Es gibt mittlerweile keine echten Links mehr im Internet! Zugegeben, die These erscheint auf den ersten Blick etwas provokant, gänzlich falsch ist sie aber vielleicht nicht.
Ein echter Link in diesem Zusammenhang ist ein Link, der eine tatsächliche Empfehlung eines Seitenbetreibers, Redakteurs oder des für den Seiteninhalt verantwortlichen Menschen darstellt. Ein von Emotionen geprägtes Ereignis also, welches die entsprechende Veranlassung auslöst, eine Empfehlung auszusprechen und die entsprechende Webseite zu verlinken…
Das Prinzip der Vernetzung durch Links hat Google mit Einführung des PageRanks zu seinem wichtigsten Bewertungskriterium für Webseiten gemacht. Man scheint also grundsätzlich davon auszugehen, dass sich gute Arbeit durchsetzt und das emotionale Bedürfnis, andere zu empfehlen, weit stärker ausgeprägt ist als Mechnismen des Marketings.
Das Ergebnis kennt jeder, insbesondere in Deutschland regiert der Linkgeiz. Man setzt Links nicht mehr als Empfehlung, sondern bestensfalls als bewusste Gefälligkeit. In den meisten Fällen möchte man eine direkte Wertschöpfung erreichen, also Entgelt oder Gegenlinks bekommen. Dieses Verhalten zieht sich von kleinen Webmastern bis hin zu großen Magazinseiten durch. Wer pessimistisch denkt, könnte fast zu dem Schluss kommen, dass es nur noch künstliche Links gibt und echte Verlinkungen ausgestorben sind. Tatsächlich würde ich das Verhältnis von echten zu unechten Links, gemessen an der Stärke der Links und das Deepweb einmal ausgenommen, auf 1:10 schätzen. Auf einen echten Link kommen also zehn künstliche Links!
Dieses hat nun zur Folge, dass Content eben nicht der King ist. Der Schlüssel zum Erfolg sind bessere Links als der Wettbewerb. Wer sich also darauf verlässt, durch guten Content Links zu bekommen, der hat mittlerweile verloren.
Gegen das Grundgesetz des Marktes, dass nämlich gute Arbeit alleine nicht reicht, wird auch Google nichts machen können. Um sich mittelfristig vom starken Einfluss von Backlinks zu trennen, konzentriert man sich zunehmend auf andere Faktoren zur Relevanzbewertung von Webseiten. Ein weiteres Argument hierfür ist der finanzstarke Linkmarkt, an welchem Google selbst nicht partizipieren kann.
Die Veränderung hin zu linkunabhängigen Rankingfaktoren wird selbstverständlich nicht schlagartig eingeführt, sondern langsam vonstatten gehen. Ich persönlich denke, dass es zunehmend immer mehr nachgelagerte Rankingfaktoren geben wird, so dass tatsächlich der beliebteste Content – wie immer auch Google dieses bewerten wird – langfristig auf den vorderen Plätzen zu finden sein wird. Dieses bedeutet, dass Links zwar weiterhin wichtig sein werden, z.B. um auf guten Content aufmerksam zu machen, aber nicht mehr der wichtigste Schlüssel zum Erfolg sein werden.
Klar ist, dass eine deratige Bewertung von Inhalten sehr aufwendig ist und viele Ressourcen benötigt. Ich schätze den Bedarf allerdings nicht wesentlich größer ein, als Links algorithmisch als unnatürlich zu enttarnen. Für mich zumindest ist daher klar, wohin der Kurs bei Google geht…
Constantin
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Hallo,
man sollte erwähnen, dass sich einfach auch die Art und Weise der Empfehlung im Internet verändert hat. Wo früher noch ein kurzer Blog geschrieben wurde, wird heute einfach kurz getwittert.
Aber auch hier gilt das Gleiche wie beim Linkgeiz. Gewissen Leuten gönnen einige einen womöglichen Mehrwert durch ihren Retweet oder einen Link einfach nicht. Kann man nichts machen…
Grüße
Gretus