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Google SEO Tools

SEO - Constantin am 1. Oktober 2009 - 20:12  |  15 Kommentare »

Google SEO Tools Ziemlich genau vor einem Jahr hat Johannes Beus alias Sistrix mit der Einführung seiner Toolbox einen neuartigen Markt geschaffen. Getreu dem Leitspruch, eine Idee ist nur dann gut, wenn sie kopiert wird, lässt sich im Nachhinein leicht feststellen, dass Johannes einen guten Riecher hatte und ein Angebotsloch gestopft hat . Zum heutigen Zeitpunkt dürfte sich das Marktvolumen (monatliche Betrachtung) in Deutschland im mittleren bis oberen sechsstelligen Eurobereich bewegen. Eine Wachstumsgrenze nach oben ist derzeit nicht absehbar…

Auch wenn hinter professionellen SEO-Tools eine gewaltige Infrastruktur steckt, so dreht sich der Kern lediglich um drei Informationen bzw. Datenbestände: Backlinks, Rankings und Keywords (inkl. Suchvolumen). Dass die Toolbetreiber zur Erhebung dieser Daten gegen die Richtlinien verstoßen, erscheint weitaus weniger schlimm, als die Tatsache, dass hier extrem viel Traffic ohne reale Nachfrage produziert wird. Diesesverfälscht letztendlich viele Statistiken, insbesondere die hauseigenen der Suchmaschinen. Spinnt man diesen Faden weiter, führen sich die Toolbetreiber insbesondere im Longtailbereich durch ihre regelmäßigen Abfragen der SERPs selbst ad absurdum. Hier ist nicht auszuschließen, dass man auf ein Keyword optimiert, welches seine Daseinsberechtigung innerhalb der Tools lediglich durch computergesteuerte Abfragen erhält.

Goolge dürfte mittelfristig ein großes Interesse haben, diese automatischen Suchen zu unterbinden. Hier wäre für mich die Einführung eines eigenen und kostenlosen SEO-Tools die konsequenteste Lösung. Die Daten sind bei Google ohnehin vorhanden und dass andere diese Daten ebenfalls sammeln, analysieren und gegen Entgeld präsentieren, muss Google ein Dorn im Auge sein. Wenn diese Daten schon professionell aufbereitet werden, dann kann Google dieses auch selbst machen. Und dann richtig.

Auf den ersten Blick klingt die Einführung eines eigenen Google Tools abwegig, aber es gibt einige gute Gründe, wieso dieses in naher Zukunft doch passieren könnte. SEO ist kein Nischenthema mehr und so dürfte es auch im Interesse von Google sein, Daten wie Backlinks und Relationsmuster ect. frei verfügbar zu machen. Wer sich für solche Daten interessiert und diese für sich nutzen kann, der hat am Ende auch ein generelles Interesse daran, seine Seite möglichst qualitativ hochwertig zu präsentieren.

So könnte Google ein solches Tool nutzen, um als Marktführer die Qualität der gerankten Seiten weiter zu erhöhen und auch die Vielfalt innerhalb der Ergebnisse zu erhöhen. Dieses Phänomen gab es in der Vergangenheit schon öfters zu beobachten. Anstatt den Algorithmus zu verbessern, erhöht man die Qualität der gerankten Seiten. Im übertragenen Sinne würde dieses bedeuten, dass es wieder billiger wird, unter einer bestimmten Position zu ranken. Dieses gab es so auch schon bei anderen Google Tools, wie etwa Google Analytics oder den Webmaster-Tools zu beobachten.

Insgesamt hätte Google die User mit der Einführung eines SEO-Tools langfristig gebunden und die Daten wieder inhouse. Je länger ich über die eigenen SEO-Tools von Google nachdenke, desto wahrscheinlicher halte ich deren Markteinführung. Mir fällt nicht einmal ein triftiger Grund ein, der dagegen spricht…

Constantin

P.S.: Wie in den Kommentaren angedeutet, war die Searchmetrics Suite rein chronologisch tatsächlich vor der Sistrix Toolbox zu erwerben. So gesehen ist meine Aussage aus dem ersten Absatz keine Tatsache, sondern meine ganz persönliche Meinung…

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Kommentare / Tweets:

  1. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    ich dachte immer, Marcus mit seiner Searchmetrics Suite wäre der erste gewesen !?

