Das Proklamieren der Meinung `SEO ist am Ende´ scheint momentan das beste Mittel, sich als wirklicher Experte auf dem Gebiet der Suchmaschinenoptimierung etablieren zu können. Kern der Aussage ist die Ansicht, dass es in Zukunft immer weniger darauf ankommen wird, in großen Suchmaschinen wie z.B. Google gefunden zu werden. Die Präsenz auf Social Media Seiten wie YouTube, Flickr oder auch in der Blogger Szene wird immer mehr an Bedeutung gewinnen und schon bald SEO als Garant für den Erfolg einer Webseite ablösen…
Bei derartigen Aussagen scheint immer wieder vergessen zu werden, dass der normale Internetnutzer nicht promoviert, sich nicht mit Begriffen wie Web 2.0 beschäftigt oder den lieben langen Tag Webseiten bookmarkt, sondern Mutter Beimer zur Hochzeit mit Erich Schiller gratuliert, in der Warteschleife von 9live festsitzt und auf Kommando für 5 Minuten das Licht ausknipst.
Der normale Internetnutzer sucht nicht nach Produktbewertungen auf speziellen Plattformen, er nutzt die für ihn einfachste Suchmaschine, gibt einen Begriff ein und klickt auf das erste Ergebnis. Die für den Benutzer einfachste Suchmaschine ist Google. Dieses liegt nicht daran, dass die Ergebnisse als besonders relevant erachtet werden, sondern daran, weil alle Google nutzen und das Unternehmen es wie kein anderes versteht, die Marke zu `brandmarken´.
SEO bedeutet übersetzt, eine Webseite für Suchmaschinen zu optimieren. `SEO ist am Ende´ würde bedeuten, dass es keine Webseiten oder keine Suchmaschinen mehr gibt. Natürlich ist es so, dass sich die Methoden einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung mit der Zeit ändern, Ziel wird es jedoch immer sein, eine Webseite in den großen Suchdiensten weit oben zu positionieren. Ob dieses nun mit einem selbst geschriebenen Artikel, einem eigenen Video oder einer Produktbewertung ist, bleibt zweitrangig.
Das Web 2.0 hat das Internet verändert, mit der Einstellung von bewegten Bildern hat es aber bereits seinen Zenit erreicht. YouTube und Co. eignen sich hervorragend, um Werbung für die eigene Seite bzw. Marke zu betreiben, sie werden SEO aber niemals ablösen.
Wer gezielt etwas sucht oder kaufen möchte, der schaut nicht bei YouTube, sondern nutz eine Suchmaschine. Experten sollten niemals vergessen, der normale Internet ist nicht auf dem Weg zum Web 3.0, sondern gerade einmal da, wo die Käuferschicht anfängt, nach Doppelkeywords zu suchen…
Gretus
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Du hättest den Beitrag auch “Ist SEO wirklich ne Ente” nennen können – dann hätte man schreiben können: “Professor züchtet Enten”
Ansonsten ist die Aussage ja mal “so richtig gar nicht” disskussionswürdig & jenseits der Web-Reality – only my 0,42 Cents …
Maßgeblich ist doch immer wonach man sucht und in welcher Branche ich mich befinde. Dabei muss natürlich nicht nur nach der Branche, sondern auch nach Kaufabsicht bzw. nicht Kaufabsicht unterschieden werden.
Dann was will ich im “Web 2.0″ wenn ich nach Informationen über den Zweiten Weltkrieg suche? In Zukunft wird es daher immer wichtiger werden, klar differenzieren zu können.
Constantin
Mal abgesehen von den im Artikel gebrachten Argumenten, glaube (und hoffe) ich, dass dieser “Web 2.0″ Hype sich irgendwann “ausgehypt” haben wird. Das ganze “sozial sein” ist ja doch etwas anstrengend und wird mit der Zeit für die breite Masse sicher langweilig…
[...] wollte ich nicht darüber bloggen, weil das schon einige andere gemacht haben – z.B. seo-united. Aber das Interview kann ich nicht so im Raum stehen lassen. Manfred Leisenberg, Professor für [...]
Loooool, nachdem ich den Artikel bei wiwo so flüchtig gelesen habe, kam bei mir die Frage auf, wer so ein Mist schreiben konnte. Und wirklich, ein “Professor für Wirtschaftsinformatik”, wundert mich gar nicht, wer sonst konnte sowas schreiben?
