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Google Penalty – Kann eine SEO Agentur dafür haftbar sein?

SEO  |   |  , 10:12 Uhr  |  24 Kommentare

Um Euch ein schnelles Meinungsbild über aktuelle Entwicklungen im Bereich Suchmaschinenoptimierung geben zu können, möchten wir von SEO-united.de zukünftig regelmäßig Experten aus der Branche um ein kurzes Statement zu gerade heiß diskutierten Themen bitten. Die heutige Frage, welche wir ausgewählten Experten im Zuge einer Blitzumfrage in Bezug auf rgblog.de gestellt haben, lautet `Google Penalty – Kann eine SEO Agentur dafür haftbar sein?´ Hier einige Statements dazu:

Jens Fauldrath, takevalue.de

Jens FauldrathDie Frage ist einfach zu beantworten, Ja! SEO-Agenturen können Schäden ver-ursachen also können sie auch haftbar gemacht werden. Wie bei jedem Fall von Schadensersatz ist natürlich der Geschädigte in der Nachweispflicht bezüglich des eingetretenen Schadens sowie der Verursachung des Schadens durch die Agentur.

Moralisch bin ich über die Sorglosigkeit in der Branche entsetzt. Auch kann ich nicht viel damit anfangen, wenn sich Agenturen SEO-Dienstleistungen verkaufen, am Ende aber nur Budgets in Netzwerken investieren. Das hat nichts mit SEO zu tun, zeugt aber von einem guten und nicht grade moralischem Geschäftssinn der das Risiko für die Kunden billigend in Kauf nimmt. Und einfach nur etwas mehr für Links in den Netzwerken zu bezahlen macht aus Mist keine Qualität.

Leider gibt Google noch recht wenigen Informationen dazu, welche Links zu Abstrafungen geführt haben. Ich hoffe, dass Google diesbezüglich etwas großzügiger wird. Sobald in den Webmaster Tools Links von Agenturen benannt werden, die zu einer Abstrafung geführt haben, ist die Beweislage eindeutig. Ich denke den meisten Gerichten wird eine offizielle Aussage von Google zu diesem Thema ausreichen.

Robert Hartl, netprofit.de

Robert HartlHier gelten grundsätzliche die normalen Haftungsregeln, die üblicherweise ein schuldhaftes Verhalten voraussetzen. Hier kommt es letztlich auf die beweisbare Vereinbarung zwischen den Parteien an, denn bei vielen Maßnahmen ist man schnell in einem Grenzbereich, wenn man die Google Richtlinien als Maßstab heranziehen will. Wenn man aber bei manchen Kunden sieht, wie die vorher „bedient“ wurden, wie sehr Auftrag und Leistung divergieren, sollte man meiner Meinung solches Geschäftsgebahren viel häufiger nicht auf sich beruhen lassen.

Um es klar zu stellen, ich bin kein Freund rechtlicher Lösungen, das kann nur die letzte Möglichkeit sein. Wer qualitativ gut arbeitet, wird aber im Regelfall auch weiterhin wenig zu befürchten haben.

Hanns Kronenberg, sistrix.de

Hanns KronenbergDiese Frage sollte man definitiv besser einem Rechtsanwalt und nicht einem SEO stellen. Nach meiner Auffassung spielen die Vertragsart und -gestaltung zwischen Agentur und Kunde dabei eine wichtige Rolle. Zudem müßte man zweifelsfrei nachweisen können, das tatsächlich eine Google Penalty vorliegt und die Agentur dafür verantwortlich ist. Wenn es eine Penalty-Meldung in den Webmaster-Tools z.B. wegen gekaufter Links gibt und die Agentur diese Links zuvor in Rechnung gestellt hat, ist die Situation relativ klar. Dann muss noch der Vertrag geprüft werden. Zudem müsste geklärt werden, ob die Agentur den Kunden ausreichend über die Risiken aufgeklärt hat und der Kunde bewusst das Risiko in Kauf genommen hat.