    Lediglich auf die eigene Seite bezogen sind die Google Webmaster Tools bereits jetzt das beste SEO Tool überhaupt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob Google die für ein Tool notwendigen Daten einfach so für andere Domains freigeben darf. Wem dem so wäre, stünde einem Google SEO Tool tatsächlich nichts im Weg…

    Grüße

    Gretus

  2. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Hallo Gretus,

    die Rankings gibt Google ja schon jetzt frei zugänglich zum anschauen. Es wäre hier lediglich eine andere Betrachtungsweise.

    Bei den Backlinks ist es so: Wenn du es dem Crawler nicht durch robots.txt erlaubst deine Website zu spidern, dürfen diese Daten ebenfalls genutzt werden. Dieses tut Google ja auch bereits jetzt schon. Nur eben nicht im ausreichenden Maße. Und: Wenn Google es nicht darf, darf es auch niemand anderes.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  3. Psychic SEO Blog Website sagt:

    Eine sehr interessante Betrachtungsweise und gar nicht so unlogisch gefolgert. Wenn es Google auch noch schafft auf diesem Markt anderen (kostenpflichtigen) Lösungen Markt abzugreifen, dann könnten Google mit einer künstlichen Verknappung der Daten (z.B. der Long tail – oder extrem Long Tail – oder Money Keyowrd Longtail Keys) wieder ein wenig mehr Geheimnis kreieren, ohne dass es die vielen SEOs da draußen, die sich sicherlich auf Google stützen würden, merken würden ;-) – also ganz im Sinne von Google!

  4. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Hallo Psychic,

    ich glaube gar nicht, dass es heute noch notwendig ist, ein Geheimnis um die Sache zu generieren. Der Algorithmus inkl. manueller Nachjustierungsmöglichkeiten macht es einfach überflüssig sich auf diese Weise zu wehren. Generell funktioniert das Spiel doch sehr gut. Da kann man auch wieder mehr Spieler zulassen.

    Die zunehmende Professionalisierung von Internetseiten führt eben auch dazu, dass der Markt automatisch unter wenigen aufgeteilt wird und kleine es schwer haben “durchzukommen”. Klar, offenlegen kann man den Algo nicht, aber Daten künstlich verknappen braucht man in meinen Augen auch nicht.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  5. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    ein SEO Tool dient im Prinzip nur dazu, die Serps zu manipulieren. Google wird nicht Linkkauf usw. Tür und Angel öffnen, sondern sich meiner Meinung nach eher mit anderen Suchmaschinen absprechen, die Datengenerierung für Tools von Drittanbietern weiter zu erschweren.

    Letzteres ist zumindest die andere Alternative zu einem eigenen Tool…

    Grüße

    Gretus

  6. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Hallo Gretus,

    problematisch ist eben nur, dass Google kein Geld mit den organischen Suchergebnissen verdient, sondern mit den bezahlten. Wenn sich Kunden hier zunehmend durch die Google eignenen Staistiken falsch beraten fühlen, steht der Erfolg dieses Geschäftsmodells auf dem Spiel.

    Die Datengenerierung ist ja ein ständiges Katz- und Mausspiel welches Google nicht gewinnen kann. Es sei denn, man nimmt der Datengenerierung die Grundlage, indem man ein eigenes kostenloses Tool auf den Markt bringt.

    Und auch den Linkkauf bringt man damit auf eine qualitativ höhere Ebene.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  7. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    letzten Endes ist es so, dass ich SEO-relevante Daten anderer Domains nur wissen will, um daraus für mich persönlich einen Vorteil zu erzielen. Alle meine daraus resultierenen Maßnahmen sind Manipulation. Unter SEO verstehe ich nicht die Schaltung von Anzeigen.

    Wenn Google Linkkauf auf eine höhere Ebene bringen würde, würden sie ihren Algorithmus selbst lächerlich machen…

    Grüße

    Gretus

  8. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Hallo Gretus,

    wenn das was du als Manipulation verstehst sich aber dahingehend verändert, dass aus “Manipulation” tatsächlich Optimierung der Inhalte wird, hat Google sein Ziel erreicht. Auch eine Zeitung zu veröffentlichen und stetig zu verbessern ist letztendlich Manipulation.

    Es ist ja nicht so, dass Google Daten präsentieren würde, die heute keiner hat. Mit “viel” Geld sind diese Daten ja schon heute käuflich. Man präsentiert die Daten eben nur selbst und macht sie allen zugänglich.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  9. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    wenn Google ein SEO Tool herausbringen würde, dann eines um den Inhalt der eigenen Seite zu optimieren. Und dieses Tool gibt es schon: http://www.google.com/websiteoptimizer ;-)

    Grüße

    Gretus

  10. Huggy Website sagt:

    Hi, ich sehe das recht ähnlich wie Gretus. Der Website Optimizer hat einen wirtschaftlichen Vorteil für Google – Advertiser können ihre Adwords Landingpage so verbessern, dass mehr Conversion stattfinden –> Advertiser schalten mehr / eher bei Adwords.

