Verlinkung eines Web-dokuments als ausschlaggebendes Kriterium für dessen Relevanz heranzuziehen, birgt die letztendlich auf den PageRank aufbauende Methode der Relevanzbestimmung mittlerweile zahlreiche Schwächen. Kaum eine Verlinkungsstruktur einer unter einem hoch frequentierten Keyword gut gelisteten Webseite ist noch echt, d.h. das einst von Google eingeführte Patent des PageRanks wird trotz dauernder Warnungen von Google gezielt, z.B. mit gekauften oder getauschten Links unterwandert.
Was passiert, wenn man immer noch den Linkgraphen als ausschlaggebendes Rankingkriterium von Webseiten heranzieht, lässt sich an den kürzlich von Google durchgeführten Änderungen am Algorithmus (Brandupdate, Brands for … usw.) erkennen. Um Spam aus den Ergebnissen zu verbannen, bleibt Google offensichtlich nichts anderes übrig, als seinen Algorithmus immer weiter dahingehend zu verändern, dass Besucher nur noch auf ohnehin schon bekannte Webseiten geleitet werden. Da die klassische Verlinkung eines Webdokuments nicht mehr als natürlich angesehen werden kann, wird ein sich ausschließlich darauf stützendes Bewertungsverfahren früher oder später auch seine Schwächen offenbaren.
Ähnlich verhält es sich dem Socialgraph, einem auf die Erwähnung eines Webdokuments im Social Web aufbauenden Verfahrens zu Bewertung von Webinhalten. Die zumeist durch Echtzeitanwendungen (Facebook, Twitter usw.) zustande gekommene Verknüpfung eines Webinhalts ist kein aussagkräftiges Qualitätsmerkmal, da aus der sich stetig im Wandel befindlichen Struktur des Social Webs kaum verlässliche Kriterien zur nachhaltigen Bewertung dort zumeist nur über einen kurzen Zeitraum erwähnter Inhalte entstehen können. Anders ausgedrückt, ist eine durch den kurzfirstigen Austausch von Mitgliedern sozialer Netzwerke entstandene Verknüpfung eines Dokuments als genauso unnatürlich anzusehen wie die aufgrund von gezielten Maßnahmen eines Webseitenbetreibers aufgebaute klassische Verlinkung eines Webdokuments.
Neben der sich nun ergebenden Möglichkeit, den klassischen Linkgraphen zusammen mit dem Socialgraph algorithmisch zu vereinen, sehe ich im Gegensatz zu Johannes schon die Notwendigkeit einer völlig neuen Herangehensweise an die Strukturierung von Inhalten des World Wide Webs. Das ständige Ausmerzen der Suchergebnisse zu Gunsten bekannter Webseiten und damit zu Lasten der Objektiv bzw. die of kaum einen Mehrwert bietende Ergänzung der Ergebnisse durch Einblendungen aus dem Social Web sind allesamt Entwicklungen, welches eines deutlich machen.
Eine lediglich vorhandene Inhalte für die Allgemeinheit aufbereitende Suchmaschine hinkt den Entwicklungen des Internets mittlerweile hinterher. Die Suchmaschine von morgen wird uns unter Berücksichtigung unserer persönlichen Verflechtung im Social Web für unsere momentane Situation komplett neu aufbereitete Inhalte für das reale Leben bereitstellen und damit auf allgemeine Qualitätskriterien zur Bewertung von Inhalten komplett verzichten können…
Gretus




























Tja, da könnte man das ja Sepita und Mediadonis machen lassen
Und wir greifen dann auf deren Dokumente zu. Gute Idee!
Hallo Thomas,
was willst Du denn konkret machen lassen? Versteh ich nicht…
Grüße
Gretus
Ich hätte am liebsten eine Art ‘offenes Buch’ für SEO in Deutschland, welchen Link man braucht, und welchen Link nicht, und wie man was mit welcher Seite am besten macht. Ganz ehrlich wird mir da immer zuviel Geheimnis gemacht. Es gibt andere Industrien (Open source) ect. – Die sind viel offener. Google könnte auch ruhig mehr Infos nach draussen geben!
Hallo,
so ein Buch gibt es, guckst Du hier
Grüße
Gretus
@Gretus … ymmd!
Ok, danke Dir
Schönes WE noch!
Und sie wird wohl unser bisheriges Klickverhalten viel mehr beruecksichtigen. Wer oft nach Zootieren sucht, bekommt unter “Jaguar” eben keine Autos mehr zu sehen.