In vielen Fällen gibt es aber nicht diese eindeutigen Beweise. Dann dürfte es unabhängig von der Vertragsgestaltung und Risikoaufklärung schwierig werden, eine Agentur für verlorene Rankings haftbar zu machen. Daher sollten Kunden sich selbst SEO-Know-how aneignen, um eine Agentur zuverlässig beurteilen und steuern zu können.

Markus Koczy, akm3.de

Markus Koczy Grundsätzlich kann eine SEO-Agentur haftbar für eine Google Penalty sein, sofern Spam-/Blackhat-Maßnahmen Anwendung fanden und der Kunde nur über Chancen, nicht aber über Risiken der ergriffenen Maßnahmen aufgeklärt wurde. Dies ist jedoch meiner Meinung nach nur dann der Fall, wenn der Kunde kooperativ handelt, also sämtliche Maßnahmen – von Contenterstellung, über technische Optimierungen bis hin zu Linkmarketing-Maßnahmen – mit der Agentur eng abstimmt. In diesem Fall sollte die Agentur zumindest auf Updates des Google-Algorithmus zeitnah und angemessen reagieren können – schließlich handelt es sich bei Agenturen um Berater. Handelt der Kunde hingegen eigenständig, kauft er „nebenher“ Links in entsprechenden Netzwerken ein und hofft auf schnelle Erfolge, statt auf eine nachhaltige permanente Verbesserung der Sichtbarkeit, so sehe ich die Agentur nicht in der Haftung. In diesem Fall sollte sich die Agentur jedoch zweimal überlegen, ob sie den Kunden betreuen möchte und das Risiko schlechter Reputation und ggfls. eines gerichtlichen Verfahrens eingehen möchte.

Des Weiteren stellt sich die Frage beim Thema Linkakquise, wo der „gekaufte Link“ wirklich anfängt. Oft werden Agenturen für die Generierung von Empfehlungen pro Link vergütet, ohne dass der Link gegen monetäre Vergütung entstanden ist. Ist die SEO-Agentur dann auch haftbar, wenn Google diesen Link trotzdem als schädlich empfindet?

Eric Kubitz, contentmanufaktur.net

Eric KubitzNatürlich ist eine SEO-Agentur für eine Google Penalty verantwortlich – wenn sie den Grund für die Penalty geliefert hat. Die knifflige Frage dabei ist aber: Was war der Grund und was war der Auslöser für eine Penalty? Denn auf jeder Webseite findet Google auch Mist: Duplicate Content, Thin Content, teilweise unnatürliches Linkprofil, miese Link-Quellen usw. Zusätzlich ändern sich die Zeiten ständig und Link-Quellen, die vor zwei Jahren noch o.k. waren, sind heute böse.

Ich stelle mir diese Gründe für eine Penalty dann wie Spielkarten vor, die man zu einem Haus zusammenbastelt. Bei irgend einer Karte funktioniert die Statik schließlich nicht mehr und alles bricht zusammen. Die letzte Karte war dann der Auslöser – aber nicht der einzige Grund.

So, und wenn also eine SEO-Agentur weitere Karten (also „potentielle Gründe für eine Penalty“) auf eine ohnehin schon wacklige Seite packt, ist sie jedenfalls für den Zusammenbruch verantwortlich. Es sei denn, sie hat die Risiken IHRER Arbeit aber auch die vorhandenen Risiken zuvor dem Kunden erklärt und ihn gefragt, ob er das Risiko eingehen möchte. Tut die Agentur das nicht, handelt sie meiner Ansicht nach fahrlässig (falls sie die anderen Risiken nicht kennt) oder gar vorsätzlich (wenn sie die Risiken kennt aber nicht kommuniziert).

Ob eine solche Verantwortung für eine Penalty allerdings auch die Haftung betrifft, müssen Juristen klären. Davon habe ich zu wenig Ahnung…

Julian Dziki, seokratie.de

Julian DzikiOb eine Agentur haftbar gemacht werden kann, das kann natürlich nur ein Anwalt klären. Als Laie habe ich gehört, dass es beinahe unmöglich ist, seine Agentur haft-bar zu machen, außer es werden Rankings garantiert (Werkvertrag). Vielleicht ist es eher eine moralische Frage, ob sie dafür haftbar gemacht werden sollte?

