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Keywords vs. Keywords

SEO | | 18.12.2008, 21:30 | 5 Kommentare

Mit Abstand der wichtigste Schritt im Zuge einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung ist die Auswahl geeigneter Keywords. Damit man relevante Begriffe finden kann, sollte man sich zunächst einmal die verschiedenen Varianten von Keywords anschauen und versuchen zu ermitteln, wie sich die Suche und damit letztendlich auch die Wahl der Suchbegriffe zukünftig verändern wird…

Neben der Tatsache, dass Suchanfragen immer länger werden, also die Anzahl der eigegeben Begriffe steigt, unterscheidet man Keywords auch in Bezug auf deren Funktion. Etabliert hat sich hierbei die Unterteilung in informational, navigational und transactional, also in informierende, navigierende und agierende Suchanfragen bzw. Keywords.

Informierende Suchanfragen haben den Zweck, nach Informationen zu suchen. Der Suchende möchte sich zu einem bestimmten Thema bzw. Begriff informieren, das Ziel der Suche ist dabei noch völlig unbekannt.

Bei der navigierenden Suche ist Letzteres nicht der Fall. Hier weiß der Suchende bereits vor dem Suchvorgang, welche Seite er besuchen wird. Hierzu gibt er einfach einen Suchbegriff ein, unter dem er genau weiß, dass die gewünschte Webseite anschließend auf Position 1 gelistet ist und er diese ohne Probleme ansteuern kann. Auch Type-In Domains sind Teil der navigierenden Suche.

Die agierende Suche hat eine konkrete Handlung zur Folge, also z.B. der Kauf eines Produktes oder der Download einer Datei. Bei dieser Variante der Suche ist das Ziel wieder völlig unbekannt.

Wie ich bereits in einem anderen Beitrag geschrieben habe, sollte man sich bei der Auswahl geeigneter Keywords dieser unterschiedlichen Varianten bewusst sein. Hierzu ist es von Vorteil, sich einmal deren aktuelle sowie zukünftige Verteilung anzuschauen.

Mediadonis hat in einem Kommentar zu eben genannten Beitrag einige sehr interessante Quellen zur Verfügung gestellt. Da bekannte Suchmaschinen natürlich nur einen Bruchteil ihrer gemachten Informationen zur Verfügung stellen, muss man bei der Ermittlung der genauen Verteilung auf Versuchsreihen zurückgreifen. Verschiedene Untersuchungen haben ergeben, dass ca. 80% der Suchanfragen informierenden Charakters, 10% navigierender Natur und weitere 10% agierende Anfragen darstellen.

Interessant für die Arbeit als SEO ist die Frage, wie sich diese Verteilung zukünftig verändern wird. Einige der gemachten Untersuchungen lassen die Tendenz erkennen, dass der Anteil der informierenden Suchen zugunsten der beiden anderen Suchvarianten abnimmt.  Über die diesbezüglichen Gründe kann man nur Vermutungen anstellen.

Zum einen wird es sicherlich so sein, das im Zuge des Web 2.0 bzw. der Existenz von immer mehr `Mittmachportalen´ die Zahl der navigierenden Suchen zunimmt. Gerade junge Internetuser sind in einem immer größer werdenden Internet auf der Suche nach konkreten Anlaufpunkten.  Zudem geht die Tendenz dahin, dass sich große Anbieter bzw. Webseiten auf Kosten von kleinen Anbietern immer weiter durchsetzen, Beispiele sind ebay, amazon oder auch Youtube. Deren wachsende Bekanntheit führt ebenfalls zur Steigerung des navigierenden Anteils der Suchen.

In Bezug auf agierende Suchanfragen ist die Steigerung des Anteils relativ klar. Gerade junge Generationen nutzen das Internet immer öfter auch, um Produkte zu bestellen, Dateien herunter zu laden oder anderweitige Aktionen durchzuführen.

Wirklich interessant wird es bei der Entwicklung des informierenden Suchanteils. Hier bin ich der Meinung, dass diese nicht nur zugunsten der anderen beiden Varianten, sondern auch für sich selbst immer weiter abnimmt.

