Inspiriert zu diesem Post wurde ich durch den Artikel „Gedanken zur SEO Markt-Entwicklung“ vom Seonauten, dem Ängstlichen, sowie der anschließenden Diskussion in seinem Blog bzw. bei den Webmasters on the Roof. Die Kernaussage der Diskussion geht dahin, dass zwar extrem viele Neueinsteiger auf den Markt drängen, es aber dennoch an hochqualifizierten Fachkräften mangelt.
Für mich ist der momentane SEO Markt eine merkwürdige Konstellation, die aus einer Mischung aus Pseudowissenschaft und Handwerkertum besteht. Es gibt kaum feste Definitionen, keinerlei Qualitätsrichtlinien oder gar Markteintrittsbarrieren. Wer in diesem anarchisch organisierten Rahmen SEO sein möchte, der ist es eben.
Allgemeiner Konsens dürfte darin bestehen, dass immer mehr Agenturen auf den Markt drängen, der Kuchen aber nur bedingt größer wird. Folglich wird auch der Wettbewerb unter den Agenturen größer, man kämpft um die gleichen Kunden. Oftmals wird bei der Diskussion um die Entwicklung des SEO Marktes jedoch vergessen, dass nicht der Weg das Ziel ist. Letztendlich zählt aus Sicht des Kunden nämlich nur, welche Positionen zu welchen Kosten dauerhaft erreicht werden.
Dass sich der Markt zu Gunsten qualitativ gut arbeitender Agenturen entwickeln wird, ist meiner Meinung nach klar abzusehen. Kunden sind eben nicht zu 99% unwissend, sondern kennen sich mit dem Thema aus, hören sich um, und wissen Angebote durchaus zu bewerten. Dass eine Entscheidung für oder gegen ein Angebot aber nicht lediglich aufgrund der Qualität gefällt wird, sollte auf der Hand liegen.
Nun stellt sich die Frage, ob das Durchschnittsjahresgehalt eines SEOs tatsächlich bei 50.000€ aufwärts liegen kann? Mindestens 80% der Marktleistung wird doch von Personen erbracht, die sich an einem relativ kleinen Leistungskatalog orientieren. Wer hier seine Aufgabe wahr nimmt, wird früher oder später erfolgreich damit sein. Das Gehalt in einem Markt errechnet sich aber leider nicht nur an der erbrauchten Leistung, sondern z.B. auch an der Zahlungsbereitschaft der Arbeitgeber.
Eine vollständig ausgebildete Krankenschwester verdient in Deutschland weit weniger als 2000€ im Monat, obwohl ihre Qualifikation die eines SEOs bei weitem übersteigen. Ein gut funktionierendes System braucht natürlich aber auch Experten (Ärzte), deren Wissen und Erfahrungsschatz des eines normalen SEOs noch einmal um ein vielfaches übersteigt. So gibt hierzulande momentan weder ein System nur bestehend aus Experten, dieses würde die Kosten sprengen, noch eines ganz ohne sie.
Somit lautet die größte Herausforderung an zukünftige Suchmaschinenoptimierer, egal ob Experte oder nicht, kosteneffizient zu arbeiten. Wer schon heute kategorisch keine Verträge mit einem Vertragsvolumen unter 3000€ monatlich unterschreibt, muss sich morgen nicht wundern, wenn der Kundenkreis stetig kleiner wird…
Constantin
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Hallo,
wohl wahr. Die im Vergleich zur tatsächlich geleisteten Arbeit viel zu hohen Preise werden nicht selten damit begründet, dass man dem Kunden ja z.B. die Besucherzahlen verfielfachen, dessen Umsatz verdoppeln konnte usw.
Dieses ist jedoch keine Rechtfertigung. Ein Arzt, der jemandem das Leben rettet, verlangt auch keine Millionen Euro für seine getätigte Leistung. Preise müssen sich auch bei SEO nach dem Arbeits- bzw. Leistungsumfang orientieren, nicht nach Resultaten, Zertifikaten usw.
Grüße
Gretus