Wir leben in einem fremdbestimmten System und haben keinen Einfluss auf die organische Listung bei Google. Eine Agentur wegen einer Penalty zu verklagen wäre in etwa so, als würde man eine klassische Werbeagentur verklagen, weil eine be-stimmte Werbeplakat-Kampagne nicht eine bestimmte Anzahl an Neukunden gebracht hätte.

Wo allerdings gezielt Desinformation betrieben wird, da sollte man schon genauer in den Vertrag gucken. Wer Links im Auftrag von Kunden kauft, der muss diesen unbedingt über die Risiken aufklären! Viele Kunden haben keine Ahnung, welche Links ein Dienstleister aufbaut bzw. ob überhaupt. Da sind aber leider oft auch die Kunden schuld. Wenn ich eine Dienstleistung in Anspruch nehme, dann sollte ich mich vorher informieren, vergleichen und dann den passenden Dienstleister auch auswählen, sowie später eben kontrollieren! Das sollte man mit allen Dienstleistern machen, die man beauftragt – nicht nur mit SEOs.

Im Fall dieses einen Blogposts übrigens ist meiner Meinung nach nur die Überschrift etwas zu reißerisch ausgefallen. Die Ansprüche wurden ja nur in einem Schriftsatz geltend gemacht und nicht vor Gericht. Der Nachweis, dass genau die Links der Agentur Schuld waren, könnte ja nur von Google direkt erbracht werden. Und ich bezweifle, dass Google sich in die Karten schauen lässt, weil in Deutschland ein (vergleichsweise) kleiner Prozess darüber geführt wird.

Malte Landwehr, maltelandwehr.de

Malte LandwehrDer Geschäftsführer eines Versicherungsportals schreibt in dem von Euch als Grundlage für die Umfrage hergenommenen Artikel, dass eine SEO Agentur für einen sechsstelligen Schaden haftet. Er zitiert kein Urteil und nennt kein Gericht, das dieses Urteil gefällt hat. Zusätzlich sagt er, dass solche Fälle nicht selten seien und untermauert diese Aussage mit weiteren 0 (in Worten: Null) Beispielen. Außerdem wird im Text immer von „sechsstellig (!)“ gesprochen, wenn auch „sechsstellig“ ausreichen würde. Besagter Artikel soll nicht informieren oder aufklären, sondern beim lesenden SEO zu einer emotionalen Reaktion (konkret: Angst) führen. Es wird dann ja auch direkt auf eine Vermögensschadenhaftpflicht als Lösung für dieses vermeintliche Risiko hingewiesen 😉

Da sich mittlerweile jeder zweite SEO auf die Fahne geschrieben hat, CRO zu betreiben und nach ver-schiedenen Persönlichkeitsmodellen Personas für seine Content Marketing Kampagnen konzipiert, kann ich nicht verstehen, wieso alle auf diesen Verkaufsartikel hereinfallen. Der Artikel taugt als Case Study für exzellentes Content Marketing, das direkt zum Verkauf führt.

Mario Fischer, website-boosting.de

Mario FischerDie Frage ist eigentlich sehr leicht zu beantworten: Wer jemand anderem einen (auch wirtschaftlichen) Schaden zufügt oder die Verantwortung dafür trägt, ist er zum Ersatz dieses Schadens verpflichtet. Das war´s aber auch schon mit „leicht“. Denn die Ursächlichkeit des Handelns (oder Unterlassens) der SEO Agentur für eine Strafe bei Google muss vor Gericht nämlich zweifelsfrei nachgewiesen werden. Bei fachlichen Fragen braucht ein Richter zur Entscheidung immer einen amtlich vereidigten Sachverständigen. Das Problem ist hier, dass diese Sachverständigen in Fragen von Googlestrafen leider oft nicht so sachverständig sind, wie der Name glauben lässt. Nicht selten müssen sie selbst erst einmal googlen, um was es überhaupt geht. Entsprechend entstehen übrigens hier meist die von der Fachwelt beschmunzelten, aber auch erschrecken-den Urteile der Amtsgerichte. Die werden dann meist von den Landgerichten wieder kassiert bzw. aufgehoben.