Die anfängliche Faszination über das Internet als Informationsmedium bzw. unerschöpfliche Wissensdatenbank schlägt immer mehr in ein Desinteresse für Informationen bzw. jeglicher Art von Wissen um. Diese auch als `Information Overload´ bekannte Entwicklung hat aufgrund der massiven Reizüberflutung die Folge, dass gerade jüngere Internetnutzer kaum mehr an neuen, womöglich noch fade aufbereiteten Informationen interessiert sind.  Das ständig wachsende Internet bzw. die Bereitstellung immer neuer bzw. detailierter Informationen führt kurioserweise nicht dazu, dass auch mehr gesucht wird, sondern dass das Interesse generell abnimmt.

Alles in allem wird das Internet und damit auch bekannte Suchmaschinen immer mehr dazu genutzt werden, um nicht nach Informationen sondern nach Anreizen zu suchen. Diese finden zukünftige User z.B. durch Bekanntschaften in großen Communities oder Ottonormaluser in der Befriedigung ihrer alltäglichen Bedürfnisse.

Für SEOs bzw. Webseitenbetreiber bedeutet dieses, sich frühzeitig auf diese Entwicklung einzustellen. Bekannten Anbietern wird man zukünftig immer weniger Traffic abnehmen können, Informationen müssen für den Suchenden adäquat aufbereitet werden und agierende Suchanfragen bedienende  Angebot ganz gezielt auf relevante Keywords optimiert werden…

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Constantin sagt:

    Die Suche nach Informationen wird auch deswegen kleiner, weil die User schneller finden was sie suchen. Vor einigen Jahren war dies noch deutlich anders. Dies liegt zum Einen an der Qualität der Suchergebnisse, aber auch an der Qualität der User und deren Informationszugang. Man kann Informationen schneller bewerten, Werbung bewusst ausblenden, Navigation von Content unterscheiden usw.

    Heute ist es möglich, sich innerhalb von wenigen Sekunden über völlig unbekannte Themengebiete zu informieren. Früher waren hierfür mehrere Stunden notwendig. Das dabei allerdings auch der Overflow zunimmt, ist logisch.

    Die Trafficzahlen der Provider zeigen allerdings immernoch ein steigendes Trafficvolumen auf, was unweigerlich auch die Suchen nach Informationen stegen lässt. Konventionelle Internetzugänge werden momentan sicherlich ehr von Informationsmuffeln angeschafft. Großes Potenzial sehe ich allerdings im steigenden mobilen Bereich. Gerade Schüler und Studenten werden hier gezielt nach Informationen suchen. Diese wollen sie allerdings kostenlos und auf Werbung klicken sie auch nicht…

    Liebe Grüße,
    Constantin

  2. Gretus sagt:

    Hallo,

    interessant in den von Mediadonis genannten Quellen war übrigens auch die Anmerkung, dass man bei der Recherche nach geeigneten Keywords immer auf verlässliche Statistiken, nie nur auf sein Bauchgefühl hören sollte. Die Annahme, andere würden genauso oder ähnlich suchen wie man selbst, ist in vielen Fällen einfach falsch.

    Ebenfalls interessant finde ich die Überlegung, dass die durchschnittliche Anzahl der pro Suche eingegeben Keywords bei den Amerikanern auch höher ist, weil sich dort bereits bestimmte Floskeln (how to …, what is … usw.) durchgesetzt haben…

    Grüße

    Gretus

  3. haako Website sagt:

    Ich denke nicht, dass es ein Overload an Informationssuche gibt! Informationen sind Macht. Und Macht ist ein grundlegender sozialer Aspekt beim Sozialverhalten der Menschen Wie hieß es so schön: “Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast…”

  4. Gretus sagt:

    Hallo haako,

    es gibt einige Studien die beweisen, dass das Wissen um die Existenz von Informationen dazu führt, dass es nicht mehr angenommen wird…

    Grüße

    Gretus

  5. datenschmutz.net Website sagt:

    Blogistan Panoptikum KW51 2008…

    Der Jahreswechsel rückt näher, und die ersten Rückblicke sprießen aus dem Boden wie im Herbst die Waldpilze. Aber kann sich schon noch an all das erinnern, was vor mehr als drei Stunden passiert ist?
    ……

  • Stefan: Dann bin ich mal gespannt…
  • Axel Sam: Aus langer sich Nein, aber für eine kürzere Zeit ist das natürlich möglich...
  • Olga: Der Pagerank hat mich auch irritiert. Bei den Suchergebnissen stehen oft die...
  • Frank: Wenn der Pagerank für Google nicht so wichtig wäre, würde sich Google nicht so...
  • Stefan Wienströer: Bin von 4 auf 5 gekommen, ist mir aber eigentlich egal^^
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