Ich hab auch irgendwann mit WInfo angefangen, hatte mit denselben Typen zu tun. Die hatten keine Ahnung vom Thema und Branche, gaben nur das blöde, alberne Gerede von sich. Aber wirklich viel
PS: “…bei derartigen Aussagen scheint immer wieder vergessen zu werden, dass der normale Internetnutzer nicht promoviert, sich nicht mit Begriffen wie Web 2.0 beschäftigt oder den lieben langen Tag Webseiten bookmarkt, sondern Mutter Beimer zur Hochzeit mit Erich Schiller gratuliert, in der Warteschleife von 9live festsitzt und auf Kommando für 5 Minuten das Licht ausknipst.” – goldene Worte…
Der Herr wollte einfach nur ein wenig Aufmerksamkeit und gewiss hat er auch nicht unrecht, jedoch wie schon kurz erwähnt irgendwann ist “WEB 2.0″ oder wie mans nennen mag auch Standard. Alles entwickelt sich weiter, einfach am Ball bleiben und nicht provizieren lassen Jungs
Die Diskussion ist sehr wichtig und interessant. Traditionelle Suchmaschinen kann man nach den bekannten Methoden optimieren. Zukünftig wird das alles etwas anders – warum? Der relative Anteil der allein textbasierten Information im Web nimmt ab. Nichttextuelle Information wird getaggt – nicht nur bei Mr. Wong. Tags sind zwar auch Text, werden aber typischerweise nicht über Google gesucht – sondern über teilweise alternative Mechanismen. Daher nimmt – auch relativ – die Bedeutung der algorithmischen Suchmaschinen ab und für das Online- Marketing die Bedeutung von SMO zu. In diesem Sinne wird es tatsächlich nicht mehr so wichtig sein, unbedingt bei Google weit oben zu stehen, wenn die Zielguppe über andere Dienste – Flickr, Facebook, Technorati, etc. einfacher oder direkter an die multimedialen Inhalte kommt.
Die Diskussion hatten wir übrigens schon mal: http://nanopub.de/2006/08/18/seo-war-gestern-heute-ist-smo/
SEO wird auch in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen und dabei natürlich die großen Suchmaschinen. Vielmehr denke ich aber, dass die onPage-Optimierung fester Bestandteil bei einer Webseitenerstellung wird (als Standard). Unter SEO wird dann nur noch die OffPage-Optimierung verstanden werden.
Hallo Nolli,
ich denke, Google wird sich dieser Entwicklung bewusst sein und schon dafür sorgen, dass diese Inhalte zukünftig auch über ihre Suchmaschine gefunden werden…
Grüße
Gretus
@Chrischan: Natürlich bleibt SEO wichtig; da der Anteil der Inhalte, die NICHT über traditionelle Webseitenerstellung ( User Created Content) ins Netz gelangen steigt, muss der SMO immer mehr Beachtung gegeben werden. Unter dem Blickwinkel nimmt – relativ – die Gesamtbedeutung von SEO ab.
@Gretus: Klar – aber dann wird deren Ranking nicht mehr über traditionelle SEO beeinflussbar sein …Umdenken ist hier wichtig
Ich denke, Leisenberg hat gar nicht so unrecht. Er weist auf eine wichtige Trendwende hin. Das ist vielleicht hier noch nicht so spürbar – aber schaut doch mal nach USA. Bedeutung des Social Tagging wächst enorn. Damit muss man aus der Sicht der Suchmaschine ganz anders umgehen!
MikeO
[...] vielen Weblogs wird diese Aussage als falsch dargestellt. SEO könne nicht so einfach abgelöst werden, [...]
Wenn ich mir Hr. Leisenbergs Website anschaue erübrigt sich bei mir als Praktiker jede Diskussion um dessen Kompetenz als SEO/SMO-Fachmann. Aber immerhin: einen eigenen Wikipedia-Artikel konnte er geschickt launchen. Respekt dafür.
Vergiss mal nicht, dass Du e SEO- Weblogs meinst: Hier sind manche durch ihr eigenes Interesse vorgeprägt. Das zeigen besonders einige wütende Blogger, die unsachlich sind und unter die Gürtellinie zielen. So etwas ist weder schön noch nutzt es.
Ich meine, Leisenberg hat vom Kern her recht. Das sagen auch andere im Netz. Wir sollten uns den neuen Entwicklungen nicht verschliessen!