Aber ob der Sachverständige nun SEO-Spezialist ist oder nicht: Was antwortet er auf die Frage eines Richters, ob er zweifelsfrei bestätigen kann, dass dieser oder jener Link oder auch die Summe mehrerer Links ursächlich für eine Strafmaßnahme von Google war? Dahammers. Mit Sicherheit kann hier vor Ge-richt niemand außer Mitarbeiter von Google mit Einblick in die Daten sagen, was tatsächlich ursächlich war. Man kann begründet vermuten, das ja. Man kann sagen, „aus Erfahrung heraus…“, ok. Aber sicher? Hier kann ehrlicherweise niemand nicken.

Könnte nicht auch das besch…eidene Design und die damit einhergehende Bouncerate den letzten Ausschlag gegeben haben? Oder Links, die schon vor 10 Jahren gesetzt wurden?

Ich hatte diese Thematik übrigens schon Mitte letzten Jahres im Blog. Anders sieht es natürlich aus, wenn Google in den Webmastertools konkrete Links als Beispiele nennt, warum eine Strafe verhängt wurde UND diese Links nachweislich von der SEO Agentur gebaut wurden. Hier ist alles eindeutig und kausal. Ohne solche Beweise bzw. Aussagen von Google wird es sicher schwer, die Kausalität zu beweisen. Ob der Richter die richtigen, kritischen Fragen stellt und wie sachverständig der Sachverständige wirkt, wird wohl am Ende entscheiden, wie solche Fälle ausgehen. Und natürlich, ob der gegnerische Anwalt ebenfalls Sachverstand am Tisch sitzen hat, mit dem er zeigen kann, dass Sachverständige oft selbst schnell nur mal gegoogled haben 😉

Die Diskussion zeigt aber, wie hemdsärmelig und amateurhaft (im betriebswirtschaftlichen Sinn!) zum großen Teil SEO auch heute noch betrieben wird. Es ist zu befürchten, dass vielen SEOs gar nicht be-wusst ist, welchen wirtschaftlichen Schaden sie durch Unachtsamkeit oder Unwissen anderen zufügen können! Umgekehrt sind die Unternehmen nicht ganz unschuldig, weil leider oft nicht genau hinsehen, wen sie beauftragen. Hauptsache billig. Das ist am Ende nicht selten die teuerste aller Varianten.

Wir bedankten uns bei den Teilnehmer und hoffen, dass auch bei unserer nächsten Umfrage wieder einige von Euch mitmachen werden…

Eure SEO-united.de Blogger
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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Malte Landwehr Website sagt:

    Inhaltlich stimme ich den anderen natürlich zu! Mehr als meine Wutrede hat aber nicht ins Umfrage-Feld gepasst 😀

    • Gretus Website sagt:

      Hi Malte,

      schon in Ordnung, im Prinzip hast Du ja Recht gehabt. Dennoch interessant, wie sich die rechtliche Lage da so darstellt. Was bleibt ist z.B. die Frage, ob Google die Beispiellinks bei einer Penalty Benachrichtigung tatsächlich manuell oder automatisiert auswählt…

      Grüße

      Gretus

  2. Oink sagt:

    Ihr macht ja immer noch diese Bindestriche rein… „ver-ursachen“ etc. 😀

    • Gretus Website sagt:

      Hallo Oink,

      joo, ich versuche mir das aber langsam abzugewöhnen. Es sieht bei mir manchmal nur sooooooooooooooooooooooo komisch aus, dann kann ich einfach nicht anders 😉

      Grüße

      Gretus

  3. Alex sagt:

    Wenn das so einfach wäre und alle geschädigten Kunden Schadensersatz bekämen – wären demnächst eine ganze Menge „SEO Agenturen“ pleite. Wieso auch nicht. Mehr Kunden für die guten … Schädlicher Linkaufbau, Ausfall durch Programmierfehler, Deindexierung durch robots Sperre, usw.

    Je nach Größe der Webseite kann durch ungeschultes Personal, unkonzentrierte (stressbedingte) Arbeitsweise oder profitgeile Philosophie RICHTIG viel Schaden verursacht werden.