Und durch staendiges Umsortieren der Ergebnisse (siehe die neue Anzeige der SERP-Position in WMT) basieren die SERPs mehr und mehr auf der individuellen Nutzerzufriedenheit (sucht der Nutzer weiter oder war der angeklickte Link ausreichend gut).
Ob G dafuer wirklich das Social Web braucht?
Durch GA, AS, ReCAPTCHA, hosted JS libraries, eingebettete YouTube Videos oder Docs, usw. sieht inzwischen praktisch alles und kann jedes Benutzerverhalten zur Bewertung einer URL heranziehen.
Leider können Captcha und co. inzwischen auch gelesen werden. Social Media Spam ist leider noch lässtiger als normaler. Wenn sich jetzt durch Social Media mehr Geld verdienen lässt dann sehe ich genau das kommen.
Also ich meine es wäre strategisch gesehen unklug von Google das Ranking nur (oder überwiegend) auf dem Nutzerverhalten auf den eigenen SERPs zu orientieren. Google ist nicht das ganze Internet. Besucher kommen auch direkt oder über andere Quellen auf Webseiten und finden diese gut. Ein Link ist die Grundlage des Internets, genau so wie Straßen – man kann keine Karte einer Stadt machen ohne die Straßen zu berücksichtigen.
Hallo Gretus,
einmal mehr ein sehr schöner Artikel! Macht doch immer wieder Spaß eure Seite zu besuchen.
Wie du auch schon im Artikel erwähnt hast: “… Suchergebnisse zu Gunsten bekannter Webseiten und damit zu Lasten der Objektiv bzw. die of kaum einen Mehrwert bietende Ergänzung … ” Wie viele andere auch, muss ich gerade für das Abitur eine Facharbeit schreiben. An solch banalen Beispiel sieht man dann, dass es ohne Kenntnisse des Internets wirklich schwer ist und wird geeignete Informationen zu finden. Wikipedia hilft da schon lange nichts mehr und platziert sich in der Serps an Platz 2, hinter einem Werbelink.
Die eigentlichen Inhalte findet man nur noch sehr schwer…
…vor ein paar Jahren gab es einen schönen Kinofilm mit Tom Cruise: Minority Report. Vielleicht bekommen wir demnächst unsere Suchergebnis auch so vorgetragen. Nicht weiter nachdenken oder nachfragen – einfach hinnehmen!
Liebe Grüße
Patrick
Dass Google nicht unbedingt die relevantesten Suchergebnisse auf den ersten Plätzen anzeigt, ist (m. E.) ja durchaus beabsichtigt. Google’s wirtschaftlicher Erfolg resultiert aus den AdWords-Klicks, die – isoliert betrachtet – weniger werden, wenn die organischen Ergebnisse perfekte “Lösungen” liefern. Solange die Nutzung so hoch bleibt, wie sie aktuell ist (in D = 90%), wird Google wenig Grund haben, viel zu ändern.
Meines Erachtens wird sich daran erst dann etwas ändern, wenn Konkurrenten ein “besseres” bzw. beliebteres (Ranking-) System anbieten und anfangen, Google signifikant Nutzer abzugraben. Jedenfalls bin ich ganz bei Gretus, was das Potenzial des “Social Graph” angeht. Früher oder später werden die Linkempfehlungen bzw. Suchergebnisse UND Anzeigen auch bei Google verstärkt (und unter besonderer Berücksichtigung der persönlichen Likes mir mit Blick auf ihre Vorlieben nahe stehender Menschen – Stichwort “Amazon 2.0″) individuell sortiert werden.
@Markus Bauer
Einige Veränderungen bei den Konkurrenten sind ja schon zu erkennen. So hat Bing die Sidebar (links neben den Suchergebnissen) eingefüht, die kurze Zeit später auch von Google übernommen wurde. Ähnlich verhält es sich mit den Hintergrundbild, dass man jetzt bei Google selbst auswählen kann.
Bin sehr gespannt, wie lange es es noch dauert, bis Bing den Suchmaschinenriesen Google ernsthaft gefährlich wird. Da Google schon kopiert, wird das Ganze nicht mehr in utopischer Entfernung liegen
Liebe Grüße
Außerdem ist dann der Rankingalgorithmys noch leichter simulierbar. Man baue einen Script der die SERPs nach der Wunschseite durchsucht, drauf klickt, weitere Klicks auf der Webseite betätigt und/oder eine Zeitlang drauf bleibt. Div. IPs und fertig.
[...] endlich mal der Durchbruch gelingt, oder die sozialen Netzwerke (Stichwort Socialgraph bzw. Personalgraph) mehr Ranking-Relevanz bekommen [...]