    Dass Google in Zukunft Links fremder Seiten anzeigt, halte ich für unwahrscheinlich. Zumindest nicht alle. Es ist davon auszugehen, dass Google solche Entscheidungen wie das Zeigen von Inlinks lange berät und nicht aus reiner Intuition handelt. Gäbe es die Yahoo API nicht oder würde yahoo keine links anzeigen, wäre sicher einerseits der Linkkauf nicht so hoch wie er jetzt ist (Hey, Konkurrenzseite hat von dem nen Link, da kauf ich mich ein), andererseits wäre Linkbuilding – so wie google es nicht mag – meines Erachtens deutlich schwerer. Dass Google die Daten also so offensichtlich preisgibt – sei es (wie der Sistrix Sichtbarkeitsindex) die Präsenz einer Domain oder Rankings in der Verganheit (Das wäre sogar noch vorstellbar) glaube ich nicht. Den Grund, dass “Google die USer an sich bindet” sehe ich nicht – schlussendlich geht es darum, was die User, also ganz normalen SUcher nutzen. Ob SEOs für ihre Abfragen yahoo oder google nutzen…was bringts Google? Die Reichweite von Google ist so viel größer als jene von Yahoo, dass man trotzdem bei Google bleiben wird. Auch, wenn sie keine SEO Toolbox anbieten :-)

    Meine Meinung :)

  11. fiacyberz Website sagt:

    Lustige euer Chat hier in den Kommentaren :) Aber gute Idee, denn so können die Besucher daran teilhaben.

    Was die Tools angeht. Ich glaube nicht dass Google hier was machen wird. Vielleicht teilweise die Webmastertools noch erweitern, aber nicht annähernd in dem Umfang wie es die SEO-Tools haben. Bei denen entfacht der Feature-Kampf ja gerade erst so richtig. Freut sich der Kunde und als SEO lernt man evt. den ein oder anderen Ansatz kennen.

    Ich bin gespannt was noch so kommt.

  12. Alf Website sagt:

    Sieht wohl ganz eindeutig nach einer großen Veränderung in dem Bereich SEO und Google aus. Google kann nicht mehr selber de Regeln festlegen, aber hat trotzdem immernoch einen höheren Stellenwert als wir Anwender. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern, also müssen wir uns Google anpassen und nicht Google uns. Ändern werden die immer wieder etwas in ihrem Algo.

  13. Dirk Website sagt:

    Hallo, Google bietet doch bereits eine Menge an Tools an. Ich finde, das Maximum ist hier erreicht. Denn noch mehr Informationen seitens Google bieten ja noch mehr Ansatzpunkte für SEOs, damit sägt Google sozusagen am Kern seines Geschäftsmodells: Den objektiven Suchergebnissen, die eben nicht so leicht zu manipulieren sind und deshalb von den Nutzern akzeptiert werden.

    Ich erkennen auch keinen Sinn darin, dass Yahoo hier derzeit mehr Infos rausgibt (site explorer), immer natürlich aus Sicht der jeweiligen Unternehmen gedacht. ;-)

  14. SEO-untied.de Constantin sagt:

    Hallo Dirk,

    in Bezug auf das Suchvolumen sich doch aktuell auch 95% aller Ergebnisse bewusst manipuliert. Wenn dieses auf professioneller Weise passiert und jeder auch auf die richtigen Keywords optimiert, würde das die Qualität der Serps doch durch die Hintertür verbessern.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  15. Jonas Website sagt:

    Hallo zusammen.

    Ich wundere mich, dass noch niemand Bing mit in die Diskussion eingebracht hat. Das war für mich einer der ersten Gedanken, als es am Anfang hieß, “Bing kann sich nur langfristig mit Google messen, wenn sie mit etwas ganz neuem und inovativen ‘um die Ecke’ kommen.”

    Das wäre doch genau das richtige. Mit den Daten des Yahoo Siteexplorers und den beiden Indexen (ist das der Plural von Index??? :) ) könnte man sicher ein angemessenes Tool auf den Markt bringen. Wobei man damit natürlich noch nicht die breite Masse dazu bringt, die eigene Suche zu benutzen.

    Aber ein Anfang wäre es für schon. Was meint ihr?

    Gruß Jonas