    Haftung der Agentur ist bei offensichtlicher Verursachung unbedingt notwendig! Wer dieser Tage bspw. noch riesige Linkpakete anbietet handelt meiner Ansicht nach sogar vorsätzlich.

    Kunden haben aber leider in den wenigsten Fällen überhaupt das Know-how Beweismittel zu sammeln. Abstrafungshinweise in den WMT wären sicher die sinnvollste Alternative.

    Wo bleibt eigentlich die SEO Polizei 😉

  4. Hansdampf sagt:

    Toller Beitrag. Aber als Leser will ich nicht den Senf von Leuten aus der Branche bekommen (immer die Gleichen die sich präsentieren und profilieren) sondern vielleicht fundiertes Wissen von Leuten die sich damit beschäftigen und auch Aussagen treffen können die Hand und Fuß haben.

    • Gretus Website sagt:

      Hallo Hansdampf,

      ehrlich gesagt verstehe ich Deinen Kommentar nicht. Wen hätten wir denn Deiner Meinung nach fragen sollen, dass Du Dich mit dem Artikel hinzureichend informiert gefühlt hättest?

      Grüße

      Gretus

    • Malte Landwehr Website sagt:

      Hansdamf, wenn du Leute vorschlägst, deren Meinung Du hier gerne sehen würdest, wird Gretus sie sicher bei der nächsten Umfrage berücksichtigen.

  5. Kunibert sagt:

    Mal eine Frage in die Runde: Warum sollte eine Agentur haftbar gemacht werden können, wenn sie gar keinen unmittelbaren Einfluss auf die Rankings und Regeln ausüben kann? Google ist eine Blackbox und kann die Spielregeln von heute auf morgen nach belieben ändern. Ein Link, der einem vor ein oder zwei Jahren noch aus den Händen gerissen wurde, kann morgen plötzlich „schädlich“ sein. Woher soll die Agentur das wissen? Hat sie eine Glaskugel? Der Algo ist GEHEIM. Niemand kennt ihn, selbst nur ein paar Leute bei Google (wenn überhaupt) – schon daher ist die ganze Diskussion IMHO hinfällig. Ich kann die Bank ja auch nicht verklagen, wenn ich Aktien von einer Firma kaufe deren Kurs plötzlich in den Keller geht oder die sogar (zwischenzeitlich) komplett liquidiert wird (siehe z.B. General Motors).

    • Googlebot sagt:

      !

    • Malte Landwehr Website sagt:

      Wenn die Bank behauptet, Aktien seien eine sichere Geldanlage, dann schon!

      Grundsätzlich bin ich aber bei Dir. Wirklich fundiert nachzuweisen, dass die Agentur schuld ist, ist quasi unmöglich. Fast alles, was wir als SEOs „wissen“ ist eigentlich Hörensagen und Bauchgefühl. Es gibt kaum SEO-Maßnahmen, die sich sauber messen lassen.

      • Kunibert sagt:

        Eine solche „Sicherheitsgarantie“ wird es weder von einer SEO-Agentur noch von einer Bank geben. Deswegen weisen Banken auch stets darauf hin, dass bei jeder Finanzanlage – also auch bei Finanzprodukten, die dem Risikotyp „geringes Risiko“ entsprechen – das Risiko des Totalverlusts besteht und keine Anlage sicher ist. Warum? Weil die Banken nicht in die Zukunft sehen können. So gesehen hätten die Anleger nicht mal die Bank oder Facebook selbst verklagen können, nachdem einen Monat nach Börsengang die Kurse in den Keller gingen. Die Anleger waren doch alle ganz scharf auf die Aktien. In diesem Fall wäre es die Links.

        Wie du schon richtig sagst: SEO besteht aus Erfahrung, Hörensagen, Bauchgefühl, etc. – den Rest übernimmt Google. Kein SEO kennt den Algo. Auch die Richtlinien können nicht immer vor einer Abstrafung retten, denn selbst Seiten mit vermeintlich guten Links wurden schon abgestraft. Und selbst wenn Google die Links transparent darstellen würde: Vor einem Jahr waren Links noch „gut“ und haben die Sichtbarkeit bei Google sogar verbessert (oder zumindest keine Abstrafung erzeugt). Jetzt plötzlich (z.B. nach einem Jahr) werden sie als „bösartig“ von Google eingestuft und die Seite abgestraft. Wie soll man diesen Fall rechtlich bewerten? Zu damaligen Zeitpunkt hat die Agentur doch alles richtig gemacht. Keine Agentur kann sehen wie Google die Richtlinien und den Algo in einem Jahr ändert. Falls doch, bitte JETZT einen Blogartikel darüber schreiben! 😉

  6. Peter Website sagt:

    Ich sehe es ähnlich wie die Mehrheit. Wer jemand anders einen Schaden hinzufügt, der muss auch für den Schaden haften. Zudem ist es ja auch so, dass die SEO Agenturen ihren Kunden viel Geld in Rechnung stellen. Also sollen sie ihr Tun auch verantworten.

  7. Klaus Website sagt:

    Ein Penalty kann hier leider nur als Rankingverlust definiert werden. Wer soll so ein Penalty bestätigen? Google sicher nicht. (Es sei den in den WMT-Tools, was allerdings eher selten der Fall ist.) Wer mit einem ehemaligen Kunden bei Gericht sitzt, sollte die Ahnungslosigkeit der Richter und Richterinnen zum Thema SEO als Fakt einplanen. In so einem Streitfall wird oft, wenn nichts schriftlich vereinbart wurde, abgewiesen. Ein Vertrag im Vorfeld ist also wichtig, ohne dem wird niemand haftbar gemacht.

    Habe ich, als SEO-Agentur, meinen Kunden in einen Rankinkverlust geführt, dann muss ich meinen Kopf auch hinhalten. Hat für mich etwas mit Geschäftsehre zu tun.

    Genau diese Verantwortung, dem Kunden gegenüber, macht SEO im Auftrag ja so anspruchsvoll. Für mich ist es eine ganz klare Sache. Wenn die Agentur die Verantwortung für ihr Handeln übernimmt, sollte es keinen Streitpunkt geben. Risiken sollten ausserdem im Vorfeld der Aktionen, mit dem Kunden besprochen werden. Eine SEO-Agentur hat dieses „Verantwortungs-Bewusstsein“, für Ihre Kunden.

    Gerne möchte ich hier auch noch den „bösen Kunden“, in die Runde werfen. (Und ja, ich kenne ihn) Kunden die nach einem besseren Ranking drängeln. Diese Kunden, die 12 Monate Arbeit in 3 Monaten haben wollen. Das sind leider meistens auch Penalty-Kandidaten. Soll man da dann noch Mitleid haben?

    • Malte Landwehr Website sagt:

      Klaus, eine Penalty ist eine manuelle Maßnahme von Google. Darüber wirst du in den Webmaster Tools informiert.

      Einen einfachen Rankingverlust als Penalty zu bezeichnen ist schlichtweg falsch. Du kannst ja z.B. auch dein Ranking verlieren weil du in einen algorithmischen Filter (wie Panda und Pinguin) gerätst oder weil deine Konkurrenz mehr Gas gibt.

      Außerdem kann es im SEO nicht immer nur nach oben gehen. Außer in jeder Branche ist nur ein SEO aktiv. Die Werbeagentur von Audi zahlt das Geld doch auch nicht zurück, wenn die Kampagne von BMW besser ist.

  8. Lars sagt:

    Mhm, haften ja oder besser vielleicht, wenn man dem SEO nachweisen kann, das er grob Fahrlässig gehandelt hat. Das finde ich aber für sich alleine schon eine recht schwierige Aufgabe. Zudem stellt sich für mich die Frage, wie lange sollte ein SEO überhaupt in Haftung genommen werden können für SEO-Maßnahmen? Wie schon einige hier schön „Hat sie eine Glaskugel?“ kommentiert haben, wenn Google Regeln gravierend ändert, dann können aus brauchbaren Links oder auch Methoden plötzlich böse Dinge werden und was dann? Und gelinde gesagt traue ich den meisten Richtern im Moment nur sehr eingeschränkt zu, das sie überhaupt den Unterschied zwischen guten und schlechten SEO auf die Kette bekommen, selbst mit einem Gutachten.

    Gibt es schon Gutachter für den SEO-Bereich? Man erinnere sich an die Aktion von vor wenigen Monaten, wo die Sache mit den Abmahnungen erst durchging, weil die zuständigen Leute am Gericht den Unterschied zwischen nur Video anschauen und weiterverbreiten nicht richtig verstanden haben. Ich bin sehr gespannt wie sich das entwickelt, solange Google nicht mehr Einblicke gewährt und das werden sie bestimmt nicht machen.

    • Malte Landwehr Website sagt:

      Gutachter kann glaube ich jeder sein. Du musst nur das Gericht (das keine Ahnung von SEO hat) davon überzeugen, dass du Ahnung davon hast. Das Problem an der Sache ist, dass das Gericht das natürlich nicht beurteilen kann. Daher hätten die meisten SEO-Experten keine Chance. Da helfen nur Dr.-Titel oder Buchautor zu sein.

      • Fabian Website sagt:

        Sachverständiger oder Gutachter darf sich tatsächlich jeder nennen. Vor Gericht darfst du als Sachverständiger zu einer Thematik bestellt werden, sofern du eine Ausbildung oder ein Studium mit deiner Fachspezialität abgeschlossen hast. Im Bereich SEO dürfte sich wohl nach dieser Definition wahrscheinlich jeder „sachverständig“ nennen, der während seinem Abschluss auch nur marginale Berührungen mit dem Internet hatte.

      • Mario Fischer sagt:

        Gutacher werden von der IHK geprüft, sind vereidigt, werden in einer offiziellen Liste geführt und werden amtlich bestellt. Der Stundenlohn vor Gericht beträgt soweit ich mich erinnere unter 30 €. Es gibt nur eine Rubrik für IT, d.h. der Gutachter muss falsche Leitungen im RZ, Programmierfehler in SAP, ein explodiertes Füßchen beim Computerchip beurteilen und eben auch die Frage beanworten, ob und wie schnell man was aus dem Googleindex bekommt, wenn eine Markenrechtsverletzung vorliegt. Die amtlich bestellten, vereidigten Sachverständigen sind nach meiner Erfahrung in Internetsachen eher weniger wirklich sachverständig. Wie denn auch?!

  9. […] In einer Umfrage auf seo-united.de kommen SEO-Experten zu Wort und geben ihre Meinung zum Thema „Schadensersatz bei Verlust des Google-Rankings“ ab. […]

  10. Gustav Gans sagt:

    Richtig „spannend“ wird es ja erst, wenn vor der aktuellen Agentur A bereits vorher eine Agentur B „am Drücker“ war, und die Penalty erst bei der neuen Agentur A (die vielleicht erst gestartet ist) ausgelöst wird. Was dann? Oder was, wenn man nahezu identische Links aufbaut wie ein deutlich stärkerer Wettbewerber – bei diesem nix passiert ist (im Gegenteil), aber beim aktuellen Kunden die Penalty ausgelöst wird? Es gibt einfach zu zu viele offene Fragen und Faktoren, um einer Agentur einfach so die Schuld zu geben. Es gibt wohl keine (oder sollte es zumindest nicht) Agentur, welche die Website des Kunden mutwillig an die Wand fährt…

  11. Niklas Website sagt:

    Interessantes Thema, aber wie schon gesagt ist es schwer nachzuweisen das der Fehler tatsächlich durch die Agentur passiert ist und Google wird einen Teufel tun, um da zu vermitteln. Denke jedoch das die meisten seriösen Firmen es garnicht so weit kommen lassen und wenn ja, dann geschieht es ihnen wohl zu recht, da sie sich nicht an die „Spielregeln“ gehalten haben.

  12. Anton Website sagt:

    Ich finde schon, dass man die rechtlich dafür belangen können sollte. Allerdings ist das ganze ziemlich schwer nachzuweisen, da man ja von Google keine internen Daten bekommt.

  13. Michel Website sagt:

    Ein spannende Fragestellung mit einem guten Artikel. Mal schauen ob es da irgend wann rechtskräftige Urteile geben wird

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